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Warum der VfB so schlecht dasteht

So eine Headline wollte ich schon immer machen. Die StZ/StN sind voll davon oder besser: verwenden nur diese Art von Teaser auf ihrer Webseite. Dann muss das ja funktionieren!

Beim VfB Stuttgart funktioniert in dieser Saison hingegen ziemlich wenig. Woran das liegt? Es ist ganz einfach, wir haben es für Euch aufgeschrieben.

Immer, wenn man nicht weiter weiß, wird sie beschworen und oft bemängelt, dass sie fehlt: die Mentalität.

Gesehen und gesprochen hat diese Mentalität noch niemand, aber wichtig soll sie sein, sie ist wie eine Art zwölfter Mann auf dem Spielfeld und sie kann Spiele gewinnen – oder eben auch nicht, wenn sie denn fehlt. Der Mannschaft fehlt sie ganz sicher nicht, wie Sven Mislintat nicht müde wird zu betonen. Es fehlen dem Team jedoch Gier und in manchen Situationen Leidenschaft und Widerstandskraft. Vor allem gegen direkte Abstiegskonkurrenten. Das könnte man in sofern interpretieren, dass sich einige Spieler zu fein sind, gegen vermeintliche Underdogs wie Fürth, Bochum oder Bielefeld zu performen. Eine gewisse Überheblichkeit also, nur, wem soll die unterstellt werden? Wataru Endo, dem unermüdlichen Kämpfer? Dem griechischen Koloss Dinos Mavropanos? Dem faustenden Towart Florian Müller? Abwehrchef Waldemar Anton? Borna Sosa Flankengott? Den Rookies Hiroki Ito, Chris Führich und Alexis Tibidi? Oder den stagnierenden Tanguy Coulibaly und Roberto Massimo? Dem Comebacker Sasa Kalajdzic?

Egal. Aber es ist schon richtig, manche Spieler wirken verkrampft, unsicher und manchmal gehemmt.

Woran liegt das? Einfache Antwort:

Immer, wenn auf dem Platz keine für den Zuschauer erkennbare Zeichen gesetzt werden, wird nach ihnen gerufen und bemängelt, dass sie fehlen: die Führungsspieler.

Wo ist ein Typ wie Effenberg, wie Soldo, wie Kimmich? Die, die Ansagen auf dem Feld und in der Kabine machen und höchstpersönlich dafür sorgen, dass die Kollegen alles aus sich rausholen. Die sich vor dem Schiedsrichter aufbauen und ihm die Meinung geigen. Wichtig sind Gesten und Imponiergehabe, dann läuft das schon. Wie wir es von Gonzo Castro kennen. Der setzt gleich in seinem zweiten Spiel für Bielefeld ein Zeichen, trifft zwar nicht zur Führung, aber geht in den 15 Minuten seiner Einsatzzeit voran wie wir es aus sechs Wochen seiner drei Jahre währenden Zeit beim VfB kennen. Oder ist Castro gar kein Führungsspieler und gehört eher zur nächsten Kategorie?

Zu den fehlenden Führungsspielern kommt beim VfB noch der Mangel an erfahrenen Spielern.

Die müssen nicht unbedingt führen, aber sie sollten schon einmal alles gesehen haben. Offene Knochenbrüche, große Geldscheine, tränenreiche Abstiege, krasse Fehlentscheidungen des Schiris, schwachsinnige Taktiken des Trainers, all sowas. Davon sollen sie den jungen Spielern erzählen – und ja, dann spielen die besser. Garantiert!

War es das mit den Spielern, die dem VfB fehlen? Nein, einen haben wir noch:

Was der VfB auch noch braucht, sind große eckige Spieler, laufende Kühlschränke der Marke Süle, die dem Gegner „weh tun sollen“. Am besten sind es auch noch echte Dreckschweine, vor denen die Gegenspieler Angst haben, damit die erst gar nicht über die Mittellinie gehen und das Kopfballduell vermeiden, sich am besten gleich vor lauter Schiss auswechseln lassen. Ja, so was soll es im Profi-Fußball geben.

Kurz: Der Kader von Mislintat ist nix. Keine Führungsspieler, keine erfahrenen Spieler, keine Kühlschränke, keine Kracher dabei. Keiner, der verletzungsfrei ist, und zehn und mehr Tore garantiert. Niemand, der wie Neuer die Unhaltbaren hält. Anstatt dessen lautete Mislintats Königstransfer “Potential”, kennt den eigentlich jemand?

Und der Trainer? Groß ist er ja und fast so breit wie Süle, aber Erfahrung hat er doch auch keine. Seine Taktik hat Struktur, lobt die StZ/StN, wäre aber zu statisch. Keine Kniffe, keine Überraschungen. Bei den Mannschaftsaufstellungen keine Kontinuität, ständig wechselnde Formationen, manchmal sehen sich die Spieler zum ersten Mal auf dem Spielfeld. Dazu kommt noch, dass Pellegrino Matarazzo viel zu spät wechselt – und dann auch noch falsch. Bruno Labbadia wäre das nicht passiert.

Was macht eigentlich Thomas Hitzlsperger und wann kommt endlich Alexander Wehrle? Wenn man schaut, was der aus Köln gemacht hat, wird es wirklich Zeit. Er hat diesen putzigen Kulttrainer geholt und Anthony Modeste reaktiviert. So einen brauchen wir! Warum wurde Mario Gomez viel zu früh in Rente geschickt?

Ihr seht: Es lässt sich so einfach erklären, warum der VfB so schlecht da steht. Wir alle wissen es, nur die Verantwortlichen beim VfB nicht. Bitter.

Zum Weiterlesen:
Der SWR weiß es auch und bringt Nils Petersen als Transfer ins Spiel.

Chris Prechtl sieht aufgrund des Tabellenstandes „lautes Wehklagen allüberall gepaart mit Gebruddel, weil der Trainer zu leise, der Sportdirektor zu dickköpfig, die Spieler zu schlecht oder zu jung oder beides seien.”

Foto: Alex Grimm/Getty Images

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30 Kommentare

  1. Bacardihardy sagt

    Viel Wahrheit steckt in diesem Beitrag.
    Es fehlen 2-3 Kanten, also , über 1,90 defensiv…
    Günstig in Liga 2 zu finden Pfeifer Darmstadt, Mainka Heidenheim
    Eventuell noch ein besserer Torwart…
    Nur dann hat man Strafraumhoheit vorn und hinten.

    Leider war über die ganze Vorrunde die schlechte
    Vorbereitung mit fehlender Fitness und Laufstärke erkennbar …
    Was natürlich auch zu mehr Verletzten führte.

    Fehlende Erfahrung von Mislintat, Pellegrino und Umfeld.

    Mein Vorschlag: Hitzlsperger sofort an DFB oder RB Leipzig für Mio.Betrag verkaufen um zusätzlich Geld für Transfers freizuspielen.

  2. Martin Haiber sagt

    Guter Kommentar nur schade dass der Trainer und Mislintats sich das nicht zu Herzen nehmen und umdenken. Noch ist es Zeit dazu und nicht abwarten bis wir abgestiegen sind.

  3. Motzbackenbruddler sagt

    Geniestreich voller Ironie! Sehr gelacht. Nur: Weiß den der VP besser, was dem Patienten fehlt? Ja? Na dann her damit!

  4. Sport 1 Kolumne über die aktuelle Lage beim VfB von Tobias Holtkamp ist lesenswert, er schreibt mir aus der Seele…

    Lieber @abiszet kann es sein, daß Du uns ein bisschen “auf den Arm nimmst” ? 🤡

    • @buzze sagt

      Der liebe Tobi hat allerdings vergessen, dass es auch noch den ein oder anderen Verletzten gab …

      • @abiszet sagt

        Tobias Holtkamp weiss es auch: Castro und Erfahrene und Führungsspieler fehlen, am besten alle in einer Person, dann wäre der VfB auf Platz 10!

  5. Barry sagt

    Der Artikel steckt voller Frust, Sarkasmus und Zynismus (auch daneben auch einige Wahrheiten). Wüsste man es (vermeintlich) nicht besser könnte man glatt denken, den hätte S. Miss-Lintat geschrieben – ganz nach dem Motto: Ihr schwieriges Umfeld! Euch kann man es sowieso nicht recht machen! Ihr wisst doch alles besser! Und erst recht hinterher!!

    Unabhängig davon, die Saison besteht aus Pleiten, Pech und Pannen. Aber ganz besonders aus Fehlein- und Selbstüberschätzungen sowie naivem „Management by Hope“. Da helfen auch keine Beschönigungen mehr.

  6. Mathias sagt

    Was uns auch noch fehlt, ist ein Außendienstmitarbeiter, der in Köln in einem Keller sitzt und dort mit seiner ganzen Erfahrung dem Spiel gut tut.

  7. Estrella sagt

    Fakt ist: Gonzo schiesst trotz langer Pause ohne Rhythmus ein extren wichtiges (Traum)Tor, das wir so dringend auch brauchen würden…. und bei uns leider im Moment keiner kann…während Dida wegen impfen lieber das Ego pflegt. Ist in der Kabine sicher Top hilfreich und klar die falsche Entscheidung🙏 bleib ich dabei.
    Man schmeißt so nicht den Kapitän raus, war ein ganz schlechter Stil.

  8. Clemens sagt

    Das berühmte „schwierige Umfeld“ – es existiert nicht nur in Cannstatt, sondern auch in Hamburg, Köln, Frankfurt und Berlin. Überall dort, wo Tages-Journaille und Fan-Kultur ihr Dasein in Ko-Existenz fristen. Die Presse befeuert die Gerüchte aus dem Vereinsumfeld, die Fans nehmen die Berichterstattung dankbar auf und feuern auf die Vereinsverantwortlichen. Wer ein Gefühl dafür bekommen möchte, kann sich gerne einmal auf https://moinvolkspark.de/ einige Artikel durchlesen – köstlich. Aber auch auf http://transfermarkt.de findet sich für jeden Verein ein Forum, in dem es heiß hergeht.

    Im Grunde hat @abiszet uns (leicht verklausuliert) Stammtisch Niveau vorgeworfen, was ehrlich gesagt auch stimmt. Reflexhaft geht man in Zeiten des Misserfolgs auf Trainer, Mannschaft und Sportvorstand los. Was wir alle gestern noch alle als alternativloses Konzept abgefeiert haben, ist heute Stein des Anstoßes (es fehlen Leader, Erfahrung, physische Spieler, etc.). Jeder sollte sich hinterfragen, inwieweit er sich in diesem Sinneswandel wiederfindet und welches die realistischen Alternativen sind. In einem Punkt kann ich mich bei einer solchen Betrachtung allerdings nicht oft genug wiederholen: Dem Verein steht das Wasser finanziell bis Oberkante Unterlippe. Demzufolge sind keine personellen Zugänge möglich, müssen Spieler (Leistungsträger) sogar abgegeben werden, in der Winterpause, wenn möglich, aber auf jeden Fall im Sommer. Auch ein Trainer Wechsel ist kaum eine Option und den Sport-Chef auszuwechseln dürfte in seiner Wirkung noch viel verheerender sein.

    Schlimmstenfalls geht man mit Mislintat und Matarazzo in Liga 2 und muss mit einem größeren Rucksack als vor drei Jahren neu aufbauen. Denn genau das bedeutet unter anderem Kontinuität.

    • drhuey sagt

      In erster Linie denke ich, dass abiszet den Schreiberling der StZ/SN kritisiert hat. Selbstverständlich kann man auch den Fan als irrationales Wesen kritisieren. Überwiegend empfinde ich das was vor allem hier kommentiert wird weit entfernt von Stammtisch-Niveau. Was ist das überhaupt? Genauso wie wir vieles im Leben kommentieren (die Beziehung des Nachbarn, das Verhalten eines Freundes, etc.) ohne tiefere Kenntnis der Begleitumstände, so erlauben wir uns eine Meinung zu dem was auf dem Platz für jeden sichtbar ist. Im Gegensatz kommt zu der Transparenz auf dem Platz auch noch ein gewisses Mass an Sachkenntnis, was uns ohne Psychologiestudium bei der Beurteilung der Beziehung des Nachbarn fehlt.
      Niemand hat übrigens nach einem Kader voller Talente geschrien, sondern den Weg mit jungen Talenten zu arbeiten, die natürlich idealerweise von erfahrenen Leadern in jedem Mannschaftsteil geführt werden, gefeiert. U.a. auch, weil er alternativlos erschien.
      Ist ja nicht so als hätten wir das alles nicht schon einmal gehabt. Also hört auf, die Emotionalität und Meinungsäusserungen von wohlgesonnenen Fans als schwieriges Umfeld zu bezeichnen. Ansonsten könnte man auf die Idee kommen den Verein, solche Blogs und Foren als schwierig zu beurteilen. Der verlinkte Artikel von Prechtl, der nochmal auf die Ursprünge der VfB-Misere verweist, legt nahe, dass es nicht das Umfeld ist, was schwierig ist, sondern ein Verein, der es in der letzten Dekade an Professionalität hat vermissen lassen und daher eventuell wirklich seine Berechtigung fürs Oberhaus verspielt hat. Typisches Henne-Ei-Problem.
      Die Wahrheit liegt aufm Platz und alle können sehen wo es hakt und vielleicht liegt das Heil wirklich in “wenig erwarten – viel bekommen” und bevor man als Stammtischbruder im schwierigen Umfeld durchgeht kann auch “Schnauze halten” helfen. Es ist eh alles gesagt.

      • Clemens sagt

        Kleiner semantischer Exkurs zum Begriff “Stammtisch” bzw. “Stammtisch Niveau”:

        [..] Dem Stammtisch wird oft eine vereinfachende, undifferenzierte Argumentationsweise unterstellt, für die sich Begriffe wie Stammtischparole, Stammtischpolitik und Stammtischniveau etabliert haben, die metaphorisch auch für politische und gesellschaftliche Diskussionen außerhalb realer Stammtische verwendet werden. […] Bei heutigen Stammtischen steht vor allem die Zusammengehörigkeit, Vertrautheit und das Ausleben gemeinsamer Interessen und Passionen im Vordergrund.

        […] Grad des Engagements und/oder Wissens bei Unterhaltungen in einer Stammtischrunde. […]

        Es geht mir bei Verwendung des Begriffs weniger um die fundierten Argumente und deren Stringenz im Kontext, sondern vielmehr um die Emotionalität “im Ausleben gemeinsamer Interessen”, wie es auf Wiki so schön formuliert wird. Natürlich schwingt in unseren Diskussionen auch immer ein wenig Populismus mit, gerade bei einer solch irrationalen Angelegenheit wie Fußball. Denn wenn es beim eigenen Verein nicht läuft, dann ist eben immer einer “schuld”. Bei Argumenten wie “wir benötigen mehr große, Kopfball-starke Verteidiger, mehr Physis” musste ich zuletzt auch häufiger schmunzeln. Dies vor dem Hintergrund solcher Kanten wie Mavropanos oder Anton. Kempf ist übrigens mit seinen 186 cm der Kleinste unserer Innenverteidiger. Aber hey, das ist auch eine Meinung und die gilt es zu respektieren.

        Generell gefällt mir der Umgang zwischen den VP-Kommentatoren gut. Es geht überwiegend sachlich und fair zu. Aber dennoch lebt auch diese Seite von ihrer Heterogenität ihrer Meinungen und Ansichten. Und das sehen hoffentlich auch Andreas und Sebastian so.

        • @buzze sagt

          Wir sehen das ganz genau so! Und wir wissen die Inhalte auch sehr zu schätzen. Ganz ehrlich: Was hier in den Kommentaren geschrieben wird, ist oft gehaltreicher als Texte, die irgendwo gedruckt werden. Und der Diskurs in den Kommentaren unter den Texte hat nicht selten weitere Texte zur Folge gehabt.

  9. Anton sagt

    Sehr gut analysiert und es auf den Punkt gebracht. Konkret heisst das, dass wir absteigen. Wo bleibt nun der Aufschrei der Fans, der Mitglieder vor allem die Notbremse der Verantwortlichen und des AR. Sind die alle im Winterschlaf. Stuttgart müsste toben wenn man es ehrlich mit dem VfB meint.

  10. Stephan sagt

    Ich finde dass wir – das schwierige Umfeld – an sich ganz friedlich mit der Sache umgehen und eher moderat kommentieren. Ich denke nach jetzt >10 Jahren Siechtum und Niedergang ist der Akku bei den meisten auch leer. Das gilt finde ich auch für die Medien (StN/StZ = Totalausfall), selbst die Bild, die ja sonst gerne draufhaut, scheinen in Quarantäne / müde / abgehalftert / “bringt keine Quote mehr”-Modus zu sein. Einzig an sich unverdächtige Medien wie die SZ oder Sport1 bringens ab und an noch auf den Punkt (finde den Sport1-Kommentar auch sehr zutreffend) – aber sind wir mal ehrlich, wen interessierts?

    SM? nö, wichtig nur Kaderwert. TH? “nicht mehr meine Baustelle”. Daimler? wenn einer kommt kann er den Anteil haben, ist eh abgeschrieben und positive Presse bringts auch nicht. Präsi? hat von ihm in letzter Zeit jemand was gehört? ist er überhaupt noch im Land? Aufsichts …. wer? CC? wir boykottieren lieber und machen Politik (und Vereinsmeier)

    Ein einziges Desaster….

    • Elmar sagt

      Sehr guter Kommentar Stephan ! Finde die Kommentare auf diesem Forum sind absolut aus der Leidensfähigkeit geboren, langjährige Fans die aus durchaus verschiedenen Blickwinkeln die Situation realistisch einschätzen. Es gibt hier vereinzelt Leute die nach Sachlichkeit schreien – auf Platz 17 angekommen – ist das nicht sachlich genug ? Schwieriges Umfeld? Wo ist das ? Die Presse ist komplett eingeschlafen ! Und wir die hier kommentieren – keine negativen Ausfällen – es wird alles maximal sachlich moderiert – danke VP ! Da geht es auf anderen Foren viel schlimmer ab. Und was ich seit Monaten anprangere ist die Schönrederei von allem ! Mit ein Grund dass wir runter gehen werden, aber das wird ja dann wieder von manchen (JL) als Schwarzmalerei dargestellt !

  11. Martina sagt

    Einerseits ist es erwünscht, dass man in guten wie in schlechten Zeiten glühender Fan ist. Andererseits sollen Meinungen bitte nicht ausgedrückt werden. Vorsicht: schwieriges Umfeld und Stammtischniveau. Natürlich können wir interne Dinge nicht kennen und nicht tiefer hinein schauen. Aber es sei erlaubt das zu sehen, was wir sehen und das zu hören, was wir hören… Ich finde es nicht o.k. wie S.M. mit verdienten Spielern umgegangen ist. Es wäre durchaus möglich, dass S.M. uns authentisch mitnimmt in die Finanzlage, in die Schieflage, in die Strategie und sich und uns von diesen sich gebetsmühlenartig wiederholenden top Talent, top Truppe, top Challenge, maximal stolz, maximal zufrieden… ein Stückchen weit erlöst.

    Bei klarer Kommunikation, Leute, wir sind auch nicht mit allen Transfers zufrieden, lief verletzungsbedingt schlecht, wir würden gerne nachlegen, geht aber finanziell nicht, müssen eher noch verkaufen – könnten doch alle deutlich besser mitgehen, als bei diesem WischiWaschi.

    Mich würde auch mal die echte Meinung von Claus Vogt interessieren, aber seit S.M. ihm im Interview einen Maulkorb und mit “sonst hör ich auf” gedroht hat, darf der Präsident gar nix mehr sagen. Könnt man mit Aki jetzt nicht zwingend so machen…

  12. Barry sagt

    Kann Dr. Huey voll zustimmen: Ich sehe nicht, dass dem naiven und kurzgedachten „jung, sonst nix“ Kurs die gesamte Fanschaft bedingungslos zugestimmt hat. Sondern einen Weg mit jungen Talenten zu gehen, denen erfahrene Spieler beigestellt werden.

    Aber nach dem die letzte Saison so gut lief, hat sich S.M. und Co.KG dermassen von der Überperformance blenden lassen (Fehleinschätzung), dass man mit Vollgas alles eliminiert hat, was auch nur im Verdacht steht älter wie 24 Jahre zu sein. Ergänzt wurde der Kader mit noch jüngeren Spieler, im Glauben man wisse schon was man tut (Selbstüberschätzung). Im Ergebnis hat man nun den „VfB-Kindergarten“ und alle müssen hoffen, dass es irgendwie gut geht.

    Fans vorzuwerfen, dass reflexhaft nach den Üblichen Schuldigen geschrien wird ist übrigens genauso häufig richtig wie die Tatsache, dass es genau diese Üblichen Verdächtigen sind, die eben ihren Anteil an der Misere haben.

    Und abschließend: auch vertikalpass.de hat oft genug Leistungen und Spieler ordentlich überhöht und in guten Zeiten in den allgemeinen Jubelsturm eingestimmt. Insofern darf man sich schon auch mal selbst hinterfragen, wenn man nun, wie mit dem Artikel geschehen, mit dem Finger auf „die anderen“ zeigt.

    • @buzze sagt

      Wenn ein 18-jähriger Däne mit leichtem Übergewicht in seinem ersten Einsatz für den VfB in der Nachspielzeit den Ausgleich gegen Union Berlin vor der vollen Cannstatter Kurve schießt, werden wir auch in Zukunft nicht zögern, ihn sofort zum nächsten Mario Gomez auszurufen! Wir VfB-Fans haben leider nicht so viel zu feiern, da muss man alles auskosten. Es geht auch gar nicht darum, mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern ein bisschen mehr Differenzierung in die Debatte zu bekommen.

  13. Mein Anspruch an den VfB sind Spiele, bei denen man mitfiebern kann. Diese Saison wurde das kaum erfüllt. Da wir allerdings in vorangegangenen Abstiegen alles mögliche ohne Erfolg probiert haben, bleibt nur noch Kontinuität.
    Trotzdem nehme ich mir die Freiheit, Aussagen wie „interne Neuverpflichtungen“ für die Rückrunde oder „hohes Energielevel“ oder das Desaster um Didavi zu kritisieren.
    Daher kann ich Chris Prechtls Artikel klasse. Den vom VP allerdings nicht so gut. Ist mir zu sarkastisch und diffamiert zum Teil Kommentare zu den jeweiligen Spielen.

  14. Martina sagt

    Den Kommentar von Chris Prechtl hab ich auch gelesen. Dankeschön für den Tipp.

    Ich werde im whorstcase Szenario allerdings keine Spiele gegen Top Mannschaften wie Paderborn, Heidenheim und Co. anschauen.

    Mir geht es wie einem der Kommentaren hier, so oft gelitten, mitgefiebert, Daumen gedrückt, enttäuscht gewesen, wieder geglaubt, wieder gefreut, wieder enttäuscht. Fehlentscheidungen, Skandale, offene Briefe, falsche Versprechen und Machtgier mitgetragen.. Wahrheitsbeugungen und andere Kopfschüttler. Irgendwann reichts auch mal.

    Ich glaube leider nicht daran, das es nur mit Talenten ohne erfahrenes Gerüst drumrum geht. Wenn doch freu ich mich definitiv.

  15. Motzbackenbruddler sagt

    Ich liebe den Scheiß hier – wirklich! Deshalb sind wir VfB-Fans; weil das Fan-Sein hier einem alles abverlangt, wenn man es ernst meint. Und jeder, der hier einen Kommentar hinterlässt, meint es ernst – sogar ich;-) Das macht diesen Verein doch lebenswert, oder? Als Bayern-Fan ärgerst Du Dich über was? Dass Dein Verein sich von einem Wüstenstaat sponsern lässt, der auf jeden Common Sense zum Thema Menschenrecht einen trockenen Furz lässt? Arme Bayern-Fans. Oder hier Dortmund; wie ärgerlich, dass Haaland mit einem Wechsel vor laufenden Kameras kokettiert! Was ich damit sagen will, man sucht sich seinen Verein nicht aus; er sucht Dich aus.

    • Clemens sagt

      “Seinen Verein kann man sich nicht aussuchen. Der Verein sucht dich aus.”

      Auch eines meiner Lieblings-Zitate aus Nick Hornby’s “Fever Pitch”

    • Bernd sagt

      Bei der Katar-Nummer muss ich kurz mal eingrätschen. Was Menschenrechte angeht, ist Katar sicher ziemlich miserabel (aber auch nicht schlimmer als der letzte WM-Ausrichter), aber was da vor allem an Vorwürfen in Richtung Sklaverei rumgeistern ist ziemlich daneben und ein Stück weit auch nur mit Rassismus zu erklären. Zur Einordnung: Im Menschenhandelsbericht des US-Außenministeriums stehen Katar und Deutschland auf derselben Stufe. Vielleicht also erstmal vor der eigenen Türe kehren.

  16. Thomas Bücher sagt

    Das Problem ist das Sie ( Trainer und Sven) es immer schön reden und somit haben die Spieler ein Alibi.

    • Estrella sagt

      Bitte jetzt keinen Artikel, daß die Spielanlage super und der nicht gegebene Elfer schuld war…

      … Immerhin hat Sven höchstpersönlich zugegeben, das die Fitness nicht passt.

      Tut mir sehr leid, da kann man nicht mehr zuschauen. Dem Rino fällt nix mehr ein, sorry, auch wenn ich in ihn persönlich mag.
      So rauschen wir sehenden Auges in Liga 2

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