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Warum es eine gute Saison wird

Ganz klar, Platz 9 wird schwierig zu wiederholen sein. Aber eine stabile Saison, ohne groß in die Bredouille und in Abstiegsgefahr zu geraten, das wird der VfB schaffen. Warum?

Ganz kurz: wegen Sven Mislintat und Pellegrino Matarazzo, die M&M’s des VfB werden es richten. Ein bisschen länger:

The Great Mislinbowski hat dem Trainer einen großen Kader hingestellt und streut damit das Risiko. Noch ein und noch ein und noch ein junger (französischer) Neuzugang? „Bien sûr“, antwortet der Sportdirektor. Denn einerseits weiss er nicht, ob und wann welches Talent performt und andererseits muss man den Nachwuchsspielern Zeit geben. Siehe Tanguy Coulibaly, der erst in der zweiten Mannschaft herangeführt wurde und dann in seinem ersten Bundesligajahr positiv überraschte. Siehe Teto Klimowicz und Roberto Massimo, die Stück für Stück mehr Spielzeit bekamen. In seinem zweiten Jahr könnte nun Naouirou Ahamada durchstarten, auch dem noch 17-jährigen Mo Sankoh sind die nächsten Schritte zuzutrauen, wie eben auch Klimowicz und Massimo und Darko Churlinov. Es kann in Ruhe abgewartet werden, ob Ömer Beyaz wirklich die Granate ist, für die ihn manche halten. Ob Hiroki Ito seinen guten Eindruck aus der Vorbereitung und dem Pokalspiel bestätigen kann. Ob der von Sandhausen zurück gekehrte Nikolas Nartey eine Alternative im Mittelfeld sein kann. Ob Chris Führich nach seiner Verletzung wirklich Nicolas Gonzalez ersetzen kann. Matarazzo hat eine große Auswahl, er kann jederzeit nach Form und taktischer Ausrichtung aufstellen. Selbst bei so vielen Ausfällen wie im Pokal saßen mit Daniel Didavi, Erik Thommy und Pascal Stenzel namhafte Spieler auf der Bank. Trainer Matarazzo hat überdies bewiesen, dass er Spieler besser machen kann, eine Fähigkeit, mit der seit Armin Veh kaum ein VfB-Trainer glänzte. Gleichzeitg wachsen Spieler wie Borna Sosa, Atakan Karazor, Dinos Mavropanos und Philip Förster. Sie wachsen in mehr Verantwortung hinein, weil ihre Form stimmt und ihr Standing im Team steigt. Vor allem Sosa. „Zu einer stabilen Persönlichkeit auf und neben dem Spielfeld ist er geworden und hat den Wirbel um seine Einbürgerung als verunglückte Episode abgehakt“ (Marko Schumacher in der StZ/StN).

Entscheidend werden zwei Aspekte sein: Der Saisonstart und der „Kalajdzic-Faktor“.

Der VfB hat mehrere Verletzte und Corona-Infizierte zu beklagen und kein leichtes Auftaktprogramm: Fürth, Leipzig, Freiburg, Frankfurt, Leverkusen. Wenn der VfB nach fünf Spieltagen drei oder vier Punkte auf dem Konto hat, kann man nicht von einem Fehlstart sprechen. Denn in der guten Saison 2020/2021 holte der VfB gegen Leipzig, Freiburg, Frankfurt und Leverkusen in der Hinrunde nur zwei Punkte. Das Team und sein Umfeld müssen sich darauf einstellen, dass sie am Anfang der Saison eher in der unteren Tabellenhälfte stehen werden. Ein klares Bewusstsein dieses Szenarios mindert dann auch die Drucksituation, so dass sich Talente trotz schwieriger Tabellensituation entwickeln könnten. Aber Matarazzo und Mislintat zeichnet Weitsicht, Ruhe und Besonnenheit aus. Charaktereigenschaften, die bei einem suboptimalen Saisonstart wichtig werden.

Aber ganz ehrlich, Sasa Kalajdzic ist ein Problem.

Weil er kein Lackel, sondern ein echter Feschak ist, der den Fans das Herz brechen würde, wenn er den VfB noch auf den letzten Drücker verlässt. Und weil er – vorausgesetzt er bleibt beim VfB – seine Trefferquote von 16 Toren möglichst wiederholen sollte. Ob das gelingt? Niemand weiss es. Aber die Mannschaft kann das auffangen, egal ob Kalajdzic noch geht oder eine Torflaute bekommt. Gegen BFC Dynamo trafen sechs verschiedene Spieler, sechs unterschiedliche Spieler gaben die Vorlage. Coulibaly, Didavi, Förster, Sankoh, Sosa, Klement, Thommy werden ihre Tore machen. Von den Innenverteidigern wird mehr kommen (letztes Jahr nur zwei Treffer von Marc-Oliver Kempf). Und wer weiss, vielleicht wird Hamadi Al Ghaddoui der neue Kalajdzic? Für mindestens fünf, sechs Tore ist er mindestens gut.

Das müsste reichen, um nicht in Abstiegsgefahr zu kommen, wenn vor allem auch die mittlerweile eingespielte Abwehr mehr Tore verhindert als in der Saison 2021/2021. Um den Klassenerhalt spielen werden Fürth, Arminia Bielefeld und der VFL Bochum. Dazu kommt eine Mannschaft, von der man es nicht erwartet hatte. Von Mainz, Augsburg und Köln wird sich mindestens ein Team im Abstiegskampf befinden.

Ganz klar, Platz 9 aus der Vorsaison wird schwierig zu wiederholen sein, ein Konfettispiel wie gegen Borussia Dortmund wird es wohl so schnell nicht mehr geben. Aber der VfB hat, gemessen an der Konkurrenz, einen Kader, einen Trainer und einen Sportdirektor, die eine stabile Saison hinlegen können. Auch wenn es Saisonphasen geben sollte, in denen es eng wird, Hauptsache, es macht Spaß dem VfB zuzuschauen. Die drei Punkte sind weg, die Zuneigung zur Mannschaft ist immer noch da. Zu einer Mannschaft, die sich selten aufgibt und die Freude am Spiel hat. Die sich immer voll reinhängt und der man den einen oder anderen Fehler verzeihen wird. Denn der VfB ist eine Entwicklungsmannschaft und es wird – wie auch letzte Saison – nicht alles klappen. Aber wenn der Wille bei jedem Einzelnen vorhanden ist, sich immer weiter zu verbessern, wird sich auch das Team verbessern. Auch wenn der Klassenerhalt nicht so easy werden wird wie letztes Jahr, der VfB wird unter diesen Umständen eine gute Saison spielen.

Zu optimistisch? Hier haben wir aufgeschrieben, warum die Saison auch ganz schwierig werden könnte (Stefan Effenberg ist übrigens der gleichen Meinung).

Zum Weiterhören:
Rund um den Brustring hat bei seiner großen Saisonvorschau und Kaderanalyse den legendären kicker-Redakteur George Moissidis zu Gast.

Der Rasenfunk sieht den VfB zwischen Platz 8 (Publikums-Umfrage) und Platz 15 (Rasenfunk-Host Max-Jacob Ost).

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