Mini-Feature
Kommentare 1

Was noch fehlt im „Wahlkampf“

Der Countdown läuft: Noch 9 Tage bis zur Mitgliederversammlung. Einer richtungsweisenden Veranstaltung, auf der (hoffentlich) nicht nur ein Präsident gewählt wird, sondern auch zwei Präsidiumsmitglieder und der komplette neunköpfige Beirat. Doch der Fokus liegt ganz klar auf dem Duell um das Präsidentschaftsamt.

Die Wahlkampftour führte die beiden Kandidaten Pierre-Enric Steiger und Claus Vogt an die „Dunkelroten Tische“, zum VfB-Fanprojekt in die „Schwemme“ und in verschiedene Podcasts von der Bruddelei über die „Viererkette“ bis zum ZVW. Aus der Wahlphase wurde zwar ein Wahlkampf, die beiden Kandidaten beharkten sich zunehmend, jedoch ohne fiese Tricks. Da fragen wir uns doch: War das wirklich schon alles? Spätestens seit Dezember 2020 wissen wir doch, dass es einen überschaubaren, aber einflussreichen Kreis von Menschen gibt, denen selbst eine Klatsche im Derby lieber wäre als weitere vier Jahre mit dem von den Mitgliedern gewählten Präsidenten.

Was kommt also? Wir haben in die Zukunft (und in die Vergangenheit) geschaut und sagen euch, was bis zur Mitgliederversammlung am 18. Juli noch passieren könnte:

Der Versprecher
Das große Doppel-Interview in der Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten. Während Steiger seine Interview-Aussagen sicherheitshalber autorisiert, verzichtet Vogt nonchalent darauf. Und so kommt ans Licht, dass der Amtsinhaber den Sportredakteur Carlos Ubina aus Versehen mit „Buzze“ anspricht – kein Wunder nach zwei gemeinsamen Veranstaltungen innerhalb von vier Tagen. Die Entschuldigung folgt auf dem Fuß: „Den Sabaschtian sehe ich in letzter Zeit öfter als meine Frau!“. Herausforderer Steiger freut sich, dass einmal nicht er ins Fettnäpfchen gesprungen ist.

Kick it like 2019
Am 15. Juli veröffentlicht Wilfried Porth im im Daimler-Intranet einen flammenden Appell, Pierre-Enric Steiger zu wählen. Er sei „der Präsident, den ich will wir wollen“.
Dass er Steiger keinen Gefallen damit getan hat, als er mit seinem Rücktritt kokettierte, sollte Vogt erneut gewählt werden, hat der Noch-Vorstand mittlerweile auch eingesehen. Porth möchte auch als Rentner gerne im VfB-Aufsichtsrat bleiben. Klar, sonst müsste er vermutlich mit seiner Frau wandern gehen.

50 Punkte für 2025
Der vom Vereinsbeirat abgelehnte Bewerber Volker Zeh lässt sich mit der wenig überraschenden Aussage zitieren: „Ich hätte alles besser gemacht!“ Seinen Elf-Punkte-Programm hat er mittlerweile auf Kaderstärke und somit 26 Punkte erweitert. Darin unter anderem enthalten: „Wenn ich Präsident bin, schaffe ich die Mitgliedsbeiträge ab“ und „Freibier und kostenlose Energy Drinks bei jedem Heimspiel!“. Zeh kündigt an, sich 2025 erneut zu bewerben. Dann mit einem 50-Punkte-Programm.

Die Liga der Ehrenmänner
Eine Gruppe ehemaliger Vereinsfunktionäre veröffentlicht ein gemeinsames Statement, in dem sie sich zu Opfern von Claus Vogt stilisiert und beklagt, dass der VfB Stuttgart im Zuge der Datenaffäre „zu viele Ehrenmänner und -frauen verloren habe“. Die Gruppe befürchtet überdies, dass sich mit Vogt als VfB-Präsident der Ankerinvestor Daimler womöglich zurück zieht. Doch außer Ursula Vielberg interessiert sich nicht wirklich jemand dafür.

Das „Baerbock“-Gate
Claus Vogt steht im Mittelpunkt einer Kontroverse, weil er angeblich aus dem Zukunftspapier von Steiger abgeschrieben haben soll. Die strittige Passage lautet „Ich will die Mitgliederrechte stärken“. Wo das genau stehen soll? Plagiatsgutachter Stefan Weber sucht noch.

Martin Schäfer macht sich große Sorgen
Der ehemalige Aufsichtsrats-Vorsitzende des VfB Stuttgart wiederholt seine Prognose, dass Steiger keine Chance gegen Vogt hat. Er zeigt sich besorgt: „Das ist der absolute Wahnsinn! Keiner kann Vogt noch aufhalten!“ Auch die 70 Würth-Business-Seats nicht, die Schäfer vom VfB Stuttgart abziehen will, um in Zukunft in der neuen Freiburger Arena Tannenzäpfle zu trinken. SIEBZIG BUSINESS-SEATS!

Quadratur des Kreises
Der Vorsitzende des Stuttgarter Freundeskreises ist nicht mehr Max Herre, sondern Jürgen Schlensog (wobei das auch nicht mehr so sicher ist). Der stänkert nicht nur als „Jordi Stuttgart“ auf Facebook gerne gegen Claus Vogt, sondern kündigte bereits Anfang des Jahres auch ganz offiziell an, es „herrscht Einigkeit darüber, dass wir uns in der aktuellen Lage nicht auf eine Beobachterrolle beschränken können.“ Unsere Frage: Kommt da noch was? Wird mit einem klaren Wahlaufruf für den Freundeskreis-Kollegen Steiger Tabula Rasa gemacht oder ist der Vorhang bereits gefallen?

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Barner-Prinzip
Eigentlich sollte hier ein lustiger Absatz über die lokale Presse stehen. Aber wenn sich ein erfahrener Journalist wie Marko Schumacher zu einem derartigen Befreiungsschlag gezwungen sieht wie am Donnerstag auf Twitter geschehen, dann stellen sich einem sämtliche Nackenhaare auf. Wie bereits 2019, als erst Gunter Barner gegen die Ultras hetzte und der VfB anschließend Strafanzeige gegen die eigenen Fans erstattete, ist auch hier anscheinend wieder eine Grenze überschritten worden. Wer auch immer für eine solche Eskalation verantwortlich ist, sollte endlich einsehen, dass derartige Kampagnen nicht mehr funktionieren.

Immerhin wissen wir: Beim VfB wird (immer noch) mit allen Mitteln gekämpft.

Darf gerne geteilt werden:

1 Kommentare

  1. Jens B. sagt

    Mega! Es ist einfach immer wieder eine Freude, eure Beiträge zu lesen. Man spürt euer VfB-Herz in jeder Zeile schlagen. Danke!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.