Mini-Feature, Spielbericht, VfB
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Wieso, weshalb, varum?

Die fünf Tore hat kein Schiedsrichter oder Video-Schiri zu varantworten, sondern sind auf gravierende Abwehrmängel und individuelle Fehler zurück zu führen. Aber varum werden Handelfmeter nicht für den VfB gepfiffen, meine Frage!

Das var keine gute Leistung des VfB, keine Frage. Vor allem in der ersten Halbzeit var das gar nichts gegen einen Gegner, der alles andere als in Form var, der vier der letzten fünf Spieler verlor und zuletzt erstaunliche Probleme hatte, ein Tor zu schießen. Haken wir gleich die erste Halbzeit ab, oder?

Denn wie der VfB im zweiten Abschnitt begann, var durchaus respektabel: griffiger, zielstrebiger, durchschlagskräftiger. Belohnung der Anschlusstreffer von Sasa Kaljdzic, der sich nicht vom Ball trennen ließ und dann mit einem Drahdiwaberl im Fußgelenk zum 2:1 traf. Leverkusen var merklich angeknockt und dann die Szene in der 56. Minute: Kalajdzic schießt aus einem Meter Timothy Fosuh-Mensa an die Hand, die er nicht vor sein Gesicht hielt (wie Kerem Demirbay nach dem Spiel meinte), sondern über der Schulter. Nach aktueller Regel ist das ein elfmeterwürdiges Handspiel. Anstatt dessen läuft der Konter der Werkself, den Leon Baily zum 3:1 abschloss. Der VAR prüfte minutenlang, ganz offensichtlich eine mögliche Abseitssituation vor dem 3:1, aber das Handspiel wurde von Videoschiedsrichter Felix Zwayer offensichtlich nicht näher betrachtet. Zwayer halte ich übrigens für den schlechtesten deutschen Schiedsrichter, dessen Beteiligung am Hoyzer-Skandel viel zu wenig Beachtung findet.

Das Spiel hätte mit einem möglichen 2:2 statt einem 3:1 natürlich einen anderen Charakter bekommen. Das Ganze ist sehr ärgerlich, denn die Mannschaft hatte wieder in den Widerstandsmodus geschaltet, an aufgeben dachte sie nicht. Selbst nach dem 4:1 durch Florian Wirtz nicht, das wiederum Kalajdzic nach schöner Flanke von Erik Thommy beantwortete.

Aber ganz unabhängig von der Widerstandskraft des Teams und ihrem Willen, spielerisch das Spiel zu drehen, über die Mängel muss gesprochen werden. In der ersten Halbzeit var die Zentrale mit Vartaru Endo und Orel Mangala überhaupt nicht auf der Höhe. Der VfB kam nicht in die Zweikämpfe, teilweise kombinierte Leverkusen sogar zehn Meter vor dem VfB-Tor unbehelligt. Vor dem 3:1 unterlief dem eingewechselten Naouirou Amahada ein verheerender Abspielfehler (trotzdem Glückwunsch zum gelungenen Bundesligadebüt!), Varldemar Anton ließ sich vor dem 5:2 von Jeremie Frimpong auf einfachste Weise überspielen. Es ist ein Trend, dass die Defensive viel zu viele Räume anbietet, selbst wenn der VfB in Überzahl ist. Das deutet sich schon seit einigen Spielen an und Pellegrino Matarazzo sollte vor den richtungsweisenden Spielen gegen Hertha BSC, Köln und Schalke hier sein Hauptaugenmerk drauf legen, nur Schalke, Mainz und Hertha haben mehr Tore kassiert in dieser Saison. Das 5:2 ist eine empfindliche Niederlage, ein schlimmeres Debakel verhinderte alleine Gregor Kobel. Der var übrigens während des Spiels sehr angefressen, forderte Konzentration und Körperlichkeit ein, fühlte sich vielfach allein gelassen. Und das zurecht.

Zudem ist unübersehbar, dass manche Spieler (noch) kein Erstligaformat haben. Mit drei Spielern wie Roberto Massimo, Philipp Förster und Mateo Klimowicz gleichzeitig in der Startformation kann der VfB gegen Kaliber wie Leverkusen nicht bestehen. Es zeigt sich, wie wertvoll der nicht immer wohlwollend beurteilte Gonzalo Castro (ja, ich schau mich an) für das Spiel der Mannschaft ist und was für ein wichtiger Faktor mittlerweile Borna Sosa ist. Besonders ärgerlich, dass sich Nicolas Gonzalez verletzt hat – auch wenn er weit var von seiner zwischenzeitlichen Galaform.

Aber so ist das eben als Aufsteiger: Nur in Bestbesetzung und mit allen in Bestform punktet der VfB gegen nominell bessere Gegner.

Zum Weiterlesen:
Unser vertikalGIF „Klatsch me if you can“ findet Ihr hier
Nicht nur die Süddeutsche Zeitung sieht einen eindeutigen Elfmeter: „Ich verstehe die Hand-Regel nicht mehr!“

Foto: Thilo Schmuelgen/POOL/AFP via Getty Images

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11 Kommentare

  1. Clemens sagt

    An der Niederlage trägt neben den Low-Performern im VfB-Dress auch der Trainer eine gewichtige Mitschuld. Und damit meine ich noch nicht einmal die Aufstellung von Förster, Massimo oder Klimowicz in der Startelf. Zur Pause nimmt Matarazzo, für mich vollkommen unverständlich, Kempf raus, stellt Endo in die Innenverteidigung und lässt Anton linken Innenverteidiger spielen. Die 1. HZ war vor allem von zu großen Abständen zwischen Abwehr und Mittelfeld geprägt, da löse ich doch nicht die 6’er Achse mit Endo und Mangala auf. Wenn ich Mangala für den Aufbau freistellen möchte, nehme ich zur Not Karazor auf die 6 (dafür wurde er ja irgendwann auch mal verpflichtet) und ziehe Mangala dann auf die 8 vor. Ob es viel gebracht hätte? Vermutlich nicht. Aber es hätte vermutlich auch nicht diese Auflösungserscheinungen in der Abwehr gegeben. Und ob er Amahada mit dessen Hereinnahme wirklich einen Gefallen getan hat, möchte ich zumindest zur Diskussion stellen. Am Ende war es ein gebrauchter Tag, an dem der VAR nur noch die Fliege auf der Schei….e war. Vielleicht haben wir aber auch nur das Memo der DFL verpasst, dass Handspiele gegen den VfB Stuttgart generell nicht mehr strafbar und damit nicht zu pfeifen sind.

    Der Ausfall von Gonzalez für die kommenden Spiele schmerzt neben der Erkenntnis, dass wir nun doch wieder Aufbaugegner für einen kriselnen Gegner waren. Und der VfB ist endgültig im Abstiegskampf angekommen, wenn er sich in den kommenden 3 Spielen gegen die Hertha, Köln und Schalke nicht deutlich besser präsentiert, als zuletzt.

  2. drhuey sagt

    Euer Fazit stimmt natürlich nach wie vor unabhängig wie erfrischend die Mannschaft bereits aufgetreten ist. Aber im Verlauf der Saison wird man halt auch ein Stück weit dekodiert. Seit einigen Spielen trifft das vor allem die Zentrale. Um Endo etwas mehr Luft zu verschaffen hat ihn der Trainer wohl auch umgestellt. Was auch seit ein paar Spielen auffällt ist die fehlende Varianz auf den Flügeln. Entweder, wenn es schnell geht, gibt es eine Flanke von links oder Silas versucht auf rechts alleine durch 4 Gegenspieler durchzugehen. Dabei wird Silas häufig mindestens gedoppelt und es gäbe Raum, aber da hinterläuft keiner o.ä. So bleibt das System im vorderen Drittel stumpf. Mavropanos ist leider von der Rolle und der Aufgabe gegen einen solchen Gegner derzeit nicht gewachsen. Er wirkt verunsichert, aber das galt für alle Innenverteidiger. Ich hoffe, dass jetzt auch Matarazzo klar geworden ist, dass Massimo kein Starter ist, sondern ein Notnagel und man sich eine Klement-Einwechslung schenken kann. Leverkusen hat gestern auch sein ganzes Potential aufblitzen lassen. Sie haben einfach eine ganze Reihe ausgeschlafener Fussballer und noch mehr Erfahrung in der Mannschaft. Das sind noch mindestens 2-3 Jahre mit optimaler Entwicklung der Perspektivspieler und, wo nötig, höherwertige Ergänzungen von aussen, vor dem VfB. Die kommenden drei Duelle finden wieder auf Augenhöhe statt und da sollte auch mal wieder gewonnen werden.

  3. VfBerliner sagt

    Vieles teile ich.
    Ich verstehe aber nicht, warum das Foul an Anton im Strafraum (Stand 4:1) überhaupt nicht erwähnt wird. Klarer kann man im Strafraum nicht am Torschuss gehindet werden, als von Hinten mit der Sohle in die Wade des Schussbeins gehen, so dass Anton den Ball komplett verfehlt und stürzt. WAS SOLL DAS? NICHT GESEHEN … NICHT GEPRÜFT … NICHT DISKUTIERT … außer wenn man Anton nach dem Abpfiff sieht, der war immer noch auf 180 … mit RECHT !!!
    Hier die Szene: https://streamable.com/52f82d

    • Clemens sagt

      Puh, selbst in der 3. Wiederholung konnte ich den Tritt gegen Anton nicht zweifelsfrei erkennen, wobei der Verdacht nahe liegt. Denn dass ein Spieler so mir nichts dir nichts nach hinten weg rutscht erscheint unwahrscheinlich.

    • @abiszet sagt

      Hi Berliner, ich muss zugeben, die Szene var mir nicht mehr präsent. Hatte das aus 2 Perspektiven gesehen und meinte, er hätte einfach „ne Hohle“ geschlagen. Das ist schwer zu erkennen, es wurde „im Zweifel für Leverkusen“ entschieden. Wie beim Handspiel ein paar Minuten zuvor

  4. Thomas sagt

    Bei den momentanen englischen Wochen sind klar die Mannschaften im Vorteil, die einen Tag länger Pause hatten. Das war in diesem Fall Leverkusen.
    Dies wird sehr oft vergessen zu erwähnen.
    Das sind spielentscheidende Tatsachen.

    • Bernd sagt

      Glaube, dass es da entscheidender war, dass Leverkusen was gut zu machen hatte und deswegen mental besser auf das Spiel eingestellt war. Denn im Gegensatz zu uns hatten die auch noch 30 Minuten extra in den Knochen.

  5. Bernd sagt

    Meine Meinung zum VAR ist ja hinlänglich bekannt. Dass die sich nicht getraut haben, das Handspiel zu pfeifen, liegt ganz einfach daran, dass Leverkusen unter der Woche exakt die gleiche Situation wie jetzt uns widerfahren ist. So funktioniert das halt beim DFB, heulst du geschickt rum (und nicht so plump wie damals Walter), dann kriegst du Punkte geschenkt. Siehe Freiburg: Mehr als vier Punkte Bonus pro Saison in den letzten Jahren laut der Wahren Tabelle.

  6. Peter Schäuble sagt

    Mir kommt bei derlei Diskussionen immer wieder das 1.Spiel gegen Freiburg „hoch“: Zwei klare Elfer für uns nicht gegeben, mit hanebüchenen „Begründungen“. Da gingen uns vermutlich drei Punkte flöten, die evtl. noch sehr wichtig sein könnten. Mist ! Und wenn sich das dann häuft…. ??!!

  7. Fritz sagt

    Zu Beginn der Saison haben viele – völlig zu Recht – gesagt, dass die junge Mannschaft noch viel lernen muss. Aber nach 20 Bundesligaspielen sollte von diesem Lerneffekt etwas zu spüren sein – stattdessen scheint es eher Rückschritte zu geben. Woran liegt’s?

  8. Motzbackenbruddler sagt

    Die Bilanz aus den letzten 8 Pflichtspielen: Ein Remis, zwei Siege, 5 Niederlagen. Der Punkteschnitt aus 7 Ligaspielen: 1,0. Arg viel weniger darf es nicht werden für einen sicheren Klassenerhalt…

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