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Hit me, Zorni, won more time!

Mir war klar, dass der VfB gewinnen wird. In unserer Montagsrunde sagte mein Freund Thomas, „Früher wären wir hingefahren, Hose runter, Arsch versohlt, nächste Runde!“. Na ja, so hätte ich es nicht ausgedrückt und es gab auch schon bittere Niederlagen (Sandhausen), aber wir sprechen von einem Viertligisten. Ambitioniert zwar, aber weit weg vom VfB. Da muß man einen Sieg erwarten dürfen. Auch wenn dort der HSV ausgeschieden ist und am Dienstag Mainz und Frankfurt erbärmlich verloren haben.

Der Fußballromantiker hat es im Moment leicht beim VfB. Er kann die Bruddler nicht leiden, die alles schlecht machen.
Wenn man kein Fan des Vereins wäre, könnte man die Spiele genießen: Meistens ein Riesen-Spektakel das Ganze, der Furor von Alexander Zorniger trägt überdies zur Unterhaltung bei, dazu noch junge Spieler wie Timo Baumgartl, Arianit Ferati, Timo Werner, Jan Kliment oder Mart Ristl. Klar, ärgert man sich und nennt auch mal Martin Harnik eine Pfeife, aber kaum hat man das gesagt, macht der ne Bude und überhaupt überwiegt der Stolz, wenn man den VfB spielen sieht. Zorni hat es doch irgendwie drauf, ein zentrales Mittelfeld mit Rupp, Schwaab und Gruezo zu nominieren, schien an taktischem Selbstmord zu grenzen, aber über eine Stunde sah es nach einem Meisterstück aus. Hey, immerhin gegen einen CL-Teilnehmer. Und dann Schwaab als einzigen Sechser gegen Jena, mutig. Wenn man die Romantiker fragt, wofür der VfB für sie steht, dann antworten sie „Amore“, sie sind romantisch bis in die zweite Liga.

Der Bruddler hat es im Moment leicht beim VfB. Er kann die Fußballromantiker nicht leiden, die für ihn naiv und weltfremd sind.
Wenn man Fan des Vereins ist, bekommt man das große Kotzen: Ein Riesen-Mist das Ganze, taktische Fehler und verbale Entgleisungen von Zorni, was soll man mit den vielen jungen, sympathischen Spielern, wenn die Punkte fehlen. Der Bruddler hat beim VfB immer recht: Bei der Trainer-Verpflichtung kann er sofort sagen, dass dies ein Fehlgriff sei, weil jeder Trainer nur ein paar Monate beim VfB ist. Dasselbe gilt für den Präsidenten: Seit Mayer-Vorfelder – obwohl über Jahre ein Feindbild – ist jeder an der Spitze des Vereins eine Pfeife, ebenso der Manager, der die falschen Spieler ein- und verkauft. Es sind diese Leute, denen man es niemals Recht machen kann. Selbst wenn der VfB Franz Beckenbauer verpflichten würde, dann hieße es, er würde die gewonnenen Spiele doch nur kaufen. Natürlich läuft die beständige Kritik stets unter dem Deckmantel, dass man den Verein liebe und nur das Beste wolle, der Verweis auf eine jahrzehntelange Mitgliedschaft darf dabei nicht fehlen. Nicht wenige, die sich eine Niederlage gegen Jena gewünscht haben.

Ich würde mich als bruddelnden Fußballromantiker bezeichnen. Auch wenn Umberto Eco sagt „Argwohn ist nie übertrieben. Du musst immer argwöhnen nur so findest Du die Wahrheit“ bleibe ich immer positiv. Siehe auch hier. Aber das Spiel in Jena war ein übler Kick. Die Romantiker werden sagen, dass noch nie so viele Eigengewächse auf dem Platz standen. Die Bruddler werden sagen, dass kein Unterschied zwischen Erst- und Viertligist erkennbar war. Beide haben Recht. Die Versöhnung beider Lager?

Die Erkenntnisse:
Philip Heise ist (noch) keine Alternative zu Emiliano Insua.
Alexandru Maxim hat Standards verlernt.
Timo Sunjic hat auch gegen Viertligisten derbe Böcke drin.
Daniel Schwaab als alleinige Sechs ist keine gute Idee.
Von Balljagd keine Spur, eher hunting high and low.
Der VfB kann unter Zorni auch dreckig gewinnen.

Am besten, die Mannschaft macht am Sonntag so weiter gegen Darmstadt. Ein dreckiger Gegner gegen den nur ein schmutziger Sieg hilft. Gut, dass voraussichtlich Serey Dié wieder dabei ist.

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