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5 Gründe, warum Dortmund absteigt

Signal Iduna Park

Diesen Artikel habe ich bereits am 1. Dezember 2014 geschrieben, aber nach dem Dortmunder Fehlstart in die Rückrunde ist er so aktuell wie nie zuvor. Es gibt fünf gute Gründe, warum Dortmund absteigt – mindestens.

1: Keine Stürmer
So langsam wird klar, welch große Lücke Robert Lewandowski hinterlassen hat. Ciro Immobile konnte diese nicht mal ansatzweise schließen. Auch Pierre-Emerick Aubameyang schafft dies trotz ordentlicher Quote (4 Tore in 15 Spielen) nicht. Und Marco Reus, der hier einspringen könnte, klebte erst das Verletzungspech an den Füßen und nun rennt er seiner Form hinterher. Dass die Fahrlässigkeit beim Verwerten von Tormöglichkeiten zu einem ernsthaften Problem geworden ist, hat Immobile im Spiel gegen Augsburg erneut bewiesen, als eine Großchance zum Ausgleich in der Nachspielzeit ungenutzt ließ. Doch, was noch viel schlimmer ist: Mittlerweile generiert die Borussia kaum noch Großchancen, die sie vergeben könnte.

2: Keine Erfahrung
Es ist wie in mittelprächtigen Hollywood-Komödien, in denen sich der erfolgreiche Großstadt-Banker auf einmal im südostasiatischen Dschungel bewähren muss. Ein Unterfangen, an dem die meisten scheitern. Wie sich das ungefähr anfühlt, haben Freiburg, Stuttgart und vor allem der HSV bereits in der vergangenen Saison am eigenen Leib erfahren. Auch Berlin ist der Abstiegskampf alles andere als fremd. Doch während man im Norden und am Neckar bereits den Befehlshabenden ausgetauscht und die derben Abstiegskampfstiefel frühzeitig fest geschnürrt hat, stakst der BVB als absoluter Neuling immer noch mit den teuren Nappalederslippern durch den unwegsamen Abstiegsdschungel. Immerhin sollte Jürgen Klopp noch aus Mainzer Zeiten wissen, wie Abstiegskampf geht.

3: Keine Zeit
Was macht man, wenn’s nicht läuft? Klarer Fall: Ab ins Trainingslager nach Herzlake. So hat es jedenfalls Arminia Bielefeld früher oft gemacht und im Fußballmanagerspiel „Anstoss“ war ein Kurztrip in eine muffige Sportschule auch immer eine gute Option. Für Klopp und sein Team ist dies leider nicht möglich, denn sie müssen schließlich auch noch ein bisschen DFB-Pokal und Champions League spielen. Auch die Winterpause, in der die Weichen für eine erfolgreiche Rückrunde gestellt werden sollte, ist passé. Das einzige, was bleibt, sind 15 Spieltage.

4: Keine Panik
Erst in der Winterpause hat man sich ernsthaft von einer Platzierung verabschiedet, die die Teilnahme an der Champions League 2015/2016 bedeuten würde. Doch noch immer scheinen einige Spieler und Offizielle zu glauben, dass man den berüchtigten Bock irgendwann umstößt und eine Siegesserie ohne gleichen feiern wird. Die Spiele gegen Leverkusen und Augsburg haben gezeigt, dass dies nicht so schnell passieren wird.

5: Keinen Plan
Das Team aus Dortmund spielte gegen Augsburg passabel. Allerdings nur bis zum Gegentor. Was der Vizemeister anschließend in Überzahl zeigte, war erbärmlich. Flanken hinter das Augsburger Tor und kollektives Versagen beim Abschluss. Ihre besten Szenen hatten einige Dortmunder Spieler nach Abpfiff, als sie die eigenen Fans zu beschwichtigen versuchten. Denn auch das fällt auf: Die echte Liebe des geduldigen Dortmunder Publikums ist spätestens mit der Heimniederlage gegen Augsburg aufgebraucht.

Es bleiben viele offene Fragen:
Kann Klopp Krise? Darf ein Zweitligist in der Champions League antreten? War es ein Fehler, Julian Schieber zu verkaufen? Und ist der Shinji Kagawa, der von Manchester kam, eigentlich der gleiche, der auch dorthin ging? Wir bleiben dran!

Und was sagen Kasabian dazu?
Where did all the love go? I don’t know.”

Titelbild: Tadeusz Ibrom / Shutterstock.com

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