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“Ein richtig gutes Auswärtsspiel“. Wirklich?

Ich verstehe den Hype um das Auswärtsspiel in Sinsheim nicht. Klar, das 18. Heimspiel des VfB, der beeindruckende Take-over der VfB-Fans. Aber gegen Hoffenheim gibt es zwar manchmal spektakuläre Spiele, aber der VfB gewinnt selten: Genau einmal in den letzten neun Begegnungen, das wunderbare 0:3 vor zweieinhalb Jahren, als die TSG schwindelig gespielt wurde.

Auf das Spiel in Sinsheim freue ich mich nie, weil die Spiele oft gleich aussehen: der VfB nie schlechter, aber oft zu dumm, um zu gewinnen. Unter „unnötige Niederlage“ stehen im Fußballlexikon die Partien zwischen dem VfB und Hoffenheim ganz oben.

Am 3. Spieltag hat sich der VfB gegen Hoffenheim selbst geschlagen.

Mit anfängerhaften Fehlern bei den Gegentoren, die beide nach demselben Muster gefallen sind und man sich fragen muss: Wie oft will der VfB solche Tore noch bekommen? Und vorne mit besten Chancen, die leichtfertig vergeben wurden, auch weil Keeper Oliver Baumann gegen den VfB wie immer sein bestes Spiel zeigt (Ausnahme: 32. Spieltag letzte Saison).

Fabi Bredlow, Sebastian Hoeneß und Maxi Mittelstädt hatten „ein richtig gutes Auswärtsspiel“ gesehen. Really? Ich jedenfalls nicht. Ähnlich wie gegen Stavanger waren die Lücken in der Defensive riesig, die Zuordnung manchmal abenteuerlich: Wer wen zu übernehmen hatte, war den Spielern oft unklar. Dazu viele Unkonzentriertheiten und Ungenauigkeiten im Spielaufbau, der dann im weiteren Spielvortrag auch noch träge geriet. „Richtig gut“ ist für mich etwas anderes. Die einzigen, die „ein richtig gutes Auswärtsspiel“ hinlegten, waren die VfB-Fans. Ihre Leistung deutlich besser als die der Spieler.

Den beiden Gegentoren vorausgegangen waren individuelle Unzulänglichkeiten: Ein billig verlorener Zweikampf von Mittelstädt vor dem 1:0, ein verheerender Fehlpass von Dzenan Pejcinovic vor dem 2:1. Beides jedoch weit in der gegnerischen Hälfte. Es wäre genug Zeit und Raum gewesen, die Konter zu verteidigen. „Die Tiefe verteidigen“ nennt das Hoeneß und das gelang seinen Spielen erneut überhaupt nicht. Laufverhalten und Entschlossenheit gegen den Ball, mit klarer Tendenz in Richtung „richtig schlecht“.

Die Dreierkette also im zweiten Spiel hintereinander alles andere als sicher. Womöglich funktioniert die Viererkette für die Spieler besser? Denn bei Gegenstößen sind die Außenspieler zu weit in der gegnerischen Hälfte, das defensive Mittelfeld war ebenfalls nicht zu sehen, zumal weder Angelo Stiller noch Grischa Prömel und Yanik Spalt als besonders große Sprinter bekannt sind.

Wenn dann vorne Ermedin Demirovic, Pejcinovic und Deniz Undav ihre Chancen nicht nutzen und der VfB einen für mich klaren Elfmeter nicht bekommt, dann steht der VfB beim Spiel gegen Dortmund gehörig unter Druck. Nicht unrealistisch, dass man nach drei Punkten in vier Spielen von einem Fehlstart sprechen muss – und das nachdem der VfB diese Saison erstmals keinen Leistungsträger verloren hatte. Sich sogar noch verstärken konnte. Da darf man durchaus den nächsten Schritt erwarten und nicht die immer gleichen Fehler und Spielverläufe gegen Hoffenheim.

Immerhin einen Gewinner des Spiels gab es: Yanik Spalt

Hereingekommen für Stiller in eine nicht unkomplizierte Begegnung, trat er solide, ruhig und erstaunlich clever auf. Er sieht so unschuldig aus und kann so sympathisch gucken, beging aber die meisten (taktischen) Fouls und holte sich dafür noch nicht einmal die gelbe Karte. Dass er Ata Karazor vorgezogen wird, ist ein klares Signal an den Ex-Kapitän – zumal Hoeneß bisher nicht gerade als großer Förderer der Spieler aus dem VfB-NLZ bekannt war.

Zum Weiterlesen:
Der SWR mit einem Meinungsbeitrag zu Demirovic – wie schnell es hoch und runter gehen kann.

Bild: Alex Grimm/Getty Images

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17 Kommentare

  1. Achim Herzblutfan sagt

    @abiszet
    Volle Zustimmung.
    Unkonzentriert und Passquote unterirdisch.
    Die Abwehr wirkt völlig desorientiert.
    Was ist mit Deniz los?
    Pejcinovic unglücklich. Spieleröffnung von hinten raus ist ne Katastrophe. Deswegen wurde in Hz 2 auf weite Abschläge umgestellt.
    Warum hat die Mannschaft solche mentale Kollektivausfälle ????????
    Gegen BVB muss die Hütte brennen !💥💥💥💥💥

    • Passquote laut Kicker.de: VfB 77% Hoffenheim 73%. Beides nicht richtig gut. Aber von Katastrophe zu sprechen, ist schon völlig übertrieben.

  2. Autsch kann man da nur sagen, die TSG gewinnt dieses Spiel mit postmoderner Taktik, hinten reinstehen, und auf die Fehler des VfB warten. Und dann macht ausgerechnet Hlozek, von dem man monatelang nichts gesehen hat die Kisten. Im Mittelfeld hat man riesige Löcher zu beklagen, weil das mit Prömel irgendwie nicht funktioniert. Ich weiß zwar nicht wie das gegen Dortmund besser werden soll, aber der BVB wird mit Sicherheit ebenfalls auf Konter spielen, deshalb sollten wir am Samstag unsere Chancen tunlichst besser Nutzen.

  3. Jochen sagt

    Genau meine Gedanken. Wer so auswärts ausgekontert wird hat das Spiel nicht verstanden. Ein Linksverteidiger (wie man ihn früher nannte) verliert Anfang der ersten Halbzeit den Ball an der gegnerischen Eckfahne und dann gibt’s bis Bredlow keine weitere Absicherung nach hinten???? Das verstehe ich, wenn man kurz vor Schluss hinten liegt, aber nicht in der 13. Minute bei einem Auswärtsspiel. Das ist taktisch Kreisliga. Und der Unterschiedsspieler Pejconovic vergibt eine 100% Chance und leitet mit einem völlig unverständlichen Fehlpass den tödlichen Konter ein. So kann es laufen. Mal runter auf den Boden der Tatsachen meine Herren.

  4. Bacardihardy sagt

    Hab schon im VfB Brustring Forum mal geschrieben Offensive Transferpolitik super,
    Defensive Transferpolitik sehe ich nicht.
    Kam natürlich gleich Kritik von allen Seiten.
    Denke mal , dass die VfB Fans diese Saison noch öfter leiden werden.

    • Das glaube ich sofort, es gibt Foren, da bist du innerhalb von wenigen Minuten unter Beschuss, sobald man die Verantwortlichen auch nur im Ansatz kritisiert. Weshalb das so ist kann man nur erahnen, aber einige User haben verdammt viel Zeit zum Posten.

    • Stephan sagt

      Ich denke der VfB ist endgültig entschlüsselt. Er kann nur ein System, vergibt unendlich viele 100%er, das reicht für eine gute Mannschaft wie Hoffenheim, hinten reinstellen und die 3-4 Kontor setzen, dann gewinnst du 7 von 10 Spielen gegen den VfB. Ich glaube auch nicht, dass es gegen Dortmund was wird, tolles Spiel, viele Chancen aber ein nüchternes 2-0 für Dortmund. Ohne alle aufregen zu wollen, ich bin mir nicht sicher, ob es in der Mannschaft zu 100% stimmt …. ?

  5. Martin sagt

    Super Kommentar.
    Leider fand ich die fehlende defensive Zuordnung und die damit verbundenen katastrophalen Abwehrschnitzer auch bereits in den Vorbereitungsspielen sichtbar. In allen Spielen kommen die Gegner zu 4-5 Großchancen, allerdings können Mannschaften wie Rostock dies eben gar nicht und Mannschaften wie Bayern können es optimal für sich nutzen. Momentan haben wir kein System, mit dem wir gegen gleichwertige, oder bessere Mannschaften bestehen können, es sei denn unsere Trefferquote liegt am oberen Limit. Angesichts der Qualität unserer Spieler sollte allerdings mehr möglich sein. Gegen Dortmund bin ich leider noch pessimistisch, Danach setze ich auf eine ich auf eine neue ,defensiv kompaktere Einstellung durch Hoeneß. Vielleicht brauchen wir dieses Tief einfach um uns auf das nächste Level zu bringen, weg vom reinen Hurra-Fußball, hin zu einer taktisch reiferen Variante.

  6. Ich möchte hier gern anders ansetzen. An der Szene: Undav schiesst nicht selbst und legt vor, sieht man aus meiner Sicht, wie tief Nagelsmann noch in ihm sitzt. Das war ja ungefähr die Szene, welche JN scharf öffentlich kritisiert hat. Wir können Undav nicht helfen, in dem wir permanent drauf hauen und über nix anderes mehr reden. Sky echt super mega ätzende Nachinterviews. Alle Personen damit maximal genervt. Von
    Bredlow bis Trainer bis mich. Der Undav hat die Art wie Nagelsmann ihn öffentlich permanent klein gemacht hat noch nicht verarbeitet aus meiner Sicht. Das Spiel war natürlich trotzdem echt nix, da müsste das Trainerteam nochmal neu denken. Hoffenheim hat das ausgenützt und das Schiri Team hatte leider auch ein paar Aussetzer. An Stiller klares Foul. Klarer Elfer. Ich mag Spiele gegen die auch nicht. So können und dürfen wir allerdings gegen Dortmund nicht auftreten. Kann mir jemand erklären, was Ata verbrochen hat? Ich meine der fehlt im Defensivverbund.

  7. Marcus Fichter sagt

    Also, auch ich habe wenn überhaupt nur offensiv ein einigermaßen gutes Spiel gesehen. Die Chancen waren ja in ausreichender Zahl da um dieses Spiel zu gewinnen. Mein Verlierer des Spiels ist Ramon Hendriks. Das erste Laufduell mit Hlosek verliert er gleich am Anfang, der Hoffenheimer vergibt. Dann verliert Maxi vorne den Zweikampf, Hendrik ist auf der Außenbahn statt zwischen Tor und Spieler und verliert das Laufduell zum 1:0.
    Und beim 2:1 pennt er, statt Hlosek ins Abseits zu stellen.

    Dazu kommt unsere schon letzte Saison verheerende Abschlußquote ( Demirovic in der ersten Halbzeit, Pejcinovic und Undav in der zweiten ). Die Dreierkette funzt definitiv noch nicht !

    @Konny: Ich muss Dir da leider widersprechen, Nagelsmann hat der Undav aus dem Kopf. Aber was mich mittlerweile richtig ankotzt ist unsere Presselandschaft.
    Beispiele: Pejcinovic schießt gg. Rostock !!! Drei Tore und wird schon in die N11 geschrieben, Undav trifft mal 3 Spiele nicht und da wird von Formkrise geschrieben. Es fehlt nur noch, das sie die Dönernummer wieder rausholen. Ich glaube, das macht aktuell dem Deniz mehr zu schaffen.
    Außerhalb vom VfB…Karius wird schon als N11 – Torhüter gehandelt….Junge, Junge…Deutsche Sportpresse…geht’s eigentlich noch ? Haben die Euch ins Gehirn geschissen ? Denkt eigentlich noch irgendjemand an den Fall Robert Enke.
    Zurückhaltung wäre hier mal ein Schritt vorwärts !
    Ich behaupte, das Undav ohne den Stress von außen das Ding locker reinmacht statt quer ins Nichts zu passen.

    Jetzt heißt es gegen die Majas zumindest nicht zu verlieren. Das der Saisonstart schwierig werden könnte wussten wir vorher.

    • Hobbycamper sagt

      @Marcus, keine Sorge ich hole nicht die Dönernummer raus, aber mir geht bei Undav was anderes z.Zt. auf den Zeiger ! Vielleicht wäre mal ein bisschen mehr Demut und einfacher Fussball bei ihm angesagt und weniger seine manchmal schon übertriebene Lässigkeit und Schickimicki das probatere Mittel. Der soll mal wenn er die Chance hat das Ding auf’s Tor knallen und nicht so oft chippen oder versuchen den Torhüter dumm aussehen zu lassen. Wie Du es richtig geschrieben hast, Zurückhaltung (Demut) wäre hier mal ein Schritt vorwärts.

  8. Divina sagt

    Bisher wurde mir die Leistung von Vagn‘o‘man zu wenig gewürdigt.

    Wie er sich auf seiner Seite unwiderstehlich durchstartet und Vorlagen serviert oder auch mal selbst abschließt – ein unglaubliche Verwandlung.

    Die Zeitung, die dich bilden möchte, titelt heute:
    @Vagnoman plötzlich Stuttgarts bester Scorer“

    Leider ist manchmal unsere Verteidigung orientierungslos – nicht erst in dieser Saison…

    https://m.bild.de/sport/fussball/vfb-stuttgart-nach-geplatztem-wechsel-josha-vagnoman-ploetzlich-bester-vfb-scorer-6aa7d15819aba9f8407b3fac?t_ref=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F

  9. Divina sagt

    Klopp in der Pressekonferenz:

    Erfolg beginnt mit einer stabilen Defensive. Nur offensiv denken bringt kein Erfolg.

    Ich denke hier liegt unser Problem derzeit.

  10. Klopp – PK heute:
    Er hält von Manndeckung über das ganze Feld – genau: nichts- bei dem VfB funktioniert es ja mal und mal nicht – international reisst man mit dieser Art Fussball nichts. Nur Offensivpower ohne ball(raum)sichernde Defensive geht nur in top top top Mannschaften. Erwartbaren Erfolg sieht er nur in Raumdeckung, die von vorn bis hinten aktiv gelebt wird. Ich glaube er hat nicht ganz unrecht…

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