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Danke, Armin Veh!

Wir Stuttgarter sind Freunde von Kontinuität, Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit: Wir hören seit 25 Jahren die Fantastischen Vier, fahren unseren Doimler, trinken draußen schon immer in der Kälte unser Bier im ehemaligen Klohäusle „Palast“ und wenn wir zappeln und feiern wollen, dann fällt unsere Wahl seit ewigen Zeiten auf die „Boa“ und den „Perkins Park“. Deshalb kommen wir mit Armin Veh derzeit nur schwer zurecht. Jede Woche eine neue Aufstellung, neue Spieler, ein neues System, „so goht’s doch net!“ Und was sollte das jetzt in Frankfurt? Timo Werner und Antonio Rüdiger auf der Bank, dafür der ausgemuserte Sercan Sararer von der U23 direkt in die Startformation. Das kann doch nicht gut gehen.

Doch, das kann. Danke, Herr Veh, was haben Sie mit der Mannschaft gemacht, dass sie innerhalb von einer Woche zwei Spiele des Jahres abliefert? Zehn Tore in drei Spielen? Das müssen Sie mir erklären und dann sagen ich Ihnen mal was zu Ihrem Styling. Denn, bei allem Respekt, so wie in Frankfurt können Sie nicht rumlaufen. Wirklich nicht.

Entrückt beim verrückten Spiel.

Entrückt beim verrückten Spiel.

Herr Veh, Ihr Coaching ist auf dem Punkt, wahrscheinlich haben Sie in der Kabine Tweets von Fussball-Philosoph Poldi vorgelesen:

Die Fakten:
Es war ein irres Spiel.

Was fiel auf?
Der VfB verteidigt bereits tief in der gegnerischen Hälfte, erstickt früh einen Frankfurter Spielaufbau, erobert sich dadurch Bälle, spielt schnell und direkt – und macht Fehler. Vorne, weil Großchancen nicht genutzt werden, hinten, weil Frankfurt eine Standardsituation reicht, um in Führung zu gehen. Ich habe Daniel Schwaab beobachtet, er macht in dieser Szene wieder sein Gesicht „Uuups, da war ja noch einer“. Diese Miene setzt er auch beim 4:3 auf, beides Mal netzt Madlung ein. Dass Georg Niedermeier beim 3:3 einem langen Ball fasziniert nachschaut und dann das Tor durch Aigner nicht verhindern kann, zeigt einmal mehr: In der Verteidigung hat der VfB ein Problem.

Durch die kurzfristigen Ausfälle von Ibisevic (Gefahr eines Ermüdungsbruchs) und Leitner ist Veh gezwungen, sein Team umzustellen.

Und plötzlich gibt es keine langen Bälle mehr. Maxim wirkt noch ein bisschen verspielt, aber insgesamt ist Zug drin! Ein kultivierter, seriöser Spielaufbau, teilweise in atemraubender Geschwindigkeit. Zu schnell für Frankfurt, die in Anderson, Madlung und Russ ein paar hüftsteife Kollegen hinten drin hatten. Die Eintracht kommt mit der Schnelligkeit von Sararer und der Agressivität von Kostic nicht zurecht.

Was werde ich nie vergessen?
Klar, an Spielverlauf und Tore werde ich mich noch in Jahren erinnern können. Besonders einprägen werden sich bei mir das Zuckertor von Gentner nach Doppelpass mit Maxim und der Sturmlauf von Timo Werner zum 4:4. Da ist er wieder, der wilde, unbeschwerte Werner!

Hat der VfB ein Torwartproblem?
„Ich möchte heute nicht über Fehler sprechen“, sagt Veh nach dem Spiel. Aber Madlungs Kopfball zum 4:3 war mehr als haltbar. Den hätte Gerhard Heinze mit der Kapp‘ gefangen. WhothefuckisHeinze? Ja, wieder einer aus den 70ern, er ging zum gleichen Friseur wie ich (by the way: kein guter Friseur, ich war nie zufrieden!) und war ein spektakulärer Flieger. Strafraumbeherrschung war nicht sein Ding, aber auf der Linie: Wow!

Quelle: fussballdaten.de

Quelle: fussballdaten.de

Frankfurt gegen Stuttgart, das scheint ein Spiel mit Spektakel-Garantie zu sein … Jedenfalls führen bereits zwei Fehler (Leverkusen und jetzt Frankfurt) Kirschbaums zu Gegentoren, nicht entscheidend wie bei Ulreichs Bock gegen Dortmund, aber Sicherheit sieht anders aus. Trotzdem sollte Veh in der Torwartfrage nicht überlegen, immerhin rettet Kirschbaum in der 95. Minute den Sieg.

Was sagen die Fantastischen Vier zum bisherigen Saisonverlauf des VfB?
„Was häßlich schien, wird plötzlich schön. Hoch Eure Hände, das ist Disko!“ Oder besser: „Ich möchte noch Danke sagen“

Und hier nochmal die fünf Tore:

Titelbild: 360b / Shutterstock.com

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