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Der Fleißige, der Brutale, der Retter, der Schleifer, das Arbeitstier

Das Präsidium des VfB schreibt in seinem etwas bemühten Neujahrsbrief an seine Mitglieder, dass die Profi-Mannschaft auf Platz 16 steht mit lediglich einem Punkt Vorsprung auf Rang 17. Das ist absolut korrekt. Aber richtig ist auch, dass es nur drei Punkte Rückstand auf Platz 13 sind. Der VfB kommuniziert immer wieder die Kosten in Höhe von 130 Millionen für den Stadionumbau. Von den 22,5 Millionen, die der Club selbst bezahlen muss, liest und hört man dagegen sehr wenig. Logisch, ist auch nicht so furchteinflößend.

Gut: Man hat offensichtlich ein Narrativ gefunden. Schlecht: viel schwarz-weiß und zu wenig weiß-rot. Aber es stimmt schon: Es gab schon einfachere Situationen beim VfB und das Ziel in der Mercedes Straße ist, Fans und Mitglieder mitzunehmen bei der Ausrichtung mit den neuen sportlichen Verantwortlichen Bruno Labbadia und Fabian Wohlgemuth, sie einzuschwören auf die kommenden 19 Spieltage, an deren Ende der Klassenerhalt stehen soll.

Wobei der VfB voll auf die Lösung Labbadia setzt. Sie hätte auch Friedhelm Funkel, Felix Magath oder Huub Stevens heißen können, aber so einfallslos ist selbst Alexander Wehrle nicht. Wir kennen Bruno den Fleißigen auf dem Trainingsplatz von den Bildern aus Hamburg, Berlin, Wolfsburg und vor knapp zehn Jahren aus Stuttgart: Bei Trainingsläufen immer vorneweg, auf dem Spielfeld immer auf 180, ständig Anweisungen rufend, Spieler korrigierend, mahnend, antreibend, er ist kurz davor, selbst mitzuspielen.

Die harte Hand von Labbadia wird aufwendig inszeniert, weil die verwöhnten VfB-Spieler zu wenig laufen und weil es ihnen vermeintlich an Leidenschaft und Kondition fehlt. Zumindest in den Heimspielen gegen Augsburg und Hertha BSC hatte die Mannschaft die Kraft und den Willen, weit in der Nachspielzeit den Siegtreffer zu erzielen. Drei Mal am Tag zu trainieren, plante wohl auch Michael Wimmer. Die Läufe um 7.30 Uhr? Wirken wie Aktionismus, sollen zeigen, dass der Trainer den vermeintlich bequemen VfB-Profis Beine macht. Nach den Softis Pellegrino Matarazzo und Wimmer wird „endlich brutal gearbeitet“, dieser Eindruck soll entstehen. Der Boulevard frohlockt und schreibt freudig von Bruno Brutal und verlängert das VfB-Narrativ: Bruno, der große Schleifer, holt die bequeme Mannschaft aus der Komfortzone. Bruno, das Arbeitstier, rief bereits am 12. Dezember den Trainingsauftakt aus, nur Union Berlin und Augsburg begannen früher (am 5. Dezember). Zudem absolviert der VfB das längste Trainingslager (11 Tage) aller Bundesligisten. Der schöne Bruno, unter dem das Training alles andere als schön ist für die Spieler.

Schön und kultiviert von hinten herausspielen, das wird es wahrscheinlich auch weniger geben: Der lange Schlag und dann die Jagd auf den zweiten Ball. Alles ein bisschen pragmatischer und vor allem kompakter und weniger ambitioniert. Dafür womöglich stabiler und weniger risikoreich. So wie man eben im Abstiegskampf spielt. Weniger Spielkultur, mehr Augsburg und Mainz. Passt vielleicht nicht unbedingt zum VfB und zum Kader, aber zur Tabellensituation.

Der VfB will Aufbruchstimmung erzeugen und sieht in seinen neuen Trainer verständlicherweise den perfekten Trainer und Retter. Dieses Storytelling geht voll auf, wie man anhand verschiedener Veröffentlichungen (zuletzt im kicker) sehen kann. Ist es die Skepsis gegenüber dem Unbekanntem? Das Vertrauen, dass es klappt, weil man es im Abstiegskampf schon immer so gemacht hat? Ist es die Vereinfachung des Spiels auf Physis, Teamspirit und verschieben und kompakt bleiben? Wenig verwunderlich, dass der VfB für seine Trainerentscheidung von Leuten wie Funkel, Karlheinz Förster, Guido Buchwald und Hansi Müller Beifall bekommt.

Fitness, Zusammenhalt und Kompaktheit haben nach Brunos erster Analyse dem VfB bisher gefehlt. Es sind die berühmten Basics, die talentfreien Bereiche. Hört sich alles ein bisschen retro an, aber wie gesagt: Das kommt immer gut an, das kann jeder nachvollziehen. In Schritt zwei wird sicher der Kader kritisch hinterfragt. Aber ohne Verkäufe keine Neuzugänge. Ob es dann der richtige Move ist, Edel-Spieler wie Dinos Mavropanos, Hiroki Ito oder Borna Sosa zu verkaufen, um damit Kaan Ayhan oder Joshua Guilavogui (bei uns habt Ihr es zuerst gelesen!) verpflichten zu können? Fantasielose Transfers, die vielleicht kurzfristig weiter helfen, aber langfristige Verträge bekommen. Spieler ohne Entwicklungspotenzial und ohne Marktwertsteigerung.

Mal wieder Trainingslager, mal wieder ist alles gut beim VfB. Kein Wunder, ohne Pflichtspiele. Ernst wird es ab dem 21. Januar, wenn es gegen Mainz los geht. Es folgen in neun Tagen drei Auswärtsspiele gegen Hoffenheim, Leipzig und Paderborn. Dann werden wir sehen, wie kompakt das System Labbadia sein wird und ob seine Maßnahmen greifen.

Die Verantwortlichen hoffen natürlich, dass mit Punkten auch wieder Ruhe einkehrt. Denn klar ist auch: Das neue Narrativ kann dem VfB auch schnell auf die Füße fallen, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt. Wer nach 15 Spieltagen und einem Punkt Rückstand auf Platz 14 schon in den Endzeitmodus schaltet, der kann von den Fans schwerlich fordern, dass sie sich entspannen und Geduld aufbringen, wenn es nicht laufen sollte. Deswegen kann man für Bruno Labbadia und uns nur hoffen, dass die Stimmung auch dann noch gut ist, wenn es um Punkte geht.

Zum Weiterlesen:
Die Süddeutsche Zeitung schreibt im Text “In die Zukunft mit dem Retrocoach” unter anderen: “Die Zukunft soll kurz mal Pause machen, weil die Gegenwart ihr dazwischengekommen ist (…).”

Zum Weiterschauen:
Bruno Labbadia mit ersten Eindrücken vom Trainingslager bei VfBTV

Zum Weiterhören:
Ein etwas älteres, aber interessantes Podcast-Interview mit Bruno Labbadia, in dem er auch auf seine erste Amtszeit beim VfB eingeht.

Bild: VfB Stuttgart

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27 Kommentare

  1. Frank Schmid sagt

    Warum immer noch so negativ?
    Bei einem Trainer mit Ahnung kann es auch taktisch und spielerisch besser aussehen, als beim nächsten Lehrling sprich wundertüte.
    Ich bin erstmal positiv gespannt und warte auf den Start

    • @buzze sagt

      Man hat eine Entscheidung getroffen, die man im Nachhinein durch sportlichen Erfolg rechtfertigen will (und muss). Da kann man sich schon die Frage stellen, was passiert, wenn der kurzfristige Erfolg ausbleibt, was bei dem Auftaktprogramm nicht unwahrscheinlich ist. Aber natürlich hoffen auch wir auf einen Traumstart in die restliche Saison.

      • Frank Schmid sagt

        Das muss man doch immer. Die sportlichen Entscheidungen doch Erfolge bestätigen bzw. Überprüfen. Wäre doch bei jedem anderen Trainer auch nicht anders

  2. Bacardihardy sagt

    Der Auftakt wird nicht leicht. Und noch ne Phrase: In der Bundesliga ist kein Spiel einfach. O.k. vielleicht ist diese Mannschaft einfach defensiv nicht stark genug und verliert auch mit Labbadia ihre Auswärtsspiele. Manche Spieler wird auch er nicht besser machen können.
    Auf jedenfall bin ich froh , dass endlich richtig trainiert wird und nicht schon wieder irgendwelche Materazzos oder Wimmers am werkeln und versuchen sind.
    Laufstärke, Kondition und Zweikampftraining hat noch niemand geschadet. Dadurch bekommt man auch Selbstvertrauen und ist nicht immer so verletzungsanfällig. Hilft auch bei Konzentration.
    Welche tolle Spielweise hat denn der VfB die letzten 3 Jahre gehabt ?
    Jetzt schon heraufzubeschwören, dass Labbadia mit dem VfB unansehlichen Fussball spielt ist Unfug.
    Ich bin froh , dass Mislintat weg ist. Vertraue da lieber auf die Neuen.
    Ich spüre jetzt mehr Fussballsachverstand.
    Ist mir lieber als immer das Gerede von der Investition in die Zukunft.
    Diese Schönrednerei ist vorbei…Juhu

    • Elmar sagt

      Ja, verwunderlich dass hier teilweise Training in Frage gestellt wird – bei Profis. Nach einem Jahr mit 0,9 Punkten im Schnitt, keinem Auswärtssieg und seit 15 Monaten fehlenden Basics wie Laufleistung. Aber ja, dann werden halt 2 Last Minute Siege heran genommen- was wollt ihr denn, die Mannschaft ist doch fit. Wiederhole mich, mit Kuschel Michi wären wir ganz sicher runter gegangen. Die Antritts Pressekonferenz bei seinem neuen Arbeitgeber, bezeichnend, da durfte er noch nicht mal was sagen. Wünsche ihm trotzdem alles Gute.

  3. Bacardihardy sagt

    Im November 2020 hat der VfB gegen Mainz zuhause gespielt und exakt 50 Minuten mitgehalten, danach hatte der VfB keine Puste mehr und mehr Glück als Verstand.
    Da bin ich jetzt schon froh, wenn man im ersten Heimspiel gegen Mainz wenigstens konditionell dagegen halten wird.

  4. Thomas Sommerwind sagt

    So ganz verstehe ich nicht, warum durch alle Foren der “Stuttgarter Weg” als einzig wahrer gehuldigt wird. Defacto sind wir seit einem Jahr ohne Auswärtssieg und daheim auch nicht wirklich eine Macht. Warum dies ein weiterer relativ unbekannter Trainer besser machen soll als BL, bleibt mir verschlossen. Ich glaube, er kann die Situation beim VfB sehr gut einschätzen und sieht gute Optionen mit den vorhandenen Spielern. Wenn die Mannschaft wirklich Bock auf Erfolg hat, bereit ist dafür zu arbeiten, gibt er ihnen die entsprechende Fitness und Taktik dazu. Und fußballerisch, sollten alle die es bis in die Bundesliga geschafft haben, genug Talent mitbringen.

  5. Schwoger sagt

    Investitionen in die Vergangenheit sind also besser? Fährst du privat noch mit der Pferdekutsche? Lass uns doch im Zuge des Stadionumbau wieder eine Tartanbahn einziehen und Karl Allgöwer fürs Mittelfeld reaktivieren…😉
    Dann wird auch Mal wieder auf’s Tor geschossen
    – der Ball muss ja schließlich nicht immer ins Tor getragen werden 😱

  6. Fahne sagt

    Ich spüre…..wirklich?. Ich erlebte den Rückfall beim VfB in das fußballerische Mittelalter. Das haben die Verantwortlichen wirklich prima gemacht. Auf lange Sicht wird das mit BL so laufen wie bei Korkut und Vorgängern, sollte man die Klasse halten. Dann sind diese speziellen Trainer eben nach 12 bis 18 Monaten nicht mehr Trainer beim VfB. Oder glaubt wirklich jemand, dass BL in der Saison 2024/2025 noch Trainer beim VfB ist?
    Und sollte man trotz dieser Aktion die Klasse jetzt nicht halten, ich wage gar nicht daran zu denken was das alles für Konsequenzen hätte. Trotz Abstieg dann all die finanziellen Belastungen. Und dann mit BL in die 2. Liga? Im Ernst? Wenigsten hätten wir das schönste und modernste Stadion in Liga 2. Und auf die Mitgliederversammlung 2023 darf man sich dann auch freuen.
    Die reellen Perspektiven sind mittelfristig, egal welches Szenario man wählt, eher mittelprächtig bis schlecht. Außer man erreicht zum Saisonende einen der Plätze um nächste Saison International zu spielen. Das ist für mich (als Laie) aber kein Szenario, dass ich als reell einstufe.
    Kurzfristig vielleicht den Allerwertesten gerettet, mittel- bis langfristig erwarte ich beim VfB Tristes auf allen Ebenen (außer beim Vertikalpass).
    Und wenn wir fühlen sind. Jung spüre ich nur noch unser Kicker als Jung. Und Wild empfinde ich inzwischen viele unsere Verantwortlichen, egal ob Verein oder AG.

  7. Kondrad sagt

    Warum bewerten wir eigentlich Dinge in einer Tiefe, die wir stand jetzt als Messlatte „nur“ aus der Vergangenheit nehmen?

    Die Spieler selbst sagen durch die Blume, dass es vorher zu lässig und häufig in der Aufgabe unklar war. Endo gibt zu Protokoll, dass es ihm vorher zuviel war, was auf seinen Schultern lastete. Er wirkt befreiter. Es werden (endlich) Standards geübt uvm, was seit Monaten einfach nur Schrott war.

    Eine Wahrheit ist doch auch, dass Rino die Mannschaft taktisch überfordert und konditionell unterfordert hat.

    Egal wie der Trainer heisst, er muss diese Versäumnisse jetzt ausbaden… es gab nicht viele die Bock darauf hatten. Ein bisschen mehr Dankbarkeit dafür, dass jemand diesen eigentlichen Sch…job annimmt und ein bisschen weniger Schwarzmalerei wäre doch ein guter Vorsatz für 2023.

    • @buzze sagt

      „Dankbarkeit dafür, dass jemand diesen Scheißjob annimmt“ ist vielleicht etwas übertrieben, wenn man einen Trainer holt, der knapp zwei Jahre arbeitslos war und vom VfB einen Vertrag über 2,5 Jahre bekommt. ;-)

      • fritzo62 sagt

        BL hat in Wolfsburg selbst hingeschmissen.
        Aber an Kassiopeias hat es in Stuttgart nie gemangelt — machen wir mal nen Trainer und die eV und den AR und den OB und natürlich Daimler madig, ach, hab den DFB, UEFA und FIFA vergessen.
        Warum hat es der Verein in den letzten 5 Jahren nie geschafft entsprechend seines Budgets abzuschneiden? Weil die sportliche Führung nicht abgeliefert hat! So einfach ist das.
        Daher hat es BL verdient ne Chance zu bekommen, my 5 Cents.

  8. VDL sagt

    Schöner Artikel, wie immer. Bis auf den letzten Satz. Die wirkliche Stimmung jenseits der Presse ist doch wohl eher so mies, wie seit vielen Jahren nicht. Eher ein Zustand von Gleichgültigkeit, die ich mir in Bezug auf meinen VfB auch nie hätte träumen lassen. Auf den Saisonauftakt freue ich mich jedenfalls so sehr, wie sich ein Norddeutscher auf den Karneval freut. (Ersetzen Sie dieses Gleichnis gern durch Springreiten, einfarbige Puzzles, die nächste Staffel von “House of Dragons”, einen Quilt nähen, etc.)

  9. Roland K. sagt

    Tatsächlich sieht Aufbruchstimmung anders aus, als das,was grade medial und von einigen Fans verbreitet wird.
    Aber die Realität findet imer noch auf dem Platz statt und nicht verbal.
    Da traue ich dem Trainerteam deutlich mehr zu als viele Kollegen hier. Wer richtig liegt,sehen wir bald.
    Was mich allerdings wirklich bei etlichen wundert, ist ihre innere Verweigerung von für jeden sichtbaren Tatsachen. Dazu gehört die geringere Laufleistung als die bei anderen Teams. Es mag sein,daß besonders intelligente Spieler derlei kompensieren. Dazu gehören die unsrigen eher nicht,was am Punktestand leicht erkennbar ist.
    Folglich arbeitet Labbadia wohl intensiv daran,dies zu verbessern. Was daran im weitesten Sinne falsch sein soll, bleibt mir ein Rätsel. Nur wenn die Grundlagen stimmen,kann aufgebaut werden. Um einen uralten Trainerspruch zu zitieren: “Das Alphabet beginnt mit A wie Arbeit und nicht mit K wie Kunst!”
    War,ist und bleibt so.

    Natürlich bleibt ein Risiko. So sich der Kader als nicht gut genug erweisen sollte,um den Abstieg zu vermeiden,dann haben sowohl die Führungsriege als auch die Trainer die Arschkarte gezogen. Mit Rino/Wimmer war ihnen das Risiko offenbar zu groß.
    Wir haben allerdings bisher Glück,daß es mit Bochum/Schalke zwei schwächere Teams gibt. Hoffentlich bleibt das so.

  10. Konny sagt

    So geht es mir auch. Es war klar und deutlich zu sehen, dass der Mannschaft in englischen Wochen und wenn es nicht rund lief regelmässig die Puste ausging und kein Spiel ohne Gegentor & massenhaft individuelle Fehler auskam.

    Ich hab nie verstanden, warum S-R das Offensichtliche nicht konsequent angegangen sind?

    Hauptsache ist doch, dass alle Beteiligten Akteure miteinander gut arbeiten und miteinander „können“. Endo strahlt, wirkt zufrieden und einverstanden. So hab ich ihn schon lang nicht gesehen und ich glaub nicht, dass das hauptsächlich mit Japan zu tun hat.

    Ich bin kein erklärter Labbadia Fan, lasse mich jetzt trotzdem einfach mal (hoffentlich positiv) überraschen.

  11. RonMuc sagt

    Chapeau, so treffend hat noch keiner die Situation beschrieben. Wir sind am A….

  12. Sympathisch war das Duo Sven und Rino. Leider fehlte der sportliche Erfolg und das ist unbestritten. Daher mussten Konsequenzen gezogen werden. Ob es die richtigen Entscheidungen waren, werden wir sehen. Sollte der Klassenerhalt verfehlt werden, müssen sich Wehrle und endlich auch Vogt zur Verantwortung gezogen werden. Vogt ist doch der Totengräber, jeder der in Verantwortung steht und sich gegen den Fairplayer (ein Witz) stellt, wird mundtot gemacht. Meine Hoffnung ist der Klassenerhalt und seitens der Blocker- und Fanszene ein klares Statement gegen den Präsidenten und nicht gegen BL. Aber da muss man ja über seinen eigenen Schatten springen.

  13. Kai sagt

    Diese ewige Mär von der (fehlenden) Laufleistung als großem Gamechanger, ohne Berücksichtigung aller anderen Aspekte, welche sich in einem Spiel auf den Kilometerzähler niederschlagen (System, Taktik, Spielverlauf, etc. etc.), zeigt in erster Linie, wie unterkomplex Fußball in Stuttgart diskutiert wird und wie gekonnt man dies von Vereinsseite in der Kommunikation auszuspielen weiß.
    “Die müssen halt mehr laufen” wird als Marschbefehl ungefähr so wirkungsvoll sein wie “Die anderen kochen auch nur mit Wasser”.

    Ich wünsche mir sehr, dass Bruno mehr auf dem Kasten hat als das, gehe aber auch davon aus. Recht habt ihr jedenfalls sicherlich damit, dass die Lunte sehr kurz sein wird, sollten sportliche Erfolge doch ausbleiben.

  14. Motzbackenbruddler sagt

    Mich ärgert es tierisch, dass Wehrle und Labbadia bereits jetzt durch die Bank geschoben wurden, obwohl keiner von beiden bisher (so richtig) Zeit und Gelegenheit hatte, zu zeigen ob wirklich so scheiße, wie hier prognostiziert wird. Warum? Weil sie nicht Euer Heusteig/Lehen/West Fussball-Hippness entsprechen, wie Rino und Mislintat? Ich findes es fast schon difamierend, wie hier über die beiden hergezogen wird und frage mich, woher das Recht dazu genommen wird…

  15. Bacardihardy sagt

    Was kann denn der Labbadia dafür dass der VfB so verletzungsanfällige Spieler wie Sosa, Vagnoman, Zagadou und Mavropanos im Team hat. Die Mislintatjünger sehen immer nur die Offensive , da lach ich mich kaputt. Hätte der Kollege Sven mal etwas auf die Defensive gesetzt , würde auch ich ihm hinterherheulen. Aber aufgrund der durchschnittlichen Torhüter und den Jugendspieler Transfers für die Zukunft, man könnte auch sagen, manche Transfers waren für die Tonne zB Beyaz, Klimo, Perea.
    Klar hat Bruno mehr auf dem Kasten, als seine Vorgänger.

  16. Roland K. sagt

    Hallo Kai, warum die Tatsache,daß unser VfB im Schnitt ca. 6km weniger pro Spiel läuft als Union Berlin oder Köln, von Dir als “Mär” bezeichnet wird,erschliesst sich mir nicht.
    https://www.sport.de/fussball/deutschland-bundesliga/teamstatistik-laufleistung/

    Richtig ist,daß etliche Mannschaften über uns kaum wesentlich mehr laufen.
    Durch Routine,Spielintelligenz usw. lassen sich überflüssige Läufe vermeiden, das ist richtig.
    Allerdings ist doch unsere Truppe eine der oder die jüngste der Liga. Erwarten Spieler und Fans, wir könnten dann die routinierteren Teams mit Routine bzw. o.a. Punkten schlagen? Das wäre und ist eine herbe Enttäuschung.
    Übrigens passt dazu,daß unser häufigster Torschütze Mavropanos ist, der auf Platz 33 der Statistik auftaucht.(Es werden dabei die Schüsse gewertet, nicht die Tore).Interessant,daß wir bei gewonnen Zweikämpfen sehr weit oben auftauchen. Meine laienhafte Schlussfolgerung wäre: Wenn wir mehr laufen und die Zweikampfquote beibehalten,werden wir erfolgreicher sein!

    • Die Mär ist nicht der niedrige Kilometerstand an sich (der ist ja objektiv messbar), sondern die Behauptung, dass dieser ein absoluter Indikator für Erfolg oder Misserfolg wäre, wenn es doch eine Vielzahl von Faktoren gibt, die diesen maßgeblich beeinflussen. Leipzig läuft relativ erfolgreich genauso viel (oder meinetwegen wenig) wie der VfB. Wenn sie nun in der Rückrunde die ersten vier Spiele aufgrund fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen, Pech im Abschluss und zweier Sonntagsschüsse des Gegners verlieren, ist dann plötzlich die fehlende Laufleistung das Problem? Oder wie wäre das: Wir spielen in der Rückrunde mit einem 4-3-2-System, und Wataru soll als zehnter Feldspieler einfach 90 Minuten Runden laufen, damit sollten wir die Kategorie ja gewinnen.

      Ich will den VfB nicht mit Leipzig vergleichen, mir ist sehr wohl bewusst, dass die Möglichkeiten dort andere sind. Es geht mir darum, dass man sich nicht komplett vereinfachend und eindimensional auf eine Komponente unter vielen einschießt, die individuell betrachtet sehr wenig Aussagekraft hat. Wenn wir unter Labbadia mehr laufen und damit Erfolg haben: Super! Es wird dann aber nicht allein an der Fitness oder gar dem Willen liegen (siehe Zweikämpfe. Siehe Last-Minute-Punkte), sondern an einer Systemumstellung, die Früchte trägt.

      • Roland K. sagt

        Da sind wir uns ziemlich einig.
        Mir gings dabei um etwas recht einfaches,was die Trainer wohl versäumt haben: Den Spielern klar zu machen “Wenn wir schon verlieren, dann (treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt) sollte es nicht so aussehen,als läge das daran,daß die anderen mehr laufen!”

        Praktisch, wenn Du schon RBL ansprichst, muss ein Trainer dem Spieler sinngemäss beibringen: Du kannst den Forsberg nicht mit Routine schlagen,also versuch mal,den tot zu laufen (ja, bitte jetzt nicht mit Raum/Manndeckung kommen- es soll nur beispielhaft sein).

        Das habe ich nur bei Heimspielen gesehen……und da nur bei wenigen.

  17. Konny sagt

    Wir erinnern uns an die SM-RM “schonungslose Saisonanalyse”. Die lautete, dass festgestellt wurde, dass es der Mannschaft an Athletik und Fitness fehlt.

    So gesehen gab die Steilvorlage dazu noch das “alte Team”.

    Für mich ist es einfach logisch, dass eine Mannschaft, die in vielen Dingen deutlich limitierter als “große Mannschaften” ist, körperlich absolut fit sein muss. Urs Fischer und Christian Streich wiederholen es ja seit Jahren gebetsmühlenartig, dass deswegen die “Basics” wie Fitness, Laufbereitschaft, Kondition, Athletik mehr als alles andere sitzen müssen.

    Diese Basics fehlen uns nicht erst seit gestern. Was auch SM/RM erkannt, aber nix draus gemacht haben.

    Ich werde definitiv zu Labbadia erst eine Meinung haben, wenn ich ein paar Spiele gesehen hab. Testspiel gegen Sion konnte ich nur ein bisschen schauen. Ein paar Spielszenen waren gut.

    Wer mir als Spieler extrem auf den Keks geht ist Coulibaly. Der steigt mir in BL Spielen sehr oft zu brutal gegen den Mann ein. Dass er jetzt dem eigenen Mitspieler die Bänder mit offener Sohle zertritt ist doch einfach total daneben. Defensiv haben wir dann so langsam echt ein Problem.

  18. Wir haben jetzt in drei Testspielen fünf torlose Halbzeiten gesehen, zwei Niederlagen, insgesamt keine zehn Tor Chancen. Bislang hat der VfB die viertmeisten Torschüsse aller Bundesligisten in dieser Saison, war bei der Passquote auf Platz 7, bei den Zweikämpfen auf 3. Woraus dieses Narrativ einer Truppe ohne Kampfkraft und Zusammenhalt seine Berechtigung zieht, ist mir wirklich rätselhaft. In den ersten Testspielen haben wir vom eigentlich sicheren Aufbau-Spiel des VfB nichts mehr gesehen. Chancen? Durchdachte Spielzüge? Fehlanzeige. Schieben wir es mal alles auf die kaputten Körper wegen der harten Einheiten. In drei Wochen darf man Labbadias Wirkung dann anhand der Ergebnisse in der Liga bewerten. Wehrles = BILDs Narrativ kommt auf den Prüfstand.

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