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Domino-Days beim VfB Stuttgart

Auf dem Platz gibt es so etwas wie einen „neuen VfB“. Die ersten Früchte des zarten Pflänzchens: Bei Rückständen wird nicht aufgegeben, es gibt keinen Alibifußball mehr, es wird immer die spielerische Lösung gesucht wird. Gelungenes Change Management by Mislintat & Matarazzo.

Aber wie sieht es diesbezüglich in der Führungsetage bei e.V. und AG aus? Aufgrund der Ereignisse vom Samstag, Sonntag und Montag kann man auch dort die leise Hoffnung haben, dass sich etwas ändert und auch hier ein neuer VfB entsteht. Dass Begriffe wie „Ehrlichkeit“ und „Integrität“ nicht nur als Phrasen in fast jedem VfB-Statement gedroppt werden, sondern dass es endlich Werte sind, die auch konsequent gelebt werden.

Der Sonntag war ein guter Tag für Claus Vogt, denn der Amtsinhaber wurde als Präsidentschaftskandidat nominiert. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Nicht so beim VfB, wo im Vereinsbeirat acht Personen darüber entscheiden und es lange Zeit so aussah, als hätte sich eine Mehrheit das Motto „Raus mit Claus“ auf die Fahnen geschrieben?

Wieso also jetzt die überraschende Wendung? Einerseits scheint es ein zunehmendes Gefühl der Ausweglosigkeit gewesen zu sein: „Aus dem Kreis der infrage kommenden mehrheitsfähigen Persönlichkeiten gab es (…) keine Bereitschaft, gegen den Amtsinhaber zu kandidieren“. Logisch: Wer will sich das Hauen und Stechen in der Mercedesstraße antun? Aufsichtsratsvorsitzender einer Fußball-AG sein, deren Teams vor leeren Rängen spielt und Vertreter von 72.000 Mitgliedern, die mal wieder versöhnt werden müssen? Wer will anstatt oder gegen Claus Vogt kandidieren und bei einer Wahl schon von vorne herein angeschlagen sein?

Andererseits könnte es die Einsicht gewesen sein, dass Vogt schlichtweg der beste Kandidat ist. Wer sich in den letzten zwei Monaten diesem Maß an öffentlicher und vermutlich interner Diskreditierung ausgesetzt sah und trotzdem ungerührt und standhaft blieb, wer auch gegen alle Widerstände versucht, den Datenskandal aufzuklären, der muss eine starke Persönlichkeit sein – und dem muss eine Menge am VfB Stuttgart liegen.

Vogt stellte im Gegensatz zu anderen immer das Wohl des Vereins und seiner Mitglieder ins Zentrum seines Handelns. Die selbsternannten „Schwergewichte“ im Aufsichtsrat, Hartmut Jenner und Wilfried Porth, wissen nun, dass es nicht leicht ist, Vogt aus dem VfB zu drängen. Vogt ist im wahrsten Sinne pressingresistent und zweikampfstark. Wahrscheinlich hat er sich mit Wataru Endo unterhalten.

Die Vereinsbeiräte Claudia Maintok, James Bührer und Wolf-Dietrich Erhard sind von ihren Ämtern im e.V. zurückgetreten, die AG-Vorstände Stefan Heim und Jochen Röttgermann wurden vom Aufsichtsrat von ihren Posten abberufen. Das kann den VfB nach vorne bringen, denn sie sahen sich weder der Ehrlichkeit und Integrität verpflichtet, noch hatten sie das Wohl des VfB und deren Mitglieder im Blick.

Und die Domino Days gehen weiter: Am Montag trat Rainer Mutschler von seinem Amt als Präsidiumsmitglied zurück. Mit dem Hinweis, dass ihm Fairplay und Teamgeist wichtig sind. Werte, die ausgerechnet er mit Füßen getreten hat. Einerseits durch sein Verhalten im Präsidium, anderseits durch sein Agieren bei der Mitgliederverarsche Ausgliederungskampagne wie auch beim Versuch, die Aufklärung zu behindern. Unmöglich, sich jetzt als Opfer zu positionieren, während er der Täter war.

Offenbar ein grundsätzliches Problem in der Mercedesstraße: Keine Fehlerkultur, keine Einsicht. Schuld sind immer die anderen. Anstatt Fehler einzugestehen, wird solange weitergemacht, bis es nicht mehr geht. Diese Kultur muss endlich raus aus dem VfB. Zuletzt verweigerte Mutschler mit Bernd Gaiser die Zustimmung zur Veröffentlichung des Esecon-Berichts. Kein Wunder, wird er dort doch vermutlich besonders schlecht weg kommen. Durch seinen Rücktritt werden die Karten nicht nur im Präsidium und somit auch bei der Terminierung der Mitgliederversammlung neu gemischt. Rainer Mutschler ist nach seinem Rücktritt immer noch als Angestellter der AG im NLZ ist. Wahrscheinlich, dass ihn eine der anstehenden Personalentscheidungen durch Thomas Hitzlsperger betrifft, die der Aufsichtrat ankündigte.

Lange Zeit musste man die Befürchtung haben, dass der VfB Vogt und Hitzlsperger verlieren würden. Jetzt haben beide die Chance, den neuen VfB zu bauen. Sie haben die Pflicht, im Sinne des VfB einen Weg zu finden, wie sie gemeinsam den Verein und die AG vom Filz der Dietrich-Ära befreien und für die Zukunft ausrichten.

Es gibt nicht wenige Mitglieder, die auch für Thomas Hitzlsperger nach seinem Frontalangriff auf den Amtsinhaber keine Zukunft mehr beim VfB sehen. Aber kann man mangelnde Fehlerkultur bemängeln, ohne zweite Chancen zu gewähren? Hitzlsperger hat das Vertrauen des Aufsichtsrats, Claus Vogt das des Vereinsbeirats und der Mitglieder. Vor beiden liegen jetzt große Aufgaben mit den Aufräumarbeiten und dem Wiederaufbau des in Trümmern liegenden VfB Stuttgart. Und klar ist auch: In Zeiten eines Machtvakuums wird man ganz genau hinschauen, was die beiden machen.

Der neue VfB Stuttgart wird sich als erstes daran messen lassen müssen, wie offen und auf Augenhöhe er mit seinen Mitgliedern kommunizieren will und wird. Ein erstes Indiz wird die Veröffentlichung der Esecon-Ergebnisse sein. Sie müssen – soweit juristisch möglich – den Mitgliedern und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dieses Kapitel der Mitgliederverarsche muss geschlossen werden, um sich ohne Belastung der Vergangenheit für die Zukunft ausrichten zu können.

Hoffentlich haben die Verantwortlichen jetzt ein ähnlich glückliches Händchen bei ihren Entscheidungen wie Sven Mislintat und Rino Matarazzo. Dann macht der VfB Stuttgart irgendwann auch abseits des Platzes Spaß. Die Chancen für einen echten Neuanfang scheinen so gut wie noch nie.

Zum Weiterlesen:
„Und raus bist Du“ von Rund um den Brustring.
„Etappenziel“ von Nachspielzeit.
Rey versucht auf Stuttgart.International, Sachlichkeit in die Debatte zu bekommen. Ist ihm gelungen, siehe hier.

Darf gerne geteilt werden:

25 Kommentare

  1. David sagt

    Schöner Artikel, den ich so unterschreiben könnte.
    Eine Frage, da ihr die Namen auch im Text erwähnt: Porth und Jenner- können die beiden, v.a. Porth, nur von ihrem Arbeitgeber (Kärcher/ Daimler) abberufen werden? Oder hat der Verein ein irgendeine direkte Handhabe?

  2. Markus sagt

    Leider wieder relativ einseitig der Artikel.
    Wenn Vogt der Heilsbringer sein soll macht das auch nicht viel Mut auf eine gute Zukunft.
    Schauen wir mal was er zustande bringt, Gegenkandidat hat er ja keinen mehr.
    Mann kann nur hoffen das er sich aus den sportlichen Belangen des Profibereichs raushält sonst werden sich da vermutlich ein paar Leute die für den Aufschwung stehen verabschieden. Leider sind uns die Wolfsburger, Rasenballsportler und wie die Clubs alle heißen längst enteilt, vielleicht auch ,weil nicht zu viele mitreden (siehe HSV, Schalke, Kaiserslautern etc.).

  3. Bernd sagt

    Dass Vogt den Esecon-Bericht veröffentlichen will, ist ein absolutes Unding, welches gleich reihenweise Vorwürfe aus Hitz‘ offenem Brief bestätigt. Das wäre eine massive Persönlichkeitsrechtsverletzung der namentlich genannten Personen und könnte neben Schmerzensgeldforderungen gleich die nächsten Ermittlungen des Landesdatenschutzbeauftragten zur Folge haben. Ist ja kein Zufall, dass in der AG-Meldung zur Abberufung der Vorstände keine Namen genannt werden.

    Was man Vogt aber zugute halten muss, ist dass er einen einstimmigen AR-Beschluss herbeigeführt hat und auch Hitz dabei Rückendeckung gegeben hat. Das lässt für die Zukunft hoffen, aber mal sehen wie reibungslos die Nachbesetzung der Vorstände abläuft.

    • @buzze sagt

      Was ist die Alternative? Man lässt den Bericht weiterhin scheibchenweise vom Spiegel veröffentlichen und reagiert statt zu agieren?

      • Bernd sagt

        Man kann auch Konsequenzen ziehen, ohne Details an die Öffentlichkeit zu geben. Siehe AG. Oder eine Zusammenfassung ohne identifizierbare Details veröffentlichen. Aber selbst als Mitglied hast du kein Anrecht darauf, die schmutzige Wäsche des Vereinslebens präsentiert zu bekommen.

        • @buzze sagt

          Da sind wir einer Meinung. Fakt ist aber auch: Der Club wird durch die Leaks von den Medien vor sicher hergetrieben und hat dazu noch ein veritables Glaubwürdigkeitsproblem. Ausweg in beiden Fällen: Transparenz – unter Berücksichtigung aller Gesetzte und Vorgaben.

          • Bernd sagt

            Richtig, aber Vogt zeigt mal wieder (vgl. Satzungsbruch bei der MV-Verschiebung) wenig Interesse für Gesetze und Vorgaben. Genau dies wollten wir eigentlich nach Dietrich hinter uns lassen, weswegen ich vier weiteren Jahren mit Vogt eher mit gemischten Gefühlen entgegensehe.

          • @buzze sagt

            Vogt hat sich ja nicht als einzigen Kandidaten aufgestellt, sondern der Vereinsbeirat. Und, was den Termin für die MV betrifft, war kompromissbereit und hätte einer MV im Mai/Juni zugestimmt.

            Ich bin auch nicht glücklich darüber, nur einen Kandidaten zu haben. Da der zeitliche Druck aus meiner Sicht jetzt ohnehin raus ist, lautet der Königsweg deswegen für mich:
            Präsenz-MV im Herbst im Stadion mit Claus Vogt und einem guten zweiten Kandidate. Wer nicht geimpft ist, wird virtuell zugeschaltet. :-)

  4. Joachim Leuze sagt

    Ich bin schockiert ob Deines Kommentares! Natürlich haben die Mitglieder ein „Recht“ darauf zu wissen, was mit ihren Daten geschehen ist. Inwiefern soll das irgendwelche Persönlichkeitsrechte verletzt werden, kannst Du mir das einmal näher bringen? Wenn jetzt Leute entweder den Verein verlassen oder nach langer Zeit den VfB verlassen müssen, dann kann man sich das ausdenken, warum sie den Verein letztendlich verlassen. Da braucht hierfür keine Namen aus dem Bericht veröffentlichen; und man braucht auch kein Hellseher zu sein, um zu erahnen, weshalb ein Röttgermann, Heim, Mutschler gehen müssen. Wenn ich mir etwas zu Schulden kommen lasse, dann muss ich auch mit meinem Namen Verantwortung über mein Tun übernehmen.

    • Bernd sagt

      Es tut mir leid, dass die geltende Rechtslage dich schockiert. Du hast als betroffenes Mitglied selbstverständlich ein Anrecht darauf, zu erfahren was der Verein mit deinen Daten getrieben hat, aber nicht darauf, wer dafür verantwortlich war. Es geht dich schlicht und ergreifend nichts an, weil das eine Angelegenheit zwischen dem Verein und dem betreffenden Mitarbeiter bzw. Funktionär ist. Und die Öffentlichkeit darf da gleich schon gar nichts davon mitbekommen, vor allem wenn es um Personen geht, die in der Öffentlichkeit gar nicht präsent sind (ich habe jetzt nicht nachgesehen, wer von den potenziell Betroffenen in den letzten Jahren medial durch Interviews etc. in Erscheinung getreten ist). Das ist Teil der „vielzitierten Corporate Governance“.

      • Joachim sagt

        Ach der Bernd, welches mir schon beim SWR 3 kommentiert hatte? Oje…. Du solltest Dir einen Therapeuten aufsuchen, denn mir erscheint es so, als nehme die Vogt-Phobie bei Dir überhand. Das kann schwere Spätfolgen für Dich haben. Ich kann Euch einfach nicht mehr lesen. Wenn Ihr eine gewisse Abneigung entwickelt habt, dann behaltet es für Euch, aber versucht nicht ständig Stimmung gegen diese Person zu machen. Vogt hat schon viel zu viel aushalten müssen. Es ist vieles unter der Gürtellinie gegangen, aber von Deiner eingeschworener bzw. „verschworenen“ Elite. Lasst es einfach gut sein und freut Euch auf die Spiele allwöchentlich. Der Rest ist echt müßig mit Euch zu diskutieren.

        • Bernd sagt

          Dir ist aber schon aufgefallen, dass es bei dem von dir beantworteten Kommentar um die Rechtslage bzgl. der Veröffentlichung von belastenden Internas geht und nur sehr indirekt um Claus Vogt?

          Und dass du das Zielen unter die Gürtellinie kritisierst, aber im gleichen Atemzug mir rätst einen Therapeuten aufzusuchen?

          Wenn du abweichende Ansichten zur rechtlichen Bewertung einer Veröffentlichung des Esecon-Berichts hast, können wir das gerne diskutieren. Vorher aber vielleicht einmal den Leitfaden des Landesdatenschutzbeauftragten zu Datenschutz in Vereinen lesen. Insbesondere was die schutzwürdigen Interessen von Sanktionen wie Vereinsstrafen oder Sportgerichtsurteilen betroffener Personen betrifft.

    • Alexander van der Louw sagt

      Aber mit mehr zu essen UND der wenig diktatorischen Möglichkeit, Vogt ganz einfach nicht zu wählen. Ohne belastbare Mehrheit kann er nicht Präsident bleiben, soweit ich weiß. Klar wären zwei Kandidaten besser. Aber angesichts der Schlammschlacht der letzten Wochen finde ich eine pragmatische Lösung gerade besser, weil sie zwar keine Alternativen bietet, aber für Ruhe sorgen kann. Überdies hätte ein weitere(r) Kandidat(in) kaum Möglichkeiten gehabt, sich den Mitgliedern vor der Wahl zu präsentieren. Was außerdem noch so ausgesehen hätte, als dass der Vereinsbeirat jemand Anderes ausschließlich deshalb zu installieren versucht, weil man Vogt auf Teufel komm raus loswerden will. (Egal wer’s macht, Hauptsache nicht Vogt.) Kein Wunder irgendwie, dass sich keiner darauf eingelassen hat.

  5. Sido_Weinrebe sagt

    Ich bin der Meinung, dass der Esecon-Abschlussbericht veröffentlicht werden muss. Wenn die vollständige Veröffentlichung aus juristischer Sicht nicht möglich wäre, dann eben nur wesentliche Teile unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte der darin aufgeführten Personen. Vielleicht könnten wir ja ein Rechtsgutachten einholen, wie veröffentlicht werden kann;-)

    Ohne eine Veröffentlichung werden die beiden Lager weiter gespalten bleiben und die Unruhe im Verein bleibt bestehen. Es muss zwingend wieder an einer Versöhnung beider Seiten gearbeitet werden. Dazu sollte die ao MV verschoben und ein zweiter mehrheitsfähiger Präsidentschaftskandidat aufgestellt werden.

    Dabei meine ich aber ausdrücklich nicht Volker Zeh, der sich allein schon durch die Aussage über die Leute im VfB, die ihn als Präsident sehen wollen disqualifiziert hat (es leben die alte Seilschaften). Und sein unrühmliches Verhalten nach der Nominierung von Vogt durch den sich auflösenden Vereinsbeirat kommt da noch hinzu.

    An dieser Stelle möchte ich mich keineswegs auf die Seite von Claus Vogt stellen und ich kann seine bisherige Amtszeit nicht wirklich bewerten. Allerdings habe ich bisher außer unbewiesenen Anschuldigungen nichts konkretes gehört. Die Art und Weise der beiden Rücktritte seiner Präsidiumskollegen lässt jedoch tief blicken. Der unsägliche Abgang von Mutschler mit Fair Play- und Teamgeist-Begründung wurde nur noch von Gaiser getoppt.

    Erstens geht es nicht darum, dass seine Werte denen von Vogt entsprechen müssen. Sondern sie müssen sich beide mit den Werten des VfB identifizieren. Zweitens hat er mit der Verhinderung der Veröffentlichung des Abschlussberichts durchaus einen Bezug zum Missbrauch der Mitgliederdaten geschaffen. Dass sich hier Täter zu Opfern machen und auf diese Weise nachtreten ist schlichtweg ekelhaft und sagt einiges über diese Herren aus. Man sollte ihnen keinesfalls nachtrauern.

    Es ist allerhöchste Zeit, dass dieser Funktionärssumpf ausgetrocknet wird. Ob Vogt dafür der richtige Mann ist, wird sich zeigen. Er hat ein Chance verdient. Hoffen wir gemeinsam, dass wir neues fähiges Personal für die vakanten Positionen finden, die ernsthaft und ehrlich die Werte des VfB vertreten. Allerdings dürfte es nicht einfach sein, solche Leute zu finden. Schließlich ist der VfB aktuell nicht die attraktivste Braut.

    • Bernd sagt

      Die Spaltung hat doch herzlich wenig mit dem Datenskandal zu tun sondern allenfalls mit der Art und Weise der Aufklärung. Auf eV-Seite kann man spätestens mit dem Rücktritt von Gaiser die personellen Konsequenzen als gezogen betrachten, und die AG wird da demnächst noch nachziehen. Das beste wäre wahrscheinlich wenn sich Vogt und Hitz gemeinsam den Fragen von Fan- und Medienvertretern stellen und damit das Kapitel abschließen.

      Viel entscheidender wird sein wie die freigewordenen Pöstchen besetzt werden. Wenn da jetzt reihenweise Leute wie Prechtl, Palm, Merz, Hörwick oder Schöll reingespült werden, dann ist das nicht unbedingt eine Verbesserung zum vorherigen Zustand.

  6. Theodore Els sagt

    Ich kann mit Claus Vogt und seinen Zielen nichts anfangen. Liegt vielleicht an meinem Alter, erster A-Block-Besuch 1977 ;) oder daran, dass ich seit über 30 Jahren nimmer im Ländle lebe und eine entsprechend Distanz entwickelt habe, who knows.
    Der Datenscheiß gehört aufgeklärt und daraus die Konsequenzen gezogen. D’accord. Dass man dafür aber den halben Verein in Schutt und Asche legen muss, bezweifle ich. Das wäre auch leiser und trotzdem effektiv möglich gewesen – aber dann wäre CV vermutlich nicht der Ché eurer Bewegung geworden, was wohl von Anfang an seine Agenda geprägt hat.
    Als ziemlich undemokratisch empfinde ich die eigenmächtige Verlegung der MV, zumal zum anvisierten Termin Juni oder Juli mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Präsenzveranstaltung möglich sein wird – und dann? Nur zur Erinnerung, seine Amtsperiode ist bereits im Oktober 2020 abgelaufen…
    Blöd ist halt jetzt, dass ihr und euer Präsi weiterhin ungeprüft behaupten dürft, im Interesse „der Mitglieder“ zu handeln. Das sind 72.000 und damit deutlich mehr als die immer gerne zitierten 140 OFC plus Blogger, Twitterer etc. Ich glaube nicht, dass die Mehrheit es gut findet, dass CV gerade an seinem Aufstieg zum Sonnenkönig arbeitet, le VfB c’est moi. Aber wenn diejenigen, die CV verhindern wollen, es noch nichtmal schaffen, außer der unsäglichen Lederbux einen geeigneten Gegenkandidaten aufzustellen, dürfen sie sich auch nicht beschweren… ;)
    Läbbe ist kein Wunschkonzert, ich weiß, aber dennoch würde ich mir wünschen, dass ihr CV und was er künftig so alles mit dem VfB veranstaltet (und was nicht) genauso kritisch begleitet, wie ihr es mit den „alten Seilschaften“ getan habt. Denn auch alte Seilschaften waren irgendwann mal neu.
    Cheers aus MUC

    • @buzze sagt

      Deine Theorie vom Sonnenkönig ist leider seit gestern nicht mehr schlüssig. Status Quo war: Vogt wäre als einziger Kandidat für das Amt des Präsidenten in eine virtuelle MV am 28.3. gegangen (die seine Konkurrenten gegen seinen Willen terminiert hatten!):

      Man könnte auch sagen: Ein Elfer – ohne Torwart. Und, was macht der blöde Vogt? Schießt mit Absicht am leeren Tor vorbei und sorgt selbst dafür, dass es einen neuen Termin gibt – inkl. neuer Bewerbungsfristen für das Amt des Präsidenten. Was für ein trotteliger Despot!

      • Bernd sagt

        Naja, alles andere als die Verschiebung durchzuziehen (diesmal sogar satzungskonform) wäre ja auch selten dämlich. Wenn Vogt den VfB (also eV und AG) unter Kontrolle bringen will, dann brauch er die Stimmen nicht nur für seine Wiederwahl sondern auch für die Installation der neuen Seilschaften. Ein Wortbruch beim Thema Online-MV würde diesen Plan komplett torpedieren. Und wie schnell jemand aus der öffentlichen Gunst fallen kann, haben wir im Dezember gesehen.

        • @buzze sagt

          Achso, Du meinst, es geht gar nicht um möglichst schnellen Machtgewinn, sondern um Vertrauen? :-)

          • Bernd sagt

            Nenn es lieber Abwesenheit von Misstrauen, das ist ja nicht unbedingt das gleiche. :-) Wie ich schon weiter oben schrieb, ist die Frage, wie die Positionen besetzt werden. Adrion ins Präsidium ist aber schonmal ein positives Zeichen.

  7. Holzwurm 74 sagt

    Reine Theorie, Gedankenanstoß:
    Wenn alles so gelaufen wäre, Datenskandal Aufklärung, Entlassungen, Rücktritte, wie im Moment, mit dem Unterschied, dass der Präsident nicht Claus Vogt, sondern Wolfgang Dietrich gewesen wäre, würden dann im Moment bei Bloggern und Mitgliedern folgende Themen diskutiert werden:
    Welche Berater hat der Präsident? Warum verschiebt er die Mitgliederversammlung? Warum gibt es viele Rücktritte? Warum eckt er mit jedem an?

    PS: Ich selber kann die Arbeit von C. Vogt nicht bewerten, aber im Moment wird ziemlich viel beim VfB nur schwarz, weiß gesehen.

  8. @abiszet sagt

    @Theodore
    „Den halben Verein in Schutt und Asche legen“
    Ist die Frage, was Ursache und was Wirkung ist. Wenn „der halbe Verein“ an der Aktion beteiligt war und wer seine Fehler unter den Teppich kehren möchte, der muss mit den Konsequenzen leben.

    @Holzwurm
    Der Gedanke mit WD ist gar nicht so abwegig, nur: Es stellt sich bei Vogt aber anders dar.
    Es gab Kräfte, die die Mitgliederverarsche vertuschen wollten, CV offensichtlich nicht. Das hat zu den Verwerfungen inkl. Abberufung von zwei Vorständen und einigen Rücktritten geführt. Das wäre die Antwort, warum er mit jedem aneckt. Weil alle ihre Posten behalten wollten.

    Die Arbeit von Vogt werden wir bald beurteilen können, denn er muss jetzt liefern und sich auch daran erinnern, was er vor seiner Wahl in Aussicht gestellt hat. Das schwarz/weiss-Denken sehe ich genauso. Sieht man ja an Kommentaren wie von Theodore mit “Ihr und Euer Präsident“ und „Vogt als Ché Eurer Bewegung“. Wer es also gut findet, dass Fehler aufgedeckt und Personen dafür Konsequenzen tragen müssen, ist gleich Teil „einer Bewegung“. Ich für meinen „Teil“ ;-) werde auf Herrn Vogt genauso kritisch schauen wie auf andere.

  9. Clemens sagt

    Das Thema Offenlegung des Esecon-Untersuchungsergebnisses unterliegt bis zu einem gewissen Punkt auch dem HGB, welches die Publizitätspflicht im Jahresabschluss Bericht einer AG vorschreibt. Wir sprechen im Fall des VfB Stuttgart unter Umständen von einem wirtschaftlichen Risiko in Form eines millionenschweren Bußgeldes durch die BW Datenschutzaufsichtsbehörde, welches die AG anzeigen muss. Inwieweit hier eine Pseudo-Anonymisierung erfolgt (es werden in dem Bericht zwar keine Namen genannt, aber jeder weiß auf Basis der genannten Funktionsbezeichnungen wer gemeint ist) kann ich nicht sagen.

    Auch wenn ich bislang die Funktions-bezogenen Arbeitsergebnisse eines Claus Vogt nicht beurteilen kann, so habe ich doch zumindest großen Respekt vor seiner Endo’schen Pressing-Resistenz, die trotz immenser innerer Widerstände dafür gesorgt hat, dass die Untersuchungen in der Datenmissbrauchsaffäre zu einem Abschluss gebracht worden sind. Ohne Vogt hätten die Untersuchungen vermutlich zu weiteren Vertuschungen und Verzögerungen geführt, was in der Folge dann auch vermutlich aus Sicht der Datenschutzaufsichtsbehörde zu einer weniger wohlwollenden Beurteilung geführt hätte, was wiederum Einfluss auf die Bußgeldhöhe haben wird.

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