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Ist der #Korkout wirklich die Lösung?

Viele sprechen vom #Korkout, weil sie im Trainer das wesentliche Problem sehen. Er würde zu wenig aus dem Kader machen, den ihm Michael Reschke schon so frühzeitig hingestellt hat, so der Vorwurf. Aber ist der Kader wirklich so gut und Korkut wirklich so schwach?

Wir haben uns die von Michael Reschke verpflichteten Spieler angeschaut (in alphabetischer Reihenfolge)

Dennis Aogo:
Wir sind in der Gucci-Gang
.
Aber wir wollen mehr bling-bling auf dem Platz sehen!

Santi Ascacibar:
Die Grätsche in Menschenform und unser Lieblings-Picknicker.

#SantiBeschde – wenn wir den nicht hätten.

Andi Beck:
Beck is nett und hat Erfahrung.

Und er ist von hier. Aber sind das Qualitätsmerkmale?

Gonzalo Castro:
Michael Reschkes Liebling „Gonzo“ als echte Geschwindigkeitsbremse.

Erfahrung: ja. Spielintelligenz: ja. Ballsicherheit: ja. Bringt er irgendwas davon bisher beim VfB ein? Nein. Halt! Die Erfahrung schon. Aber es fehlt ihm an Geschwindigkeit und an Mitspielern, die von seiner Spielintelligenz profitieren.

Daniel Didavi:
Die Gesundheit, der VfB und ich.

Es war damit zu rechnen, dass Didavi immer wieder verletzt ausfällt. Er ist ein reiner Add-On-Spieler, mit dem Korkut nicht wirklich planen kann. Und bislang ein starker Zugang. Für die VfB-Rehawelt.

Mario Gomez:
Der Hundertjährige mit der Stammplatz-Garantie.

Er muss (und kann) nicht immer 90 Minuten spielen, aber ohne ihn geht es weder auf noch außerhalb des Platzes.

Nicolas Gonzalez:
Der Krieger mit dem großen Herzen.

Auch wenn er sich beherzt überall reinwirft: als Partner von Mario Gomez hat er bei weitem nicht die Wucht von Daniel Ginczek. Von der Torgefahr ganz zu schweigen.

Marc-Oliver Kempf:
Ein großes Versprechen für die Zukunft.

Kein einziger Einsatz bisher. Verletzungsanfällig. Seine Zeit wird wohl kommen, wenn Weltmeister Pavard geht.

David Kopacz:
Das Phantom von der Mercedes Straße.
Wurde noch in keinem Bundesligastadion gesehen. Fraglich, ob er es packen kann.

Pablo Maffeo:
Voll fette Wade und nichts dahinter?

Für Pep Guardiola nicht gut genug. Aber für den VfB? Noch ist im Vergleich zu Beck kein Qualitätssprung festzustellen.

Borna Sosa:
Der Surfer mit Feel-good-Ausstrahlung.

Ist schneller als Emilliano Insua, aber noch nicht besser.

Erik Thommy:
Der sympathische Streber von der Außenbahn.

Von 0 auf 100 in der Rückrunde. Einer, der immer will und immer überraschen kann. Ein Glücksfall für den VfB. Aktuell aber mit Formdelle.

Ascacibar, Gomez, Thommy: die Volltrefferquote von Reschke lautet: 3 von 12. So überragend nicht für einen, der sich selbst für den besten Kaderplaner der Welt hält.

Ist ein echter Flop dabei? Nein, aber immerhin drei Spieler (Didavi, Kopac, Kempf) spielen überhaupt keine Rolle, drei Spieler kicken ihren Stiefel runter (Aogo, Beck, Castro), bei drei Spielern (Gonzalez, Maffeo, Sosa) kann man immerhin eine Entwicklung erwarten.

Fazit:
So unfassbar geil ist der Kader vielleicht doch nicht. Oft wurde gesagt, die Mischung stimme im Kader des VfB. Ich sehe das anders. Es befinden sich zu viele Spieler im Kader, die aufgrund ihres Werdegangs immer spielen müssen (z.B. Badstuber, Gentner, Gomez, Castro, Beck, Insua) und zu viele Spieler, denen man zur weiteren Entwicklung Spielzeit geben müsste (Donis, Akolo, Maffeo, Sosa, Gonzalez, Özcan). Das ist trotzdem kein Grund, warum der VfB auf dem vorletzten Platz liegt, in fünf von sechs Spielen kein Tor schießt, warum es keinen offensiven Plan gibt und warum immer mindestens einer patzt.

Denn genau das ist die Aufgabe des Trainers: die richtige Mischung und Balance finden, Spieler besser machen und sie nach ihren persönlichen und spielerischen Stärken einsetzen. Also doch letzte Ausfahrt #Korkout, um die Misere zu beenden?

Aber auch Perlentaucher Reschke steht in der Verantwortung: Er hat nicht nur den Kader zusammen gestellt (und dabei übrigens 67 Millionen in 15 Monaten ausgegeben), er hat auch den Trainer geholt – und dessen Vertrag ohne Not verlängert.

Titelbild: www.vfb.de

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3 Kommentare

  1. Auch wenn ich mich hier unbeliebt mache, aber tatsächlich sollte man mit mehr Vorsicht die Kritik über den Trainer äußern; sicher: Sein Job ist es die Balance der Spieler mit Effektivität auf den Platz zu bringen, aber was macht man, wenn die Qualität nicht mitkommt?! Gar nicht gegeben ist, weil müde… Und auch wenn ich die Typen mag, aber Castro, Gentner, Aogo und Beck haben ihre besten Zeiten hinter sich, und ja, auch Gomez hat schon (spielerisch) besser ausgesehen. Und: Didavi hat die letzten Jahre quasi immer gegen den Abstieg gespielt. Nichts für ungut. Aber es ist riskant sein Gerüst auf gebrechliche Stützen zu bauen – das weiß eigentlich jeder! Von daher steht hier die Transferpolitik ganz gewaltig auf dem Prüfstand, meine Damen und Herren, und dann kommt erst der Trainer. Und um am Schluss das ganze zu untermauern: ES WAR EIN FEHLER GINZCEK ABZUGEBEN!!! Oh man…

    • @abiszet sagt

      Hi motzy, es geht ja nicht um beliebt und unbeliebt ;-) In der Tat soll der Text ja in die Richtung gehen, dass Herr Reschke durchaus Verantwortung tragen muss für die Situation. Wobei die Figur, die Korkut abgibt, nicht die beste ist: Stand er lange Zeit für Stabilität und die Politik der ruhigen Hand, ist er jetzt geradezu hektisch, wechselt wild hin und her, der gebrechliche Didavi musste gestern gleich mal 90 Minuten durchspielen. Ginczek ist sicher ein Faktor (siehe Hinweis im Text), aber dass der Abgang der Grund für den schlechten Saisonstart ist? So weit würde ich nicht gehen.

  2. The_Judge sagt

    Ich sehe auch das Risiko in den teuren Verpflichtungen/der Vertragsverlängerung und natürlich muss Reschke sich dafür zur Verantwortung ziehen lassen, ABER:
    Was hätte Reschke besser machen können?Als Manager verpflichtet er in kooperation zusammen mit den anderen verantwortlichen die Spieler, bei denen er das Potenzial sieht die Mannschaft zu verbessern. Das Tagesgeschäft obliegt dem Trainer. Er muss das beste aus den Spielern herausholen. Korkut entscheidet das die Fraktion um Gomez, Gentner & Co. unantastbar ist, anderes kann man nur annehmen, wenn Korkut anders aufstellt und Reschke eben diese Personalien einfordert.
    Die Gruppe der Talente um Maffeo, Sosa & Co. braucht Spielpraxis um sich zu entwickeln, die kann nur Korkut geben. Wären Sie nicht mehr in dieser Phase ihrer Karriere in der Sie in ihrer Entwicklung noch die Praxis bräuchten, würden Sie wohl kaum bei unserem VfB spielen. Leider kann nicht jedes Talent direkt so loslegen wie die Herren Ascacibar und Pavard.
    Natürlich wurden auch bezüglich der Transfers Fehler gemacht. Didavi, mit bekannter Anfälligkeit, als einzige wirkliche Kreativzentrale – konnte wohl kaum gut gehen. Ginczek abgeben, gerade jetzt wo er wieder in Fahrt kommt – wohl einer der schmerzlichsten Abgänge seit Jahren, aber 14 Mio. (Angabe von Transfermarkt.de, keine Ahnung ob die Summe stimmt) für 27ig-Jährigen zu generieren, bei dem – ebenso wie bei Didavi – niemand weiß ob er mal eine Saison ohne schlimmer Verletzung durch kommt, ist eine gute Sache. Dennoch sieht man am diesem Beispiel, das man Mentalität nicht immer in € beziffern kann. Rein wirtschaftlich sind die Transfers Didavi, Kopacz und Kempf Glücksgriffe gewesen. Wäre für uns denn sportlich etwas besseres verfügbar gewesen? Ich glaube kaum.
    Zuletzt die „Stiefel-runter-kicker“. Aogo Castro und auch Beck erfüllen doch vollkommen ihre aufgaben. Ja, Speed und Powerfussball zaubern Sie nicht auf den Platz, aber sie sind Ballsicher und erfahren, genau die aufgaben, die Sie erfüllen sollten um den Talenten auf dem Platz auch etwas Raum für Fehler geben zu können. Wenn diese Talente nicht Spielen, geht das ganze Konzept halt nicht auf. Wie es laufen kann, sieht man meiner Meinung nach ganz gut bei Gomez/Gonzalez. Gomez mit seiner Erfahrung verhilft Gonzalez immer wieder zu Räumen oder sichert auch mal nach hinten ab wenn Gonzalez riskant weit vorne drauf geht. Und wenn bei Gonzalez irgendwann mal der Knoten platzt und er Anfängt zumindest seine 100%igen Dinger zu machen, wird es bei seiner Vielzahl an Chancen mächtig klingeln.

    Fazit: Ich denke für den Weg eine gute Balance aus Talenten die sich entwickeln sollen und erfahrenen „Lehrern“ hat Reschke früh einen guten Kader zusammengestellt. Beurteilen, sollte man das zu seiner Zeit. Momentan muss ich aus meiner Sicht einfach sagen, dass hier entweder ein Missverständnis zwischen Reschke und Korkut vorliegt und Reschke für das von Korkut gewollte System falsch eingekauft hat, oder aber Korkut fehlt der Mum, die Einsicht oder was weiß ich was um eine gut ausbalancierte Talente-Erfahrung-Truppe auf die Beine zu stellen, die sich finden kann.
    Mein subjektive Meinung ist, das Korkut der falsche Trainer für unseren Weg ist.

    Zum Schluss noch ein Fettes Lob an alle Vertikalpass-Macher! Suber Arbeit! (Auch wenn der VfB euch allerlei Vorlagen für sarkastischg/zynische Beiträge liefert :D)

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