Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kader

Trainerwechsel ohne Effekt?

Markus Weinzierl macht keinen emotionalen Eindruck, er rüttelt nicht auf. Im Gegenteil: Er kommt cool und distanziert rüber. Manchmal könnte man meinen, das Ganze hier ginge ihn gar nichts an. Und Weinzierl schafft vor allem Distanz zu allen Dingen, die vor ihm (schief) gelaufen sind. Kurz: Der Straubinger wirkt nicht gerade wie eine Rampensau, die alle mitnimmt, motiviert und antreibt. Ihm fehlt die Ausstrahlung, alle hinter sich zu versammeln. Oder ist es gar schon Resignation? Dass beim Trainerwechsel kein Ruck durch die Mannschaft gegangen ist, ist entlarvend. Normalerweise reißen sich alle Spieler zusammen und drängen sich im Training auf. Nur: Markus Weinzierl hat aktuell wenig Möglichkeiten, etwas zu verändern. Bei fast jedem Trainerwechsel gab es eine signifikante Veränderung. Entweder hierarchisch oder taktisch. Hannes Wolf setzte im Gegensatz zu Jos Luhukay (die Älteren werden sich an ihn erinnern) auf Benjamin Pavard und Carlos Mané, Tayfun Korkut überraschte mit dem Gomczek-Doppel-Ochsen-Sturm. Weinzierl dagegen muss mit der dünnen Spielerdecke arbeiten, die ihm zur Verfügung steht. Vor allem in der Offensive stellt sich die Mannschaft von selbst auf: Mario …

Wie schlau ist Herr Reschke wirklich?

Michael Reschke sorgt für Schlagzeilen. Er tut das wohl nicht absichtlich, denn das Bild, das er vom VfB vermittelt ist nicht immer das Beste. Aber was soll er machen, er trägt eben sein Herz auf der Zunge. Der VfB-Vorstand ruft allen Kritikern zu, „Ich spüre eine riesengroße Verantwortung für den Verein und die Region“ und dass er „alles zum Wohle“ seines Arbeitgebers tut. Das schützt ihn nicht vor Kritik, einen Freifahrschein für sein Verhalten bekommt er dafür nicht. Natürlich ist er ein Überzeugungstäter, aber es wäre sicher gut für das Wohl des VfB, wenn er erst denken, dann sprechen würde und auch mal einen Fehler zugeben würde. Im Gespräch letzte Woche mit Carlos Ubina von der Stuttgarter Zeitung wünscht er sich, bei der Beurteilung seiner Arbeit mehr die Sachfragen in den Vordergrund zu stellen. Alles klar, dann gucken wir uns doch mal die Fakten an: Der VfB steht auf dem vorletzten Tabellenplatz. Michael Reschke musste Tayfun Korkut wegen Erfolglosigkeit entlassen. Den Trainer, den er verpflichtet hat und den er beim Antritt im Januar als die …

Ist der #Korkout wirklich die Lösung?

Viele sprechen vom #Korkout, weil sie im Trainer das wesentliche Problem sehen. Er würde zu wenig aus dem Kader machen, den ihm Michael Reschke schon so frühzeitig hingestellt hat, so der Vorwurf. Aber ist der Kader wirklich so gut und Korkut wirklich so schwach? Wir haben uns die von Michael Reschke verpflichteten Spieler angeschaut (in alphabetischer Reihenfolge) Dennis Aogo: Wir sind in der Gucci-Gang. Aber wir wollen mehr bling-bling auf dem Platz sehen! Santi Ascacibar: Die Grätsche in Menschenform und unser Lieblings-Picknicker. #SantiBeschde – wenn wir den nicht hätten. Andi Beck: Beck is nett und hat Erfahrung. Und er ist von hier. Aber sind das Qualitätsmerkmale? Gonzalo Castro: Michael Reschkes Liebling „Gonzo“ als echte Geschwindigkeitsbremse. Erfahrung: ja. Spielintelligenz: ja. Ballsicherheit: ja. Bringt er irgendwas davon bisher beim VfB ein? Nein. Halt! Die Erfahrung schon. Aber es fehlt ihm an Geschwindigkeit und an Mitspielern, die von seiner Spielintelligenz profitieren. Daniel Didavi: Die Gesundheit, der VfB und ich. Es war damit zu rechnen, dass Didavi immer wieder verletzt ausfällt. Er ist ein reiner Add-On-Spieler, mit dem Korkut …

Willkommen an Bord der Stuttyacht

Dank kessel.tv wissen wir: Es heißt “Stuttgart”, nicht “Stuggi”. Doch seit Michael Reschke beim VfB am Ruder ist und seine Vorliebe für Pressekonferenzen entdeckt hat, ist auch immer häufiger von „Stuttyacht“ die Rede. Sechs Wochen vor dem ersten Saisonspiel in Mainz ist es an der Zeit, sich an Bord dieser Stuttyacht mal gründlich umzugucken. Aber vorher ein Blick zurück: Vor 24 Monaten war der VfB Stuttgart in den stürmischen Gewässern des Abstiegskampfs aus dem Ruder gelaufen und krachend an den Klippen des Klassenerhalts zerschellt. Anschließend trieb das Geisterschiff ohne sportliche Führung und ohne klaren Kurs durch die Vorbereitung auf die zweite Liga. Erst nachdem Jan Schindelmeiser angeheuert hatte und man Jos Luhukay über die Planke geschickt hatte, hatte der VfB wieder einen klaren Kurs: Junge Matrosen mit viel Potenzial sollten gemeinsam mit erfahrenen Seemännern wie Gentner und Insua nicht nur den Aufstieg klarmachen, sondern auch für eine rosige Zukunft stehen. Zurück im Jetzt: Weder Jan Schindelmeiser noch Hannes Wolf sind noch an Bord, aber trotzdem ist der VfB Stuttgart klar auf Erfolgskurs. Dafür sorgte natürlich …

„Der Kader ist stark genug!“

Michael Reschke wird in Interviews nicht müde zu betonen, dass er den jetzigen Kader nach den Abgängen von Simon Terodde und Josip Brekalo und dem Zugang von Mario Gomez für stark genug hält, die Klasse zu halten. Ich will nicht zynisch sein, aber womöglich steht er mit der Meinung alleine da. Reschke zu Transfers: „Stand heute liegt die Wahrscheinlichkeit bei 75%, dass wir in der Winterpause auf dem Transfermarkt nichts mehr machen werden. Es kann aber sein, dass wir beispielsweise durch Verletzungen in den ersten Spielen noch gezwungen werden, zu reagieren.“ #VfB — Jojo (@Jojo_Maier) January 6, 2018 Oder sind seine Aussagen nur eine gewiefte Taktik? Was will er damit bezwecken? Vier Erklärungsversuche. Die Mannschaft: Zuckerbrot und Peitsche Natürlich drückt er damit der Mannschaft sein Vertrauen aus (Handbuch „Menschenführung“, Kapitel 1), stärkt sie und nimmt Druck raus, weil er signalisiert „Ihr packt das!“. Gleichzeitig nimmt er Druck bei sich selbst raus, indem er keine großen Erwartungen schürt, wenn es um Neuzugänge auf den vakanten Positionen in der Offensive (Außen und Mitte) und Defensive (hinten rechts) …

The promised Ländle

„Wir müssen liefern.“ Das war eine von Wolfgang Dietrichs Lieblingsäußerungen im Vorfeld der Ausgliederung. Und in der Tat: Das müssen sie. Denn in knapp 50 Tagen startet die Bundesligasaison 2017/2018. Wie wir seit Donnerstag wissen mit einem Auswärtsspiel in Berlin. Doch bevor die Mannschaft Punkte liefern muss, ist es die Aufgabe des Sportvorstands Jan Schindelmeiser, dafür zu sorgen, dass sie dazu auch in der Lage ist. Schauen wir mal, wie vier Tage vor Trainingsbeginn die Lage im Ländle so ist. Der VfB Stuttgart ist aufgestiegen, hat ein neues Trikot und einen neuen Bus. Das reicht anscheinend für große Euphorie, denn der Dauerkartenrekord ist in greifbarer Nähe. Sogar wir haben uns eine geleistet. Aber dazu an anderer Stelle mehr. Das einzige, was die gute Laune trübt, sind die Transfers. Oder besser gesagt, ihr Ausbleiben. Denn bei den Neuzugängen stockt es noch ein wenig. Wird Schindy die Daimler-Millionen nicht los? Genau ein neuer Spieler wurde bisher verpflichtet: Der 19-jährige Orel Mangala, der aus Anderlecht kam. Natürlich ist es eine reine Wunschvorstellung des gemeinen Fans, dass beim ersten Training …

Pannenclub oder mit Vollgas zum Aufstieg?

Nur noch eine Woche Saisonstart der zweiten Liga! Wie läuft’s beim VfB? Nach dem Abstieg war der Akku leer, gleichzeitig mussten und müssen viele Teile des Teams ausgetauscht werden. Doch nur mit einer großen Inspektion ist es beim VfB nicht getan, es ist vielmehr eine Generalüberholung notwendig – auf allen Ebenen. Keiner passt besser als der neue Sportvorstand Jan Schindelmeiser, der in den letzten sechs Jahren in erster Linie an alten 911ern rumgeschraubt hat. Er weiß also, wie man alte Kisten wieder flott bekommt. Nicht mit „Geiz ist geil“, sondern eher mit „das Beste oder nichts“. Das muss auch das Motto für Schindelmeiser sein. Der Kader muss dringend getunt werden, sonst wird es nichts mit dem Aufstieg in die erste Liga. Denn noch knirscht es ziemlich im schwäbischen Getriebe. Wie sieht es unter der Haube beim VfB aus? Tor & Abwehr Im Tor hat der VfB am wenigsten Probleme: Mitch Langerak kann sich wie ein Airbag vor dem Kasten aufblasen, er ist die das Sicherheitssystem des VfB. Ob Jens Grahl oder Benjamin Uphoff – die …