Mini-Feature, VfB, vp weekly
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vp weekly KW32

Die Woche begann mit etwas Erfreulichem: Der VfB stellte die Trikots der Saison 2020/2021 vor. Wer ein weißes Trikot mit einem roten Brustring erwartet hatte, der wurde nicht enttäuscht. We call it a Klassiker und zum Glück wurde von Jako auch im zweiten Jahr nicht verkrampft dran rumgespielt. Das Auswärtstrikot in rot bzw. schwarz ist recht kreativ geworden. Es ist inspiriert vom Auswärtsjersey der Saison 1997/1998. Der Stuttgarter Stadtplan ist das zentrale Gestaltungselement des Trikots, wobei sich das Herzstück (=Stadion) direkt unter dem Wappen befindet. Ganz neu ist die Idee zwar nicht, aber trotzdem ist es wieder ein unverwechselbares Trikot geworden. Well done, Jako! Wie beim Heimtrikot trägt die Innenseite am Nacken das Ortsschild „Bad Cannstatt“ und an der Außenseite befindet sich ein VfB Nackenprint. So bilden Heimat und Verein – mit allen Menschen, die dazugehören – den symbolischen „starken Rücken“ der VfB-Spieler. Wer sich ein Trikot holen will, hier gehts lang: 75,90 EUR für Mitglieder. Schnäppchen!

Der Trikot-Vorfahre. (Bild: imago/Pressefoto Baumann)

Sollte Nicolas Gonzalez den VfB verlassen, hat Sven Mislintat bereits einen Ersatz im Diamantenauge: den Nigerianer Peter Olayinka von Slavia Prag. Immerhin einer mit Champions League-Erfahrung. Mindestens sieben Millionen soll er kosten und er wäre nicht abgeneigt, nach Stuttgart zu kommen, so der kicker. Die Personalie Gonzalez wird wohl zur Hängepartie werden. Warum nicht Aki Watzke als Vorbild nehmen (ähem, … ja)? In Dortmund könnte ein sich lang hinziehender Wechsel von Jadon Sancho die Personalplanungen blockieren. Deshalb will Watzke bis 10. August eine definitive Entscheidung. Wenn bis dahin keiner kommt, der die Ablösesumme zahlen will, bleibt Sancho beim BVB. Im Fall Gonzalez sollte der VfB ebenfalls klare Leitplanken setzen. Passend dazu: ein 22 Millionen-Gerücht aus Leeds.

„Rund um den Brustring“ meldet sich mit einer Kritik, dass der VfB aus deren Sicht zu wenig auf die eigene Jugend setzt. Kann man so sehen, hier gehts lang zum Text. Im Moment befinden sich genau fünf eigene Talente im rund 30 Mann großen Kader: Aidonis (für die U21 vorgesehen), Mack (soll verliehen werden), Hornung (fällt verletzungsbedingt aus), Kleinhansl (ohne Perspektive bei den Profis) und Egloff, der als einziger realistische Chancen auf Spielzeit bei den Profis hat. Man kann natürlich diese Statistik auch schönen und Didavi, Badstuber und Grahl mit reinrechnen. Hat Holger Badstuber nicht auch mal in der U14 des VfB gekickt? Bis die Vision des VfB „mit der Kraft der eigenen Jugend international Fußball spielen“ Realität wird, ist es jedenfalls noch ein langer Weg.

Spox hat eine Kader-Analyse erstellt und ist nicht gerade euphorisch, denn die Überschrift lautet „Wer soll bloß die Tore schießen?“ Autor Florian Regelmann sieht viele Fragezeichen (Gesundheit Didavi, Leistungsfähigkeit Castro und junge Spieler, Abgang Gonzalez), einige Kaderlücken (defensive Außenpositionen, Sturmspitze) und Überbesetzungen (Innenverteidigung) – aber auch sehr viel Potential (Silas, Anton, Egloff, Kalajdcic, Mangala). Entscheidend für die Saison wird sein, dass sich Spieler weiter entwickeln. Wird spannend, denn oft entwickeln sich die Spieler beim VfB wirklich weiter – aber leider in die falsche Richtung. Die Analyse ist nicht nur fundiert, sondern auch wunderbar zu lesen. Kostprobe: „Wer die butterweichen Flanken des Kroaten sieht, will ihn sofort heiraten. Ähnlich wie bei Stan Wawrinkas Rückhand im Tennis. Wer Sosa dann im Defensivverhalten beobachtet, will aber schnell wieder die Scheidung.“

Sven Mislintat wird dagegen nicht müde, seine eigene Personalpolitik als ausgewogen, und durchdacht zu beschreiben. Er spricht vom knallharten Konkurrenzkampf (auf den defensiven und offensiven Außen?) und sieht seinen Kader auch im Sturm gut aufgestellt: „Ich weiß, dass viele die Frage beschäftigt, ob man noch einen Knipser braucht. Aber ich glaube nicht, dass Toreschießen in der vergangenen Saison unser Problem war. Außer, dass wir zu wenig Tore erzielt haben aus den vielen Torchancen, die wir kreiert haben“. Aha, … heißt das aber nicht, dass der VfB einen zuverlässigen Knipser braucht? Dass die VfB-Offensive mehr Torchancen als in der zweiten Liga generiert, ist doch eher unwahrscheinlich.

Zum Wochenende sickerte dann durch, dass Mislintat doch einen Stürmer verpflichten wird: Mohamed Sankoh von Stoke City. Laut kicker eines der herausragenden Talente des niederländischen Fußballs. Der VfB setzte sich dabei gegen Chelsea, Tottenham, Atalanta Bergamo und den AC Mailand durch. Wow! Naja, okay, Chelasea sagte dem Spieler seinerseits ab. Direkt weiterhelfen wird Sankoh dem VfB allerdings nicht: Er ist 16 Jahre alt und soll über die U19 und die zweite Mannschaft an die Profis heran geführt werden. Fällig wird nur eine sechsstellige Ausbildungsentschädigung, was Sankoh wahrscheinlich zu einem Investitionsobjekt macht. Wenn er sich gut entwickelt, wird man mit ihm einen satten Gewinn machen. Tore schießen wird er in der Bundesliga nächste Saison eher keine. Aber der VfB braucht ja auch keinen Knipser.

Zum Schluss kam der Spielplan raus: Der VfB startet zu Hause mit dem Derbyle gegen Freiburg, weiter geht’s  dann mit

Mainz (A)
Leverkusen (H)
Hertha (A)
Kön (H)
Schalke (A)
Frankfurt (H)

Für einen guten Start sollte der VfB an den ersten fünf Spieltagen ein paar Pünktchen sammeln. Außer in Mainz natürlich. Da muss man nicht gewinnen.

Apropos Saisonauftakt: Wir haben uns überlegt, wie der erste Spieltag aussehen könnte. Was uns dank Corona und des DFL-Hygienekonzepts erwarten könnte, lest ihr hier.

Bundesweit haben über 2.500 Fanclubs und -Gruppen sowie 13.400 Einzelpersonen die Erklärung der Initiative „Unser Fußball“ mittlerweile unterzeichnet. Am Mittwoch übergaben mehrere Vertreter des VfB Fanausschusses und der Stuttgarter Ultragruppen dem VfB-Präsidenten Claus Vogt eine Unterstützerliste mit insgesamt 151 Fanclubs und Gruppen aus dem Ländle. Wofür sich die Initiative einsetzt, lest ihr hier.

Noch eine Ankündigung. Am Samstag, den 8. August, gibt es das erste Testspiel. Die Partie gegen Sandhausen wird um 11:00 angepfiffen und vom VfB auf YouTube, Facebook und VfB TV übertragen – wie die restlichen Testspiele auch.

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