Spielbericht, VfB
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Mario Gomez: The New Romantic

New Romantic, später auch als New Gomezism bezeichnet, ist eine Fußball- und Modewelle, die etwa seit 2018 populär war. Sie hat ihren Ursprung in Stuttgart und wurde zunächst als reines VfB-Phänomen betrachtet. Die mittlerweile sehr populäre Bewegung beschränkt sich im Wesentlichen auf das äußerliche Erscheinungsbild (Frisur) und die spezielle Rückkehr zu einer alten Liebe, in Fachkreisen auch „Comeback“ genannt. Zu den bekanntesten Vertretern des New Romantic gehörten anfangs Gerhard Poschner, Christian Gentner und Andreas Beck, die alle zu ihrem Heimatverein VfB Stuttgart zurückgekehrt sind.

Richtig populär wurde die Bewegung allerdings erst durch die Rückkehr von Mario Gomez zum VfB Stuttgart. Er bediente damit eine Sehnsucht und Art von Romantik, die unter Fußballfans sehr verbreitet ist: Es ist dieser starke Hang zur Verbundenheit, diese innige Liebe zu Spielern aus der eigenen Jugend, die Überhöhung der Person und dessen fußballerischem Potenzial. Ein besonderes Phänomen der New Romantic ist das Entstehen einer Euphorie und großen Erwartungshaltung sowie eines starken Zusammenhalts zwischen Rückkehrer, Team und Fans.

Aber die New Romantic-Bewegung ist ein gefährliches Spiel. Denn alles konzentriert sich auf den Rückkehrer. Im Falle von Mario Gomez wird sich blind auf seine Torjägerqualitäten verlassen, alles wird auf seine breiten Schultern abgeladen. Damit einher geht die Naivität bei Fans, Club-Verantwortlichen und womöglich Mitspielern, zu glauben, er richte es schon alleine.

Alles auf Gomez, das hat man schon gegen Berlin gesehen: Das Spiel wird extrem auf die Nr. 27 zugespitzt, er ist der Zielspieler des VfB. Das ist deutlich mehr als bisher, denn im System von Hannes Wolf kam diese dominante Figur im Strafraum des Gegners noch gar nicht vor. Der VfB wird dadurch aber leichter ausrechenbar. Nimmt man Gomez aus dem Spiel, zerstörst man das gesamte Offensivspiel des VfB. Dies gelang Berlin nicht, der Rückkehrer positionierte sich gut, verlängerte viele Bälle und zeigte Präsenz im Strafraum. Es war aber auch zu sehen: Donis, Özcan und Akolo sind für strukturiertes Offensivspiel noch zu fehler- und sprunghaft. Wenn dann von der Seite (Aogo, Pavard) auch keine Flanken kommen, hängt Gomez schnell in der Luft. Mit der Einwechslung von Daniel Ginczek änderte sich die Statik leicht. Ginczek brachte mehr Zug ins Spiel, schaffte für Gomez mehr Raum. Ist der „Gomczek“-Sturm die bessere Option?

Ganz unabhängig von der Zuspitzung auf Mario Gomez brachte der Auftakt zur Rückrunde auch eine Erkenntnis (die nicht ganz neu ist): Es fehlt die Tiefe im Kader. Wenn Insua für Akolo kommt und auf der rechten Seite spielen muss, dann ist der Kader unausgewogen zusammen gestellt. Da hilft es nicht, auf das Comeback von Carlos Mané zu hoffen. Ob und wann er eine echte Hilfe sein wird, ist sehr fraglich.

So bleibt dem VfB, Hannes Wolf und den Fans bis auf weiteres nichts anderes übrig, als auf New Romantic zu setzen. Das kann funktionieren, wenn Gomez selbst schon kein Tor schießt, dann zwingt er eben den Gegner es für ihn zu übernehmen. Gomez, der Eigentorschütze, zeigte sich nach dem Spiel ganz romantisch: „Das hier ist das Stadion, in dem alles angefangen hat. Ich habe mich an mein erstes Spiel erinnert, und wie außerirdisch sich das angefühlt hat. Heute war das ähnlich.“

Die Romantik-Bewegung wird indes immer beliebter. Weitere prominente Vertreter des New Romantic sind Sandro Wagner, Simon Terodde und Wayne Rooney, die ebenfalls nach langer Zeit zu ihren Jugendvereinen (Bayern München, 1. FC Köln bzw. FC Everton) zurückgekehrt sind. Wobei bei Rooney ein Merkmal entfällt: Die Frisur. Er hat keine.

Mario Gómez

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