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Reschke regelt. Auch im Fall Pavard?

Dennis Aogo und Andi Beck? Transfers von der Reschkerampe! Erik Thommy? Was will der VfB mit dem Bankdrücker? Der Abgang von Terodde und die Verpflichtung von Mario Gomez? Geht’s noch!? Und schließlich die Entlassung von Hannes Wolf und die Verpflichtung von Tayfun Korkut: Höchste Zeit, die Fackeln und Mistgabeln rauszuholen! Eine katastrophale Fehlentscheidung jagte die nächste. Ach, nee. Wartet mal. Wir waren es ja, die Unrecht hatten.

Denn nach knapp einem Jahr lässt sich feststellen: VfB-Vorstand Michael Reschke hat bisher keine einzige Entscheidung getroffen, die sich als Fehler herausstellte. Klingt komisch. Ist aber so.

Auch sein Bild in der Öffentlichkeit hat sich kontinuierlich verbessert. Waren seine Auftritte lange Zeit oft von einer gewissen Großspurigkeit geprägt, tritt er jetzt als jovialer Overachiever auf und hat den Kader für die kommende Saison schon (fast) beisammen.

Sportvorstand und auch der VfB-Präsident inszenieren sich gerne als Hardliner. Coole Macher mit dunklen Sonnenbrillen, die ihr Ding konsequent durchziehen, wenn sie davon überzeugt sind. Je größer die Widerstände desto besser. Dirty Micha und Wolle McClaine. Das muss man zwar nicht gut finden, aber der Erfolg gibt ihnen bislang Recht.

Dass Michael Reschke sich dabei nicht um die Befindlichkeiten der Fans kümmert, hat er schon einige Male bewiesen. Und ganz ehrlich: Das ist auch gut so! Denn als Sportvorstand darf es ihn nicht kümmern, dass eine Rückkehr von Daniel Didavi vielen Anhängern sauer aufstößt. Für ihn darf es nur offene taktische Positionen im Kader und die passenden Spielerprofile geben. Dennoch ist es erstaunlich, dass sowohl Michael Reschke wie auch Präsident Dietrich immer wieder erwähnen, dass sie potenzielle Neuzugängen mit Bildern des vollen Stadions, der frenetischen Cannstatter Kurve und der Karawane überzeugen können.

Auch, wenn sich Reschkes Standing bei den Fans durch die überragende Rückrunde und gute Entscheidungen stark verbessert hat, sollte man nicht vergessen, dass seine Aussagen generell mit Vorsicht zu genießen sind. Den Wechsel von Daniel Ginczek bezeichnete er noch kurz vor dessen Vollzug als „Ente“.  Seltsam. Denn, wenn man den Worten von Daniel Ginczek Glauben schenken will, bahnte sich der Transfer bereits in der Winterpause an. Und tatsächlich deckt sich das auch mit unseren Informationen. Die Verantwortlichen beim VfB Stuttgart trauten dem fragilen Körper von Ginni nicht mehr so wirklich. Völlig legitim und nachvollziehbar übrigens, auch dass Daniel Ginczek darüber wenig erfreut war und nun „eine neue Herausforderung“ beim Weltklub VfL Wolfsburg sucht.

Dass die Emotionen der Fans keine Rolle für Michael Reschke spielen und dass seine Aussagen in der Presse einem Zweck dienen, sollten wir im Hinterkopf behalten, wenn es um eine der heißesten Personalie der Vereinsgeschichte geht: Benschamäh Pavard.

Seit Wochen sagt Reschke, es gäbe keine Schmerzgrenze und der VfB „plane fest“ mit dem hoch veranlagten Franzosen für die neue Saison. Er sei „ein Herzstück unserer Mannschaft“. Doch wie ernst können wir das nehmen? Ist das Ganze nicht nur Taktik von Michael Reschke, um den Preis hochzutreiben? 

Mittlerweile scheint klar, dass bei der vorzeitigen Vertragsverlängerung Pavards bis 2021 im vergangenen Herbst (erneut?) eine Ausstiegsklausel in Höhe von 35 Millionen für 2019 im Vertrag fixiert wurde. Und diese möchten anscheinend, na klar, die Bayern nutzen, um Pavard im nächsten Sommer zu holen.

Und da stellen sich mir ja gleich mehrere Fragen:

Kann man davon ausgehen, dass ein Verkauf Pavards in dieser Sommerpause und auf der WM-Hype-Welle reitend mehr als 35 Millionen einbringen würde? Tendenz: Ja. Schließlich wechselte ein technisch limitierter 30-jähriger wie Sokratis gerade für 16 Millionen von Dortmund zu Arsenal. Für seinen Nachfolger Abdou Diallo überwiesen die Dortmunder übrigens 28(!) Millionen nach Mainz. Diallo ist 22 (wie Pavard), Franzose (wie Pavard), hat aber weder ein Länderspiel, ein WM-Traumtor noch ein eigenes Lied vorzuweisen. Im Gegensatz zu Pavard.

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Müsste man unseren Lieblings-Franzosen dann nicht jetzt – so bitter es auch wäre – verkaufen bevor er in der nächsten Saison für einen vergleichsweise schmalen Taler zur Konkurrenz wechselt und wir dann von Kalle Rummenigge hören müssen, dass einer wie Pavard der Liga nur erhalten bleibt, weil die Bayern so unfassbar geil sind? Tendenz: Thomas Tuchel, bitte melden. Den einen oder andere Interessenten dürfte es jedenfalls geben.

Und: wie schlau war es eigentlich, den Vertrag von Pavard auf Kosten einer Ausstiegsklausel um ein mickriges Jährchen zu verlängern? Tendenz: keine Ahnung.

Ich hoffe jedenfalls, dass Michael Reschke seiner Linie treu bleibt und die Angelegenheiten weiter kompromisslos und konsequent regelt. Ich hoffe, dass er auf die Befindlichkeiten seiner Münchener Frühstücksfreunde ebenso wenig Rücksicht nimmt wie auf die Gefühle der Stuttgart Fans. Ich hoffe im Fall Pavard auf das gleiche Verhandlungsgeschick wie beim Didavi/Ginczek Transfer. Ich hoffe, dass er aus einem Transfer Pavards das Maximum für den VfB Stuttgart herausholt. Und das scheinen 35 Millionen Euro einfach nicht zu sein.

Kurzum: Ich hoffe, dass Reschke regelt. Go ahead. Make my day.

Unsere große Umfrage zu dem Thema findet ihr hier: Mach‘ den Micha!

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3 Kommentare

  1. Naja wenn er unbedingt weg will und die das Geld haben, dann lässt es sich schwer es abzuwenden. Warten wir es ab!

    • @abiszet sagt

      Nichts anderes können wir machen, Marc. „Reschke regelt“, eben ;-) Die Grundfrage ist: War die AK mit 35 Mio clever? Ist es besser, jetzt für deutlich mehr als 35 Mio zu verkaufen? Siehe auch den nexten Text (unsere Umfrage).

  2. Simon Plaza sagt

    So oder so dank Reschke vergessen Fans leicht missglückte transfermarkt Aktionen die in Hülle und Fülle verkraftet werden mussten ( Bastürk, Simak, Pogrepniak, etc, etc,) und knüpft an alte Werte (Ausbildungsverein) wie mit unseren jungen Wilden an. Zu dem diese Strategie unseren Verein bei heutigen transfersummen zu einem finanziellen Erfolgs-Perpitomobile werden lässt! Und sollte dann alle 7 Jahre mal ein Meister Titel bei raus springen… umso besser oder?

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