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Ruppinho – der Besser-Macher

Das Einzige, was mich an Lukas Rupp stört, ist, dass er sich von seiner Freundin Noelle Mondoloni getrennt hat. Sie war mal Playboy-Häschen und so ein bisschen Glamour-Faktor und WAG-Style hätte dem VfB und dem Kessel gut getan seit Maria Pogrebnyak nicht mehr da ist. Angeblich hat der Breuninger seine Monster Stöckel-Abteilung im UG nur wegen der VfB-Spielerfrauen eröffnet.

Wir sind hier kein Fashion-Blog und Rupp auf seine Ex-Freundin zu reduzieren, wird den Ex-Paderborner stören. Womit? Mit Recht. Denn es sieht auch so ziemlich gut aus, was der Mittelfeldspieler derzeit veranstaltet. Er ist der Zwischenspieler beim VfB: Ruppinho, so heißt er seit seiner Jugendzeit in Karlsruhe, agiert zwischen den beiden Strafräumen und versucht bei Ballverlust immer wieder die Zwischenräume zu schließen. Er hat O-Beine wie Pierre Littbarski und sein Bewegungsablauf erinnert an Bastian Schweinsteiger. Seine Körperspannung ist von der Tribüne aus zu sehen, das kommt auch durch seinen tiefen Schwerpunkt und sein ausgeprägtes Hohlkreuz.

„Es werden sich noch einige Vereine ärgern, dass sie ihn nicht auf dem Zettel hatten.“
-Robin Dutt im Juni 2015

Er ist nicht schnell, er ist nicht trickreich, Übersteiger werden wir von ihm nicht oft sehen. Trotzdem fällt mir zu seinem Spiel in Anlehnung an Brasiliens „Jogo Bonito“ (schönes Spiel) und an seinen Spitznamen die Bezeichnung „Jogo Ruppinho“ ein: Es ist ein schönes Spiel auf den zweiten Blick, das Rupp spielt. Er hat keine Schnörkel, keine Schleifchen im Spiel, nichts Überflüssiges, er macht nichts extra für die Zuschauer oder sein Ego. Mit Körpertäuschungen und überraschenden Richtungsänderungen öffnet er sich selbst Räume und er weiß, wohin er laufen muss. Denn Rupp ist ein Besser-Macher: Er gibt Daniel Didavi als Anspielstation Sicherheit, er läuft die Lücken zu, die nicht nur Christian Gentner ab und zu hinterläßt. Nicht umsonst ist er mit 12,78 Kilometern die Nr. 3 der Bundesliga bei der Laufdistanz pro Spiel.

Ruppinho kommt Straight-outta-Unterschätzung
Vor der Saison war Rupp lediglich als Ergänzungsspieler und Druckmacher auf Gentner und Serey Dié vorgesehen. Durch Verletzungen, auch von Martin Harnik, spielt sich der 24-jährige nun in der Stammelf fest. Laufdistanz, Sprints, Pass- und Zweikampf-Quoten – die Statistiken könnten in den letzten Spielen nicht besserinho sein. Dabei kommt er weitgehend ohne Fouls aus, holt sich in Zweikämpfen oft lässige Steals und kann – wie wir beim 1:3 gegen Köln sahen – auch mal einen gepflegten No-Look-Paß spielen.

Cannstatter Stadtstrand statt Copacabana
Ruppinho könnte so etwas wie der Nachfolger von Carlos Dunga werden, auch wenn ihm die Litfaßsäulen-Oberschenkel des Weltmeisters von 1994 fehlen. Rupp spielt ähnlich unbrasilianisch wie Dunga, er ist ein Spieler, der organisiert, ohne zu befehlen, der dem VfB-Spiel Struktur und Balance gibt, er schafft Verbindungen zwischen den Mannschaftsteilen und nimmt Einfluss auf Spielaufbau und Umschaltspiel. Der ablösefreie Ex-Paderborner ist ein Glücksgriff von Robinho Dutt.

Bleibt zum Schluß nur noch die Frage:
Wie lange trägt Lukas Rupp eigentlich noch die Carbonschiene nach seinem Armbruch Ende Oktober gegen Leverkusen? Oder hat er ein häßliches Tattoo drunter? Ja, ein bisschen Fashion-Blog wollen wir trotzdem sein.

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5 Kommentare

    • @abiszet sagt

      Ich würde mir wünschen, die Kommentare sind ähnlich fein formuliert wie unsere Texte ;-) Aber mal ehrlich: Kaum einer hat wohl damit gerechnet, dass Ruppinho so eine wichtige Rolle spielt. Oft werden die Spieler beim VfB nach gutem Beginn schlechter. Wollen wir hoffen, dass Rupp sein Niveau mindestens hält.

  1. 4Rupp sagt

    Der Junge hat schon bei Paderborn trotz geringer Einsatzzeiten meist überraschend gute Leistungen gezeigt. Er ist genau der ,,Mann für Alles“ auf dem Feld, den der VFB braucht. Zudem hat er einen ernstzunehmenden Abschluss! Ich freue mich über seine Entwicklung. Es wird nicht lange dauern bis die Angebote kommen, die Stuttgart, aufgrund der finanziellen Situation, nur schwer ausschlagen kann. Leider…

    • @buzze sagt

      Stimmt. Aber: wenn Spieler, die man ablösefrei oder günstig geholt hat, für eine ordentlich Ablösesumme verkauft werden, wäre der VfB einen Schritt weiter. Denn das würde bedeuten, dass sich die Spieler in Stuttgart weiter entwickelt hätten. In den letzten Jahren war eher das Gegenteil der Fall.

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