Alle Artikel mit dem Schlagwort: Adam Hlousek

Immer auf die 12!

Mir ist aufgefallen, dass ich in letzter Zeit eine unerklärliche das-dass-Schwäche habe, obwohl mir der Unterschied durchaus geläufig ist. Ich kann nicht Konjunktion und Pronomen und so sprachliche Spitzfindigkeiten benennen, aber intuitiv richtig gemacht habe ich es immer meistens. Ein Flüchtigkeitsfehler also. Ich komme mir ein bisschen vor wie Adam Hlousek. Der kann auch Fußball spielen, ihm unterlaufen aber immer wieder geradezu lächerliche Fehler. Was ich in meinen Texten zuletzt ebenfalls feststellen musste, ist – gerade in der Vergangenheitsform – der vermehrte und alleinige Einsatz von Hilfsverben anstatt auf Verben ohne ihrer Helfershelfer zu setzen, was die Formulierungen insgesamt aktiver und bildhafter macht. Stattdessen liest es sich nicht so flüssig und abwechslungsreich, ich möchte es an manchen Stellen sogar monoton und uninspiriert nennen. Bei diesen beiden Adjektiven fällt mir auch wieder Hlousek ein. Ich hege wohl wegen meiner persönlichen Fehlerquote im tiefsten Innern eine gewissen Sympathie für ihn. Gut, ich mag es generell nicht, wenn Spieler der eigenen Mannschaft ausgepfiffen werden, da kommt gleich mein Helfersyndrom raus. Selbst wenn die sportliche Leistung mal nicht stimmen …

Dumm und dümmer!

Der Abstiegskampf des VfB ist alles andere als ein Spaß für Spieler, Trainerteam, Führung und Fans, aber er erinnert immer mehr an den Slapstick-Film „Dumm und dümmer“ mit Jim Carrey in der Hauptrolle. Beim VfB wie beim Multimillionen-Kinoerfolg ist es die Aneinanderreihung infantiler Gags Fehler, die allesamt die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Im Spiel gegen Bremen war Martin Harnik der klamaukige Hauptdarsteller, gegen Freiburg drängte sich Adam Hlousek blödelnd nach vorne und auf Schalke ist es der sympathisch-tolpatschige Georg Niedermeier, der sich die goldene Himbeere für die schlechteste Leistung abholt. Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man darüber lachen. Der VfB ist die Mannschaft im Tabellenkeller, die den besten Fussball und die beste Show bietet, die Spiele und die Unterhaltung waren jedoch besser als die Punkteausbeute. Es ist ein Muster, das sich durch die letzten sieben Spiele zieht: Der VfB spielt ordentlich bis gut, hat sich immer einen oder gar drei Punkte verdient, um sich am Ende mit Fehlern selbst abzuschießen. Das war in Augsburg so, gegen Freiburg ebenfalls und auf Schalke wiederholt …

Ist das die Wand, gegen die Huub Stevens sprach?

Halbzeitpause beim Spiel VfB gegen Freiburg. 2:0 durch Martin Harnik und Daniel Ginczek, dessen Trefferquote fast schon unheimlich wird. Nicht alles war perfekt in der ersten Halbzeit, aber Freiburg insgesamt chancenlos und spürbar gefrustet nach den beiden Toren. Gute Stimmung in der Mannschaftskabine des VfB, nur strahlende Gesichter, es wird sich abgeklatscht, die Fäuste geballt, „Läuft“ brüllt einer, ein anderer will sogar auf seinem iPhone „We are the Champions“ spielen lassen, kassiert aber einen bösen Blick von Trainer Huub Stevens. Ganz offensichtlich geht es nur noch um die Höhe des Sieges. Wie bei den Fans, die jetzt fordern, etwas für Torverhältnis zu tun. „Määnneeer-ch“, schnarrt Stevens und verschafft sich Ruhe in der Kabine. „Das war gut, aber das reicht noch nicht!“ Huub schaut in die Runde und prüft, ob einer denkt „Der Alte schon wieder“. Einige schauen ihm wach ins Gesicht, anderen trinken Ensinger, viele Gesichter sind dem Boden zugewandt, scheinbar konzentriert. „Wir-ch müssen sofort nachlegen! Sofort!“ Stevens haut mit der Faust auf die Physiobank, so dass Ersatzspieler Timo Werner einige Salben Mobilat um die …

Wie aus Ginni mal so einer wie Gomez wird

Bier, gröhl, viel zu enges Trikot mit Senfflecken drauf – nicht nur auf dem Killesberg ist das das Bild, was man von einem gemeinen Fussballfan hat. Am besten die Straßenseite wechseln, wenn man so einen Typ sieht. Aber tief im Innern sind die Fans doch ganz anders. Grölen macht Spaß, aber eigentlich nur im Stadion und inner verrauchten Sky-Kneipe. Es soll gar Fans geben, die lesen können. Echt jetzt! Ich zum Beispiel habe zuletzt erst „7:1 – das Jahrhundertspiel“ gelesen. Das Minutenprotokoll des Halbfinales gegen Brasilien mit einer Unmenge an Erkenntnissen (wichtigster Mann in den ersten 30 Minuten: Sami Khedira) und Fakten von Christian Eichler habe ich regelrecht verschlungen. Dachte, danach könnte ich gleich noch ein Buch lesen, aber die Bestseller-Listen gaben so gar nichts her. Bei dem Wetter mixte ich mir einen funky Hugo und tagträumte so ein wenig vor mich hin. Ich schloß die Augen und plötzlich sah ich Bücher, die ich lesen möchte. Da ist Daniel Ginczek mit seinem Bestseller „Das Jahr, in dem ich traf“. Es berichtet davon, wie er den …