Alle Artikel mit dem Schlagwort: Stuttyacht

Der Märchen-Präsident

Baron Hieronymus Wolfgang Freiherr von Dietrich ist ein deutscher Sport-Funktionär und Finanzinvestor. Im Moment ist er noch Präsident des VfB Stuttgart e.V., Aufsichtsratsvorsitzender der VfB 1893 AG und war beteiligt an verschiedenen Unternehmen (u.a. der Quattrex Finance GmbH), die sich in der Finanzierung von Profi-Fußball-Clubs engagieren. Freiherr von Dietrich ist ein spannender Geschichtenerzähler, der gerne Freunde, Untergebene und Medien mit gebeugten Wahrheiten und sehr selbstbezogenen Einschätzungen unterhält, das Ganze an einer opulenten Tafel sitzend, die gedeckt ist mit Ausreden, Phrasen und Märchen. So hören sich seine Ausführungen zu seinen Finanzbeteiligungen ganz harmlos an und die schlechteste Saison seines Vereins trotz der höchsten Investitionen ist für ihn nur eine kleine sportliche Delle. In Wirklichkeit hat er den VfB auf einer Kanonenkugel reitend in die zweite Liga katapultiert. Aber das macht Dietrich nichts, denn seine größte Stärke ist, dass er unbeirr- und unbelehrbar ist und seine tollkühnen Geschichten selbst glaubt. Dietrich interpretiert das „Ehrenamt“ des VfB-Präsidenten auf seine ganz eigene Art. Das Amt ist ihm wichtig, es mit Ehre auszufüllen dagegen anscheinend weniger. Manche seiner Zuhörer bekommen …

Meuterei auf der Stuttyacht

Es läuft nicht beim VfB. Im Gegenteil: die Stuttyacht hat ordentlich Schlagseite und den Verantwortlichen weht eine steife Brise ins Gesicht. Und jetzt auch noch das Spiel gegen Bayern München. Keiner glaubt ernsthaft daran, dass der VfB den Coup vom 34. Spieltag der letzten Saison wiederholen kann. Als „Bonusspiel“ wird es gar bezeichnet, was bedeutet: Das Spiel wird abgeschenkt. Deshalb ergreift der VfB eine ungewöhnliche Maßnahme: Für das Spiel in München übernimmt Sport-Vorstand Michael Reschke das Kommando. Zu groß ist das Risiko, dass zweistellig verloren wird und Markus Weinzierl schon vor den entscheidenden Spielen gegen Freiburg und Düsseldorf einem Proteststurm ausgesetzt ist. Die Abstimmung unter der Besatzung, also allen Spielern und Crew-Mitgliedern rund um das Bundesligateam, ist eindeutig: Ohne eine einzige Gegenstimme sind alle dafür, dass der meinungsfreudige Reschke nicht nur alleine nach München reisen soll, sondern am besten auch gleich dort bleiben soll. Zu viel erzählt er von seiner Station bei den Bayern, von den opulenten Weißwurst-Frühstücken mit Uli Hoeneß und den intensiven Gesprächen „auf Augenhöhe“ mit Pep Guardiola. Das führt in Stuttgart dazu, …

Willkommen an Bord der Stuttyacht

Dank kessel.tv wissen wir: Es heißt “Stuttgart”, nicht “Stuggi”. Doch seit Michael Reschke beim VfB am Ruder ist und seine Vorliebe für Pressekonferenzen entdeckt hat, ist auch immer häufiger von „Stuttyacht“ die Rede. Sechs Wochen vor dem ersten Saisonspiel in Mainz ist es an der Zeit, sich an Bord dieser Stuttyacht mal gründlich umzugucken. Aber vorher ein Blick zurück: Vor 24 Monaten war der VfB Stuttgart in den stürmischen Gewässern des Abstiegskampfs aus dem Ruder gelaufen und krachend an den Klippen des Klassenerhalts zerschellt. Anschließend trieb das Geisterschiff ohne sportliche Führung und ohne klaren Kurs durch die Vorbereitung auf die zweite Liga. Erst nachdem Jan Schindelmeiser angeheuert hatte und man Jos Luhukay über die Planke geschickt hatte, hatte der VfB wieder einen klaren Kurs: Junge Matrosen mit viel Potenzial sollten gemeinsam mit erfahrenen Seemännern wie Gentner und Insua nicht nur den Aufstieg klarmachen, sondern auch für eine rosige Zukunft stehen. Zurück im Jetzt: Weder Jan Schindelmeiser noch Hannes Wolf sind noch an Bord, aber trotzdem ist der VfB Stuttgart klar auf Erfolgskurs. Dafür sorgte natürlich …