Mini-Feature, VertikalGIF, VfB
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VertikalGIF #VfBDSC: Bitte abpfeifen!

Was für ein seltsames Heimspiel. Dabei sollte es doch etwas besonderes werden: Zweiter gegen Erster, die stärkste Heimmannschaft gegen das beste Auswärtsteam. Mehr Spitzenspiel geht nicht, oder?

Doch ging es in der Vorwoche noch um Schmähplakate, Drei-Stufen-Pläne und drohende Spielabbrüche, so stand die Partie des VfB gegen Arminia Bielefeld bereits vor Anpfiff auf der Kippe. Der Grund? Corona, na klar. Und da sich die Stadt, das zuständige Ministerium und die Teams mit verbindlichen Informationen zurückhielten, wussten die Fans auch am Montag Mittag noch nicht, ob die Partie überhaupt mit Zuschauern angepfiffen werden würde.

Erst wenige Stunden vor Anpfiff war dann klar, dass es ein Spiel vor Zuschauern geben würde. Begründung unter anderem: Es seien schon viele Gästefans unterwegs. Kein Wunder, wenn man so lange braucht, um eine Entscheidung zu treffen.

Und so musste jeder für sich entscheiden, ob er ein Bad in der Menge nehmen wollte oder das Spiel lieber im TV verfolgen wollte. Spoiler: Über 50.000 fanden ihren Weg ins Neckarstadion, in dem mit leicht modifizierten Sicherheitskontrollen für mehr Hygiene gesorgt werden sollte. Es wurde rückwärts kontrolliert.

Aber kommen wir zum sportlichen: Pellegrino stellte von Dreier- auf Viererkette um, denn Holger Comebackstuber stand wieder zur Verfügung und sollte es im Kampf der Titanen mit Fabian Klos aufnehmen.

Und tatsächlich kam die Arminia in der ersten Halbzeit nur zu einer halben nennenswerten Chance. Auf der anderen Seite sah es allerdings ebenso aus. Nach 45 Minuten hatte sich die Partie das Prädikat „Spitzenspiel“ noch nicht verdient. Der Unterhaltungsfaktor war sehr überschaubar und bestimmt fragte sich der eine oder andere, ob ein Stadionbesuch wirklich die richtige Wahl gewesen war.

Diese Zweifel schwanden zum Glück in der zweiten Hälfte, in der der VfB stärker wurde und in Person von Gonzalo Castro die Riesenchance auf die Führung hatte. Wie zum Teufel hat er es geschafft, diesen Ball nicht im Tor unterzubringen?

Doch kurz darauf war es soweit: Nicolas Gonzalez mit einer perfekten, gleichermaßen butterweichen wie präzisen Borna-Sosa-Gedächtnis-Flanke und Mario Gomez mit seinem immerhin sechsten Saisontor. 1:0 gegen Arminia und Corona!

Doch leider konnten sich die VfB-Fans nur gute 20 Minuten über diese Führung freuen. Denn dann verlor Holger Badstuber einen der epischen Luftkämpfe gegen Fabian Klos und dessen Kopfballvorlage verwandelte der eingewechselte Soukou zum 1:1. Und damit nicht genug. Denn beinahe hätten die Bielefelder das Spiel komplett gedreht, doch zum Glück spielte der ebenfalls eingewechselte Schipplock den Konter in Überzahl unsauber zu Ende – wenigstens darauf kann man sich verlassen.

Mit dem Unentschieden waren am Ende dann alle irgendwie zufrieden und gingen mit dem gleichen komischen Gefühl nach Hause, mit dem sie gekommen waren. War es eventuell das letzte reguläre Heimspiel der Saison? Jetzt sind erstmal zwei Spieltage ohne Zuschauer in der Diskussion. Und so reagieren die VfB-Fans, wenn sie sehen, dass Stuttgart erst in Wiesbaden und dann in Kiel spielt. Aber von mir aus kann man die Saison jetzt auch komplett abpfeifen!

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6 Kommentare

  1. Andreas F sagt

    Wie konnte der Trainer sich so verzocken? Wenn er 1:1 UND Badstuber rausgenommen hätte.. ansonsten in der Tat am Ende eher glücklich.
    Sonst? Noch immer sind die „alten“ Gomez, Didavi und Castro das A und O des VfB‘s – das ist etwas ernüchternd und lässt für die nächste Saison in der.? Liga nicht zu viel Optimismus aufkommen, oder?

  2. drhuey sagt

    Es fehlt weiter die Geschwindigkeit im Spiel nach vorne und das Spiel gegen eine biedere Mannschaft zwischen Platz 15 und 5 ligaübergreifend hat auch gezeigt, dass die individuellen, technischen Fähigkeiten für ein schnelleres Spiel nicht ausreichen. Hätten wir nur mehr Fussballer, die einen Ball kontrollieren können … es ist doch erschreckend wie der Silas abgebaut hat und der Gonzalez im Grunde den Ball nie vollständig kontrolliert bekommt. Wo ist der Mangala, den bald alle in Belgien kennen sollen? Ja, sie sind jung und die Sanchos wachsen nicht auf den Bäumen, aber in Liga 1 geht es so nur gegen den Abstieg. Ich habe mich gestern von der Vorstellung getrennt in absehbarer Zeit ein mitreißendes Spiel des VfB zu sehen.

  3. Richard K. sagt

    (rk) Puhhh…noch ziemlich ratlos und enttäuscht lasse ich gerade das Spiel Revue passieren. Irgendwie fühlt es sich wie die Geschichte vom dem zu gut gehenden Esel an, der auf´s Eis ging. Offensichtlich fühlte sich der Trainer in der 73. Minute zu sicher, so dass er auf die Taktik „den Sieg heimbringen“ umstellte. Oder konnte ich aufgrund der Fangesänge das „Trainersche Pfeifen im Walde“ nicht hören, welches man immer dann an den Tag legt, wenn man Angst hat. Aber wovor sollten wir Angst haben? Vor der Mannschaft aus Bielefeld, welche einen abgeklärteren Eindruck als der VfB hinterließ. Für mich bestand beim Auftreten der Ostwestfalen meist das Bild, dass sie sowohl im eigenen als auch im Ballbesitz unserer Mannschaft eine klare Vorstellung hatten, welchen Plan sie haben, welches Ziel sie verfolgen. Ich möchte diesen unseren Jungs in keinster Weise absprechen, nur hatte es sich in weiten Teilen wieder diese gewisse Art von Hilflosigkeit aufgetan. Klar weiß ich, dass es nicht immer einfach ist und jeder Menge Geduld bedarf, bei einer tief(er) stehenden Mannschaft Lücken zu finden und diese entsprechend kreativ und zielgerichtet „auszunutzen“. Bielefeld hatte am auch nichts, gar nichts zu verlieren, da spielt es sich dann eben auch entsprechend leichter. In der ersten Halbzeit, in welcher wir deutlich mehr Ballbesitz aufweisen konnten, standen beide Mannschaften im Defensivverbund sehr stabil und ließen keine nennenswerten Torchancen zu. Eine gute Defensive Ausrichtung mag für manchen Zuschauer den Eindruck von Langeweile vermittelt haben, mit ein wenig Sachverstand war aber ersichtlich, dass sich beide Mannschaften extrem gut und diszipliniert in Sachen „Räume zulaufen“ und verschieben verhielten und darauf bedacht waren, nicht das volle Risiko einzugehen, um damit nicht Gefahr zu laufen, in Rückstand zu geraten. Die ganze Geschlossenheit, die Defensivausrichtung beider Mannschaften lockerte sich nach dem Seitenwechsel etwas auf, so dass in Ansätzen dann auch zu mehr oder weniger „leichten Ansätzen“ von Möglichkeiten kam. Als Marion Gomez dann die vielumjubelte Führung erzielen konnte, hatte ich das Gefühl, dass wir, wenn wir jetzt einen Gang hochschalten, zu weiteren Möglichkeiten kommen und ein 2:0 sicherlich die Vorentscheidung erbringen würde. Spielminute 73. Auswechslung. Der sogenannte 4.Offizielle hebt das Schild mit der Nummer 16 hoch, der Rückennummer von Atakan Karazor. Okay, der Trainer wird jetzt wohl Orel Mangala, der mit gelb verwarnt war, aus dem Spiel nehmen, um es nicht zu riskieren, dass wir in personeller Unterzahl geraten. Wie, was?!? Mario Gomez muss vom Platz?! Häh?! Umstellung der bis dahin funktionierenden Viererkette auf ein3 3er/5er-Kette? Okay, kann man mal machen. Man kann mal auf Absicherung gehen. Aber warum schon so früh? Das war in meinen Augen das falsche Signal an die Mannschaft. Warum nicht Silas Wamangituka vorne rein und seine große Stärke, seine Geschwindigkeit einsetzen. Räume hierzu hätten sich in der letzten Viertelstunde zwangsläufig ergeben. Dass sich Rechnung des Mathematikers Matarazzo gestern Abend nicht aufging, mussten wir dann alle leidvoll erleben. Schade. Es fühlt sich wirklich an, als hätten wir einen möglichen Heimsieg unreif kaputt gemacht. Tja, Mund abwischen und weiter machen. Im Großen und Ganzen geht das gestrige Unentschieden natürlich in Ordnung, da Bielefeld vor dem Ausgleichstreffer noch zwei sehr gute Möglichkeiten hatte, wir diesbezüglich dagegen eine eher überschaubare Anzahl aufwarten konnten. Klar können beide Teams mit dem Remis gut zurechtkommen, Bielefeld jedoch deutlich besser als wir. Aber das ist nicht Fußball, wenn eine nüchterne Objektivität vorliegt. Fußball ist Leidenschaft, Fußball ist Emotion. Wir hätten das gestrige Spiel einfach gewinnen müssen. Wir hätten Mut zeigen, „Arsch in der Hose“ haben sollen und auf das zweite Tor, auf die Vorentscheidung zu gehen. Basta. Habe fertig #vfbeinlebenlang

  4. incubuzz sagt

    leichtfertig verdaddelt und der Neue rafft es genauso wenig wie der Alte.

    Das ist einerseits schade, weil ich fand, dass die Mannschaft bis zur
    verkackten Auswechslung von Gomez ordentlich gespielt hat. Anderseits
    zeigt es eben auch, das unser Bänker-Wunderknabe nicht der Messiahs ist.

    So wie ich die Walter Entlassung Monate vorhergesagt hatte… würde ich
    mal behaupten, dass das ne ganz ganz enge Kiste mit dem Aufstieg wird.
    HSV und HDH sind momentan wesentlich besser und stabiler unterwegs.

    Hoffen wir mal das Beste. Bei Nicht Aufstieg, ist der Neue dann schon
    der Alte…

    • Stefan sagt

      Soso – der alte Trainer hat es nicht gerafft…und der neue auch nicht. Frage mich dabei nur, ob diese offenbar untrainierbare Trödeltruppe ansatzweise irgendetwas rafft.

  5. Mozy sagt

    Ich denke auch, dass der Kader a) nach wie vor zu groß ist, b) unausgewogen zusammengestellt wurde (von unterschiedlichen Verantwortlichen) und c) teilweise da Jungs dabei sind, die das Prädikat ‚Talent‘ leider nicht erfüllen. Sollten wir aufsteigen (was ich irgendwie nicht hoffe, da wir gleich wieder absteigen würden – vor allem mit diesem Kader), muss der Kader ausgedünnt werden und es braucht ein paar wirklich sitzende Transfers im Sturm und im Mittelfeld.

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