Mini-Feature, Spielbericht, VfB
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Wir sind nur Gast hier, wir fassen nichts an.

Nein, ich habe nicht erwartet, dass der VfB jedes Zweitligaspiel überzeugend gewinnt und vom ersten Spieltag an die Liga dominiert. Aber, ganz ehrlich: Ich hatte fest damit gerechnet, dass in Düsseldorf drei Punkte geholt werden. Und ich war mir so sicher, dass ich diese Einschätzung öffentlich machte – wohlwissend, dass mir das später hart auf die Füße fallen könnte.

Aber was sollte schon schief gehen? Luhukays Team dürfte nach dem glücklichen Last minute Sieg gegen eines der stärkeren Zweitliga-Team (nach den zwei Auftaktniederlagen von St. Pauli bin ich mir da allerdings gar nicht mehr so sicher) die Nervosität abgelegt haben. Düsseldorf hingegen lag am ersten Spieltag 0:2 hinten. Nach 12 Minuten. Gegen Sandhausen! Die Fortuna ist ein Team, dass sich eigenem Bekunden nach im Umbruch befindet. Ein Team, dessen bekannteste Spieler Rensing, Madlung und Bellinghausen heißen.

Doch noch mal zurück zum Thema “Auf die Füße fallen”: Das gilt auch für den Hashtag #nurzugast, der vor dem Spiel auf Twitter die Runde machte.

Dabei war der VfB ein hervorragender Gast in Düsseldorf. Höflich, zurückhaltend, unauffällig. Nur Stephen Sama benahm sich am Anfang etwas daneben, machte das aber mit seinem Kopfball an die Latte und der Aktion, die zum Elfmeter führte, wieder gut. Ob die Düsseldorfer Mitch Langerak allerdings noch mal einladen, würde ich bezweifeln.

Dafür, dass die Stuttgarter nur zu Gast waren, fühlte sich das am Freitag leider seltsam vertraut an. Harmlos in der Offensive, fehlerhaft in der Defensive.

Das Spiel gegen Düsseldorf fühlte sich fast schon kramnyesk vertraut an: Der VfB war gegen den Zweitliga-Fastabsteiger nicht in der Lage, sich Chancen zu erarbeiten. Und wenn doch, dann vergab sie der amtierende Zweitliga-Torschützenkönig im Harnikstyle. Also der Harnik der letzten Saison. In Hannover fluppts ja anscheinend wieder für ihn. Je weiter die Zeit voran schritt, desto stärkte legte sich wieder diese bleierne Schwere über das Spiel der Stuttgarter. Nichts mehr zu spüren von der Euhorie und dem Schwung aus der Endphase des ersten Spiels. Und bei mir wuchs die Gewissheit, dass das mal wieder nichts mehr werden wird. Das Team würde sich keine Chance mehr erarbeiten. Und wenn doch, würde sie kläglich vergeben werden. Oder es würde ein elfmeterwürdiges Foul geben. Aber keinen Elfmeter. Oder doch Elfmeter, der dann vergeben werden würde. In mir machte sich dieser negative Fatalismus breit, der mich schon die letzten Spieltage der vergangenen Spielzeit begleitete. Dazu eine ganz kleine Spur Gleichgültigkeit. Und das am zweiten Spieltag! Das wird noch eine lange Saison werden.

Aber sehen wir es positiv: Nach 180 Minuten, zwei geschossenen und zwei kassierten Toren dürfte allen Verantwortlichen und allen Fans klar sein, dass das zu wenig ist, wenn man nur Kurzzeitgast in der zweiten Liga sein möchte. Noch hapert es an allen Ecken und Enden. Luhukay hat jetzt etwas Zeit, die Automatismen und das Zusammenspiel zu optimieren. Und Jan Schindelmeiser noch 2,5 Wochen, um den Kader zu verstärken. In zwei Wochen geht es dann weiter. Der VfB Stuttgart ist in Sandhausen. Selbstverständlich nur zu Gast.

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2 Kommentare

  1. Marc sagt

    Da wird mir offen gestanden Angst und Bange, wenn ich an die nächsten Spiele denke. Es war schon kaum vorstellbar, dass ich “meinen” VfB mal in der 2. Liga spielen sehen würde, aber es für mich noch unvorstellbarer erscheint, dass der VfB auch da spielt oder geht gar noch mehr (im negativen Sinne)? Ich mag gar nicht daran denken.
    Aber wenn ich sehe, wie glücklich der Sieg gegen St. Pauli zustande kam und wie (genau auf diesem Wort liegt die Betonung) schwach wir gegen Düsseldorf gespielt haben, die nun auch nicht gerade übermächtig erschienen, da sind solche Gedankenspiele wie Dauergast in Liga 2 oder ähnliche doch mal angebracht. Das kann und darf einfach nicht unser Anspruch sein. Wir sind nicht irgendwer, sondern der VfB. Aber das hat zum Beispiel Kaiserslautern mit Sicherheit auch mal gesagt. Ausgang bekannt.
    Eine Niederlage gegen Homburg? Es mag kaum vorstellbar erscheinen, aber wer weiß. Vielleicht genauso unvorstellbar wie einst der Abstieg.

    • @abiszet sagt

      Ein Glück kam es nicht zum Pokal-Aus, Marc. Wobei der Gegner wirklich kein Maßstab für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Mannschaft sein sollte. Unnötigerweise macht Jos Luhukay die “Baustelle Maxim” auf. Da kann ich mir gar keinen Reim drauf machen.

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