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Zu Besuch beim V(R)fB Stuttgart

Neulich schrieb jemand in unserer Kommentarspalte auf Facebook, es würde ihm so vorkommen, als bestünde der Vertikalpass aus kleinen Kindern. Leider ist das Gegenteil der Fall: Wir sind alte Säcke. Und dementsprechend denken wir auch immer spontan an „Tron“, wenn wir „Virtual Reality“ hören. Und damit meine ich nicht die Fortsetzung von 2010!

Wie virtuelle Realität im Jahr 2019 aussehen kann, wollte uns der VfB Stuttgart zeigen und hatte deswegen zur „VR360°-Tour Presseführung“ durch die Mercedes-Benz Area eingeladen. Und, wenn wir schon mal im Presseverteiler sind und es sich dann auch noch um ein so spannendes Thema handelt und es Häppchen gibt, sind wir natürlich dabei!

Kurz die Fakten:
Der VfB bietet bekanntermaßen schon lange eine ganze Reihe von Stadiontouren an. (Hier unser Bericht dazu.) Und das ist tatsächlich eine coole Geschichte. Denn, wann kann man schon einen Blick in das Allerheiligste, die Kabine, werfen oder auf der Trainerbank Platz nehmen? Doch so beeindruckend es auch ist, durch die leere Betonschüssel zu gehen: Die Magie eines Spieltags fehlt natürlich. Keine Fans, keine Fahnen, keine Spieler, keine Emotionen. Und hier kommt die virtuelle Realität ins Spiel:

Der VfB Stuttgart hat beim letzten Heimspiel der Saison 2017/2018 gegen Hoffenheim und beim Freundschaftsspiel gegen Atletico Madrid 360° Videoaufnahmen machen lassen, die jetzt über die VR-Brillen vom Typ Occulus Go ausgespielt werden. Und das ist in der Tat recht beeindruckend: Man steht neben dem Mannschaftsbus, wenn die Spieler ankommen oder nimmt die Position neben Holger Laser ein, wenn die Mannschaften aufs Feld laufen. Ein absolutes Highlight ist es dann, das Tor von Mario Gomez gegen Hoffenheim zu erleben, während man direkt vor der Cannstatter Kurve steht. Ich dachte, dass mir jeden Moment ein Bierbecher in den Nacken fliegt. Der VfB ist tatsächlich der erste Club in Europa, der eine solche Tour anbietet. Und natürlich gibt es noch einige Kinderkrankheiten, an denen gearbeitet wird, z.B. könnte der Sound noch etwas besser und das Bild etwas schärfer sein. Letzteres ist allerdings der Hardware geschuldet, die aktuell nicht mehr hergibt. Noch kann man sich im virtuellen Raum auch nicht bewegen, was allerdings den Vorteil hat, dass das Thema „Motion Sickness“ keine Rolle spielt. Achja: Für Brillenträger funktioniert das Ganze auch.

Aktuell wird die 90-minütige VR360°-Tour mit acht virtuellen Stationen separat für 17 Euro angeboten. Zum Vergleich: die reguläre Tour kostet 9 Euro, die Tour am Spieltag 34 Euro. Ich behaupte einfach mal, dass die Brillen früher oder später fester Bestandteil jeder Tour werden. Denn die Kombination aus realer Location und den Emotionen, die durch die virtuelle Realität geweckt werden, das hat schon was. Einziger Nachteil: Man sieht mit den Brillen ziemlich dämlich aus. Aber außer dem Guide bemerkt das ja niemand. Hier sehen wir übrigens gerade, wie die Teams auflaufen.

Bild: Riky Palm/vfbstr.de

Fazit: Ausprobieren. Schön, dass der VfB Stuttgart da so früh mit dabei ist. Ein spannendes Thema, das noch viel Entwicklungspotenzial bietet. Wer weiß, wohin das noch hingeht. Vielleicht kann man irgendwann die Spiele live von der Bank erleben? Ein Blick in die NBA zeigt, was jetzt schon möglich ist. Klar ist aber auch: So ein altmodischer nicht-virtueller Stadionbesuch am Spieltag ist und bleibt das Größte.

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