Spielbericht, VfB
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Fängt der Scheiß jetzt wieder an?

Der VfB Stuttgart hat den besten Kader der Liga, den besten Trainer und die besten Fans. Ein Spiel in der zweiten Liga kann der VfB nur verlieren, wenn sich Hannes Wolf vercoacht, die Mannschaft denkt, sie könne Eier schaukeln und wenn der Schiedsrichter den Aufstiegsfavoriten benachteiligt. In Fürth kommt alles zusammen.

Die Dreierkette und der Doppel-Ochsensturm sind ein taktisches Desaster, auch wenn Wolf versucht, es zu retten, in dem er Spieler hin und her schiebt und die Formationen mehrfach umstellt. Er überfordert damit sein Team, sein Matchplan ist ein Griff ins Klo. Gerade das zentrale Mittelfeld ist quasi nicht vorhanden. Trotzdem hätte es die perfekte Aufstellung sein können. Wenn Carlos Mané nach drei Minuten getroffen hätte. Aber so geht anstatt dessen ein 30-Meter-Schuss irgendwie in Langeraks Kasten. Haste Scheiße am Fuß, haste … Ihr wisst schon.

Das ist allerdings kein Grund gegen biedere Fürther zu verlieren und das auch weitgehend kampflos! Erschreckend ist, dass defensiv teilweise ein völliges Chaos herrscht und offensiv keine Struktur ersichtlich ist, Torchancen entspringen Zufällen oder Standards. Die entscheidende Frage: Ist das ein einmaliger Ausrutscher oder ein negativer Trend mit nun drei sieglosen Spielen am Stück? Never forget März 2016!

Keiner darf erwarten, dass der VfB jedes Spiel gewinnt. Und wer es doch erwartet, hat den Fußball nicht verstanden. Erwarten darf aber jeder, dass der VfB keine blutleeren Auftritte hinlegt, zumal Trainer Wolf „Wut im Bauch“ angekündigt hatte. Von Wut habe ich nichts gesehen, von Engagement auch wenig. Zufriedenheit ist VfB, VfB ist Selbstgefälligkeit, das Ergebnis sind null Punkte in Fürth.

Hat der VfB den Trainer Wolf schon klein gekriegt mit seinem Hang zur Selbstzufriedenheit? Daran glaube ich nicht, dazu ist Hannes Wolf viel zu ehrgeizig. Aber ich glaube daran, dass Wolf zum Beispiel von Christian Gentner keine taktischen Wunderdinge erwarten darf. Ich glaube auch daran, dass es bei dieser Mannschaft wenig bringt, taktische und spielerische Experimente zu wagen. Dafür sind zu viele Spieler zu wacklig und auf der Suche nach sich selbst: Siehe Zimmer, siehe Kaminski, siehe Grgic, siehe Ginczek, siehe Brekalo. Die Mannschaft braucht Stabilität. Und ich auch, denn viele dieser Spiele wie gegen Fürth überstehe ich nicht.

5 Kommentare

  1. drausvomLande sagt

    Ich sag das jetzt mal klipp und klar und unmissverständlich:
    Mit dieser Mannschaft, diesem Geld, diesem Umfeld und diesen Fans erwarte ich einen Aufstieg von Platz 1 aus, mit Vorsprung und absolut klar und deutlich.
    Wenn das nicht klappt, dann lieber kein Aufstieg.
    Ich habe absolut keine Lust, nächste Saison wieder und wieder und wieder gegen den Abstieg bangen zu müssen oder sonst so eine Fahrstuhl-Scheisse mitansehen zu müssen.
    Verdammt noch mal, habt Ihr denn keine Eier?
    @Dietrich: Wo kommt denn diese Scheiss-Zufriedenheit wieder her?

    • @abiszet sagt

      Natürlich @dvL: Der Aufstieg muss in den genannten Konstellationen ohne wenn und aber gelingen! Dass nicht immer Qualität & Budget automatisch zum Erfolg führen, sehen wir in Dortmund, wo der hochgelobte Tuchel mit einer Mannschaft voller internationaler Talente nach 25 Spielen 16 Punkte Rückstand auf Bayern München hat. Oder wo Schalke und Leverkusen deutlich hinterher sind. Es ist also kein Selbstläufer.

      Es verwundert trotzdem, dass sich offensichtlich wieder Selbstzufriedenheit eingestellt hat. Bei Wolf, der ziemlich pushy ist und auch bei anderen neuen Verantwortlichen (Shindy, Dietrich), die keinen gemütlichen Einruck machen, ist das schon sehr erstaunlich. Die Mannschaft bekam überdies ein ganz anderes Gesicht und die fehlende Spannung an Käptn Gentner festzumachen, halte ich für zu kurz gesprungen. Aber woran liegts?

  2. drausvomLande sagt

    Dann verlasse ich nach diesem Ausbruch schnell wieder die Fäkal-Sprache und versuche es sachlich:
    Qualität und Budget treffen im Fall Dortmund auf noch mehr Qualität und noch mehr Budget = Bayern
    Schalke und Leverkusen sind da deutlich hintendran und haben (insbesondere Schalke) halt auch mal ein schlechtes Jahr
    Stuttgart hat für die 2. Liga Bayern-Dimensionen, was Budget und mittlerweile Qualität betrifft, immer gemessen am Abstand zu den nachfolgenden
    ABER WENN WIR DARÜBER REDEN, SIND WIR WIEDER NUR ALIBI-LIEFERANTEN
    Stuttgart hat seit Jahren ein eminentes Problem im Mangel an Hunger, an Dominanz, an Arroganz, an Ehrgeiz und damit meine ich den ganzen Verein und nicht nur einzelne Teile wie Mannschaft oder Spieler. Das kommt mir vor wie fremdgesteuert, konzerndirigiert, seelenlos, konsequenzlos. Wie wenn durch alle Ebenen hindurch, vom Zeugwart über die Spieler bis zum Präsidenten alle nur nach Anweisungen arbeiten, Ergebnisse nach oben berichten, sowieso nichts bewirken können und nur darauf warten, dass die paar, die an Rädern drehen wollen, sich abschleifen oder zu weit aus dem Fenster lehnen.
    Und das soll mit Ausgliederung besser werden?
    Deswegen steht @Dietrich drin, denn drüber kann und darf es keinen geben. Und erst wenn der das nicht packt, kommt ein Aufsichtsrat ins Spiel.
    Und noch einmal:
    Aufstieg mit Vorsprung von Platz 1 aus und zwar klar und deutlich und schon lange vor Rundenschluss, alles andere ist murks und für unseren VfB nicht angemessen. Punkt.

  3. Marc sagt

    Offenbar lautet die Antwort (stand jetzt) kurz und knapp: Ja!

    Allerdings frage ich nach den Ursachen. Wie kann es sein, dass man über die Jahre hinweg so viel Personal austauschte und es nun scheinbar doch wieder von vorne losgeht?

    Ist Gente in Wirklichkeit eine verfluchte Seele, die den VfB über kurz oder lang ins unendliche Verderben schicken soll?

    Sind etwa höhere Mächte am Werk? Muss man vielleicht einen Exorzisten engagieren, der Gente, dem Aufsichtsrat, dem Vorstand oder wem auch immer, den Teufel austreibt?

    Wurde irgend etwas am Stadion umgebaut, was den Fussballdämon aktivierte, der dann alles, was mit dem VfB zu tun hat, mit einem Fluch belegte? Eigentlich kann es nur so etwas in der Art sein. Anders kann ich es mir mittlerweile nicht mehr erklären. Der Anspruch des VfB kann und muss der sofortige Wiederaufstieg sein. Das ist alternativlos. Herr Z. weiß, was das Wort bedeutet.

    Es ist nicht nur nervig, sondern auch kräftezehrend. Jahr für Jahr geht’s immer ein Stückchen weiter bergab. Was kommt als nächstes? Platz 4 im ersten Zweiligajahr? Dann spielen wir nächstes Jahr gegen den Abstieg aus Liga 2!? Nachtigall, ick hör dir trapsen …

    Leute, vielleicht wünschen wir uns irgendwann mal die Zweitligazeiten sehnlichst zurück. Oh man, das wäre echt verdammt traurig …

    • @abiszet sagt

      Hi Marc, die Zeit in der zweiten Liga kann gut und erfrischend sein – ein Jahr. Wie Du schon schreibst: Wenn die Abwärtsspirale einmal anfängt … deshalb Aufstieg, mit aller Macht! Dies zu vermitteln, obliegt den Verantwortlichen. Zuerst Wolf, aber auch Shindy, der Präses, alle.

      Aus der Abstiegsmannschaft sind noch da: Langerak, Insua, Baumgartl, Klein, Maxim, Ginczek und Zimmermann. Tragen diese 7 die Selbstzufriedenheit ins Team? Wie gesagt, das hielte ich für eine zu naheliegende Lösung. Aber Du hast völlig Recht: Es nervt!

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