Alle Artikel in: VfB

Kein Karneval in Cannstatt

Das Topspiel gegen Köln war für den VfB die perfekte Gelegenheit, nach der überraschenden Niederlage gegen St. Pauli Wiedergutachung zu betreiben und sich rechtzeitig für das Auswärtsspiel gegen Celtic Glasgow in Form zu schießen. Außerdem waren drei Punkte nötig, um sich weiterhin als Kandidat für Champions League Plätze zu positionieren. Und die Kölner schienen mit gerade mal zwei Auswärtssiegen am ersten und sechsten Spieltag dafür der perfekte Gegner zu sein, das sagte auch diese schöne Statistik: In den vergangenen 26 Jahren konnte Köln am Karnevalswochenende ganze drei Mal gewinnen. Und gegen Stuttgart waren sie ohnehin seit sechs Spielen sieglos. Apropos Karneval: Der VfB Stuttgart muss sich mittlerweile nicht mehr als Top-Team der Liga verkleiden, sondern ist schlichtweg eins. Das zeigte auch die Aufstellung: Der kränkelnde Stiller wurde geschont, Assignon ersetzte Vagnoman, Leweling rotierte für El Khannouss in die Startelf und Abwehr-Jeff Chabot spielte statt Ramon Hendriks von Begionn an. Auch der 1. FC Köln hatte ein Personalproblem: Es fehlten 700 Anhänger, denen bereits am Samstagmorgen auf einer Raststätte an der A3 bei Siegburg die Weiterfahrt …

Anspruch und Wirklichkeit

„Sind wir schon im Alarmmodus?“, fragte Sport-Vorstand Fabian Wohlgemuth nach dem 1:2 auf St. Pauli. Angesichts der Zahlen total berechtigt: In 2026 sind sogar Dortmund (16) und Hoffenheim (15) besser als der VfB, der lediglich 13 Punkte (vier Siege und je ein Remis und eine Niederlage) erspielte – genau so viele wie Abstiegskandidat Mainz 05! Was stimmt denn nicht mit dem VfB? Der Anspruch des VfB muss sein: Alle Spiele zu gewinnen. Und nicht nur irgendwie, sondern überzeugend. Am besten deutlich. Vor allem gegen Clubs, die am Boden liegen wie St. Pauli. Die sind quasi mit dem letzten Aufgebot angetreten. Mit Jackson Irvine, der 90 Minuten verletzt spielte und wenn man genau hinsah, eigentlich nur humpelte. In 90 Minuten machte er mehr Meter als Bilal El Khannouss („Jungstar angezählt!“), der gerade mal ein paar Spiele vom Afrika-Cup in den Beinen hatte und das Ding nicht mal gewinnen konnte. An Irvine sollten sich die VfB-Spieler ein Beispiel nehmen. Der breite Kader ist eine Wohlfühloase! Die Wirklichkeit ist: Der VfB hat nur vier von sechs Bundesligaspielen in …

VertikalGIF #FCSPVfB: Einer dieser Tage

KW6, das neunte Pflichtspiel des Jahres 2026 und die erste Bundesliganiederlage des Jahres. Insgesamt die sechste der Saison und davon wiederum ein Drittel auf Hamburger Boden. Was ist da los, lieber VfB? Nachdem die schwäbischen Leichtmatrosen am Mittwoch in Kiel noch erfolgreich Kurs auf das Pokalhalbfinale gesetzt hatten, sollte es am Millerntor gegen den Tabellenvorletzten den nächsten Sieg geben. Dafür sollte fast die identische Mannschaft sorgen, die in Kiel erfoglreich war: Nur Chabot und Leweling mussten unter Deck bleiben. Stattdessen waren Jeltsch und Demirovic Teil der Crew. Nach dem Permafrost in Kiel wartete in Hamburg das berühmt-berüchtigte Schietwetter. Nicht gerade die perfekten Bedingungen für ein Fußballfest. Trotzdem hatte der VfB in der Anfangsphase die besseren Chancen: In der 13. Minute scheiterte Chris Führich am Keeper, in der 24. Minute Deniz Undav am Außenpfosten. Nach einem VAR-Entscheid (dazu später mehr) zugunsten St. Paulis in der 28. Minute wurde das Team von Alexander Blessin stärker und kam ein ums andere Mal gefährlich in den VfB-Strafraum. Und tatsächlich klingelte es wenige Minuten später im Kasten von Alex Nübel, …

Return of the Aufbaugegner

Gebt’s zu: Irgendwie habt ihr es doch auch geahnt, dass der VfB Stuttgart aus-ge-rech-net gegen Sankt Pauli sein erstes Ligaspiel im Jahr 2026 verlieren würde. Gegen den Tabellenvorletzten, das zuletzt am 13.12.2025 dreifach punkten konnte und der seit 30(!) Jahren auf einen Heimsieg gegen den VfB Stuttgart wartet. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich die Hamburger in dieser Saison gegen Top 5 Mannschaften stets beachtlich präsentierten: Beim 1:3 in München stand es bis zur 93. Minute Unentschieden. In Dortmund fiel der Siegtreffer zum 3:2 für die Borussia ebenfalls tief in der Nachspielzeit. Und im vorherigen Heimspiel am Millerntor musste sich Leipzig mit einem Punkt zufrieden geben. Man hätte also durchaus ahnen können, dass das Spiel mindestens so unangenehm werden würde wie das Hamburger Schietwetter am Samstagnachmittag. Vielleicht war das auch der Grund, warum Sebastian Hoeneß etwas überraschend nur zwei Mal rotierte, indem er Jeltsch für Chabot brachte und Demirovic für Leweling. Doch bereits von Anpfiff an wirkte sein Team seltsam müde – sowohl physisch wie auch mental. Ein Stück weit verständlich am Ende der …

VertikalGIF #KSVVfB: Cool in Kiel!

Braunschweig, Mainz, Bochum, Kiel. Die Pokal-Kampagne des VfB Stuttgart in der Saison 2025/206 gleicht bislang dem Brettpiel “Deutschlandreise – spielend Deutschland entdecken”. Und während die schwäbischen Fans die deutschen Bundesländer nördlich von Stuttgart erkunden, schießt sich der VfB mal wieder ins Halbfinale des DFB-Pokals. Klammern wir die erste Runde mal gönnerhaft aus, dann reden wir von drei Auswärtsspielen und 7:0 Toren. Es läuft für den VfB Stuttgart! Natürlich hatten wir altgedienten VfB-Fans vor dem Auswärtsspiel in Kiel mal wieder gehörige Bauchschmerzen: Lange Anreise, ein physisch starker Gegner mit einem cleveren Coach, ein Rasen im Permafrost und frenetische Fans. Das konnte doch nur schief gehen! Doch der Auswärtsauftritt in Kiel war der nächste Beweis, dass der VfB Stuttgart mittlerweile in der Lage ist, seine Qualitäten gegen jegliche Widerstände zum Tragen zu bringen. Am Ende war es natürlich mal wieder Deniz Undav, der zwar nicht die große Kopfball-Chance in der ersten Halbzeit zum 1:0 nutzte, sondern den weitaus schwierigeren Abstauber in der 57. Minute. Aber ohne Antiklimax geht es beim VfB Stuttgart anscheinend einfach nicht und natürlich: …

So läuft der Hase!

“Stuttgart erreicht das Halbfinale, heimlicher Pokalheld ist aber ein Hase”, schreibt Spiegel Online über das 3:0 des VfB Stuttgart im Pokalviertelfinale in Kiel. Und es stimmt! Denn die Art und Weise, wie Schneehase Chris Führich in der 90. Minute eiskalt den Deckel auf das Spiel machte, war heldenhaft. Denn bis dahin zitterten die VfB-Fans nicht nur wegen der arktischen Kälte in Kiel, sondern auch, weil die Störche in der 81. Minute die große Chance auf den Ausgleich hatten, bevor sie aus dem Pokal flogen. Der VfB hingegen cruist weiterhin durch den Pokalwettbewerb. Mit der nötigen Seriösität und einer Prise Spielglück. Nach dem wahnwitzigen 8:7 gegen Braunschweig in der ersten Runde, folgte das ungefährdete 2:0 in Mainz und das 2:0 in Bochum und jetzt eben das 3:0 in Kiel. Drei Spiele in der Fremde, drei Siege, kein Gegentor: Vielleicht sollte Sebastian Hoeneß die Auswärtspartien im Europapokal einfach zu DFB-Pokalspielen erklären. Apropos Sebastian Hoeneß: Seit er da ist, macht der DFB-Pokal wieder Spaß. Das begann am 5. April 2023, als der VfB wenige Stunden nach seinem Amtsantritt …

VertikalGIF #VfBSCF: Spätgart strikes again!

Die letzten Spiele gegen den SC Freiburg im Neckarstadion endeten 5:0 und 4:0. Und natürlich haben diese Spiele sehr viel Spaß gemacht. Aber am 20. Spieltag der Saison 25/26 zeigte der VfB eindrucksvoll, dass ein mühsames 1:0 in der 90. Minute genauso geil sein kann – mindestens! Für das Bundesligaspiel im Sandwich zwischen Europa League und DFB-Pokal warf Sebastian Hoeneß mal wieder die Rotationsmaschine an und tauschte gleich sechs Mal: Nübel für Bredlow, Vagnoman für Assignon, Hendriks für Mittelstädt, Karazor für Chema, Leweling für Bouanani, El Khannouss für Führich und Nartey für Demirovic. Der Beginn der Partie war durchaus lebhaft mit Halbchancen auf beiden Seiten. So richtig gefährlich wurde es dann nach zwanzig Minuten. Erst scheiterte Vagnoman mit einem Kopfball am Freiburger Keeper und dann hatte Deniz Undav in nur sechs Minuten gleich drei Chancen auf die Stuttgarter Führung. Aber darf man das überhaupt noch schreiben? Auch Jamie Leweling war kurz vor der Halbzeit drauf und dran, das 1:0 zu erzielen, scheiterte aber mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz. Und da im Gegenzug auch Freiburg …

VertikalGIF #BMGVfB: Fohlen versohlen

Mit zwei Siegen ins Jahr 2026 gestartet, aber aus den nächsten beiden Partien wettbewerbsübergreifend nur ein Tor und ein Punkt. So sah die aktuelle VfB-Lage vor der Auswärtsfahrt nach Mönchengladbach aus. Und dazu auch noch kaltes Januarwetter mit der großen Wahrscheinlichkeit auf Schnee im Schwabenland bei der Rückkehr. Aber so viel sei gespoilert: Der VfB entschied die Partie nicht nur auf dem Rasen für sich, sondern auch auf den Rängen. Mal wieder größten Respekt für alle Fans, die sich an einem Sonntagnachmittag zu Beginn von drei englischen Wochen auf den Weg gemacht haben! Vor dem Spiel hatten sich viele gefragt, ob Jeff Chabot mal wieder eine Pause braucht und wie viele Minuten Ermedin Demirovic schon wieder im Tank hat. Die Aufstellung von Sebastian Hoeneß dürfte dann mal wieder einige überrascht haben. Er wechselte gleich fünf Mal: Assignon, Chema, Mittelstädt, Führich und Undav rotierten auf die Bank und machten Platz für Vagnoman, Stiller, Bouanani, Nartey und Demirovic. Die ersten zehn Minuten nach Anpfiff schienen die Teams zu nutzen, um sich ordentlich warmzumachen, denn in Tornähe passierte …

VertikalGIF #VfBFCU: Unnötig unnötiger, Union

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber VfB gegen Union; Union gegen den VfB: Das ist immer noch irgendwie speziell. Und das, obwohl die Historie der beiden Clubs im Vergleich sehr kurz ist. Das erste Aufeinandertreffen gab es im November 2016 in der zweiten Liga. Das Spiel in Berlin endete 1:1, auf den Trainerbänken saßen Jens Keller und Hannes Wolf, auf dem Platz standen Christian Gentner und Simon Terodde und auf der anderen Seite Felix Kroos und natürlich Christopher Trimmel! Und ganz ehrlich: Die Spiele gegen Union waren irgendwie immer speziell. Der Abstieg nach der Relegation ohne Niederlage, das last minute Tor von Wahid Faghir zum 1:1, das komplett verrückte 4:4 und so viele Spiele mehr. Und zum Jahresauftakt 2026 hat(te) der VfB jetzt wieder vier Partien: Drei mal Highlight in Leverkusen, gegen Frankfurt und in Rom und dazu den Zahnarzt-Hausbesuch von Steffen Baumgart und seiner Terror-Fußball-Truppe. Und heute machen wir es wirklich kurz, da ich das Spiel weder im Stadion noch im TV Stream live gesehen habe. Auch wenn wir das Union-Trauma erfolgreich …

VertikalGIF #VfBSGE: Überflüssiges Spektakel

Das zweite Pflichtspiel des Jahres und das zweite Mal ging es gegen einen Champions League Teilnehmer. Nach den Pillen aus Leverkusen ging es gegen die Adler aus Kultfurt. Und natürlich war nach dem 4:1 die schwäbische Laune ausgezeichnet und die Erwartungshaltung ambitioniert. Wer gedacht hatte, Sebastian Hoeneß würde für das zweite Spiel in vier Tagen hart rotieren, irrte gewaltig. Hoeneß, der in dieser Saison bekanntlich auch schon mal auf zehn Positionen tauschte, brachte mit Ermedin Demirovic nur einen einzigen neuen Spieler in die Startelf. Also fast das gleiche Team, aber ein ganz anderer Auftakt als am vergangenen Samstag. Der VfB war überhaupt nicht im Spiel, leistete sich seltsame Fehlpässe und Ungenauigkeiten. Eine solche führte zu einem Frankfurter Einwurf, der zu einer Ecke führte, die zum 0:1 führte. Auch nach dem frühen Gegentreffer war der VfB noch nicht auf Betriebstemperatur. Wobei, von Jeff Chabot konnte man das nicht behaupten. Der klärte ein erneut schlampiges Zuspiel in höchster Not vor Ebnoutalib, der sich vermutlich fühlte, als sei er mit einem Sattelschlepper zusammengestoßen. Ohne Ebnoutalib und dafür mit …