Beliebt, Querpass
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Gewinner Dietrich, Verlierer Hitzlsperger

Was für ein Boss-Move von Präsident Wolfgang Dietrich! Er trennt sich von Michael Reschke. Von „seinem Mann“, von dem er bei dessen Amtsantritt sagte, dass er „ein absoluter Glücksfall für den VfB“ sei. Mittlerweile wissen wir: Das Gegenteil war der Fall. Reschkes Personalentscheidungen waren mangelhaft, sein Auftreten in der Öffentlichkeit und auch intern bei Mitarbeitern und Kollegen letztlich unwürdig. Wolfgang Dietrich verliert natürlich kein Wort darüber, dass er es war, der Jan Schindelmeiser durch Reschke ersetzte. Aber er nimmt sich mit der Freistellung Reschkes aus der Schusslinie. So verschafft er sich Luft. Vor allem, weil er gleichzeitig mit Reschkes Abberufung schon seinen Nachfolger ins Scheinwerferlicht rückt: Thomas Hitzlsperger! Aus der zweiten Reihe als Leiter des NLZ wird er jetzt zum Frontmann des VfB! Herzlichen Glückwunsch zum neuen Job, Hitz!

Es gibt fast keinen besseren Mann in dieser Situation. Hitzslperger ist einer der großen VfB-Helden, er ist sympathisch, offen, ehrlich, zeigt auch bei politischen Themen im Gegensatz zu Dietrich Flagge, er kennt und liebt den VfB, er kennt die (professionellen) Strukturen. Für viele Fans ist er die absolute Wunschlösung. Auch wir sind ein bisschen verliebt ;-)

Der neue Sport-Vorstand ist allerdings nicht zu beneiden. Er muss die Scherben von Vorgänger Reschke nicht nur aufkehren, sondern auch neu zusammensetzen. Er muss direkt in der Causa Weinzierl Entscheidungen treffen und er muss es schaffen, zusammen mit dem Cheftrainer Leben in die tote Mannschaft zu bekommen. Er ist jetzt der (einzige?) Hoffnungsträger für alle, dass der Klassenerhalt doch noch geschafft wird. Eine Mammut-Aufgabe, die enorme Erwartungen weckt, an denen Hitzlsperger schwer zu tragen haben wird. Und wir hoffen, er wird nicht vor einen Karren gespannt, der schon unwiederbringlich an die Wand gefahren wurde.

Denn Thomas Hitzlsperger wird jetzt noch mehr als bisher das Gesicht des VfB. Aber ab sofort ist er auch ganz automatisch auch Verantwortlicher der sportlichen Situation mit allen Nebengeräuschen der Vergangenheit, für die er nichts kann. Präsident Wolfgang Dietrich hingegen kann sich erst einmal feiern lassen für seinen neuen Vorstandskollegen und hat ganz elegant einen neuen Mann geholt, der die Verantwortung für einen möglichen sportlich Misserfolg übernimmt. Sollte am Ende der Saison jedoch der Abstieg in die zweite Liga kommen, kann sich auch der Präsident nicht mehr der Verantwortung entziehen.

Seine Antritts-PK hielt jedenfalls das, was viele von Thomas Hitzlsperger erwarten. Der neue Sportvorstand präsentierte sich als Teamplayer, der sich nicht als Chef des Trainers sieht, sondern als Kollege auf Augenhöhe. Die Außendarstellung des VfB hat sich durch den neuen Sportvorstand auf jeden Fall verbessert. Jedenfalls machte er klar, dass auch ihm sehr bewusst ist, dass er auf seinem neuen Posten nur langfristig arbeiten kann, wenn er kurzfristig sportlichen Erfolg vorweisen kann. Und den wünschen wir Thomas Hitzlsperger. Denn dann sind wir am Ende alle Gewinner.

Darf gerne geteilt werden:

19 Kommentare

    • @buzze sagt

      Niemand meckert. Aber die Tatsache, dass jetzt auch Thomas Hitzlsperger davon abhängig ist, wie die Herrschaften kicken, kann einen schon etwas beunruhigen.

  1. Fabio sagt

    Ich wage mal eine Prognose: Wir werden am Ende der Saison absteigen. Hitz kann von jetzt bis Mai nicht mehr viel machen. Höchstens die Planung für Liga 2 . Denn die Mannschaft ist und bleibt mausetot. Selbst wenn ein neuer Trainer geholt wird, wovon ich mal ausgehe. Wunder dürfen wir mit Sicherheit nicht mehr erwarten. Im Falle des Abstiegs, kann auch der Sonnenkönig seinen Kopf nicht mehr aus der Schlinge ziehen, was bedeutet, dass auch hier ein (zum x-ten mal) Neuanfang folgt. Die Frage ist nur, wie wir den Abstieg diesemal verkraften? Sportlich wie wirtschaftlich? Verbrannte Erde ist wohl am fruchtbarsten, man muss nur überlegt säen.

  2. drhuey sagt

    Es gibt genau einen im Verein, dem sein eigenes Versagen bisher noch nicht geschadet hat. Wäre er nicht ein so selbstherrlicher, machtgeiler Typ, hätte er die Eier gehabt und auch seinen Beitrag geleistet, indem er eben nicht einen Frischling installiert, der sich in das Dietrichsche Machtgefüge einfindet, sondern einen echten Kaliber wie Klinsmann (oder Rangnick). Dieser Mann kostet massiv Zukunftchancen !

  3. Pingback: Nach dem Tod eines Union Fan: Berührende Solidarität von Herthanern › ***textilvergehen***

  4. Sorry, jetzt kommt von mir nur Polemik, aber ich kann nicht anders: Dietrich raus, Gentner raus! Klinsmänn for president! Sonst geht Hitz hier auch nur baden.

    • wrdlbrmft sagt

      Über Gentner kann man ja geteilter Meinung sein. Aber bevor er vom Hof gejagt werden sollte, müssten erst einmal Insua, Castro, Badstuber, Weinzierl, Akolo, Pavard, Aogo und Dietrich das Vereinsgelände verlassen. Die leisten weitaus weniger.

      Klinsmann, Klinsmann, Klinsmann … ich habe in den letzten Tagen mehrmals gelesen, dass er unbedingt Präsident, Sportdirektor oder/und Trainer beim VfB werden sollte. Warum, vielleicht kann mir da jemand helfen, wird er von so vielen Menschen als eine Art Heilsbringer gesehen? An seiner Trainervergangenheit kann es mMn ja nicht liegen.

  5. Bernd sagt

    Naja, ob Dietrich wirklich als Gewinner aus der Sache hervorgeht, steht in den Sternen. Stand jetzt würde ich jedenfalls nicht ausschließen, dass in der nächsten MV eine Dreivierteilmehrheit für seine Abwahl zusammenkommt. Wahrscheinlich wird er kurz vorher einen neuen Investor aus dem Hut zaubern, aber das wird ihn im Zweifel auch nicht retten.

  6. drausvomLande sagt

    Schade, ich hatte die Hoffnung, dass wir mit Hitz und dem Verein die AG überleben …

    • @abiszet sagt

      Deshalb war ich gestern eher nicht so glücklich, denn genau das war und ist mein Gedanke: Ich würde gerne mit Hitz in eine langfristige Zukunft gehen und habe ihn weniger als Sport-Vorstand gesehen, sondern als Nachfolger von WD ;-) Aber wer die PK gestern gesehen hat, dem ist der Unterschied zwischen beiden aufgefallen: WD uneinsichtig, unsicher, zittrig, TH demütig, sympathisch, von sich überzeugt, ohne arrogant zu sein. das stimmt mich zuversichtlich, aber TH muss liefern und das ausbaden, was sein Vorgänger ihm eingebrockt hat.

  7. Die Ersten motzen schon wider „Frischling“, „Anfänger“ etc. Dann warten wir mal ab, wann das zarte Pflänzlein der Zufriedenheit wieder umschlägt in Abneigung, Hass und den Ruf nach Rauswurf. Mal sehen, ob sich dann noch jemand an seine Aussagen oben erinnern kann/will…und täglich wird das Murmeltier grüßen, solange der allein maßgebliche sportliche Erfolg nicht eintritt.

  8. Thomas Stetter sagt

    Schöner Artikel. Auch schön dass ihr immer sachlich bleibt trotz der Tragödie, die sich rund ums Neckarstadion abspielt.
    #Dietrichverpissdich #UnserVfB

  9. Barry sagt

    Wo bitte ist das Problem? Wenn der VfB absteigen sollte – was keiner hofft – wird Dietrich gehen müssen. Und jeder weiß, dass Hitz daran nahezu keine Schuld trifft. Also, Hitz wird mittelfristig Sportvorstand bleiben, egal wie die Saison ausgeht. Und im besten Fall muss Dietrich seinen Hut nehmen, mit oder ohne Investor. Also Hitz geht nach dieser Saison komplett unbeschadet raus – im Gegenteil, er kann eigentlich nur gewinnen, nämlich indem er ein scheinbar unrettbare Situation doch zum Guten wendet.

    • @buzze sagt

      Wenn es so laufen würde, wäre das gut. Allerdings glaube ich da nicht so ganz dran. Jeder erwartet am Samstag ein anderes Auftreten der Mannschaft. Sollte es wieder eine derart blutleere Darbietung geben wie in Düsseldorf, ist Weinzierl eigentlich nicht mehr haltbar. Und damit hat Thomas Hitzlsperger bereits ein erstes Problem an der Backe; bzw. sogar zwei: er muss einen neuen Trainer suchen (oder es sogar jetzt schon parallel machen) und den Trainer feuern, dem er eine Woche zuvor noch sein Vertrauen ausgesprochen hat.

      • Was soll den immer die Naivität „mit Vertrauen ausgesprochen“. Werdet doch mal erwachsen und versteht, wie das in der Realität läuft. Jeder weiß, wie das zu interpretieren ist und auch Weinzierl weiß das. Nur Ihr macht wieder ein Thema und Problem daraus. TH wusste – wie jeder andere auch – dass die Entlassung von MW seine erste wesentliche Amtshandlung werden kann – na und ? Hauptsache wieder ein Haar in der Suppe konstruieren…

        • @buzze sagt

          Wieso „konstruieren“? Natürlich ist das ein Problem. Aber es spricht für ihn, dass er offenbar nicht zur Bedingung gemacht hat, mit einem neuen Trainer zu starten.

          • Jetzt habt ihr was Ihr wolltet – Reschke ist weg – und ? Jetzt geht´s schon wieder los. Überlegt doch mal, was Ihr eigentlich und zwar konkret wollt, anstatt nur immer zu schreiben, was Eures Erachtens alles ein Problem ist. Aber so machen es die Ultras ja auch, immer draufhauen. Konkrete Alternativen (keine Wunschträume) ? Fehlanzeige ! Alternative, realistisch umsetzbare Konzepte ? Fehlanzeige ! Draufhauen ist, leicht. Verantwortung zu übernehmen und Dinge umzusetzen, eben schwieriger.

          • @abiszet sagt

            Absolut! Wenn Reschke noch da wäre, hätte die Mannschaft besser gespielt und der hatte ja auch ein Konzept.

  10. Ich würde sagen, setzen wir zurück auf ANFANG!
    Soll heißen, holt Jan Schindelmeiser zurück als Manager, neben Hitz als Sportvorstand.
    Dann noch WD weg und alles könnte wieder in eine gute Richtung gehen.

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