Mini-Feature, VfB
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We can be heroes, just for one day!

Liebe VfB-Spieler,

in letzter Zeit hatte ich den Eindruck, Ihr kommt‘ nicht mehr richtig aus dem Shit. Alles läuft ein bisschen langsamer, weniger motiviert, sieht fast ein bisschen distanziert aus, wie Ihr da auf dem Platz steht. Man könnte glauben, Ihr fühlt Euch schon sicher. Mal ehrlich: Stimmt das? Macht Ihr es Euch wieder in der Komfortzone gemütlich? Geht Ihr wirklich nicht mehr den letzten Schritt, zieht den Fuß lieber im Zweikampf zurück und denkt an die nächste Trüffelpizza im H’ugo’s? Das wäre wirklich achtlos, denn es gibt ziemlich viele da draußen, deren Wochenende versaut ist, wenn Ihr einen Trash zusammenspielt. Die die Kränkung, die Wut und den Schmerz einer Niederlage lange nicht vergessen.

Jetzt gehts gegen Bayern. Tormaschine Lewandowski, Raumdeuter Müller, Ribery, Götze, King Coman, Costa, klar, da kann man abschenken. Ein VfB-Sieg ist auch so Old School, das ist so 2010! Wer weit vorne sein will, der muss gegen Bayern verlieren, am besten mit einer fancy fluiden Aufstellung. Dann den Pep umarmen, der nach dem Spiel von einem super-super Gegner spricht. Glaubt diesen Hipster-Mist nicht. Mannschaftsbus vors Tor. Rotz, der die Backen runterläuft. Trash Talking und A’bseits’tor – das rockt. Fair Play ist was für Kölner. Vergesst nicht: Gewinnen ist manchmal bäd, so bäd.

Es ist nun mal so, dass alle in Stuttgart extrem ungern gegen Bayern verlieren. Im Kessel mag man die Münchener irgendwie nicht, weiß auch nicht warum. Vielleicht weil Elber, Gomez, Thiam, Ulle, Kimmich und Tasci dorthin gewechselt sind? Apropos: Gente, könnten Sie die Herren Didavi und Kostic mit Serdar Tasci zusammen bringen? Dann kann der Neu-Bayer erzählen, wie es ist, wenn die Ambitionen größer sind als das Können. Vielleicht beeinflusst das die Wahl des Arbeitsplatzes der beiden wechselwilligen Stuttgarter. Okay, bei Didavi ist es schon zu spät.

Es gibt jedenfalls viel, was es gut zu machen gibt für Euch, da ist einiges verrutscht in den letzten Jahren. Ground Control ruft Euch deshalb zu: Reißt Euch zusammen, gerade nach der Verletzung von Serey Dié. Denn das Restprogramm ist heavy, Ihr seid mächtig under pressure. Ein Sieg gegen Bayern hebt die Stimmung, sorgt international für Aufmerksamkeit und die Abstiegsgefahr ist gebannt, danach könnt’ Ihr immer noch Eier schaukeln. Die lustlosen Vorstellungen zuletzt wären vergessen, ach vielleicht sogar die letzten drei bleiernen Jahre! Ein Sieg gegen Bayern entschädigt für vieles. Holt Euch doch über Skype Sami Khedira in die Kabine: Der kann erzählen wie es ist, ein Tor gegen München zu schießen. In der 90. Minute. Volley-Schuß aus 15 Metern. Bäm! Oder Ihr schaut Euch die beiden Tore von Cacau aus 2007 an. Class!

Während im einen Stadion „You’ll never walk alone“ gesungen und im anderen „Stern des Südens“ gegrölt wird, passt zu Stuttgart – der Hauptstadt des guten Musikgeschmacks – David Bowie am besten:

„We can beat them, just for one day
We can be heroes, just for one day“

In diesem Sinne, liebe VfB-Spieler: Wir wollen gegen Bayern Rock’n Roll sehen, put on your red shoes and dance the blues!

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5 Kommentare

  1. Thorsten sagt

    Wenn irgendwo intrinsische Motivation vorausgesetzt werden kann – dann bei diesem Spiel. In diesem Sinne: Samstag, 15.30 auf dem Platz!

    • @abiszet sagt

      Hi Thorsten, als Sportler hat man doch immer so etwas wie eine intrinische Motivation, oder? „Mir sin die, wo gwänna wället“ ;-) Auf dem Platz spielen Gehälter keine Rolle, sollten man jedenfalls meinen. Und wenn dann anders rum, wie wir im Spiel Wolfsburg vs. Real gesehen haben: Da sind die Wölfe alle einen Schritt mehr und schneller gelaufen, um es dem eitlen, arroganten, überbezahlten Pfau Ronaldo zu zeigen. Das wünsche ich mir für heute Nachmittag auch: Rennen bis der Arzt kommt. Wobei die Bayern viel professioneller sind als die Madrilenen. Es braucht ein Wunder. Oder ein A’bseits’tor. Oder Glück. Oder alles zusammen.

  2. Pingback: Nur schnuppern, nicht anfassen! | my life. my love. my blog.

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