Allgemein, Mini-Feature, VfB
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Quo vadis, VfB?

„Stress nicht, relax Dich, Junge, werd‘ nicht hektisch.
Komm runter, setz Dich, nimm’n Punsch mit uns am runden Ecktisch.
Du hast keinen Grund zur Hektik, kannst alles tun und letztlich,
Entscheidest Du Dich zu ’nem „Ist ja gut jetzt“ oder ’nem „Leck mich“.
Mit was wollen sie Dich noch kriegen,
wenn alles fake und im Grunde Dreck ist.“

Diese Lyrics von „Gegen jede Vernunft“ der Fantastischen Vier kamen mir in den Sinn, als die Mitgliederversammlung des VfB zu Ende ging. Eine legendärer Tag in der Geschichte des Vereins. Weder Vorstand, noch Aufsichtsrat werden entlastet. Die Mitglieder schaffen sich nach nur fünf Wortbeiträgen die Aussprache ab. Der Vorstand kennt seine eigene Satzung nicht und muss die Abstimmung darüber wiederholen lassen. Am Ende steht der Präsident Wolfgang Dietrich, gewählt mit 57,2 Prozent. Er erhielt damit sogar weniger Stimmen als Gerd Mäuser, der bisher als der unbeliebteste Präsident in der VfB-Geschichte stand. Letztlich wurde Wolfgang Dietrich von 1.689 Mitglieder gewählt. Von rund 40.000 Stimmberechtigten. Immerhin wurden die Satzungsänderungen abgelehnt, die unter dem Deckmantel des „Demokratie-Pakets“ zur Abstimmung gestellt wurden.

Es wird mir viel zu sehr von Ehrenamt gesprochen. Ja, da steckt „Ehre“ mit drin, Edelmut, Gemeinsinn, Opferbereitschaft. Das soll wohl die Wähler milde stimmen und steht ganz im Gegensatz zum eher hölzernen Rems-Murr-Charme von Dietrich und seinem Image als tougher Macher, der Dinge gegen jede Widerstände gnadenlos durchsetzt. Ist „ehrenamtlich“ ein belastbares Kriterium für einen VfB-Präsidenten, war das in der Vergangenheit etwa ein Problem? Ist jemand besser geeignet, wenn er für seine Tätigkeit kein Honorar bekommt? Sieht man ja am Aufsichtsrat, wie gut das funktioniert hat.

Der Aufsichtsrat hat sich mit der Nominierung eines einzigen Kandidaten keinen Gefallen getan. Das hat das Gremium noch weiter angreifbar gemacht, wie auch den Kandidaten, der durch sein Auftreten und seinen beruflichen Werdegang schon genug Angriffsfläche bietet. Der Verein ist zerrissen, denn er hat nun einen Präsidenten, den die Hälfte der Mitglieder ablehnt. Es wäre in erster Linie darum gegangen, den Verein wieder zu einen, es ging darum, das Vertrauen in die Führung wiederherzustellen. Aber wie kann man einem Aufsichtsrat vertrauen, der unverhohlen damit droht, das Sponsoring seiner Arbeitgeber zu überdenken, wenn er abgewählt wird? Ist dem Aufsichtsrat also der Arbeitgeber wichtiger als der Verein? Sitzen die Herren Porth, Schäfer, Jenner und jetzt Reiner im Aufsichtsrat, um möglich viel für ihren Arbeitgeber „rauszuholen“?

Wie kann man einem Präsidenten Dietrich vertrauen, dem Teile der Fans ganz offensichtlich egal sind und der – so heißt es – vom Aufsichtsrat einzig und allein deshalb nominiert wurde, um kontroverse Themen (sprich: Ausgliederung) durchzupeitschen. Betonung liegt auf „peitschen“. S21-Sprecher zu sein, war ein Himmelfahrtskommando. Wie ist dann die Bezeichnung fürs Präsidentenamt des VfB? Ein Drahtseilakt?

Wolfgang Dietrich ist stolz auf 40 Jahre Mitgliedschaft und die Mitgliedsnummer 836. Macht ihn das zu einem guten Präsidenten? Wenn ja, bringe ich mal meinen Vater ins Spiel. Der hat Mitgliedsnummer 75.

Und was bleibt uns vom vertikalpass nach der Mitgliederversammlung? Die Flucht in Boulevardinhalte und die Freude aufs nächste Spiel.

Darf gerne geteilt werden:

18 Kommentare

  1. Pessimist sagt

    Hallo A-Z
    Dietrich haben über 50% gewählt. Dass dies nur 1.869 Leute waren – kann kein Negativ-Attribut für Dietrich sein. Immerhin wurde mit Dietrich vom AR ein Angebot gemacht.
    Mich stimmt diese Anti-Haltung der „anderen“ fast 50% nachdenklich. Was wollen diese Leute? Wäre doch sinnvoll, dass die mal aus sich raus kommen und sachlich und konstruktiv die Dinge benennen. Von Dietrich war das Gesprächsangebot da.
    Mensch, wir sollten doch alle versuchen, im Sinne des VfB diese ganze Energie zu nutzen. Es bringt doch nichts, bockig in der Ecke zu sitzen ob der Situation im Fußball im Allgemeinen und ob der Situation beim VfB im Speziellen.
    Jetzt im Moment besteht die Chance, Einfluss zu nehmen, nie war die Möglichkeit in den letzten Jahren größer.
    Im sportlichen Bereich sind gute Ansätze erkennbar, in der Orga mitsamt AR hat es wohl der letzte auch kapiert, dass es ohne die Region, ohne die Fans nicht geht.
    Also A-Z – weg mit Deinen pessimistischen Gedanken – das ist normal meine Aufgabe. Und nochwas – was soll denn das bedeuten mit dem hölzernen Rems Murr Charme …. ???:-)

    • @abiszet sagt

      Lieber Pessimist, und das von Dir! ;-)

      Sind wir ehrlich – wenn es sportlich läuft, dann ist allen egal, wer der Präsident ist und wer im Aufsichtsrat sitzt. Und natürlich freuen wir uns auf die kommenden Spiele, der Trainer macht einen guten Eindruck, Shindy wohl einen guten Job.
      Den Ablauf der Mitgliederversammlung empfand ich als ernüchternd. Der Austausch unter den Mitglieder wurde bis dato als zentrales und wichtiges Element der MV gesehen, nach 5 Beiträgen wurde das abgeschafft, und das noch nicht mal korrekt. Nach der Präsi-Wahl geht die Hälfte der Versammlung, der Rest lehnt immerhin die Satzungsänderungen ab.

      Man kann zu Dietrich stehen wie man will, aber er ist nicht der Sympathieträger, nicht der Einer, den der VfB braucht. Einen Leader, der alle mitnimmt. Das scheint Dietrich nicht zu sein.

      Ach ja: Kommst Du auch aus dem Rems-Murr-Kreis?

    • @Pessimist sagt

      Hallo Pessimist,

      auffällig war doch vor allem, dass wohl einige Dietrich-Wähler, nach der erfolgreichen Wahl Ihres Kandidaten das Weite gesucht haben. Bei den anschließenden Abstimmungen zu Aufsichtsrat und Satzungsänderungen, waren insgesamt fast 1000 weniger Wahlberechtigte im Saal. Und das waren sehr wichtige Abstimmungen für die Zukunft des Vereins. Kann es etwa sein, dass hier sehr viele Leute auf der Mitgliederversammlung waren, die nur an der Dietrich-Wahl intererssiert waren? Kann es sein, dass diese sich gar nicht wirklich für den VfB interessieren? Bei allem Gerede über die Antihaltung der Dietrich-Gegner sollte man erwähnen, dass es vor allem die Dietrich-Gegner waren, die bis zum Schluss da waren und Interesse gezeigt haben. Mir sind dann solche Mitglieder deutlich lieber, die auch eben mal unbequem sind, also welche, bei denen ich nullkommanull das Gefühl habe, ihnen geht es im den VfB. Und von bockig im Eck sitzen kann nicht die Rede sein. Es waren alle noch da, die die Hauptopposition gebildet hatten.

      Also weg mit solchen Populismus-Aussagen und selber konstruktiv werden. Aussprache ablehnen, Präsidenten wählen und dann bei weiteren Entscheidungen abhauen, seh ich nicht als sehr konstruktiv für den VfB. Aber Hauptsache über die bösen Ultras herziehen und alle Gegner als Verweigerer hinstellen.

      • Pessimist sagt

        Hallo „auch“-Pessimist
        ich bin ob Deiner Antwort noch etwas ratlos. Wollen wir alle den VfB jetzt weiter gemeinsam nach oben bewegen oder verbrauchen wir die Energie für Selbstzerfleischung?

        Beklagst Du Dich nun drüber, dass erst zuviele Dietrich-Wähler im Saal waren und danach zu wenige? Wollen die Ultras dass je nach Abstimmungspunkt zukünftig die Saal-Besetzung stattfindet?

        Die Satzungsänderung wurde ja nunmehr mehrheitlich abgelehnt. Beklagst Du Dich denn nun darüber?

        Sind nach Deiner Interpretation alle Dietrich Wähler wirklich solche Mitglieder, die sich für den VfB gar nicht wirklich interessieren?
        Was war eigentlich Euer Kandidaten-Vorschlag für den Präsidenten? Ich habe den Namen leider nicht finden können, aber Du hast ihn mir sicher parat.

        Dir sind die unbequemen Mitglieder recht. Das sehe ich ein sehr großes Stück weit auch so, ja es ist wirklich notwendig, dass wir aus der Fan- und Mitgliedersicht wieder auf vieles im Verein einwirken müssen. Warum schafft ihr es dann nicht mit Dietrich zu reden? Sein Gesprächsangebot war da. Populismus !! – siehe auch unten.

        Warum hat die Fan-Szene denn nicht kapiert, dass es wahrscheinlich nie einfacher war, einen Aufsichtsrats-Posten, also direkte Einflussnahme, zu beanspruchen als aktuell?
        Ist es vielleicht viel einfacher – immer nur Opposition zu sein und an allem, an allem! rummäkeln (in Deinem Sprachgebrauch „unbequem“ ) anstatt konstruktiv zu sein?

        Populismus Aussagen bei mir?
        Wikipedia: „… Populismus ist geprägt von der Ablehnung von Eliten und Institutionen….. Populismus betont den Gegensatz zwischen dem „Volk“ und der „Elite“ und nimmt dabei in Anspruch, auf der Seite des „einfachen Volkes“ zu stehen.
        Wer von uns zwei betreibt denn nun Populismus?

        Was sind denn Eure Kernziele für den VfB außerhalb Eurer Fußball – DFL- Allgemeinschelte?
        bzw. Soll sich der VfB aus dem „Geschäft“ wie es eben ist – grundsätzlich heraushalten?(wir treffen uns dann zukünftig Sonntag mittag zum Bezirksliga-Spiel gegen TSV Obertürkheim)

        Der AR soll sich verpissen – wen habt ihr denn im Sinn – der das machen soll?

        Glaubst Du denn nicht, dass es sehr hilfreich in der Sache wäre, Punkt für Punkt mit sachlichen Argumenten, ja auch mit dem Austausch verschiedener Meinungen anzugehen – um dann mit einer starken öffentlichen Meinung auf den Verein einzuwirken?

        Wie finden wir da alle wieder zusammen. Es kann doch nicht sein, dass wir gemeinsam mit dem roten Brustring im Stadion stehen, regelmässig die Gänsehaut beim Einmarsch der Jungs runterläuft und dann sollen wir es nicht schaffen da geordnet und kraftvoll eine Mitglieder/Fan-Gemeinschaft zu bilden, die auch Dinge bewegt.

        Soviel von mir – ich hoffe auf eine konstruktive und gerne auch unbequeme Antwort – aber bitte nicht bloss wieder ohne greifbare Inhalte motzen.

        • @Pessimist sagt

          Hallo Pessimist,

          anfangs direkt die Frage: Wen meinst du mit „Ihr“ und „Eure“? Ich bin weder bei den Ultras noch einer anderen Gruppierung und schreibe nicht aus deren Sicht sondern nur aus meiner eigenen.

          Ich stimme Dir komplett zu, dass es nicht passieren darf, dass die Fanszene sich spaltet. Dies wird aber von beiden Seiten betrieben, wenn es heißt „die Ultras blockieren nur“. Denn das ist schlichtweg falsch. Es wurden auf den versammlungen auch von Ultras probleme diskutiert, Vorschläge gebracht und Dinge erarbeitet. Zu jedem Spruchband gibt es ausführliche Erläuterungen auf deren Homepage. Es hinzustellen, dass die erstmal gegen alles sind ist genauso falsch wie grundlos gegen alles zu sein, was die Verteinsführung macht.
          Mit dem Punkt zu der Anzahl der Wähler wollte ich nur ausdrücken, dass es eben nicht um bockiges in der Ecke sitzen ging, nachdem der Präsident gewählt, sondern sich weiter einzubringen. Wer nur zum Präsidentenwählen zur MV geht, dem unterstelle ich schon ein gewisses Desinteresse am VfB. Vor allem wenn es so viele sind. Ich habe nicht gesagt, dass es nur Dietrich-Wähler waren, die gegangen sind oder sich alle Dietrich-Wähler nicht für den VfB interssieren. ich habe nur geschrieben, dass es vor allem diejenigen waren, die nach der Wahl Dietrichs in den ersten 20 Reihen jubelnd aufgesprungen sind, welche nachher nicht mehr anwesend waren. Pauschal kann man das nicht sagen, aber das waren bene offensichtliche Tatsachen. Ich habe es auch bewusst als Frage formuliert und nicht, dass ich der Meinung bin, dass es tatsächlich so ist. Sondern habe das wiedergegeben, was mir aufgefallen ist. Und damit war ich sicherlich nicht alleine.

          Ich habe übrigens keinen Vorschlag für einen Kandidaten. Aber das ist auch nicht meine Aufgabe als Mitglied. Ich kann aber trotzdem meinen Unmut über das gewählte Verfahren mit nur einem Kandidaten äußern, der dazu noch von Anfang an Konfliktpotenzial hatte. Und das nicht nur bei Ultras. Das ist bei den Redebeiträgen der Mitglieder klar geworden. Die kritische Haltung kam nicht allein von den Ultras.

          Ultras sind eben nicht nur unbequem zumindest nicht alle. Wenn du etwas mehr auf die Regionalversammlungen geachtet hättest, dann wüsstest du, dass sich dort sehr wohl Ultras an der Vereinsentwicklung beteiligt haben und zwar konstruktiv. Wer behauptet „die machen nur Krawall und können laut sein“ hat sich nie wirklich mit den Gruppierungen beschäftigt. ist ja auch einfach ein vorherrschendes Bild der Öffentlichkeit zu übernehmen oder einen Suchbegriff in Google einzugeben und dann auf Wikipedia zu lesen (Chapeau für das Finden der Bedeutung „Populismus“ – Hast mich fein korrigiert), anstatt sich intensiv mit etwas zu befassen.

          Und diese Entwicklung vor allem im Vorhinein zur Versammlung ist genauso gefährlich, wie destruktives Gemotze. Es gilt eben für alle Seiten. Und da sollten sich au alle mal an die Nase packen und nicht die Fanszene aufteilen in „Gut“ und „Böse“. Auch unser aktueller Präsident hat dies indirekt, indem er mehr oder weniger jeden, der gegen ihn stimmt in die destruktive Ecke gestellt hat. Genauso falsch seh ich das auch bei den Ultras, wenn sie die Fanszene in wahre und falsche Fans teilen. Nur es war doch stark der Tenor davor und danach „diese bösen Ultras“ wollen den Verein kaputt machen und können nix außer meckern und wir sind die Guten“. Das ist ebenfalls der falsche Ansatz.

          • Pessimist sagt

            Hallo Pessimist2
            eingentlich hatte ich schon einige Absätze Antwort in die Tastatur gehackt.
            Doch dann kam zwischenrein der Beitrag „Ein Fisch namens Großkreutz“ – was für ein herrlicher Text, der uns alle ans Wesentliche erinnern sollte.
            Die MV ist vorbei – streifen wir besser den Mist ab, packen uns wirklich an die Nase – und glauben an unseren VfB.
            Morgen drei Punkte – das wär was.

            Viele Grüße
            Pessimist 1

          • Pessimist2 sagt

            Hallo Pessimist1,

            das kann ich so nur unterschreiben! Auf 3 Punkte in 3 Dresden und Ruhe in der Fanszene.

            Weiß-rote Grüße

  2. Die MW gestern war denkwürdig – aber eigentlich auch genauso, wie es (leider) zu erwarten war.

    Ich möchte mich an dieser Stelle gerne dazu „bekennen“, dass ich sowohl gegen die Abwahl des AR als auch für die Wahl von Herrn Dietrich gestimmt habe (nicht, dass ich mich dafür schämen würde!). Das Paket zur Satzungsänderung habe ich abgelehnt und hoffe auf einen weiteren Prozess, wie er in den Regionalversamlungen bereits angestoßen wurde.

    Inhaltlich wäre ich also eigentlich fein mit den gestrigen Ergebnissen, wäre da nicht noch der Abbruch der Aussprache. Dabei verstehe ich beide Seiten: zum einen ist diese Aussprache natürlich ein extrem wichtiges Instrument für die Mitglieder, verschiedensten Punkte in einem großen Rahmen zu platzieren und handelnde Personen direkt zu befragen! Auch im Bundestag sind Fragestunden in der Wahrnehmung nicht ohne Grund hoch aufgehängt. Zum anderen stellt sich aber schon auch die Frage, was bei 20+X Wortmeldungen am Ende noch für ein Erkenntnisgewinn dabei herauskommt, denn erfahrungsgemäß wiederholen sich die Themen schon (und manche genießen die 15 Minuten Ruhm dann offensichtlich auch allzu sehr). Und: Es dauert halt schon immer sehr laaaaaaaange …
    Vielleicht wäre es sinnvoll, über eine Anpassung des Modus nachzudenken (z.B. festgelegte Zahl von möglichen Redebeiträgen, begrenzte Rededauer, Auswahl der Beiträge per notariell überwachtem Losverfahren). Das würde uns zwar nicht von skurrielen Auftritten wie dem von Herrn Hück schützen, aber für alle eine planbare Größe im Rahmen der MV darstellen.

    Wirklich bedenklich fand ich allerdings die Atmosphäre sowohl im Vorfeld der Veranstaltung, als auch auf der MV selber (und wenn man so will auch v.a. in den Sozialen Netzwerken im Nachgang). Und dabei muss ich bei mir beginnen: Auch ich gehöre zu denjenigen, die schon längere Zeit von den Aktionen und Äußerungen des CC ungeheuer genervt waren (um mal einen Euphemismus zu verwenden). Auch hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl (auch gestern nicht), dass von Seiten der Gegener des AR oder Präsidenten eine konstruktive Zusammenarbeit oder zumindest Auseinandersetzung gewünscht war. Ein Lichtblick war da tatsächlich die letzte kurze Wortmeldung von Benjamin (?), der in dieser Situation tatsächlich Sachlichkeit bewahrt hat und sich nicht wie mancher Vorredner in polemischen und spekulativen Ergüssen ergangen hat. Respekt dafür! Ansonsten empfinde ich das Rumkrakehle und Gepfeife aber als kontraproduktiv für die Diskussion und wenig zielführend (auch wenn es gestern vielleicht der Wahl von Herrn Dietrich tatsächlich in die Karten gespielt hat). Leider habe auch ich mich vereinzelt zu Zwischenrufen während der Versammlung oder Kommentaren auf FB und Twitter hinreißen lassen, was dann auch nicht der Sach zuträglich ist. Die Erkenntnis daher für mich: Allen Meinungen mehr ehrlichen Respekt gegenüber bringen (auch wenn die Form der Äußerung nicht meinem Anspruch genügt). Würde glaube ich uns allen gut tun.

    Ganz selbstverständlich ist die Meinung eines jeden einzelnen Mitglieds legitim und wichtig. Ich denke, dass es dem Verein gut tut, wenn es eine gesunde Diskussions- und auch Streitkultur gibt. Das gemeinsamen Ringen um die beste Lösung führt häufig ja tatsächlich zu genau dieser. Nur: diese Kultur haben wir nicht oder ist uns verloren gegangen. Zu stark wurde polarisiert und versucht alles in ein Schwarz-Weiß-Schema zu pressen. Dass sich ein Martin Schäfer gegen Spruchbänder wehrt ist aus meiner Sicht nachvollziebar, genauso wie die Tatsache, dass „die Kurve“ (um mal zu verallgemeinern) das Recht hat diese Spruchbänder zu zeigen. Ist das aber das Niveau, auf dem wir uns bewegen wollen? Das wir auch noch Außen tragen wollen? Das uns für Dritte (Spieler, Funktionäre oder Sponsoren) attraktiv macht? Ich glaube nicht!

    Am Ende muss man sagen, dass die Wahlen nun vorbei sind und damit Fakten geschaffen wurden. Jetzt müssen wir die gewählten Vereinsorgane an ihren Taten messen. Und wir alle – Mitglieder, diverse Gruppierungen, AR, Präsident, Vorstand … – müssen es schaffen, wieder zu einer konstruktiven Vereinskultur zurückzukehren!

    Sorry für den langen Post, man sieht: das Thema treibt mich um ;-)

    • @abiszet sagt

      Hi Ron, wir haben kein Problem mit der Länge, wer Raum braucht, bekommt ihn! Deshalb vielen Dank für Dein ausgewogenes Statement. Vor allem Dein Ending sollten alle beherzigen: Die Schaffung einer konstruktiven Vereinskultur. Darin sind wir Fans in der Pflicht, aber selbstverständlich auch Präsident und Aufsichtsrat!

  3. Thomas sagt

    Wer sich darüber geärgert hat, dass die Mitglieder die Aussprache selbst beendet haben der kann eigentlich nicht dabei gewesen sein.
    Völlig egal auf welcher Seite man war, aber dass da jeder Depp meinte die Zeit von zigtausend Leuten mit sinnlosem Blabla (sorry aber anders kann man die meisten Beiträge nicht nennen) zu stehlen war unerträglich. Dass ausgerechnet der Benjamin vom CC am Ende die besten und beschaulichsten Worte findet war bezeichnend. Das hat auch mit Pro oder Contra Dietrich nichts zu tun, aber wir können doch nicht jeden seine Meinung sagen lassen, das hätte bis nachts um 3 gedauert (noch 20 Redebeiträge á im Schnitt 10-20 Minuten, das kannst du dir selbst ausrechnen…).

    Um mich herum jedenfalls waren alle gottfroh, als dieser Antrag kam. Die Tatsache, dass er (sogar zweimal!!) mit breiter Mehrheit angenommen wurde spricht ja auch dafür.

    Ansonsten stimme ich dir in vielem zu. Wichtig ist, dass wir uns jetzt endlich auf den Sport konzentrieren.
    Wir haben aus meiner Sicht mit Schindelmeiser und Wolf nun ENDLICH!!! kompetente Leute auf den entscheidenden Positionen, alles andere ist doch nur Symbolpolitik. Da wünsche ich mir für die Zukunft einen AR, der so zurückhaltend ist, wie er es bei Kramny & Dutt war (wo diese Zurückhaltung völlig falsch war).
    Man sollte nicht vergessen, dass die Misere weder vom derzeitigen AR noch vom derzeitigen Vorstand ausgelöst wurde.
    Hätten wir da am Sonntag alles wieder umgeschmissen wäre es mit dieser Unruhe noch ewig weitergegangen, und das geht auch am Sportlichen nicht spurlos vorbei.

    • @abiszet sagt

      Hi Thomas,
      ja, das Procedere gehört mE gestrafft. Dass bei über 20 Wortmeldungen auch komische Beiträge dabei sein können (zB Hück), ist keine Frage. Es wäre sicher sinnvoll, einen Antrag vor der MV zu stellen, dass Redebeiträge nur 5 Minuten dauern dürfen. Denn an sich wäre es Sinn und Zweck einer MV, dass sich Mitglieder und Führungskräfte austauschen. Aber womöglich ist das ja eine Taktik: Eine MV möglichst lange und zäh zu gestalten …
      Bei AR und Vorstand bin ich nicht ganz deiner Meinung: Die Zurückhaltung bei Kramny hat gerade dazu geführt, dass wir in der zweiten Liga sind. Und das Gewähren lassen von Dutt. Das Luhukay-Desaster darf nicht vergessen werden. Bei all’ dem sitzt der AR ruhig da und sagt am Ende „Wir haben gute Ergebnisse erzielt!“ Auf dem Platz: Abstieg. In der HV: Keine Entlastung für niemand. Ich würde mir bessere Ergebnisse wünschen. Hoffen wir, dass Shindy & Wolf den sportlichen Bereich im Griff haben. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Möge der Zauber der beiden lange anhalten.

      • Golwar sagt

        Ich bin ehrlich gesagt doch etwas erschrocken dass selbst bei dir solche Ansichten über die Verantwortlichkeiten des AR vorherrschen. Wie oft muss man denn noch festhalten dass Dutt für Kramny und Wahler wiederum für Dutt verantwortlich war?

        Wenn wir tatsächlich rundum jeden für alles verantwortlich machen, würde ich in letzter Konsequenz dann auch gerne beantragen allen Mitglieder ihre Mitgliedschaft zu entziehen.
        Schließlich haben diese ja die größtmögliche Entscheidungsgewalt. Wer sonst, wenn nicht sie, sollte folglich für den Niedergang der letzten Jahre verantwortlich sein? Und wen die Mitglieder da doch tatsächlich immer so ans Ruder liessen. Einer unfähiger als der andere. Unverantwortlich!

        Annähernd so weltfremd kommt mir die Kritik an den jew. Verantwortlichen beim VfB nur allzu oft vor.

        Selbiges gilt auch für das ‚Luhukay-Desaster‘, welches schlicht keines war. Seine Anstellung war qualifiziert vertret- & nachvollziehbar. Dass dessen späteres abdriften im höchsten Maße unberechenbar war, wird kaum jemand bestreiten wollen. Was genau sollte man also dem AR vorwerfen? Dass sie die geistige Verfassung ihrer Mitarbeiter nicht konstanter im Blick haben?
        Man hat einen guten Trainer geholt, der im Einklang mit den Saisonzielen stand. Als er untragbar zu werden begann, schritt der AR ein. Ergo: Ja, sie haben letztlich gute Ergebnisse erzielt. Es war zwischenzeitlich kein glanzvolles Bild, das man bot, aber ziemlich wenig daran war vorhersehbar, verhinderbar und somit jemandem anzurechnen. Und was darauf folgte war zweifelsohne eine Verbesserung zu Luhukay.

        Mit folgendem Absatz aus dem Artikel hatte ich übrigens auch so meine „Probleme“:
        „Aber wie kann man einem Aufsichtsrat vertrauen, der unverhohlen damit droht, das Sponsoring seiner Arbeitgeber zu überdenken, wenn er abgewählt wird? Ist dem Aufsichtsrat also der Arbeitgeber wichtiger als der Verein? Sitzen die Herren Porth, Schäfer, Jenner und jetzt Reiner im Aufsichtsrat, um möglich viel für ihren Arbeitgeber „rauszuholen“?“

        Dass, wie und mit welchen Zielen die Kämpfe der letzten Wochen geführt wurden, darf man getrost auch so werten dass sowohl potenzielle als auch vor allem aktive Sponsoren zumindest ein kleines Fragezeichen hinter einem Engagement beim VfB setzen mussten.
        Die Annahme man könne die eine Seite durchgehend mit Schmutz bewerfen, ohne dass dies diese dazu bringen könnte den Sinn von all dem zu hinterfragen, darf man gewiss als blauäugig bezeichnen.
        Natürlich macht da auch der Ton die Musik, wie der AR dann auf diese mögliche Entwicklung hindeutet. Aber auch da darf man gewiss feststellen dass zarte Andeutungen bei der Klientel die die Warnsignale vernehmen sollte, nicht unbedingt registriert würden. Da hilft nur die Methode Holzhammer, welche dann ein eingeschnapptes „Das können die doch nicht ernst meinen!“ zur Folge hat.

        Das „möglich[st] viel für ihren Arbeitgeber „rauszuholen“?“ war dann endgültig unsachlich und ein Beleg für das zuvor geschriebene. Billige Polemik, die ich so hier nicht gewöhnt bin.

        Und zum Abschluss: Ja, eben solche Inhalte führen dann durchaus berechtigt zu Ermüdungserscheinungen und dem Wunsch einer eindeutigen Mehrheit der Mitglieder die Redebeiträge zu streichen. Vielleicht könnten viele hauptamtliche Kritiker ja das auch als Kritik an ihnen selbst zur Kenntnis nehmen. :)

        • @abiszet sagt

          Hi Golwar, schön, dass Du mitliest.

          Ja, die Verantwortlichkeiten. Völlig richtig, in letzter Konsequenz wählen die Mitglieder. Darüber, ob sie immer die richtige Auswahl haben, wurde ja gerade im Vorfeld dieser Wahl ausgiebig disktuiert.

          Dass Dutt dem Trainer Kramny vorgesetzt ist, keine Frage. Dass Wahler seinen Vorstandskollegen Dutt kritisch sehen kann/muss/soll, auch richtig. Aber der AR schaut bei allem zu und trägt keine Verantwortung?

          Die Personalie Luhukay und die ganzen Konsequenzen, sind natürlich ein Desaster. Es kann mir keiner sagen, dass man das nicht besser machen kann. Letztlich hat das alles zu einem hoffentlich guten Ende geführt. Shindy & Wolf scheinen die Richtigen am richtigen Ort zu sein. Wollen wir hoffen, dass es langfristig funktioniert.

          Aus meiner Sicht sollten alle Verantwortlichen beim VfB – auch die Ehrenamtlichen – nur die Interessen des VfB im Blick haben.

          • Golwar sagt

            Natürlich trägt jeder Verantwortung. Die Frage ist nur ob die Kritik dem Grad der Verantwortung angemessen ist.

            Zu allererst einmal kann nicht einer von uns beurteilen wie oft der AR darüber sinnierte ob sie eingreifen sollten. Ob und wie sie Rücksprache mit Wahler über Dutt hielten oder mit Dutt und Wahler über Kramny.
            Hinzu kommt dann noch dass selbst unter den Fans nicht wirklich Einigkeit bestand was wann zu tun gewesen wäre. Außer den üblichen Schlaumeiern, die entweder schon von Tag 1 an immer alle Köpfe fordern und jenen die es hinterher besser wissen.

            Was bleibt:
            1. Sie waren nicht die Hauptverantwortlichen. Sie standen in zweiter oder dritter Reihe der Verantwortung und sie sind auch nicht für kurzfristige Reaktionen und Eingriffe da.
            2. Man weiss nicht was sie tatsächlich taten oder nicht taten.
            3. Man erwartet von ihnen mehr als jeder andere hätte wissen und somit leisten können.

            Kurzum, Rationalität ist bei der Bewertung des AR Mangelware.

            Zu Luhukay fasse ich mich kurz. Besser machen kann man immer etwas. Das bedeutet aber noch lange nicht dass wenn etwas schief geht, jemand ein Desaster zu verantworten hätte.

            Dass AR Mitglieder, die ausdrücklich als Interessenvertreter im AR sitzen, dann auch die entsprechenden Interessen vertreten ist so ziemlich die normalste Sache der Welt. Und das in allen Aufsichtsräten. Wichtig ist einzig ob sie die Interessen von Verein und Arbeitgeber in Einklang bringen. Abgesehen von Verschwörungstheorien, gibt es nichts was darauf hinweisen würde.

      • Thomas sagt

        Hi Abiszet,

        eine Begrenzung der Redezeit wäre auf jeden Fall eine sinnvolle Lösung.

        Was die Zurückhaltung bei Dutt und Kramny betrifft hast du völlig Recht, das ist der Grund warum wir jetzt in Liga 2 spielen. Man darf aber nicht vergessen, dass den alten AR – insbesondere Hundt und Schmidt – immer vorgeworfen wurde, dass sie sich nicht aus dem Sportlichen raushalten. Diesen Fehler wollte das neue Trio auf keinen Fall machen.
        Grundsätzlich finde ich es trotzdem gut, dass die AR dem Sportbereich nicht reinreden. Das gilt natürlich nur, wenn der Sportbereich nicht von einem Bobic, Dutt oder Kramny besetzt ist.

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  5. trurll sagt

    Hallo Golwar,

    kann man zum Teil nachvollziehen, dass und wie du den AR verteidigst. Allerdings gehst du davon aus, dass der AR bei Entscheidungsfindungen soviel oder sowenig wusste, wie du und ich. Allerdings gehe ich davon aus, dass Leute im AR sitzen, die mehr wissen oder Entscheidungen auf einer besseren Grundlage beurteilen können. Wenn dies nicht so wäre, könnte das ja jeder machen.

    Deshalb ist es durchaus berechtigt, den AR für vergangene Entscheidungen zu kritisieren. Ich habe irgendwo gelesen, einer der drei AR habe gesagt, manchmal würde verlangt, der AR soll die Füße still halten, manchmal, er soll endlich handeln. Das AR-Mitglied hat das überhaupt nicht verstanden. Und das ist vermutlich das Problem. Der AR soll nicht nach Schema F handeln, sondern Entscheidungen treffen, die auch im Nachhinein zumindest nachvollziehbar erscheinen. Da hat er versagt.

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