Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kapitän

Castro als Kapitän: Eine logische Wahl

Gonzalo Castro zum neuen Mannschaftskapitän des VfB zu machen, scheint eine logische Entscheidung von Trainer Pellegrino Matarazzo zu sein. Mit 33 Jahren ist er der Älteste im blutjungen Kader und verfügt mit 383 Bundesliga-Spielen mit Abstand über die meiste Erfahrung. Zusammen mit Sami Khedira, Mesut Özil, Mats Hummels, Manuel Neuer und Benedikt Höwedes wurde er 2009 zudem U21-Europameister. Gibt es in diesem Kader keinen geeigneteren Kapitän als Castro? Scheint so. Denn es ist auch deshalb eine logische Wahl, weil sich kein anderer aufgedrängt hat: Pascal Stenzel? Wataru Endo? Gregor Kobel? Marc-Oliver Kempf? Mal scheint es das Naturell, mal sind es die Sprachkenntnisse, mal die Position, mal die unsichere Situation, Stammspieler zu sein. Und beim zweiterfahrensten Spieler im Team, Daniel Didavi, entspricht dessen Standing im Verein wohl in etwa der Zuverlässigkeit seines Körpers. Als Lautsprecher ist Castro bisher nicht aufgefallen. „Ich halte mich lieber im Hin­ter­grund.“ sagte er einmal im Interview mit 11 Freunde. Er ist eher der Typ „stiller Techniker“, der auf dem Platz jedoch durchaus temperamentvoll sein kann. Allerdings in erster Linie bei Diskussionen …

Wer übernimmt das Kommando?

Vor der Saison war der Kurs klar gesetzt: Aufstieg. Doch es wäre einfach nicht unser VfB, wenn man alle Klippen lässig umschiffen würde. Und während Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat spätestens mit der überraschenden Vertragsverlängerung von Pellegrino Matarazzo gezeigt haben – oder vielleicht auch nur zeigen wollen, dass sie abseits des Platzes das Ruder fest in der Hand haben, so fragt man sich doch, wer eigentlich auf dem Platz das Kommando übernehmen soll. Denn die Schräglage im Mannschaftsgefüge zeigt sich exemplarisch an der Kapitänsfrage. Captain Kirk, Captain Iglo, Captain Jack, Captain Sharky, Captain Planet, Captain Hook: Ein Kapitän geht immer als letzter von Bord. VfB-Captain a.D. Marc-Oliver Kempf hingegen wurde zwar nicht kielgeholt, fand sich aber gegen Kiel nur auf der Bank wieder, nachdem der Trainer in der Vorwoche die Mentalitätsfrage gestellt hatte. Ein klarer Fingerzeig von Matarazzo, dass er mehr in Sachen Einstellung erwartet. Und vielleicht auch ein Signal, dass er die Spielführerbinde anders vergeben hätte als sein Vorgänger Tim Walter. Die Amtszeit von Kempf als Brustring-Kapitän hat jeweils eine ordentliche Delle abbekommen. Ist …

It’s a kind of Mittelfinger

Es muss schon einiges gegeben haben, was Christian Gentner beim VfB Stuttgart auf den Sack gegangen ist. Natürlich, dass sein Vertrag nicht verlängert wurde. Aber es muss noch mehr sein. Denn was Andreas Beck und Dennis Aogo geschafft haben, gelang Gentner nicht: Sich ordentlich zu verabschieden. Ein paar Worte, die seine Verbundenheit mit dem VfB unterstreichen, schließlich war er ja auch ein paar Jahre hier, schließlich ist der VfB „sein Verein“– oder war es. Denn stattdessen: Schweigen. Beleidigtes Schweigen. Dass Gentner jetzt zu Union Berlin wechselt, gegen die der VfB die Relegation versemmelt hat, empfinden viele als Verrat. Ein „ausgerechnet“-Move. Aber ganz klar: Nachdem die Zeit beim VfB für den ehemaligen Kapitän zu Ende ging, kann er überall hin wechseln. Okay, vielleicht nicht zum KSC, das wäre dann doch etwas zu viel. Trotzdem wirkt es ein bisschen wie Nachtreten und wie den Mittelfinger zeigen gegenüber dem VfB und den Entscheidern Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat. Darüber hinaus ist es schon paradox, dass Gentner, der so etwas wie das Gesicht der Dauerkrise des VfB und auch …

Käpt’n der guten Hoffnung

Junge Spieler, alte Spieler, erfahrende Spieler, Grünschnäbel: Beim VfB wurde in den letzten Wochen weniger über die Qualität von Spielern gesprochen, sondern über deren Alter und Anzahl von Bundesligaspielen. Vorläufiger Höhepunkt ist die Berufung von Dennis Aogo zum Kapitän. Seine Haupt-Qualifikationen scheinen sein Geburtsjahr 1987 und seine 220 Bundesligaspiele zu sein. Es wäre genau so, wenn man die Qualitäten des VfB-Präsidenten an seinen Mitgliedsjahren im Verein festmachen würde. Aogo ist ein Spieler, der erst acht Wochen beim VfB ist und in dieser Zeit nicht mit einer außerordentlichen Form aufgefallen wäre. Solide spielt er, mehr rückwärts als vorwärts, zwei Tore durch Ecken hat er vorbereitet, eines durch einen Elfmeter verschuldet. Alles okay also. Aber kann er auch Kapitän? Wer kann das beim VfB Stuttgart überhaupt? Wie sieht die Statik der Mannschaft aus? Es gibt in Cannstatt Schiffsjungen, Leichtmatrosen und alte Seebären, aber keinen echten Kapitän. Dennis Aogo ist eine pragmatische Lösung, Christian Gentner verletztsbedingt nicht an Bord, Simon Terodde formbedingt nicht immer an Deck. Timo Baumgartl trug die Binde einmal beim Testspiel, aber er hat immer …

The Nowhere Man

Seit Gotoku Sakai beim Hamburger SV zum Mannschaftskapitän berufen wurde, wissen wir: Das Amt ist total überschätzt. Bisher dachten wir, der Spielführer wäre eine Persönlichkeit, der in der gesamten Mannschaft mit Respekt begegnet wird. Ein Spieler, der wegen seiner Leistung unantastbar ist. Einer, der Verantwortung übernimmt in kritischen Phasen eines Spiels. Einer, der andere mitreisst und führt. Die ZEIT meint dagegen auch, dass ein Kapitän nicht mehr wichtig sei. Aber ok, vielleicht sollten wir uns nicht am Tabellenletzten der Bundesliga und an den Guardiolanern einer Wochenzeitung orientieren. Der Kapitän des VfB heisst seit Sommer 2013 Christian Gentner. Er ist eine Integrationsfigur im wahrsten Sinne des Wortes: Er kommt aus der Jugend des VfB, wurde 2007 Meister und 2009 gleich nochmal (allerdings mit Wolfsburg) und nach Aussage von Serey Dié kümmert er sich um die Neuzugänge: Hilft ihnen beim Einleben, erklärt ihnen die Kehrwoche, unterstützt sie beim Auto-Kauf. Klar, das ist wichtig, aber entscheidend ist auf dem Platz. Wir wollen kurz beleuchten: Wie sieht das Aufgabengebiet von Kapitän Gentner aus und wie gut füllt er die …