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Verkehrte Welt beim VfB

VfB Jung und wild

Es ist Herbst, der VfB ist schlecht in die Saison gestartet, er tut das immer, seit Ewigkeiten. Es dauert nicht lange, bis dann über den Trainer diskutiert wird. Armin Veh, Markus Babbel, Christan Groß, Bruno Labbadia mussten gehen. Dieser Herbst ist anders.

Auf den VfB Stuttgart kann man sich verlassen: Immer im Herbst wird der Trainer entlassen, das ist so sicher wie sich die Farben der Blätter rot färben. Aber gut, Präsident Bernd Wahler ist noch nicht so lange dabei, da kann man schon mal im Eifer des Gefechts Trainer und Manager verwechseln. Oder lags an diesem Dialog?

„Ich kann so nicht arbeiten“
„Wieso, was ist denn los, Ärger mit den Spielern?“ (jovial lachend)
„Neee, diese miese Stimmung belastet uns.“
„Du meinst wegen dem Bobic?“ (lacht, unsicher)
„Ja, die Wut, die fiesen Sprech-Chöre, die gemeinen Spruchbänder, die Briefe und die bösen Blogs, das alles ist nicht gut für uns!“
„Schon klar, aber deshalb macht doch der Schwaab nicht seine Leichtsinnsfehler und der Harnik schießt deshalb nicht nebens Tor, oder?“ (lacht breit)
„Natürlich nicht, aber wie wirkt das auf die Mannschaft, wenn einer keine Verantwortung übernimmt, für das, was er getan hat?“
“ …“ (nickt, unsicher)
„Es muss etwas passieren, damit wir befreiter spielen können, sonst wird das nix mit der Champions League!“
(lacht nicht mehr) „Ok, ich kümmere mich drum!“ (sehr ernst)
„Mach‘ aber schnell!“

Fredi Bobic beim VfB plötzlich in der Trainer-Rolle
Rollentausch also beim bisherigen Tabellenletzten: Fredi Bobic folgt Babbel, Groß und Labbadia, übernimmt zähneknirschend die Trainerrolle, die im Herbst traditionellerweise für andere vorgesehen ist und wird angesichts des sportlichen Mißerfolgs geopfert. Armin Veh erhält auf Zeit zusätzlich die Manager-Rolle und wird der starke Mann beim VfB. Wie schon geschrieben: Ist dies nur ein populistisches Signal für die Kurve? Ist die Mannschaft nun befreit von der negativen Stimmung rund um den Verein? Veh und seine Mannschaft müssen jetzt liefern.

Das Bild, das der VfB in der Personalie Bobic abgegeben hat, ist erbärmlich: Offensichtlich wurde die Info von Bobics Entlassung geleakt, dass sich dann keiner aus Vorstand und Aufsichtsrat der Öffentlichkeit stellt, ist alles andere furchtlos, die offizielle Begründung mehr als fadenscheinig. Wenn so Entscheidungen beim VfB getroffen werden, wundert mich nichts mehr. Oder war es die Angst vor den Fans, dass sich mit Bobic die Ausgliederung nicht durchsetzen lässt? Was überdies von Bernd Wahler zu halten ist, der am Samstag noch davon sprach, dass Bobic „absolut der Mann unseres Vertrauens“ ist, während schon im Mai angeblich über Bobic diskutiert wurde, überlassen wir Euch. Unsere Meinung ist bekannt.

War sonst noch was?
Ach ja, Veh und Mannschaft haben in Dortmund geliefert. Ein mitreissendes Spiel, es schien fast, als ob eine Bremse gelöst wurde.

Was fiel auf?
Die Doppelsechs mit Carlos Gruezo und Oriol Romeu, die ich im Dialog mit Heinz Kamke gefordert habe. Romeu habe ich das gesamte Spiel praktisch nicht gesehen, was bitte als Kompliment zu verstehen ist. Gentner wie immer läuferisch sehr auffällig, aber in Dortmund geht er auch vermehrt in die Spitze.

Wer fiel auf?
Timo Werner und Gruezo. Erst einmal ein Kompliment an Armin Veh, Werner als alleinige Spitze aufzubieten. Und was der Junge draus macht, ist beeindruckend. Meine eigene Statistik beinhaltet 27 Sprints über mehr als 15 Meter, ich wurde kurzatmig vor dem Fernseher bei der ganzen Rennerei, da schmeckt einem ja fast das Bier nicht mehr. Und Gruezo muss man einfach lieben: ein giftiger Zweikämpfer, kombiniert mit einer extremen Ruhe am Ball. Dazu hat er eine Mimik, vor der sich selbst Sokratis und Subotic fürchten.

Nachdem man sich beim VfB zunächst um die Verpackung gekümmert hat und nicht um den Inhalt, passen in Dortmund Kampagne und Mannschaft zusammen. Rüdiger. Werner. Gruezo. Torschütze Didavi. Das war endlich jung und wild.

Wer fiel ab?
Sven Ulreich und Moritz Leitner (sorry). Beide mit den entscheidenden Fehlern bei den Gegentoren. Aber beide können so treu gucken, da schauen wir mal drüber weg. Hey, 2:2 in Dortmund, mit einem tollen Spiel. Ärgern wir uns, dass wieder ein Sieg in den letzten zehn Minuten vergeigt wurde? Nein, wir sind ja keine Bruddler.

Was sagt Niels Frevert zur Krise des VfB?
„Nichts haut mich um, aber Du, ich bin stehend K.o.
Aber ich werde immer auf Deiner Seite sein,
egal was war, egal was kommt.“

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