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VertikalGIF #FCBVfB: Das Sensatiönle

Die Aufschieber vom Neckar hatten die Hausaufgaben so lange vor sich hergeschoben, dass sie die dringend benötigten Punkte gegen den Abstieg nun in München und gegen Köln holen mussten. Und wie hoch schätzten die Fans die Chancen in München ein?

 

Kein Wunder, schließlich waren die äußeren Umstände bei den Bayern etwas ungemütlich: Gegen Mainz verloren, von Felix Magath der Wettbewerbsverzerrung bezichtigt, kurz mal nach Ibiza gejettet und dann war da ja auch noch die Schalenübergabe, die sich die Bayern sicherlich nicht ein zweites Mal vom VfB versauen lassen wollten. Und so schickte Julian Nagelsmann auch seine beste Elf aufs Feld.

 

Trainer Matarazzo hatte angekündigt, in München angreifen zu wollen. Und diesmal blieb es nicht wie so oft zuvor bei leeren Worten. Der VfB ging tatsächlich gleich in die Offensive und stresste die Bayern. Mit Erfolg, denn nach nur acht Minuten konnte Stuttgart nicht nur drei gute Chancen verzeichnen, sondern tatsächlich auch einen Treffer. Und was sagen wir zur Bude von Tiago Tomás?

 

1:0 also, aber eigentlich viel zu früh. Wie viele Spiele gab es schon, in denen sich so etwas gegen die Bayern bitter rächte. Und tatsächlich drehte München sofort auf und traf unter anderem die Latte. Der VfB war in Not, aber Florian Müller stets im Bilde. Überhaupt machte der Keeper ein starkes Spiel. Was sagen wir zu seiner Leistung?

 

In der 23. Minute hätte der VfB in Führung gehen müssen. Omar Marmoush lief nach einer starken Ablage von Kalajdzic alleine auf Manuel Neuer zu, doch statt eines vernünftigen Abschluss brachte er nur einen ungefährlichen Lupfer zustande. Sah gut aus, brachte aber nichts.

 

In der 35. Minute traf der VfB dann doch – leider ins eigene Tor. Nachdem Gnabry Sosa auf den Hosenboden gesetzt hatte, vollendete Dinos Mavropanos zum 1:1. Würde jetzt das große Bayern-Comeback starten?

 

Aber nochmal zurück zum Abschluss von Omar Marmoush. Wie es aussieht, wenn man den Ball ohne Rücksicht auf die Optik nur über die Linie bringen möchte, zeigte in der 41. Minute leider Thomas Müller mit dem 1:2 aus VfB-Sicht. Vielleicht sollte Marmoush mehr Radio Müller hören?

 

Apropos hören: Über die kompletten 95 Minuten waren es die über 6.000 VfB-Fans, die die Allianz-Arena akkustisch komplett im Griff hatten. Viele Bayernfans schienen nur im Stadion zu sein, um die anschließende Schalenübergabe zu beklatschen.

 

In der Halbzeitpause hatte Pellegrino Matarazzo offensichtlich die Twitter-Timeline gecheckt und verzichtete auf Marmoush. Eventuell lag es aber auch einfach daran, dass am Sonntag Mutter- und nicht Omartag war.

 

Die Halbzeit startete mit einer Druckphase der Bayern und einem weiteren Aluminiumtreffer von Thomas Müller. In dieser Phase hätten wohl die wenigsten Fans noch auf den VfB gewettet. Doch gute zehn Minuten später konnte Borna Sosa gleich zwei Mal auf Sasa Kalajdzic flanken und der lange Österreicher konnte Manuel Neuer überwinden!

 

Kalajdzic hätte nur eine Minute später sogar das 3:2 erzielen können, aber sein Schuss war leider nur ein Schüssle. Anschließend verlor das Spiel etwas an Tempo. Der VfB brachte Coulibaly für Führich und Förster für Tomas. Und jenen Förster schickte Kalajdzic dann auf den Weg zum nächsten Stuttgarter Tor. Doch dem fehlte in dieser Szene dann doch das nötige Tempo.

 

Auf der Gegenseite trafen die Bayern in Person von Lewandowski zum dritten Mal Aluminium. Es ging wieder hin und her. Immer mittendrin: Sasa Kalajdzic, der nach 79 Minuten komplett entkräftet vom Platz musste.

 

Dass die Stuttgarter Spieler alles in diese Partie investiert hatten, zeigte sich daran, dass in der Schlussphase ständig entkräftete Spieler auf dem Platz lagen. Und dass sie die Bayern damit komplett entnervt hatten, zeigte sich an der roten Karte für Kingsley Coman nach einer Ohrfeige gegen Mavropanos. Mit Rot war er noch gut bedient, denn Dinos war kurz davor, sich zu revanchieren.

 

Und so holt der VfB am Ende tatsächlich einen Punkt in München. Die Sensation war drin, mit dem Sensatiönle können wir zufrieden sein. Der direkte Klassenerhalt ist noch möglich, der direkte Abstieg so gut wie unmöglich.

 

Am kommenden Samstag muss der VfB zuhause gegen Köln gewinnen und darauf hoffen, dass Dortmund gegen Berlin gewinnt. Die Hertha müsste dann in die Relegation und der VfB wäre direkt gesichert. Und das wäre wirklich eine Sensation!

 

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7 Kommentare

  1. Herbert sagt

    Klasse Situation – nichts zu verlieren nächste Woche und mit voller Hütte noch alles drin 😘♥️
    Und falls es doch Relegation heißt tut das Spiel heute doppelt gut für die Moral 🍀🙏

  2. Benny sagt

    Aus meiner Sicht war die Leistung an sich genau so viel Wert wie der Punkt.

    Wären wir 5:0 untergegangen, hätte keiner mehr an einen Sieg gegen Köln geglaubt. So wird es eine völlig andere Trainingswoche und auch Grundstimmung im Stadion. ABER, es kommen noch immer bockstarke Kölner nach Cannstatt, auch wenn Sie am Wochenende unglücklich verloren haben. Die wollen in den Uefa Cup, nicht in die Conference League.

    Der BvB dümpelt seit Wochen. Souverän war das selten. Hertha dafür im Gegenzug angeknockt.

    Für mich ist daher die Relegation auch weiterhin das realistischere Szenario.

    Spielt man jedoch auch am Samstag wieder stark, gehen wir dann mit einer völlig anderen Moral in die beiden Spiele.

    Zumindest die Zuversicht ist wieder stärker geworden.

  3. Stephan sagt

    Was der Punkt wert ist werden wir gegen Köln sehen. Immerhin hat Köln mit dem Einzug in die EL alles erreicht, sodass ich auf „Sommerstimmung“ bei denen hoffe und, dass sie nicht mehr 100% geben. Im Gegenzug sollten dann halt unsere auch mal an die Grenze gehen.

    • Michael sagt

      Köln ist bisher nur für die ECL qualifiziert und wird alles geben um noch an Union vorbei in EL zu kommen

  4. Ronny sagt

    Die Situation hat sich deutlich verbessert, die Relegation haben wir praktisch im Sack ! Man kann frei aufspielen vor ausverkauftem Haus, und den Kölnern muss man von der ersten Minute an klar machen, dass nichts zu holen ist. Auch glaube ich nicht, dass sich Dortmund zum Abschluss ein zweites Mal düpieren lässt, vor 80.000 Zuschauern.

    • San sagt

      “Und dass sie die Bayern damit komplett entnervt hatten, zeigte sich an der roten Karte für Kingsley Coman nach einer Ohrfeige gegen Mavropanos. Mit Rot war er noch gut bedient, denn Dinos war kurz davor, sich zu revanchieren.”
      Haha geil!

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