Alle Artikel mit dem Schlagwort: Daimler

Die wichtigste Entscheidung in der VfB-Geschichte

„Ich freue mich, dass trotz unterschiedlicher Ansichten die bisherigen Diskussionen von gegenseitigem Respekt geprägt waren“, meinte Wolfgang Dietrich während einer seiner unzähligen Werbe-Veranstaltungen rund um die Ausgliederung. Mit Verlaub, Herr Präsident, das ist Blödsinn. Überall gibt es ein verbales Hauen und Stechen, ob persönlich oder in den Kommentarspalten, vielfach wird deutlich unter der Gürtellinie diskutiert – von Respekt, Niveau und gegenseitiger Achtung kann wirklich nicht gesprochen werden. Und das gilt sowohl für die Gegner wie auch für die Befürworter der Ausgliederung. Ob das so ist, weil der VfB sich mit seiner Ausgliederungsreklame in den Augen vieler in Stil & Ton vergriffen hat, oder weil alle durch ihre tiefe Verbundenheit mit dem VfB in dieser Frage emotional reagieren oder weil es die wichtigste Entscheidung in der VfB-Geschichte ist, darüber mag sich jeder seine eigene Meinung bilden. Eine Meinung bilden, um das geht es hier. Wir haben versucht, möglichst viele Sichtweisen und Informationen zur Ausgliederung zu versammeln. Damit kann sich jeder sein eigenes Bild machen. Wer noch weitere Links kennt oder etwas beitragen möchte, gibt uns bitte ein kurzes …

Chancen & Risiken der Ausgliederung

Dies ist ein Gastbeitrag von Ralf Leister aus Hamburg. Er setzt sich seit knapp dreieinhalb Jahren mit den wirtschaftlichen Hintergründen im Profifußball auseinander und schrieb 2014 seine Bachelorarbeit über die Ausgliederung des HSV. Der Autor ist langjähriger und LEIDENschaftlicher HSV-Fan und arbeitet als Berater in der Konzernstrategie der Otto Gruppe (OTTO, SportScheck, AboutYou, Hermes etc.) in Hamburg. Nebenberuflich untersuchte er gemeinsam mit der Hamburg School of Business Administration (HSBA) und dem Forschungsinstitut IVOX Glass Lewis die Strukturen der Bundesligisten aus der Saison 2015/16 und bietet ein Seminar an der HSBA und der Nordakademie in Elmshorn zu diesem Thema an. Ralf Leister betreibt überdies den Blog FussballWirtschaft.de Ausgliederungen sind im Fußball aktuell in Mode. In der abgelaufenen Bundesligasaison spielten 14 Kapitalgesellschaften gegen 4 eingetragene Vereine. Mit dem SV Darmstadt ist einer dieser Vereine abgestiegen. Der beste Club, der ausschließlich in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins organisiert ist, ist der SC Freiburg, der die Saison als Siebter abschloss. In meiner Recherche für diesen Beitrag hatte ich den Eindruck, dass das Thema der Ausgliederung beim VfB häufig sehr …

Sami, Sansibar und die Ausgliederung

Am Wochenende traf ich die Ausgliederung auf ein Glas Champagner in der neuen Sansibar. Wir hatten uns ein wenig aus dem Auge verloren, es gab Wichtigeres, wie die Auswärtsfahrt nach Hannover, ich musste mich mit meinem Freund Sammy ganz furchtbar über das 0:1 ärgern, aber immerhin saßen die Spielerfrauen Gentner, Ginczek und Zimmermann schräg hinter uns im Oberrang der Osttribüne. Und natürlich das Grand Final mit dem 4:1 dem Platzsturm und der Feier. Sie sah nicht so gut aus wie Frau Ginczek, die Ausgliederung. Die Augen müde mit dunklen Rändern drumrum, das Gesicht fahl und eingefallen, die Haare ungewaschen. Ich fragte sie: „Was ist denn los, Du siehst ja aus als ob Du eine Woche durchgefeiert hättest.“ „Boah, die ganzen Veranstaltungen mit dem Präsidenten schlauchen mich extrem, jeden Tag woanders, ich bin froh, wenn diese Ochsen-Tour über die Dörfer vorbei ist!“ „Immerhin war einer mit dabei!“ „Was, wer …?“ „Na, ein Ochse, Daniel Ginczek war bei einer Veranstaltung an Deiner Seite!“ „Richtig, und seine Frau ist auch sehr nett, beeindruckend was die alles über Fashion …

Eine Stilfrage

Es ist völlig legitim, dass der VfB Stuttgart alles unternimmt, um die 75-Prozent-Mehrheit für die Ausgliederung bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung zu erzielen. Dass Gegenargumente und alternative Lösungen nicht thematisiert werden, ist nicht schön, aber nachvollziehbar. Jetzt werden alle Mitglieder, die am 1. Juni „Verantwortung übernehmen“ – man beachte die Wortwahl (alle, die wegen eines zu langen Fahrwegs oder aufgrund beruflicher Verpflichtungen nicht kommen können, drücken sich also vor der Verantwortung?) – mit einem kostenlosen Trikot belohnt. Was kommt als Nächstes? Freibier für alle? Freikarten fürs erste Saisonspiel? Gerüchte um ein Testspiel gegen einen attraktiven Gegner im Vorfeld der aoMV machen ja bereits die Runde. Der Stil, in dem die Ausgliederung kommuniziert wird, ist bemerkenswert: Geschenke statt Argumente scheint das Motto zu sein. Die Ausgliederung wird in Consulter-Sprech kommuniziert: Geschliffen formuliert zwar, aber inhaltlich so oberflächlich wie ein Tweet von Philipp Lahm. Es fehlt mir an Konzept, Hintergründen und vor allem Transparenz. Denn zu einem verantwortungsvollen Umgang mit seinen Mitgliedern gehört für mich eine vollumfängliche Information, die grobe Skizzierung von Alternativen (z.B. Rechtsform) und nicht der …

Troy, so vereins-troy!

Let’s talk about Vereinstreue: In Stuttgart ist man troy, so troy: Die Fantastischen Vier findet man in deren Rentenalter noch ganz ok und man geht auch noch mit über 40 in den Perkins Park und die Boa. „Bisch oimol beim Doimler, haschs g’schafft“, hat mein Vater mir mal vor langer, langer Zeit gesagt und heute verstehe ich ihn: 13 und mehr Monatsgehälter, Urlaub hat man in Möhringen und Untertürkheim auch nicht wenig, überraschende Prämien, weil es dem Daimler gut geht, 35-Stunden-Woche, Konfirmationsgeld und immer den neusten Karren vor dem Haus. Warum soll man da weggehen? Komfortabel war es lange Jahre beim VfB, wenn man alles so glaubt, was man zum Thema Leistungskultur, Jahresgehälter und Wohlfühl-Atmosphäre beim Verein so liest. Die Vereinstreue finden die Stuttgarter Fans bei Spielern wie Koka Rausch, Vedad Ibisevic, Adam Hlousek nicht so prall, obwohl sich diese Spieler außer durchaus diskutablen Leistungen nichts zu Schulden kommen ließen. Nicht mal zu schnell gefahren sind sie. Bei einem Verein zu bleiben, hat aber nicht immer nur finanzielle Gründe. Wie beim Doimler auch. Einmal Daimler, immer …

4 gewinnt!

Den Stuttgartern wird gemeinhin nachgesagt, einem gesetzten Volk anzugehören. Gebruddelt wir gerne, aber sakrisch aufregen kann sich der gemeine Stuttgarter nur über einen Kratzer in seinem Daimler. Mehr Emotionen vermutet man nicht, positive schon gar nicht, schliesslich wurde hier auch der Wutbürger erfunden. Derbe large Vorurteile! Das Stuttgarter Sportpublikum hat 1993 bei der Leichtathletik-WM bewiesen, dass es begeisterungsfähig ist und 2007 nach der Meisterschaft, dass durchaus gerne gefeiert wird, als der gesamte Kessel lahm gelegt wurde. Aber es stimmt schon, der VfB-Fan neigt nicht zur Euphorie, in den letzten Jahren gab es hierzu auch wenig Gelegenheit. Dennoch will der VfB-Fan erobert werden mit guten Leistungen, vor allem auf der Haupttribüne. Dass der Funke einmal überspringt gelingt schon immer wieder mal, aber stets nur vom Feld auf die Tribüne – niemals umgekehrt. Selten bis nie wurde ein Tabellenletzter so supported und gefeiert wie der VfB gestern! Respekt Stuttgart, Respekt! — OZils (@ozils) May 10, 2015 Muss sagen: Was gestern im Stadion los war, hab ich so lange nicht erlebt. Die VfB-Fans geben tatsächlich alles, wenn's drauf …