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Captain Kork und das schwarze Leistungsloch

Nach der sehr erfolgreichen Rückrunde der vergangenen Staffel ist Captain Kork nach drei Niederlagen zum Saisonstart auf der Suche nach der richtigen Strategie: Seine bisherigen Erfolgsfaktoren scheinen allesamt in einem schwarzen Loch verschwunden zu sein. Der pragmatische, aber funktionierende Matchplan, die frühen Tore, die Form seiner Spieler, der Zusammenhalt des Teams, die Stabilität auf dem Platz und das Spielglück. Alles weg.

Und so schlingert das Raumschiff VfB 1893 bereits zu Beginn der Mission 2018/2019 bedenklich. Es scheint in der Crew zu rumoren, wenn man die Aussagen von Leutnant Gomez ernst nimmt. Er deutete an, dass die Mannschaft durchaus andere Vorstellungen von der Gefechtstaktik hatte und so sah das dann auch gegen den Kampfstern des Südens aus: Nicht gerade Spielverweigerung, aber doch der merkliche Unwille, den Plan des Trainers bedingungslos umzusetzen. Nach dem 0:1 durch Leon Goretzka machte sich schnell eine „Wusste ich’s doch“-Stimmung in der Mannschaft breit und der ohnehin zarte Widerstand war endgültig gebrochen. Der Rest des Spiels wurde unambitioniert und herzlos herunter gespielt. Die Aussagen von Tassos Doris haben schon fast den Charakter einer Meuterei („Ich empfinde meine Auswechselung als nicht fair“) und im Hintergrund sitzt Veteran Holger Badstuber und reibt sich die Hände: „War ja klar, ohne mich funktioniert nichts.“ Mit ihm leider auch nicht, möchte man anmerken.

Obwohl Kork in der vergangenen Rückrunde in neue Tabellen-Galaxien (Platz 2 hinter Bayern München) vorgestoßen ist, scheint er nach wie vor nur wenig Kredit bei den Zuschauern zu haben. Zwar sind erst drei Pflichtspiele absolviert, doch schon wachsen die Zweifel. Zweifel, ob Captain Kork aus der neuen und kostspieligen Crew auch wirklich das Optimum rausholt. Zweifel an seiner bisher undefinierbaren Taktik. Zweifel an seinen kryptischen taktischen Kommandos während des Gefechts. Skepsis, ob Kork die Stimmungen und Strömungen in der Crew im Griff hat. Ihm schlägt jetzt schon wieder ein ähnliches Misstrauen entgegen wie bei seinem Amtsantritt im Januar. Nur Ergebnisse können ihn retten, sonst muss er bald wieder per Anhalter durch die Galaxis.

Doch wie geht es weiter? Wir konnten in die nächsten Episoden schon mal reinschauen. (Achtung Spoiler!)
Nachdem Captain Kork zu Beginn der Länderspielpause mit einem Außenteam auf einen fremden Planeten gebeamt ist, trifft er dort auf eine seltsam blaue vogelähnliche Lebensform mit unendlich großer Schwarmintelligenz. Sein Name: Das Twitter.

Das Twitter zeigt Korkut nicht nur den Brustring-Teilchenbeschleuniger, mit dem er mehr Geschwindigkeit ins VfB-Spiel bringt, sondern rät ihm auch, sich von irdischen Zwängen zu befreien. Er solle sich nicht von Namen und Erfahrung blenden lassen, denn das bringe wenig Dynamik ins Spiel, sondern er solle die Statik im Team verändern.

Für die Operation „Frischer Wind“ sollen Crewmitglieder wie A. Donis und Nico Gonzalez auf die Kommandobrücke befördert werden, um in der Offensive mehr Durchschlagskraft und Tempo zu entwickeln. Der erste Offizier Christian Gentner misstraut Twitter und versucht die vorgeschlagenen Änderungen mit aller Macht zu verhindern. Aber auch damit hat das endlos intelligente Twitter gerechnet und zeigt Captain Kork einen Weg: Als einer der letzten seiner Art benötige „Le Gente“ einfach mehr Regenerationszeit und könne nicht mehr jedes Spiel machen. Das gibt Kork die Möglichkeit, mit zwei echten Außenspielern wie Erik Thommy und Tassos Donis zu agieren.

Drei Spiele, null Tore: Die eklatante Offensivschwäche ist sogar für das Twitter eine harte Nuss. Vor allem, weil sich Kork nicht davon abbringen lässt, Mario Gomez auch in Zukunft 90 Minuten durchspielen lassen. Doch hier wird eine Lösung gefunden: Anti-Gravitations-Kickstiefel für die Nummer 27, mit denen der einzig echte Stürmer der Stuttgarter auch nach 60 Minuten noch Vollgas geben kann. Die DFL muss ja nicht alles wissen.

Am Ende gibt das Twitter Captain Kork noch weise Worte mit auf den Weg:
Um ein frühzeitiges Scheitern der Mission 2018/2019 zu verhindern, muss Kork die Spieler wieder hinter sich bringen. Denn letztlich sind sie es, die über sein Schicksal entscheiden. Er muss ihnen klar machen, dass sich die Erfolge der Rückrunde nicht automatisch replizieren lassen. Er muss kommunizieren, dass in dieser Saison eine ganz andere Konkurrenzsituation im Kader herrscht und keiner – bis auf Ron-Robert-Zieler, Benjamin Pavard und Santiago Ascacibar – gesetzt ist. Auch erfahrene Crewmember wie Gentner, Badstuber, Gomez und Castro müssen sich dem Konkurrenzkampf stellen und könne sich nicht einfach selbst in die Startelf beamen.

Ob Captain Kork die Ratschläge des Twitters wirklich umsetzt? Und ob sie wirklich helfen, die VfB 1893 wieder auf Kurs zu bringen? Das erfahren wir erst in zwei Wochen, wenn sich Kork mit seinem 11-köpfigen Außenteam ins Breisgau beamt. Der Titel der nächsten Episode: Captain Kork und der nächste Streich.

Bisher sind folgende Captain Kork-Folgen erschienen:
Der Erfolg, die Erwartungen, der Druck: Die Mssion Impossible von Captain Kork
Zum geschafften Klassenerhalt: Captain Kork und die Stunde der Erkenntnis
Eine erste (nicht ganz ernst gemeinte) Zwischenbilanz: Die neuen Abenteuer von Captain Kork
Skepsis beim Amtsantritt von Korkut: Schrotty und Captain Kork

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