Alle Artikel in: VfB

Wenn alle nur das Beste wollen

Beginnen wir diesen Text mit einer Unterstellung. Ich unterstelle sowohl Befürwortern wie Gegnern der Ausgliederung, dass sie das Beste für den VfB Stuttgart wollen. Ich glaube nicht, dass irgendjemanden persönliche Interessen und Eigennutz wichtiger sind als das Wohl des Vereins. Aber warum streiten wir dann eigentlich? In den letzten Wochen ist mir klar geworden, dass Mitglieder und Verantwortliche völlig verschiedene Sichtweisen haben. Denn muss ein Sportvorstand wie Jan Schindelmeiser nicht der Meinung sein, dass 41 Millionen besser sind als 11% Anteile? Schließlich kann er das Geld zum Wohle des Vereins einsetzen, während er mit den ollen Anteilen nichts anfängt. Präsident und Vorstand sind überzeugt davon, dass sie die besten Entscheidungen für den Verein treffen. Es wäre auch traurig, wenn sie es nicht wären. Und natürlich möchten sie diese Entscheidungen möglichst schnell treffen können, ohne lang diskutieren zu müssen. Man stelle sich vor, Dieter Zetsche müsse immer abstimmen lassen, bevor ein neues Werk eröffnen kann. Das Problem: Eine Entscheidung zum Wohle des Vereins ist unter Umständen keine Entscheidung zum Wohle der Fans und Mitglieder. Denn die …

Chancen & Risiken der Ausgliederung

Dies ist ein Gastbeitrag von Ralf Leister aus Hamburg. Er setzt sich seit knapp dreieinhalb Jahren mit den wirtschaftlichen Hintergründen im Profifußball auseinander und schrieb 2014 seine Bachelorarbeit über die Ausgliederung des HSV. Der Autor ist langjähriger und LEIDENschaftlicher HSV-Fan und arbeitet als Berater in der Konzernstrategie der Otto Gruppe (OTTO, SportScheck, AboutYou, Hermes etc.) in Hamburg. Nebenberuflich untersuchte er gemeinsam mit der Hamburg School of Business Administration (HSBA) und dem Forschungsinstitut IVOX Glass Lewis die Strukturen der Bundesligisten aus der Saison 2015/16 und bietet ein Seminar an der HSBA und der Nordakademie in Elmshorn zu diesem Thema an. Ralf Leister betreibt überdies den Blog FussballWirtschaft.de Ausgliederungen sind im Fußball aktuell in Mode. In der abgelaufenen Bundesligasaison spielten 14 Kapitalgesellschaften gegen 4 eingetragene Vereine. Mit dem SV Darmstadt ist einer dieser Vereine abgestiegen. Der beste Club, der ausschließlich in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins organisiert ist, ist der SC Freiburg, der die Saison als Siebter abschloss. In meiner Recherche für diesen Beitrag hatte ich den Eindruck, dass das Thema der Ausgliederung beim VfB häufig sehr …

Sami, Sansibar und die Ausgliederung

Am Wochenende traf ich die Ausgliederung auf ein Glas Champagner in der neuen Sansibar. Wir hatten uns ein wenig aus dem Auge verloren, es gab Wichtigeres, wie die Auswärtsfahrt nach Hannover, ich musste mich mit meinem Freund Sammy ganz furchtbar über das 0:1 ärgern, aber immerhin saßen die Spielerfrauen Gentner, Ginczek und Zimmermann schräg hinter uns im Oberrang der Osttribüne. Und natürlich das Grand Final mit dem 4:1 dem Platzsturm und der Feier. Sie sah nicht so gut aus wie Frau Ginczek, die Ausgliederung. Die Augen müde mit dunklen Rändern drumrum, das Gesicht fahl und eingefallen, die Haare ungewaschen. Ich fragte sie: “Was ist denn los, Du siehst ja aus als ob Du eine Woche durchgefeiert hättest.” „Boah, die ganzen Veranstaltungen mit dem Präsidenten schlauchen mich extrem, jeden Tag woanders, ich bin froh, wenn diese Ochsen-Tour über die Dörfer vorbei ist!“ “Immerhin war einer mit dabei!” “Was, wer …?” “Na, ein Ochse, Daniel Ginczek war bei einer Veranstaltung an Deiner Seite!” “Richtig, und seine Frau ist auch sehr nett, beeindruckend was die alles über Fashion …

VfB Stuttgart Aufstieg 2017

Aufstieg 2017: Wir haben die Bilder!

Die letzten beiden Bilder der Galerie (Maxim und Platzstürmle-Panorama) könnt Ihr hier und hier auch in hoher Auflösung kostenlos herunterladen. Falls Ihr eines der andere Bilder aus der Galerie benötigt, schreibt uns einfach. @buzzeSchreibt und redet gerne über den VfB Stuttgart. Es sei denn, er sitzt auf dem Fahrrad. www.vertikalpass.de

Steht auf, wenn Ihr erstklassig seid!

Es ist vollbracht: Der VfB Stuttgart steht wieder da, wo er hingehört: In der Bundesliga. Das kurzweilige Intermezzo in Liga zwo dauerte zum Glück nur eine Saison. Und auch, wenn wir der Meinung sind, dass der direkte Wiederaufstieg mit diesem Kader die Pflicht war: Selbstverständlich war er nicht. Denn, wer glaubt, dass namhafte Spieler und hohe Etats automatisch Erfolg bedeuten, sollte mal in Wolfsburg anrufen. Den Erfolg muss man wollen und alles dafür tun. Und genau das haben alle im Verein und in seinem Umfeld (fast) immer getan. Und heute ist der perfekte Zeitpunkt, um uns bei allen zu bedanken: Danke Mitch Langerak – für die vielen Paraden, die uns “glucklitsch” gemacht haben. Danke Jens Grahl – dass Stuttgart jetzt eine Shopping Queen hat. Danke Benjamin Uphoff – dafür, dass wir nie eine Torwartdiskussion hatten.  Danke Timo Baumgartl – dass Stuttgart wieder einen jungen (nicht ganz so) Wilden hat! Danke Emiliano Insua – für die vielen Flanken auf Terodde und die Kabinenselfies. Danke Marcin Kaminski – für das Last-Minute-Tor in München. So muss man sich …

Wasen zu voll? So feiert Ihr trotzdem wie 2007!

Als der VfB Stuttgart vor zehn Jahren Meister wurde, feierten bei bestem Wetter geschätzte 250.000 Fans in der Stadt und tranken sie komplett leer. Diesmal ist es nur die zweite Liga, also kommen auch nur halb so viele Menschen. Logisch. Aber mehr als 60.000 passen nicht auf den Wasen. Ich höre die Leute am Sonntag schon sagen: “Alter, Du bist ja voller als der Wasen!” Aber was machen nun die Fans, die im Stadion sind und anschließend den Aufstieg bejubeln wollen? Wir haben die vier besten Alternativen zum Public Viewing: Für die jungen Wilden: Camping auf dem Spielfeld Nach dem Spiel gegen Würzburg ist das Stadion frei. Die einfachste Lösung wäre also nach Abpfiff einfach im Stadion zu bleiben und dort bis zur Mitgliederversammlung am 1. Juni zu campen. Sanitäre Anlagen, Duschen, gastronomische Infrastruktur: Alles vorhanden. Damit es nicht langweilig wird, sind Open air Kinoabende sowie Live-Auftritte diverser Bands geplant. Mit dabei vielleicht auch Schmutzki. Gezeltet werden kann auf dem kompletten Spielfeld. Bitte die Strafräume frei lassen, damit dort Flunkyball gespielt werden kann. Grillen ist …

Wenn Du mich fragst, …

… wer mit einem 6:0 von Bielefeld aufsteigt, dann sage ich zu Dir: Das können nur die bequemen Schwaben sein, die Jungs vom VfB. 33. Spieltag. Jeder Punkt, jedes Tor kann entscheidend sein. Jürgen Kramny würde sagen, das Team muss “alles raushauen.” Und die Mannschaft liefert! Es wird um jeden Meter Rasen gefightet und kein Ball verloren gegeben. Jeder Spieler gibt 100% oder mehr und am Ende steht der höchste Sieg der gar nicht mal so kurzen Vereinshistorie zu Buche – herausgeholt gegen den haushohen Favoriten. Oh, sorry, das war ja gar nicht der VfB in Hannover, sondern die Arminia auf der Bielefelder Alm! Denn nur dort wird der Stuttgarter Aufstieg nahezu klar gemacht. Durch eine epochale Leistung der Bielefelder, die in dieser Saison viele späte Gegentreffer (Terodde!) und viele Trainer (Kramny!) erlebt haben. Am Ende haben sie nicht nur drei Punkte gegen Aufstiegskandidat Braunschweig geholt, sondern der Eintracht auch noch das gute Torverhältnis zerstört. beste Spieler für den VfB heute Mitchell Langerak & Reinhold Yabo #H96VFB — RUN STR (@RUNSTR) 14. Mai 2017 Und …

Die Aufstiegsversicherungen im Vergleich

Stuttgart, Braunschweig, Hannover. Diese drei Teams streiten sich bekanntlich um die zwei Plätze, die den direkten Aufstieg bedeuten. Warum Eintracht Braunschweig immer noch dort oben steht und für viele sogar die vermeintlich besten Chancen auf den Aufstieg hat, weiß niemand so recht. Bei Stuttgart und Hannover ist es klar: Weil sie eine Aufstiegsversicherung abgeschlossen haben. Die Absteiger gingen mit einem für Ligaverhältnisse unanständig großem Budget in die Saison und sind zum Aufstieg verdammt. Kein Wunder also, dass sich beide abgesichert haben. In Cannstatt entschied man sich für den Vollkasko-Terodde-Tarif, der bereits in Bochum einwandfrei funktionierte. Der Versicherungsbeitrag: 3 Millionen Euro. Auf den ersten Blick kein Schnäppchen, aber langfristig eine mehr als sinnvolle Investition. Hannover-Boss Martin Kind gab hingegen dem Martin-Modell den Vorzug: Eine Risiko-Lebensversicherung mit Selbstbehalt in Form von vergebenen Torchancen und verlorenen Nerven. Also genau die Versicherung, die die Stuttgarter mehrere Jahre genutzt hatten bis schließlich Harniks Torfreiheitsrabatt aufgebraucht war. Der VfB ließ den Vertrag auslaufen, Hannover nutzte die Chance und griff zu. Doch welche ist nun die bessere Variante? Wir machen den Versicherungsvergleich! Simon Terodde ist der …

Das Duell der Trainer-Streber

Wisst Ihr noch? Damals am 7. Spieltag holte der VfB einen völlig unbekannten U19-Trainer als Chefcoach. Und schnell war Hannes Wolf der heißeste Trainer-Scheiß der zweiten Liga. Mit 35 Jahren im besten Zweiliga-Alter für einen Spieler, überraschte er mit kreativen Aufstellungen statt starrer Taktik. Von ihm hörte man keine Phrasen, sondern bekam Statements, die man sich ohne Korrekturschleife auf den Unterarm hätte tätowieren lassen können. Die Fans liebten ihn und Blogs ohne jeden Sachverstand meinten sogar, einen einen Hauch von Guardiola zu verspüren. Was für ein Blödsinn. 24 Spieltage später ist Hannes Wolf nicht mehr Stuttgarts Pep, sondern eher Cannstatts Carlo: Während sie in München unzufrieden sind, weil Ancelotti “nur” die Meisterschaft geholt hat, ist man in Stuttgart der Meinung, dass Platz 1 mit dem Kader ja wohl das Mindeste ist, was der Trainer erreichen muss. Die Epizentren des Trainer-Hipstertums befinden sich mittlerweile ganz woanders. Nicht unbedingt an den Orten, an denen man sie vermuten würde, sondern in der Provinz. In der ersten Liga ist es Sinsheim, wo Julian Nagelsmann die TSG Hoffenheim erst vor dem …

Eine Stilfrage

Es ist völlig legitim, dass der VfB Stuttgart alles unternimmt, um die 75-Prozent-Mehrheit für die Ausgliederung bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung zu erzielen. Dass Gegenargumente und alternative Lösungen nicht thematisiert werden, ist nicht schön, aber nachvollziehbar. Jetzt werden alle Mitglieder, die am 1. Juni „Verantwortung übernehmen“ – man beachte die Wortwahl (alle, die wegen eines zu langen Fahrwegs oder aufgrund beruflicher Verpflichtungen nicht kommen können, drücken sich also vor der Verantwortung?) – mit einem kostenlosen Trikot belohnt. Was kommt als Nächstes? Freibier für alle? Freikarten fürs erste Saisonspiel? Gerüchte um ein Testspiel gegen einen attraktiven Gegner im Vorfeld der aoMV machen ja bereits die Runde. Der Stil, in dem die Ausgliederung kommuniziert wird, ist bemerkenswert: Geschenke statt Argumente scheint das Motto zu sein. Die Ausgliederung wird in Consulter-Sprech kommuniziert: Geschliffen formuliert zwar, aber inhaltlich so oberflächlich wie ein Tweet von Philipp Lahm. Es fehlt mir an Konzept, Hintergründen und vor allem Transparenz. Denn zu einem verantwortungsvollen Umgang mit seinen Mitgliedern gehört für mich eine vollumfängliche Information, die grobe Skizzierung von Alternativen (z.B. Rechtsform) und nicht der …