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Jetzt fehlt nur noch ein Erfolg gegen die Bayern

Was ist bitte mit dem VfB los? Vorausschauend agieren und pro-aktiv kommuzieren, das waren in der Vergangenheit nicht unbedingt die Kernkompetenzen des Clubs aus Cannstatt. Aktionismus, Kurzfristigkeit und eine Prise Dilettantismus dominierten das Handeln der Verantwortlichen. Und jetzt?

Zuerst melden sich AG-CEO Thomas Hitzlsperger und e. V.-Präsident Claus Vogt mit Videobotschaften. Auch wenn sie manchmal ein bisschen hölzern wirken, es ist zu erkennen, dass sie in diesen schwierigen Zeiten mit Fans und Mitgliedern kommunizieren und den Kontakt zur Basis nicht verlieren wollen. Tenor: Ihr fehlt uns, die Situation ist nicht einfach, aber wir wissen, was wir tun. Zur Abwechslung und im Gegensatz zu ihren Vorgängern wirkt das durchaus glaubhaft, ganz ohne Großspurigkeit, ganz ohne Selbstzufriedenheit anlässlich des respektablen Saisonstarts.

Dann verlängert Sven Mislintat erst mit Nicolas Gonzalez und kurz danach mit Wataru Endo jeweils bis 2024. Einfach so, im Fußballersprech würde man sagen „aus dem Nichts“. Das ist ein Zeichen der Wertschätzung, dass sich Leistung lohnt. Das sieht fast nach einem Plan aus: Mit Weitblick zwei Leistungsträger zu binden – dem Vernehmen nach ohne Ausstiegsklausel – das ist ungewöhnlich für den VfB. Auch wenn niemand weiß, wie lange gerade Gonzalez trotz Vertrages bis 2024 wirklich bleiben wird – bei dauerhaften Leistungen wie gegen Hoffenheim sicherlich nicht bis 2024. Aber es ist ein Signal. Für den Spieler, dass man gemeinsam und möglichst lange gemeinsam die nächsten Schritte machen möchte. Und dass der VfB auf seine Spieler achtet und sehr wohl weiß, was er an ihnen hat. Dass im Zuge der Vertragsverlängerung sicher auch die Gehälter nach oben angepasst wurden, ist gerade im Fall von Endo, der VfB-Lebensversicherung im Mittelfeld, nur fair. Die Nummer 3 des VfB hatten mittlerweile garantiert ein paar Clubs auf dem Zettel, von Gonzalez ganz zu schweigen. Er ist sowas wie der heiße Scheiß derzeit und einige internationale (Spitzen-)Clubs werden sich garantiert mit ihm beschäftigen. Eins ist sicher: Es wird teuer werden für die Manager aus Mailand, San Remo, Turin, London, Manchester, Madrid und Barcelona.

Zum absoluten Glück und einer perfekten Woche fehlt jetzt nur noch ein Erfolg gegen Bayern München. Seit 13 Jahren kein Heimsieg, immerhin 2018 ein epochaler 4:1-Auswärtssieg, wer erinnert sich nicht? Wobei nach den 1:1, 2:2 und 3:3 gegen Schalke, Frankfurt und Hoffenheim begabte Wahrscheinlichkeitsrechner eher von einem 4:4 ausgehen.

Ein Sieg Punktgewinn am Samstag für Hitzsperger VfB, das wär der Hammer. Als sportliche Antwort auf die Unverschämtheiten, die sich Karl-Heinz Rummenigge gegenüber unseres CEO erlaubt hat. Diese Argumente verstehen Kalle und Bayern München. Ich höre schon Pellegrino Matarazzo in der Kabine vor dem Spiel: „Heute spielen wir alle für den Chef!“, schreit er. So emotional kennen wir ihn gar nicht. „Ich will sehen, dass sich jeder für ihn zerreißt!“ So eine Niederlage gegen einen Aufsteiger würde Rummenigge vielleicht wieder back to earth bringen. Wobei uns Bayern München am Ende des Tages dann womöglich den Spieler des Spiels wegkaufen würde. Die alte Masche, einen aufstrebenden Konkurrenten schädigen. Ha, ha, Spaß, nein, der VfB ist längst kein Konkurrent mehr für den FCB. Selbst dann nicht, wenn man Manuel Neuer beide Arme auf den Rücken fesseln würde.

Übrigens:
Wann wird eigentlich die Vertragsverlängerung von Orel Mangala bekannt gegeben?
(Aktualisierung: Sven Mislintat muss da etwas falsch verstanden haben: Mit Borna Sosa wurde nun der Vertrag verlängert. Aber auch gut!)

Zum Weiterlesen:
Auf der Webseite des US-amerikanischen Fernsehsenders ESPN ist ein lesenwerter Text erschienen. Im wesentlichen geht es um Pellegrino Matarazzo, aber auch um die Entiwcklung des VfB im allgemeinen. Very nice!

Hier gehts es zu einem Interview mit Sasa Kalajdzic

Bild: Imago

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3 Kommentare

  1. Bernd sagt

    Das mit Nico kam gar nicht so überraschend, die Gerüchteküche hat das schon etwas länger angedeutet. Die Verlängerung mit Mangala steht wohl auch bevor.

    Aus Respekt vor einem Widersacher aus längst vergangenen Tagen esse ich jetzt erstmal einen Mars-Riegel.

  2. drhuey sagt

    Und jetzt auch noch Sosa, das feine Füßchen aus der Zagreb-Schule. Vermeintlich das größte Risiko, aber wenn er auf dieser anspruchsvollen Position seine Verteidiger-Skills noch verbessern kann, gibt es für einen VfB derzeit auch nicht so viel bezahlbare Optionen. Daher ist auch das ein top Mislintat-Move. Aktuell meint man wirklich man träumt das alles nur. Während die fleischgewordene Abrissbirne ein weiteres Projekt erfolgreich in den Sumpf manövriert hat, wird in Stuttgart Stein auf Stein gesetzt. Und heute? Nicht untergehen und vielleicht einen Punkt fürs Selbstvertrauen mitnehmen? Man wird ja wohl noch träumen dürfen!

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