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Love, Peace & Selfie: Die Mitgliedersammlung 2018

Love is in the Air beim VfB! Die Fans lieben die Mannschaft, die Mitglieder ihren Präsidenten und die Mannschaft liebt die Fans. Die Mitgliederversammlung im Schnelldurchlauf:

Die Vorstände und Aufsichtsräte wurden entlastet – das war ja auch nicht immer so. Selbst ein Millionenverlust in 2017 beunruhigte niemanden wirklich, die Vertragsverlängerung mit Wundertrainer Tayfun Korkut wurde bekannt gegeben, auch die Vorstände Röttgermann und Heim sind vier weitere Jahre an Bord. Und Thomas Hitzlsperger wird sowieso immer gefeiert, Hannes Wolf übrigens erhielt ebenso lange anhaltenden Applaus.

Dass bei den Mitgliedern die Mitgliederversammlung nicht mehr ganz die Zugkraft hat und der überwiegende Teil der aktiven Fanszene nicht teilnahm, kommt dem VfB Stuttgart sicher nicht ganz ungelegen. Dass die Mitglieder trotzdem eine starke Community bilden, soll nun durch den Mannschaftsbus, sowas wie der heimliche Star des Clubs, dokumentiert werden. Die Namen aller 63.000 Mitglieder sollen auf dem Vehikel verewigt werden. Ob das jetzt wirklich auf Wunsch der Mannschaft passiert oder doch eher eine Aktion der umtriebigen Marketingabteilung ist? Egal, schöne Idee und bestimmt ein Mordsg’schäft. Aber ist das Ganze überhaupt DSVGO-konform?

Gefeiert wurde der Moment: eine tolle Rückrunde und Michael Reschke, dessen Entscheidungen in der Rückschau ausnahmslos alle Bombe wären: der Gomez/Terodde-Move, die Verpflichtungen von Erik Thommy und Tayfun Korkut, Wahnsinn! Präsident Wolfgang Dietrich hingegen sah in seiner Rede viel mehr als einen Moment: Eine rosige Zukunft, natürlich dank ihm, dank strategischer und sportlicher Entscheidungen. Er sieht einen starken VfB, der in den nächsten Jahren angreifen will. Das hört natürlich jeder gerne, aber alles basiert eigentlich auf dem derzeit erfolgreichen sportlichen Moment, gerne nochmal forciert mit emotionalen Einspielern.

Aber das überragende Spiel gegen Bayern München ist ebenso Geschichte wie der starke Schlussspurt gegen Hoffenheim und Leverkusen. Ab jetzt fängt alles wieder von vorne an und die zweite Saison nach einem Aufstieg ist immer die schwerste (Phrasenschwein-Voice). Michael Reschke verdeutlichte dies, in dem er Euro League-Ambitionen in der nächsten Runde für unrealistisch hielt und er deutete nebulös an, dass es in der Sommertransferperiode auch Dinge geben wird, die nicht allen gefallen. Was meint er damit? Mögliche Wechsel von Benjamin Pavard und/oder Daniel Ginczek?

In den Redebeiträgen von Chris Prechtl und Joris wurde der Präsident auch auf sein Selfie mit Joachim Steinhöfel angesprochen, einem Anwalt, der erst sich erst mit Massenabmahnungen einen zweifelhaften Ruf erwarb und dann politisch rechts abgebogen ist. Dietrich erklärte, der Jurist sei sein Nachbar in Südafrika, er wisse nichts über seine politische Ausrichtung und Steinhöfel vertrete weder ihn noch seine Familie juristisch. Man kann über den VfB-Präsidenten viel sagen, aber naiv ist er ganz sicher nicht und insofern ist es zumindest fraglich, in wieweit diese Aussage glaubwürdig ist. Dass Steinhöfel Dietrich Junior in einem Verfahren gegen die Stuttgarter Zeitung rund um die Ausgliederung vertrat, scheint ihm wohl in der Aufregung auch entfallen zu sein. Kann ja mal passieren.

Politische Neutralität in allen Ehren, aber retuschierte T-Shirts und im Eck versteckte Spendendosen für die Aktion „Nazis raus aus den Stadien“ auf der einen Seite und Personen wie Steinhöfel im Dunstkreis von Wolfgang Dietrich auf der anderen Seite: Das hat mehr als ein G’schmäckle, das wirft kein gutes Licht auf den VfB Stuttgart und seinen Präsidenten.

Eine improvisierte und schöne Zusammenfassung der MV findet ihr im STR-Podcast.

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