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Ohne Hoffnung

Dies ist für die Traurigen, die zu Tausenden da draußen sind. Die irgendwo alleine sitzen und einfach nicht mehr weiter wissen. Für die, für die Sonne nie mehr scheint, weil die graue Wolkendecke ewig bleibt. Verlassen und verloren, ausgepowert und am Boden. Nichts sagt dir, dass alles besser wird, wobei die Hoffnung eigentlich als aller Letztes stirbt. Ein Tunnel ohne Licht am Ende, Dunkelheit für immer. Du kannst die Sorgen nicht ertränken, denn sie sind verdammt gute Schwimmer. Doch zum Glück kann ich vermelden, wie schlimm’s auch immer kommen mag, da sind noch welche, die dir helfen. Und das sind Wolfgang Dietrich und Michael Reschke!

Und genau das ist das Problem, wenn genau diese beiden den VfB aus der Krise führen sollen. Wir wissen: Es ist nicht nur deprimierend, gegen Schalke 04 verloren zu haben, sondern zu wissen, dass wir verloren sind. Denn wer glaubt wirklich daran, dass es mit den beiden Management-Führungsfiguren besser wird, die diese Mannschaft zusammen gestellt haben? Ein Team bestehend aus vermeintlichen Führungsspielern wie Mario Gomez, Christian Gentner, Holger Badstuber, Gonzalo Castro, Daniel Didavi und Andreas Beck, die bislang hoffnungslose Underperformer sind. Kombiniert mit hoffnungsvollen Talente wie Nicolas Gonzalez, Erik Thommy und den beiden Neuzugängen Borna Sosa und Pablo Maffeo, die alle heillos überfordert sind. Dazu kommen eigentlich formstarke Spieler wie Marc-Oliver Kempf und Santi Ascacibar, die unter der Last der Verantwortung merklich zu tragen zu haben.

Jetzt wird sich natürlich in Phrasen geflüchtet: Gute Vorbereitung, Neuzugänge, Automatismen erarbeiten, alles auf Null stellen. Wird das den Durchbruch und den Klassenerhalt bringen? Die Null stand jedenfalls in der Vorrunde viel zu oft. Auf dem Punktekonto, auf dem Torekonto und im öffentlichen Auftreten von Reschke und Dietrich. Im Vergleich zum Vorjahr hat der VfB 3 Punkte und 30 Millionen Euro weniger, dafür aber zwei weitere Trainer verschlissen.

Wie verzweifelt Michael Reschke sein muss, zeigt die neueste Verpflichtung von Alexander Esswein (Hertha BSC), die er noch in der Mixed Zone nach der Niederlage gegen Schalke ankündigte. Ein talentierter Bundesligaspieler mit unbestrittener Geschwindigkeit, der in dieser Saison sechs Spiele absolvierte und zwei Treffer erzielte. In der Regionalliga Nord-Ost. Nichts gegen Esswein, herzlich willkommen, aber wenn er die Kategorie Spieler darstellt, mit der Reschke seinen völlig misslungenen Kader reparieren will, dann steht es um den VfB Stuttgart miserabel.

Unsere größte Hoffnung auf den Klassenerhalt sind nicht Dietrich und Reschke, sondern  Hannover und Nürnberg. Denn unsere Konkurrenten um den Klassenerhalt sind vermeintlich noch schlechter als der VfB. Aber so wie wir den VfB kennen, wird aufgrund dieser Tatsache womöglich die Situation noch schön geredet.

Frohe Weihnachten.
Wir alle haben uns die Winterpause bitter verdient.

Das Intro des Textes stammt weitgehend aus Jan Delays Song „Hoffnung“.

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9 Kommentare

  1. Pierre Leschek sagt

    Ich weiss nicht, ob man so denken sollte, wir müssten es doch gewohnt sein, vielleicht und nur vielleicht gibt es Licht im Dunkel und es kommt der Frühling und dann der VfB. Wie es schon oft war, meistens waren unsere Hinrunden nicht gut aber die Rückrunden wie unter Korkut zuletzt. Ich traue es Weinzierl und der Mannschaft zu und wer weiss, vielleicht überascht uns mancher Spieler wie Alexander Esswein ja positiv. Er besitzt Erfahrung und er will garantiert keine Regio Nord spielen. Deswegen traue ich ihm zu, dass er seinen Weg bei uns findet und uns vorwärts bringt auch weil Weinzierl ihn gut kennt.

  2. Bruno Schöllhorn sagt

    An jedem Spieltag 200 km hin – 200 km heim – und dann das. Dass in den ersten Spielen unter Markus Weinzierl nicht viel zu erwarten war, geschenkt. Aber wie die Mannschaft (man merke auf – ich schreibe nicht mehr „wir“) die letzten Spiele verkorkst hat, lässt eigentlich nur den Schluss zu: die können es einfach nicht besser! Ja, und dafür sind Wolfgang Dietrich und Michael Reschke verantwortlich. Alleine diese beiden.

    Die Entscheidung, mit einem kümmerlichen Stürmer in die Saison zu gehen, keine Verstärkung für diesen Typus von Stürmer zu holen, einem mit Größenwahn geschlagenen Spieler einen langfristigen Vertrag zu geben, einem Trainer nach einer brauchbaren halben Saison langfristig zu vertrauen, gleichzeitig auf lange Frist geplante Konzepte ad absurdum zu führen usw. Welcher gute Spieler, egal ob noch jung oder schon mit Erfahrung, will denn zu so einem Verein wechseln? Das Beispiel Esswein, er möge mir hier meine Ansicht verzeihen, zeigt klar und deutlich, in welcher Region wir inzwischen agieren. Ich lach mir einen, wenn von der guten Kontaktliste Reschkes geschwafelt wird.

    Mir hängt’s zum Halse raus – und obwohl ich seit 1974 zum VfB gehe, ich habe langsam den Kanal voll. Vielleicht muss auch der große Verein VfB doch den Weg gehen, den Kaiserslautern geht: ab in die Bedeutungslosigkeit.

    Und trotz aller Aufregung, es gibt viel Wichtigeres als den VfB – nämlich: Frohe Weihnachten allen Menschen!

  3. Ich habe ja immer gesagt, dass es ein Fehler war Ginczek gegen Didavi einzutauschen, aber jetzt sehe ich das anders: Ginczek hat das sinkende Schiff verlassen, bevor alle gemerkt haben, dass der Rumpf voll mit Wasser ist. Der Junge ist clever gewesen und hat seine Chance genutzt! Und da der Rumpf mittlerweile gebrochen ist und das Schiff zu beiden Hälften aus dem Wasser lugt, wer soll da noch am Board springen um den Kahn zu retten? Ein Spieler aus der Regionalliga? Allein die Tatsache diese Verpflichtung nach dem verschissenem Spiel heute direkt bekannt zu geben, zeugt von großem medialen Verständnis von Herrn Reschke! Einfach Mal die Fresse halten, denkt man sich da zuweilen. Aber Angst macht mir nur, dass anscheinend nicht nur Herr Reschkes Medienverständnis mangelhaft ist, sondern auch sein Fussballverständnis. Wäre nicht schlimm, wenn er nur Pressesprecher vom VfB wäre, er ist aber Sportchef. Und Dietrich? Hm, der eiert im Hintergrund rum und gibt sich groß bei Podiumsdiskussionen mit Uli Hoeneß und Mario Gomez, leistet aber sonst nichts, außer da weiter zu machen, was schon viele Präsidenten des VfB vor ihm gemacht haben: Verkacken!

    • @abiszet sagt

      @Pierre
      Du hast recht, vielleicht überrascht uns einmal ein Spieler oder die Mannschaft positiv.

      @Bruno
      Seit 74 dabei, 400 km jeden Spieltag, das ist ein Wort. Und ich bin absolut Deiner Meinung. Nur dass der VfB den Weg von Kaiserslautern gehen soll, da gehe ich nicht mit ;-)

      @Mozy
      Absolut! Der VfB hat schon im Winter 2017 Ginczek signalisiert, nicht voll auf ihn zu setzen (wegen seiner Verletzungshistorie), dann einen Didavi zu holen (mit seiner Verletzungshistorie) ist zumindest mutig. Aber Ginczek nicht zu ersetzen und keine Alternative zu Gomez zu haben ist fahrlässig. Und ja, bei der Verpflichtung von Esswein schüttele ich auch den Kopf: zum einen die Personalie an sich und dann der Zeitpunkt. Was will Reschke damit bezwecken? Will er signalisieren, dass er die Lage verstanden hat und direkt reagiert (mit Esswein?)? Will er Lob dafür haben? Will er von der Niederlage ablenken? Will er zeigen, dass jetzt alles besser wird (mit Esswein?)?

  4. Dr. Huey sagt

    Am 03.03.1979 war mein erster Stadionbesuch (A-Block/5:0 gegen Düsseldorf). Damals war ein neuer Fan des VfB geboren. Und seither kriege ich die Beziehung trotz dem Wissen, dass sie schon seit langem keinen Spass mehr bringt, nicht mehr los. Des öfteren war die Enttäuschung gross, wenn wir zum Beispiel wieder mal die Bayern nicht schlagen konnten oder gar der Abstieg unvermeidbar war. Aber dieses Mal ist es anders, dieses Mal ist es strukturell. Denn es ist offenkundig, dass der Abstieg nicht die erwartete Zäsur und Neuaufstellung des Vereins mit sich gebracht hat. Dazu kommt, dass in den letzten Jahren jeder Spieler, der zum Vfb kam, schlechter geworden ist, bzw. Spieler woanders ihre internationale Karriere beginnen/starten. Insofern fehlt dem Verein etwas wesentliches im Leistungssport: Leistungskultur! Sicher: ob es nachhaltig mit Schindelmeiser und Wolf gut gegangen wäre, weiss man nicht. Aber unbestreitbar ist auch, dass die vielen Einflüsterer (Berater, Rechtsanwälte, etc.) den Verein fest im Griff haben und sich jeder, der andere Wege gehen möchte, unbeliebt macht und gehen muss. Durch diesen Filz wird der Verein einer besseren Zukunft beraubt. Daher befürchte ich, dass der VfB nun dort angekommen ist, wo er hingehört. Der Fussball hat sich weiterentwickelt und ich liebe diesen Sport. Leider hat der VfB diese Entwicklungen trotz bester Voraussetzungen verschlafen und ich bekomme beim VfB schon lange nur noch Murks geboten und bin danach schlecht gelaunt. Mir macht ob der gezeigten Leistungen (nicht nur auf dem Platz) und des erwähnten Filzes leider gar nichts Hoffnung und ich denke der VfB wird dauerhaft und selbstverschuldet zwischen 1. und 2. Liga pendeln. Man sollte aufhören zu sagen, dass der Verein nicht dort hingehört, es ist bittere Realität! Zeit sich zu entlieben. Fröhliche Weihnachten.

    • @abiszet sagt

      Lieber Dr. Huey, vielen Dank für den Kommentar, nur mit einer kritischen Anmerkung: Es ist nicht Zeit, sich zu entlieben! Wie Du sagst: Du liebst das Spiel und den VfB, das ist größer als alle Probleme rund um den Club!

  5. Harald Wollenschlaeger sagt

    Seit der Ära MV darf sich jeder ohne großen Fußballverband, aber mit großem Mundwerk beim VFB versuchen. Am Ende gibt es wieder Derbys auf dem Betreff.

    • Harald Wollenschlaeger sagt

      Eigentlich wollte ich folgendes schreiben.
      Seit der Ära MV darf sich jeder ohne großen Fußballverstand, aber mit großem Mundwerk beim VFB versuchen. Am ENDE gibt es wieder Derbys auf dem Betze.

  6. Johan sagt

    Es fällt aber sehr schwer nicht ans Entlieben zumindest zu denken. Nur: es geht nicht!

    Und last but not least wird der Fredi (Bobic) nach dem (unsinnigen) Transfer von Esswein auch noch zum Manager des Jahres gekürt…

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