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VertikalGIF #VfBFCB: Sieger der Herzen

Nachdem Werder Bremen in der Vorwoche mit einer sehr defensiven Ausrichtung einen Punkt aus München hatte entführen können, lautete die große Frage: Wie lässt Matarazzo sein Team gegen den Rekordmeister auflaufen? Mutig und offensiv, das Risiko in Kauf nehmend, ins offene Messer zu laufen oder doch eher gegen seine Prinzipien und defensiv. Die Antwort: beides.

Der Trainer, der am Samstag seinen 43. Geburtstag feierte, hatte sich einiges überlegt: Für Pascal Stenzel rückte Dinos Mavropanos in die Verteidigung, in der er mit Kempf, Anton und Sosa oft in einer Viererkette agierte. Überraschender waren da schon die Veränderungen in der Offensive: Den Ausfall von Gonzalez sollte nicht wie erwartet Kalajdzic kompensieren, sondern Coulibaly agierte unterstützt von Silas als vorderste Kraft. Und für den angeschlagenen Didavi kam Philipp Förster zu seinem Bundesligastartdebüt.

Gleich nach Anpfiff wurde deutlich: Das Stuttgarter Team hatte nicht vor, den Bus im Strafraum zu parken. Das Team ging mutig zu Werke und nervte den FC Bayern auf dem ganzen Platz. Dieser Plan wäre allerdings bereits nach drei Minuten schon überholt gewesen als Lewandowski den Pfosten traf. Nicht überraschend, schließlich war das Spiel auch die Begegnung der Teams mit den meisten Alutreffern in der Saison.

In der 20. Minute passierte dann das, von dem VfB-Fans geträumt hatten: Förster schickte Silas über rechts und der spielte einen perfekten Pässe in die Mitte. So perfekt, dass Manuel Neuer dachte, er könne den Ball abfangen, was ihm aber nicht gelang. Das Resultat: Tanguy Coulibaly mit seinem ersten Bundesligatreffer und seinem ersten Treffer für den VfB überhaupt. Da haben sie sich aber ordentlich verschätzt, Herr Neuer, oder?

Man kennt es ja aus der Vergangenheit: Der Underdog geht überraschend gegen die Bayern in Führung, die wachen auf und zehn Minuten später steht es 1:4. Diese Sorge musste man gestern nicht haben. Denn auch nach Coulibalys Treffer fiel Hansi Flicks Mannschaft nur wenig ein. Von Distanzschüssen und gefühlten 167 Flanken abgesehen, die Kempf & Co. aber souverän wegverteidigten. Sie hielten den Landen tadellos sauber.

Und auf der anderen Seite? Da hätte Philipp Förster innerhalb weniger Minuten zur VfB-Legende werden können. Doch leider konnte er seine beiden Großchancen genauso wenig im Tor unterbringen wie Silas kurz darauf. Dennoch: Zwischen der 35. und 37. Minute war der VfB drauf und dran, das 2:0 zu erzielen. Und was passiert meistens in solchen Fällen: Genau, es fällt das 1:1.

Aber der VfB ließ sich nicht beirren, spielte einfach weiter und erzielte das 2:1 durch – na klar – Philipp Förster! Doch leider wurde der Treffer nach Videobeweis vom Schiedsrichter zurückgenommen, weil Coulibaly Neuer hart gefoult hatte. Gute Besserung an dieser Stelle.

Der VfB hatte also seine Chancen und konnte bzw. durfte sie nicht nutzen. Und was passiert meistens in solchen Fällen: Genau, es fällt das 1:2. Mal wieder durch eine Einzelaktion. Denn ganz ehrlich: Viel mehr hatten die Bayern am Samstag auch nicht zu bieten.

Im Gegensatz zur ersten Hälfte war die zweite Halbzeit weniger spannend. Aufregend war allerdings, das Ex-VfB’ler Benschamäh Pavard oft ziemlich schlecht gegen Borna Sosa aussah, der wieder eine hervorragende Partie bot. Das gilt auch für Silas, der mit einer derart großen physischen Präsenz auftrat, dass sich die Bayernspieler schon bei seinem Anblick verletzten.

Das Tolle aus VfB-Sicht: Das Spiel blieb bis zum Schluss offen. Das Team von Matarazzo hatte gegen Ende seine Chancen auf den Ausgleich. Weil der Trainer mutig wechselte und die Mannschaft immer an sich glaubte – genauso wie die Fans übrigens. Weniger schön: das 1:3 der Bayern in der 87. Minute durch eine – natürlich – Einzelaktion.

Was bleibt? Das gute Gefühl, dem Champions League Sieger das Leben so schwer wie möglich gemacht zu haben. Die Gewissheit, dass Trainer und Team ihren Prinzipien treu bleiben. Aber Lob schießt keine Tore. Deswegen wird es höchste Zeit, dass der VfB sich für seine starken Leistungen endlich mit drei Punkten belohnt. Warum nicht gleich in Bremen am zweiten Advent?

Unseren Text zum Spiel findet ihr hier.

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3 Kommentare

  1. fritzo62 sagt

    Ich weiß nicht so recht. Wenn Werder ein 1:1 holt, in München, und der VfB gegen eine schlechte Bayern-Mannschaft, aber guten Einzelspielern, in der 1. Halbzeit sehr gut, (wie immer) in der 2. HZ sinnlos agiert, verlieren wir in Bremen, und haben dann nach der nächsten Niederlage beim BVB 11 Punkte nach 11 Spielen, womit man absteigt. Nachdem Castro vom Platz musste, war es eine A-Jugend Mannschaft, nett anzuschauen.
    Ich bin kein Bruddler und find den VfB, auch das Umfeld, gerade echt super. Aber bitte lasst uns nicht alles himmelhochjauchzend kommentieren, denn der Trend zeigt eindeutig nach unten, und dann muss es sich zeigen, ob man nicht nur schönen, sondern auch effektiven Fußball spielen kann. Gestern hätten viele Bundesligateams gegen Bayern gewonnen.

    • Der Groundhopper sagt

      Hier kann ich ehrlich gesagt nur zustimmen.
      Gegen die Top 3 „ganz gut mitgehalten, aber leider am Ende verloren“ haben wir auch in der letzten Abstiegssaison bereits! So desolat sie auch sonst war.
      Richtig fatal aus meiner Sicht war jedoch, dass der 1. FC Köln gestern diese Big Points eben einfach mal geholt hat…

      Dass bei Fifty-Fifty-Situationen wirklich zu 99,99% immer pro Bayern gepfiffen wird (einzige Ausnahme war die 90. Minute im Pokalfinale 2018 – prompt haben sie verloren!), wird sich vermutlich in hundert Jahren nicht mehr ändern! Leider!!!

  2. Motzbackenbruddler sagt

    Sehe das langsam auch so. Scheiß auf das 1:3 gegen die Bayern. Wichtig wäre es gewesen gegen Freiburg einen Punkt mitzunehmen und Köln und Schalke zu schlagen. Mit den Remis gegen Frankfurt und Hoppenhase kann ich hingegen gut leben. Bremen ist gerade gut drauf und auch Dortmund ist kein guter Aufbaugegner…

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