Mini-Feature, Spielbericht, VfB
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Die Fans sind der Star!

Klar, Simon Terodde kann Torschützenkönig werden, Christian Gentner der emotionale Fixpunkt des Teams, Berkay Özcan einen Assist nach dem anderen geben und Mitch Langerak der beste Keeper der zweiten Liga. Doch schon jetzt sind es die Fans, die die zweite Liga aufmischen. Im positiven Sinne wohlgemkerkt. Sie sind der Star des VfB Stuttgart. Mal ganz davon abgesehen, dass Terodde, Gentner, Özcan und Langerak (im Moment noch) weit weg sind von beschriebenen Superlativen.

Die VfB-Fans, die fahren einfach mal nach Sandhausen und übernehmen das Hartwald-Stadion. Ein Auswärtsspiel zum Heimspiel machen, das ist für die VfB-Supporter offenbar ganz easy. Ganz schön cheesy aber, wie der VfB in Sandhausen auftritt. So etwas wie ein offensives Spielkonzept ist nicht zu erkennen, es sei denn, es heisst: Länge Bälle auf T-Rodd und auf den zweiten Ball gehen. Das Trademark auf dieses „System“ besitzen die Bezirksliga und die Premier League.

Einer, der dem Spiel Struktur geben könnte, bleibt draußen: Alexandru Maxim. Es gab eine Zeit, da lieferte der Rumäne feinsten Vorlagen-Porn und war Head-of-Standardsituation. Aber Jos Luhukay, nicht bekannt als Spielerflüsterer, setzt auf den 18-jährigen Berkay Özcan. Dem gelingt nichts, er trennt sich zu spät vom Ball, verliert die meisten Zweikämpfe, wirkt verloren und überfordert. Aber wenn du denkst, es geht nicht mehr, dann kommt bekanntermaßen von irgendwo ’ne Flanke her: Öczan Freistoß, T-Rodd – Tor. Kann man so machen. Dabei kann Özcan tatsächlich eine Mischung aus Khedira und Özil sein: Strategisch talentiert, robust im Kampf Mann gegen Mann, technisch versiert und mit dem Blick für Räume. Im zweiten Durchgang hat er dann wirklich einen Özil-Moment, als er die Kischte von Gentner genial vorbereitet. Nicht nur deshalb möchte ich ihn ab jetzt Özi nennen.

Toni Sunjic dagegen schafft etwas Extremes: Er kombiniert einen Schwaab- mit einem Niedermeier-Moment und ermöglicht so den Anschluss. Außer Wut darüber bleibt nur noch Mitleid. Der eingewechselte Maxim und Gentner versuchen ihn zu trösten, aber alle wissen: Langsamkeit, Hüftsteife und Fehler im Spielaufbau, so scheint das magische Dreieck von Sunjic zu heißen. Selbst Sunjic selbst scheint es ein Rätsel zu sein, warum er mal wieder einen Körperklaus-Moment hatte. Fast scheint es wie eine Szene aus einem der viel zu oft gesehenen Hollywood-Streifen, in denen die Protagonisten die Körper tauschen. Aber wer steckt in Sunjic Körper? Rowan Atkinson alias Mister Bean?

Dass der VfB dann gegen Sandhausen in den letzten Minuten zittern muss, das ist sehr irritierend. Da sind sogar die VfB-Fans ein bisschen leiser, weil sie sowas bei einem Heimspiel in „ihrem“ Stadion nicht erwartet hätten.

Der harte Support ist erstklassig. Schön wäre, wenn die Mannschaft sich diesem Niveau anpassen würde. Schön wäre, wenn Trainer Luhukay ein Spielsystem installieren würde, das diesen Namen verdient. Schön wäre, wenn Sport-Vorstand außer dem Japaner Takuma Asano weitere Verstärkungen holen würde. Dann wären Fans und Verein auf Augenhöhe.

Denn die drehen nicht nur in Sandhausen auf, sondern auch online. Die geshoppten T-Rodds stammen von @SeriouzRH, @MartinPanik1893 und @flocaputmundi

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