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Wann sagt der VfB „Ja“ zum Abstiegskampf?

Es gibt so Spiele, da weiß ich von vorne herein, dass es nicht gut ausgeht: Mainz ist seit sechs Spielen sieglos und da kommt der VfB als Aufbaugegner genau richtig. War es jemals anders? Es ist ein Spiel, in dem der VfB Mainz auf sechs Punkte distanzieren kann. Hat der VfB jemals so ein Spiel gewonnen? Dann macht sich der VfB erst völlig lächerlich, weil die Arbeits- bzw. Spielberechtigung von Chadrac Akolo fehlt, dann ist allen Mainzern anzumerken, dass sie das Ding heute packen wollen. Man hatte fast den Eindruck, Trainer Sandro Schwarz und Manager Rouwen Schröder wollten auch noch mitkicken. Die hatten Schaum vorm Mund. Mir fällt keiner ein, der vom VfB da dagegen hätte halten können. Santi Ascasibar vielleicht. Aber die anderen? Alle viel zu nett und unambitioniert.

Dass der VfB dann mit einem Slapsticktor in Führung geht: Kann nur ein „technischer Übermittlungsfehler“ sein. Dass Mainz ein Tor durch Videobeweis zurückgepfiffen wird, muss ein Fehler in der Matrix sein. Dass Ron-Robert-Zieler einen Flatterball von Muto noch vor der Pause durch die Hände gleiten läßt, ist dann endlich VfB-like. Die anderen beiden Gegentore typisch: Mainz will es mehr, der VfB halbherzig, im Beamtenmodus, ganz so, als ob er es nicht nötig hätte, zu kämpfen und zu punkten. Dass Mainz den VfB nicht komplett abschießt, liegt nur an deren Unvermögen vor dem Tor. Der VfB hat niemand, der einen Gegner im 1:1 umspielen kann (ausser einmal Gente vor dem 3:2), der VfB hat keinen, der eine Flanken schlagen kann, der VfB hat niemand, der spielerisch den Unterschied macht. Es herrscht offensive Ideenlosigkeit. Auf und außerhalb des Spielfelds.

Offensichtlich ist, auch wenn Michael Reschke immer wieder das Gegenteil behauptet: Der Kader ist sowohl positions- als auch mentalitätsmäßig schlecht zusammen gestellt. Oder von Hannes Wolf völlig falsch aufgestellt. Dass ein Dennis Aogo, der jedem Zweikampf aus dem Weg geht und absolut körperlos spielt, beim VfB Woche für Woche in der Startelf steht, sagt alles. Die Abwehr muss sich auf Holger Badstuber verlassen, der der vermeintlich beste Innenverteidiger ist, der aber gleichzeitig auch fehlerhaft, schwerfällig und langsam ist und dem der VfB offensichtlich zu klein ist. Dass der VfB weder klassische Außenspieler noch spielfreudige Kombinationsspieler hat (von Berkay Özcan abgesehen), macht Mario Gomez das Leben schwer. Aber das hat sich sowieso erledigt, nachdem er von Nigel de Jong vom Platz getreten wurde. Letzte Woche konnte Mario Gomez noch über Wasser laufen, diese Woche humpelt er vom Platz. Wenn er länger ausfallen sollte, sinken die Chancen auf den Klassenerhalt.

„Wir müssen halt kämpfen“, sagt Zieler nach dem Spiel. „Die Mainzer haben uns den Schneid abgekauft“, stellt Aogo fest. Ja, so einfach ist es, den VfB zu schlagen. Wollen, laufen, kämpfen, beißen – und schon knickt der VfB ein. Der VfB ist aktuell ein Pussy-Team. Er muss den Abstiegskampf endlich annehmen. Vielleicht stellt Präsident Wolfgang Dietrich mal den Führungsspielern die Frage: „Wann sagt Ihr Ja zum Abstiegskampf“? Oder er stellt sich einfach selbst auf.

Und wäre ein Trainerwechsel die Lösung?
Nein, wäre es nicht. Denn es würde nur von den eigentlichen Problemen im Kader ablenken.

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