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10 Fragen nach dem 1:3 gegen Köln

77. Minute im Spiel VfB Stuttgart gegen Köln: Gerade hat Simon Zoller das 0:2 für Köln erzielt. Kölns Trainer Peter Stöger steht in seiner Coaching-Zone mit ausdruckslosem Gesichtsausdruck, er lehnt Glückwünsche ab, es ist unklar, ob er überrascht oder peinlich berührt ist. Sein Team hat soeben das Spiel entschieden. Es war deutlich unterlegen, es hat lediglich auf die Fehler des VfB gewartet, der ein mitreissendes Spiel geliefert hat, aber seine Torchancen nicht nutzte. 1893 davon hatte der VfB, Köln vielleicht drei. Das passive Team, das gut organisierte, das taktisch reifere Team blieb cool und abgezockt und das reichte, um in Stuttgart drei Punkte mitzunehmen. Gegen den 1. FC Köln, den der VfB im eigenen Stadion zum letzten Mal mit Jogi Löw auf der Bank besiegt hat, sahen die Zuschauer ein Spiel, das teilweise von der Sitzen riß. Emotional war es, es läßt aber einige Fragen offen:

Gibt es noch jemand, der Sorge hat, dass im neuen taktischen System von Alexander Zorniger ein Platz für Filip Kostic ist?
Er spielte nach dem Motto „Ich fühle mich so fly!“ und überflog regelmäßig seine linke Angriffsseite. Für Gegenspieler Olkowski begann sich alles zu drehen, er musste auf der Rückfahrt nach Köln Kopfschmerztabeltten nehmen. Kostics Flanken waren jedoch unpräzise oder blieben in der vielbeinigen Abwehr hängen. Auch unter Zorniger wird Kostic allerdings seine dominante Rolle haben, wird nach wie vor eine Waffe sein.

Gibt Martin Harnik bessere Interviews (siehe hier) als er den Ball kontrollieren kann?
Sieht ganz so aus. So ehrlich und authentisch er im Gespräch ist, so trottelig ist er im Vergeben von Torchancen. Wie sagte er noch: „Konstanz ist das, wodurch sich große Fußballer von eher durchschnittlichen wie mir unterscheiden. Konstant gut zu spielen, ist die hohe Kunst.“ Im Moment vergibt er konstant Torchancen.

Hätte Sven Ulreich den Elfer verschuldet und in der jungen Saison bereits zwei Tore in die kurze Ecke bekommen?
Ullreich war für viele Symbol des Niedergangs und Feindbild. Tytons Körpersprache ist viel besser als Ulreichs, aber dass der VfB mit einem Torhüter spielt, muss sich erst noch zeigen. Es ist sicher zu früh, über Tyton zu urteilen, aber den erhofften signifikanten Qualitätssprung bietet er noch nicht an.

Ist Adam Hlousek die Lösung in der Innenverteidigung?
Lord Hlousek erneut mit einem soliden Spiel, mit ordentlicher Spieleröffnung und guter Torchance nach einem Standard. I like him. Aber ganz ehrlich: Es müssen mindestens noch einer – beim Abgang Rüdigers nach Rom – noch zwei Innenverteidiger kommen. Auch wenn Hlousek bisher absolut positiv überrascht!

Ist Spektakel und attraktives Spiel besser als 3 Punkte in einem ereignisarmen Spiel?
Schwierig. Es sind sich wohl alle einig: Das Spiel gegen Köln war attraktiv und spektakulär und das kann ich mir jede Woche anschauen. Aber so ein paar Punkte wären schon nicht schlecht. Also: Spektakel immer plus Punkte, bitte. Und ich nehme auch mal einen Sieg ohne Spektakel.

Ist Daniel Didavi zu eigensinnig?
In der einen oder anderen Spielsitaution, gerade in der ersten Halbzeit, suchte Didavi selbst den Abschluss, obwohl Mitspieler besser postiert waren. Auffällig auch, dass ihn aus meiner Sicht ab der 70. Minute die Kräfte verließen. Aber er ist einer, der den Unterschied ausmacht. Und wenn sein Schuß anstatt an die Latte zu klatschen ins Tor gegangen wäre, dann wäre es ein anderes Spiel geworden (Anmerkung: Hab‘ schon 5 Euro ins Phrasenschwein geworfen).

Fehlt Serey Dié wirklich als Mentalitäts-Monster und Zweikampf-Hulk?
Absolut. Lukas Rupp spielte ansprechend, versuchte als erste Anspielstation des Spiel zu ordnen, aber Dié ist nochmal ne andere Hausnummer. Gerade bei Ballgewinnen und dem strategischen Besetzen von Räumen ist Dié derzeit unersetzbar.

Geht jetzt die Diskussion los, ob Zorniger das erfolgreiche System aus dem letzten Systemdrittel ändern musste?
Nein. Und die Spieler sollten an Zorniger glauben, denn das sah gegen Köln lange Zeit richtig nach Fussball aus. Allerdings müssen auch Ergebnisse her, sonst verliert das Projekt an Glaubwürdigkeit. Schon am Samstag in Hamburg stehen Trainer und Mannschaft unter enormem Druck. Eine weitere Niederlage und der Fehlstart ist da.

Wäre bei der miserablen Chancen-Auswertung nicht Vedad Ibisevic eine Lösung?
Robin Dutt wird nicht müde, die gute Einstellung von Ibisevic zu loben, das mag aber auch taktisch sein, um ihn ins Schaufenster zu stellen. Wenn der Bosnier allerdings bleibt, sollte aus meiner Sicht die Tür für ihn immer offen bleiben.

Was sagte die Band „Wanda“ zu den vielen vergebenen Torchancen ihres österreichischen Landsmanns Martin Harnik?
„Ich will Schnaps!“

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2 Kommentare

  1. Hab das Spiel mit einem Bekannten geschaut, der sich weitaus besser mit Sport und v.a. Fußball auskennt als ich. Der schaut aber normal nie VfB. Fazit: Tolles Spiel, aber was hat dieser Harnik da verloren?! Ohne Harnik wäre es 3:0 gestanden und Köln hätte keine Chance mehr gehabt da ranzukommen.
    Den Elfer gegen den VfB hätte man vermeiden können, der Torwart hat so weit draußen eigentlich nicht viel zu suchen bzw. nicht so draufzugehen. Passiert aber. Bei den anderen Toren konnte er nicht viel machen da allein.

  2. Pingback: Köln vs Rüdiger – Rund um den Brustring am Montag, 17. August 2015 | Rund um den Brustring

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