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Wir sind wieder dort, wo wir hingehören!

Vor einer Woche, nach der Derby-Niederlage gegen den KSC war das Gefühl noch: Die Wärme ist gewichen, es ist kühl. Die Fassungslosigkeit, wie der VfB den Aufstieg wegwerfen kann, #ausgerechnet gegen den KSC. Die Enttäuschung führte zu der Frage, wie man sich mit dieser Mannschaft und dem Club weiter identifizieren kann. Zwei Spiele, sechs Punkte und elf Tore später ist der VfB so gut wie sicher aufgestiegen. Zwei Spiele, die absolut überragend waren, die aber nicht über die vielen Probleme hinwegtäuschen dürfen, die der VfB über nahezu die gesamte Saison hatte.

Emiliano Insua schrieb in seiner Instagram-Story:
„We return to where we belong“.

Hört sich arrogant an und die Einstellung ist womöglich eines der Grundprobleme des VfB. Denn der Aufstieg ist eine Selbstverständlichkeit für den VfB. Leider wurde der Aufstieg für viele beim VfB auch als so selbstverständlich angesehen, dass man beim kleinsten Erfolg „dachte, das läuft von selbst“. Darüber können die beiden Hurra-Siege gegen Sandhausen und Nürnberg nicht hinwegtäuschen. Über viele Spiele fand der VfB keine Einstellung zur zweiten Liga. Und sind wir ehrlich: Der VfB ist so gut wie aufgestiegen, aber das liegt nicht an der eigenen Stärke. Wie viele Punkte hat der HSV nach eigener Führung vergeigt? 20 in 33 Spieltagen! Dass der HSV zuletzt gegen Spielende einen Zitterfuss bekam, beschert dem VfB letztlich den direkten Aufstieg. #DankeHSV

Aber jetzt über den Aufstieg bruddeln? Nee, man muss auch mal was gut finden! Freuen wir uns daran, wie Nicolas Gonzalez durch die Luft fliegt. Wie Silas über den Platz fliegt. Wie Ata Karazor die Abwehr organisiert, als ob er noch nie etwas andere gemacht hätte und dann im gegnerischen Strafraum die Dinger einfach reinmacht im Stil eines jungen Mario Gomez. Wie wir vorne mit Sasa Kalajdzic eine Giraffe drin stehen haben, die die Bälle fest machte, Flanken von der Eckfahne in den Strafraum zirkelte und sein erstes Pflichtspieltor erzielte. Das war wirklich stabil, was der VfB gegen zugegeben desolate Nürnberger ablieferte. Das hätten wir uns so auch gewünscht gegen Osnabrück, Kiel, Wiesbaden, Fürth und den KSC.

(Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Trotzdem löst der fast sichere Aufstieg (noch) keine Euphorie aus. Das liegt daran, dass wir nur vor dem Fernseher sitzen konnten. Was wäre los gewesen, wenn wieder 25.000 VfB-Fans im Max Morlock-Stadion gewesen wären? Wenn die Cannstatter Kurve wieder nach Nürnberg transportiert worden wäre? Wenn wir dann im Stadion vom Heidenheim-Ergebnis erfahren hätten? Die Kurve in Nürnberg wäre wirklich in massiver Einsturzgefahr gewesen.

Es stellt sich auch (noch) keine Euphorie ein, weil wir uns in der Saison zu oft fragen mussten, warum der VfB nicht liefert. Warum er seine Überlegenheit nicht auf dem Platz in Spielweise, Tore und Punkte umwandeln kann. Neun Niederlagen kassierte der VfB, Spitzenreiter Arminia Bielefeld dagegen nur zwei. Pellegrino Matarazzo meinte, beim Sandhausen-Spiel habe es „Klick gemacht“ in der Mannschaft. Am 32. Spieltag! Besser sehr spät als nie, denn am Ende der Saison steht die Rückkehr in die erste Bundesliga. Pflicht erfüllt! Dort zu bestehen, wird schwierig genug.

Wir könnten uns aber auch so fühlen wie der HSV. Deshalb sollten wir kräftig durchatmen und den Moment genießen.

Zum Weiterlesen:
– unser vertikalGIF findet Ihr hier
– Aufstieg auf den letzten Drücker
– Auf den HSV ist Verlass

Fotos: Alexander Hassenstein (Getty Images)

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7 Kommentare

  1. drausvomlande sagt

    Also, es ist ja nicht so, dass ich mich nicht über den Aufstieg freuen würde. Aber es ist halt mal wieder nicht unser Aufstieg /(früher Klassenerhalt), sondern die Blödheit anderer. Und das freut mich nicht, schon seit Jahren nicht. Und zu Eurem Text: Ich kritisiere Euch äusserst selten, weil Ihr seid einfach gut, aber: „Über viele Spiele fand der VfB keine Einstellung zur zweiten Liga. “ ==> das ist zu billig, weil die Einstellung schon viel früher und viel öfter nicht vorhanden war.

    SchhhhhhhhhTrike!!!

    Und trotzdem geil, dass wir wieder oben sind und noch viel geiler, dass wir die Chancen haben, auch ganz lange oben zu bleiben.

    • Renntiger sagt

      ist denn in einer Liga mit 18 Vereinen die am Ende in einer Reihenfolge anhand ihrer jeweiligen Ergebnisse aufgelistet werden nicht immer die eigene Leistung eine Art von Kehrwert der Leistung der anderen?
      Ich verstehe die Logik nicht so ganz. Ist Bielefeld denn nicht nur erster weil sie weniger oft verloren haben als alle anderen? Und was haben wir jetzt davon das so zu betrachten?
      Oder geht es Dir um die Diskrepanz zwischen Leistung und Ergebnis der Spiele? Da würde ich sagen dass die auch oft genug zu unseren ungunsten ausging

    • Bernd sagt

      Naja, das mit den Chancen für ganz lange da oben sehe ich etwas kritischer. Der Kader ist eine noch größere Wundertüte als beim letzten Mal und zu den grundlegenden Problemen der Ausrichtungen habe ich ja schon nach dem Sandhausen-Spiel was geschrieben.

  2. drhuey sagt

    In der Tat: das fälschlicherweise viel zitierte „anspruchsvolle Umfeld“ um den VfB hatte viel Grund zum Bruddeln in dieser Saison. Wenn man sich bemühen möchte muss man sicher auch attestieren, dass die Mannschaft nicht die ideale Ausgangslage hatte. Da war zunächst der fatale Fehlgriff beim Trainer, der mit seinem „Walterball“ (eines meiner Top3-Unwörter der Saison) den Pep 2.0 mimen wollte. Dann hatte die Mannschaft viele Neuzugänge zu verkraften und lastnotleast ist sie sehr jung. Als wäre es nicht schon genug kommt noch hinzu, dass ein Mario Gomez nicht mehr dort sein will oder kann wo es weh tut (v.a. dem Gegner) und dessen Anlaufen eher einem Auslaufen ähnelt. Same same but different: Jedes dritte Spiel ein Didavi, der 70 Minuten den Erwartungen, seinem Ruf und seiner Bezahlung gerecht wird. Den Rest hat er Aua und/oder konditionelle Probleme. Motzki Badstuber, der immer genau weiss, wenn seine Kameraden mal einen kleinen Motivationsstubs brauchen, tat sein übriges. Bezeichnend: Die zwei mitreissenden und entscheidenden Spiele fanden alle ohne diese Herren statt. Man könnte also behaupten, dass der VfB trotz der etwa 10 Mio. Gehalt teuren Herren aufgestiegen ist. Ich freue mich über den Mut Matarazzos und hoffe diese System- und Personalumstellung hat nachhaltig Bestand und auf die Gefahr, dass man mich psychisch für instabil hält, behaupte ich mal: das Saisonziel muss nicht zwangsläufig Nichtabstieg heissen. Diese Mannschaft hat jetzt gelernt, mit welcher Griffigkeit und welchem Einsatz sie zum Erfolg kommt, wird mehr Räume vorfinden und könnte so auch nicht nur drei, sondern auch 8 Mannschaften hinter sich lassen. „Zitterfrei und mit einem Trainer durch die Saison“ fände ich ein gutes Minimalziel.

  3. Elmar Amendinger sagt

    Wir dürfen uns heute auch echt mal freuen. Haken an diese eklige Saison. Bin oft bei Auswärtsspielen dabei,da seit 7 Jahren wohnhaft im Westen. Fußball Bundesliga verglichen mit Liga 2 – das sind 2 Sportarten. Hier wird erst mal 10 min nur auf die Knochen gebolzt gegen den vermeintlichen Favoriten, sei es VfB oder HSV. Egal, fühle keine Häme gegen die aus Hamburg, da viele Kunden und Freunde dort. Ist hart, wir haben es geschafft. Der Trainer hat kurz vor knapp reagiert, uns zwar richtig. Habe seit Wochen nicht verstanden warum man von einem System mit Karazor weg geht. Das hat funktioniert, und dann ist der plötzlich draußen ?? Kann doch nur an der Lobby der „Alten“ liegen, nenne jetzt bewusst keine Namen. Der Junge bringt vieles mit, der Franz des VfB, so sehe ich das. In Zeiten von Aggression und Gewalt, in unserer Stadt, er heißt Atakor, und verkörpert Stuttgart sehr gut. Was ich sagen wollte, er spielt wie Franz. Und wir haben noch ein paar davon, auf die muss jetzt gebaut werden, jung und schon sehr weit. Wir werden den Weg jetzt weiter gehen und wir Fans werden Vertrauen haben und ich freue mich schon wieder auf einen Sieg im Westfalenstadion oder der Turnhalle in Gelsenkirchen……

  4. drausvomlande sagt

    Also mit Logik bin ich noch nie an den VfB herangegangen, mit sehr viel Herz ja, manchmal sogar mit beißender Ironie, Schmerzen, und sogar Schadenfreue, aber Logik? nee, nicht in meinem Fussball.
    Und deshalb ist dieser Aufstieg für mich nicht unser erreichter Aufstieg, sondern der vom HSV verpasste Aufstieg, über den ich mich freue und gleichzeitig den HSV bedaure.
    Und eine Saison ohne Zittern mit einem Trainer, dann meckere sogar ich nicht mehr …

  5. Mozy sagt

    Ich sage es mal so (und Ihr wisst ja, ich bin hier als Motzki bekannt): Diesen Aufstieg hat der VfB (wenn sie es nicht kurioser Weise doch noch Verkacken) absolut nicht verdient und die Saison war für einen Aufsteiger eine Katastrophe. In Liga 1 wird sich zeigen, ob sie es einfacher haben werden mit weniger tief stehenden Gegnern und ohne Favoritenrolle. Die Aussage von SM, dass der Kader ausreichend aufgestellt sei für Liga 1 und man nur ein paar wenige Schrauben drehen müssen, hinterlässt mich allerdings fragend… Aber eins muss man einfach sagen: Vom Unterhaltungswert ist dieser Verein einfach grandios und wird in seinem Skript nur vom HSV getoppt;-) Förster hat es in seinem Kicker Interview folgend zusammen gefasst: Wir sind nicht der FC Bayern. Damit kann er nur meinen, dass es furchtbar langweilig sein muss, Fan von diesem zu sein…

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