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Die (Not-)Lösung mit dem bayerischen Patienten

Erfahren, Linksfuß, gute Spielereröffnung, ablösefrei: das wäre in etwa die Stellenbeschreibung von Jan Schindelmeiser auf dem Karriereportal stepstone-fussball.de für die vakante Stelle in der Innenverteidigung. Und auf keinen passt diese Beschreibung besser als auf Holger Badstuber. Ist er also der perfekte Mann für den VfB?

Ja, wären da nicht die vielen Verletzungen, seine mangelnde Spielpraxis und seine unübersehbaren Geschwindigkeitsdefizite. Wir brauchen nicht die Statistiken anschauen, wie viele Spiele er verpasst hat und welche Verletzungen er hatte. Denn es waren so ziemlich alle, die man sich vorstellen kann. Fehlt nur noch, dass er auf Feinstaub allergisch reagiert. Der VfB braucht einen verlässlichen Spieler, er muss nicht mehr der Jüngste sein, er muss keine überragende Bombe sein, aber er muss einfach nur delivern. 34 Spiele lang. So wie vor vielen, vielen Jahren Dragan Holcer. Sollte Jan Schindelmeiser ihn nicht kennen, Holcer wäre das Role-Model für den neuen Mann in der Innenverteidigung.

Badstuber ist ein sympathischer Kerle, er hat eine VfB-Vergangenheit (2000 bis 2002 in der VfB-Jugend), war vor einigen Jahren auf dem Weg in die Weltklasse und verfügt über jede Menge Erfahrung. Und wer gönnt ihm nicht ein großes Comeback? Dennoch muss die Frage erlaubt sein: Das soll der Königstransfer für die Innenverteidigung sein?

Es kann doch wohl nicht sein, dass das jahrelange Problem in der Innenverteidigung ausgerechnet ein verletzungsanfälliger und vom Pech verfolgter Spieler lösen soll. Ein Spieler, von dem Schindelmeiser vor kurzem noch sagte, dass er ihn in der Winterpause hätte haben können (wie auch Neven Subotic), aber nicht wollte. Und jetzt doch: Verzweiflung? Gambling? Streit mit den Vorstandskollegen? Alternativlos? Klar, den Badstuber-Transfer kann man machen. Aber eigentlich nur als Add-on nach dem Motto „buy one Innenverteidiger and get one Badstuber free“. Wenn man sowieso gut aufgestellt ist und eine weitere Option haben will, ein Nice-to-have-Transfer also. Nur: Der VfB ist alles andere als gut aufgestellt in der Innenverteidigung. Diese Personalie muss sitzen, es ist ein absoluter Need-to-have-Transfer.

Eine großartige Wahl scheint der VfB nicht zu haben. Womöglich mangelt es an Alternativen, was aber kein gutes Licht auf Jan Schindelmeiser wirft. Das Problem in der Innenverteidigung ist dem VfB-Vorstand seit einem Jahr bekannt – und den Fans noch viel länger. Doch gut eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel kommt ein neuer Mann mit sensiblem Körper und Trainingsrückstand. Das ist beunruhigend.

2 Kommentare

  1. Bernd sagt

    Ist vielleicht gar kein so blöder Transfer, weil man sich damit weitere Optionen offenhält, kurz vor Ende der Transferperiode nochmal zuzuschlagen (egal auf welcher Position), weil sich dann möglicherweise Leute holen lassen, die man Stand heute nicht bekommt, weil Spieler oder Verein noch auf bessere Angebote hoffen. Nimmt also den Druck unbedingt was machen zu müssen, was ja auch wieder die Preise nach oben treibt. Selbst wenn sich am Ende nichts mehr ergeben sollte, hätte man trotzdem einen bundesligatauglichen Kader, vorausgesetzt natürlich es wird noch ein neuer RV geholt.

  2. Mal ehrlich, der VfB kann doch froh sein einen Spieler wie Badstuber überhaupt bekommen zu können. Sicherlich war er zu oft verletzt. Aber ob er dadurch wirklich ein größeres Risiko darstellt, als ein junger Spieler bei dem man noch nicht weiß, was er wirklich kann? Es sollte doch klar sein, dass wenn er unverletzt bleibt er eine absolute Verstärkung darstellt.

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