Monate: August 2020

Castro als Kapitän: Eine logische Wahl

Gonzalo Castro zum neuen Mannschaftskapitän des VfB zu machen, scheint eine logische Entscheidung von Trainer Pellegrino Matarazzo zu sein. Mit 33 Jahren ist er der Älteste im blutjungen Kader und verfügt mit 383 Bundesliga-Spielen mit Abstand über die meiste Erfahrung. Zusammen mit Sami Khedira, Mesut Özil, Mats Hummels, Manuel Neuer und Benedikt Höwedes wurde er 2009 zudem U21-Europameister. Gibt es in diesem Kader keinen geeigneteren Kapitän als Castro? Scheint so. Denn es ist auch deshalb eine logische Wahl, weil sich kein anderer aufgedrängt hat: Pascal Stenzel? Wataru Endo? Gregor Kobel? Marc-Oliver Kempf? Mal scheint es das Naturell, mal sind es die Sprachkenntnisse, mal die Position, mal die unsichere Situation, Stammspieler zu sein. Und beim zweiterfahrensten Spieler im Team, Daniel Didavi, entspricht dessen Standing im Verein wohl in etwa der Zuverlässigkeit seines Körpers. Als Lautsprecher ist Castro bisher nicht aufgefallen. „Ich halte mich lieber im Hin­ter­grund.“ sagte er einmal im Interview mit 11 Freunde. Er ist eher der Typ „stiller Techniker“, der auf dem Platz jedoch durchaus temperamentvoll sein kann. Allerdings in erster Linie bei Diskussionen …

Das Prinzip Hoffnung

„Das könnte sein Jahr werden!“ Sven Mislintat ist im „kicker“ optimistisch, dass Borna Sosa nach diversen Verletzungen und Formkrisen in seiner dritten Saison den Durchbruch beim VfB schafft. Der junge Kroate ist nicht der Einzige, bei dem der VfB hoffen muss, dass er den nächsten Entwicklungschritt macht. „Das könnte sein Jahr werden!“ Das könnte Mislintat auch über Silas Wamangituka sagen. Für den schnellen und manchmal überdrehten Übersteigerkönig könnte es durchaus mehr Raum geben für seine raumgreifenden Sprints und Soli. Wenn er dann noch an seinem ersten Kontakt arbeitet und öfter die richtige Entscheidung trifft, wann er ins 1:1 gehen und wann er abspielen sollte, ja dann könnte es zu seinem Jahr werden. Es könnte auch das Jahr des Sasa Kalajdzic werden. Das muss es fast. Der Österreicher, wie sein Sturmkollege Hamadi Al Ghaddoui bisher ohne eine einzige Bundesligaminute, sollte schon wissen, wo das Tor steht. Denn, wer sonst soll die Buden machen – vor allem dann, wenn Nicolas Gonzalez den VfB verlassen sollte? Selbst er wäre keine Garantie. Auch wenn sich Gonzalez nach der Corona-Spielpause …

„Schorschi, Schorschi noch einmal, …

… es war so wunderschön. Schorschi, Schorschi noch einmal, wir wollen Tore sehn!“ Leser unserer VfB-Fibel wissen: Wir sind Fans von Georg Volkert, dort schrieben wir unter anderem über ihn: Erst mit knapp 33 Jahren wechselte der gebürtige Franke zum VfB, nachdem er mit dem 1. FC Nürnberg Deutscher Meister und 1977 mit dem Hamburger SV Europapokalsieger geworden war und längst nicht mehr so flink auf den Beinen wie zu Anfang seiner Karriere. 75.000 Mark betrug 1978 die Ablösesumme für Volkert. Eine selbst für damalige Verhältnisse geradezu lächerliche Summe für einen, der lange Zeit als bester Linksaußen Deutschlands galt, den sogar Juventus Turin verpflichten wollte. Volkert hatte seine Launen, er war ein guter Orgelspieler und Sänger, aber am wichtigsten: an guten Tagen war er unwiderstehlich. Würde man einen Film über ihn drehen, so müsste er „Der Trixxer“ heißen. Volkert hatte alles drauf, er war ein Fopper, ein Fummler, aber kein Ego-Shooter. Dribbeln bedeutete bei ihm nicht Eigensinn, sondern Raumgewinn. Er konnte Tricks im Stehen, im Laufen und wahrscheinlich auch im Sitzen, er schnickste mit dem …

vp weekly KW33

Noch gut vier Wochen bis zum Saisonauftakt des VfB Stuttgart gegen den SC Freiburg. Allmählich geht die Saisonvorbereitung in die kritische Phase. Zum Beispiel mit Testspielen. Da erste fand am letzten Samstag gegen den SV Sandhausen statt. Nach mühsamen ersten 20 Minuten rollte der Cannstatt-Express mit 6:1 über den Zweitligisten hinweg. Tore: Förster, Castro, Didavi, Stenzel, Endo, Gonzalez. Dabei fielen vor allem Förster, Klement, Thommy und Leihgabe Nikolas Nartey auf der anderen Seite positiv auf. Auch die neue VfB-Innenverteidigung mit Anton und Mavropanos sah ganz ordentlich aus. Ganz im Gegensatz zum Robert-Schlienz-Stadion: Die Gärtner scheinen noch in Kurzarbeit zu sein. Apropos Kurzarbeit. Die scheint in der kommenden Saison auch auf Holger Badstuber zuzukommen – bei vollem Gehalt versteht sich. Denn am Montag berichtete der kicker, dass Pellegrino Matarazzo wohl nicht mehr mit ihm plant. Klingt fast so, als ob der Veteran um seinen Kaderplatz bangen müsste. Das dürfte vermutlich nicht nur sportliche Gründe haben. Am Dienstag trafen die die Gesundheitsminister der Länder, um zu beraten, wie man mit den DFL-Plänen umgeht. Die Liga und die …

vp weekly KW32

Die Woche begann mit etwas Erfreulichem: Der VfB stellte die Trikots der Saison 2020/2021 vor. Wer ein weißes Trikot mit einem roten Brustring erwartet hatte, der wurde nicht enttäuscht. We call it a Klassiker und zum Glück wurde von Jako auch im zweiten Jahr nicht verkrampft dran rumgespielt. Das Auswärtstrikot in rot bzw. schwarz ist recht kreativ geworden. Es ist inspiriert vom Auswärtsjersey der Saison 1997/1998. Der Stuttgarter Stadtplan ist das zentrale Gestaltungselement des Trikots, wobei sich das Herzstück (=Stadion) direkt unter dem Wappen befindet. Ganz neu ist die Idee zwar nicht, aber trotzdem ist es wieder ein unverwechselbares Trikot geworden. Well done, Jako! Wie beim Heimtrikot trägt die Innenseite am Nacken das Ortsschild „Bad Cannstatt“ und an der Außenseite befindet sich ein VfB Nackenprint. So bilden Heimat und Verein – mit allen Menschen, die dazugehören – den symbolischen „starken Rücken“ der VfB-Spieler. Wer sich ein Trikot holen will, hier gehts lang: 75,90 EUR für Mitglieder. Schnäppchen! Fit für die neue Saison! 💥 Unser Heim- und Auswärtstrikot 2020/2021 #auscannstatt. Zusammen mit der Mercedes-Benz-Bank und JAKO …

Covid 19 und Stuttgart 20/21: Wie der Saisonstart aussehen wird

Noch‌ ‌gut‌ ‌vier‌ ‌Wochen‌ ‌bis‌ ‌zum‌ ‌Saisonauftakt‌ ‌und‌ ‌viele‌ ‌Fragezeichen‌ ‌rund‌ ‌um‌ ‌den‌ ‌VfB‌ ‌Stuttgart.‌ ‌Eins‌ ‌ist‌ ‌jedoch‌ ‌jetzt‌ ‌schon‌ ‌sicher:‌ ‌Auch‌ ‌die‌ ‌kommende‌ ‌Saison‌ ‌wird‌ ‌keine‌ ‌normale.‌ Ob‌ ‌und‌ ‌wie‌ ‌viele‌ ‌Fans‌ ‌in‌ ‌die‌ ‌Stadien‌ ‌dürfen,‌ ‌ist‌ ‌genauso‌ ‌offen‌ ‌wie‌ ‌die‌ ‌Frage,‌ ‌ob‌ ‌die‌ ‌Fans‌ ‌auf‌ ‌diese‌n ‌“Fußball”‌ ‌überhaupt‌ ‌Bock‌ ‌haben.‌ ‌Wir‌ ‌wagen‌ ‌trotzdem‌ ‌mal‌ ‌einen‌ ‌vorsichtigen‌ ‌Blick‌ ‌nach‌ ‌vorn auf den ersten Spieltag der Saison 20/21:‌ ‌ ‌ Spätestens durch‌ ‌den‌ ‌überraschenden‌ ‌Wechsel‌ ‌von‌ ‌Nicolas‌ ‌Gonzalez‌ ‌zu‌ ‌RB‌ ‌Leipzig‌ ‌(Ablöse‌ ‌12,5‌ Millionen)‌ ‌hat‌ ‌der‌ ‌VfB‌ ‌Stuttgart‌ ‌zu‌ ‌Saisonbeginn‌ ‌ein‌ ‌massives‌ ‌Problem‌ ‌in‌ ‌der‌ ‌Offensive.‌ ‌Vor‌ allem,‌ ‌weil‌ ‌sich‌ ‌zu‌ ‌allem‌ ‌Überfluss‌ ‌auch‌ ‌noch‌ ‌Hamadi‌ ‌Al-Ghaddioui‌ ‌im‌ ‌letzten‌ ‌Training‌ verletzte.‌ ‌Zum‌ ‌Glück‌ ‌lässt‌ ‌sich‌ ‌Fußball-Rentner‌ ‌Mario‌ ‌Gomez‌ ‌breitschlagen‌ ‌und‌ ‌unterschreibt‌ ‌einen‌ ‌stark‌ ‌leistungsbezogenen‌ ‌Halbjahresvertrag. Schließlich ist er ohnehin oft in Stuttgart, um den Baufortschritt seines neuen Hauses zu kontrollieren.‌ ‌Doch‌ ‌aufgrund‌ ‌seines‌ ‌ Trainingsrückstands‌ ‌reicht‌ ‌die‌ ‌Luft‌ ‌zu‌ ‌Beginn‌ ‌nur‌ ‌für‌ ‌13‌ ‌Minuten.‌ ‌“Mario‌ ‌ist‌ ‌immer‌ ‌für‌ ‌ein‌ Abseitstor‌ ‌gut”‌ ‌scherzt‌ ‌Matarazzo,‌ ‌wählt‌ ‌dann‌ ‌aber‌ ‌einen‌ ‌konventionellen‌ ‌Ansatz‌ ‌und‌ ‌stellt‌ ‌Marcin‌ ‌Kaminski‌ ‌als‌ ‌Mittelstürmer‌ …

vp weekly KW31

In der letzten Juliwoche stieg nicht nur die Temperatur im Stuttgarter Kessel, sondern auch die Spannung, was mögliche Transfers und den Trainingsauftakt betrifft. Wie gewohnt fassen wir das Geschehen der vergangenen Woche für euch zusammen: Transfercoups? Ist der VfB am Kolumbianer Jackson Martínez dran? Dessen Berater Gustavo Gallo verriet: „Wir haben lange geredet und ich habe ihm gesagt, dass es eine Möglichkeit in Stuttgart, in Deutschland, gibt. Das gefällt ihm und wenn es ihm gefällt, dann hat er noch nicht daran gedacht, seine Karriere zu beenden“, erklärte Gallo. „Jackson kann wegen seines Knöchelproblems nicht so oft spielen“, gab der Berater allerdings zu. Hört sich nach einem perfekten Partner von Daniel Didavi an. Dabei war Martinez mal kurzzeitig shit hot. Zwischen 2010 bis 2016 wurden für den einstigen Weltklasse-Stürmer knapp 91 Millionen Euro an Ablösen gezahlt. Die Chancen, dass Sven Mislintat ihn verpflichtet, dürften aber bei null liegen. Zum Glück. Wo wir beim Thema hochbezahlte, verletzungsanfällige Spieler sind: Juventus Turin möchte offenbar den Vertrag mit Sami Khedira auflösen. Natürlich entbrennt sofort eine Diskussion, ob er dem …