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Von Windeln verweht

Hannes Wolf, wir müssen reden. Schon klar, die Niederlage war auch unglaubliches Pech, erst die Verletzungen von Donis und Akolo, dann das Slapstick-Tor von Uth. Ja, und Hoffenheim ist nicht unbedingt der Gegner, den ein Aufsteiger schlagen muss. Aber dieses Spiel gleicht wie ein Ei den meisten anderen Auswärtsspielen. Ich erwarte eine Lernkurve von Ihnen und der Mannschaft. Denn es reicht nicht, gut zu beginnen. Es reicht nicht – selbst gegen einen völlig uninspirierten Gegner wie Hoffenheim – nur ordentlich zu verteidigen. Denn Sie müssten es ja besser wissen: Irgendeiner in der Abwehr schießt einen Bock! Gegen Frankfurt war es Ginczek, gegen Hamburg war es Zieler, gegen Bremen war es Badstuber und jetzt war es Insua, der sich übertölpeln ließ. Damit müssen Sie einfach rechnen. Hatten Sie wie ich auch die gesamte zweite Halbzeit das Gefühl, dass jeden Augenblick das Gegentor fallen wird? Hatten Sie wie ich auch die gesamte zweite Halbzeit das Gefühl, das Ihre Mannschaft kein Tor schießen wird? Soll das eigentlich ewig so weitergehen, dass wir auswärts wie Pussies auftreten und einfach nur …

Die neue Stuttgarter Stabilität

Am 12.12.2016 verlor der VfB Stuttgart sein Heimspiel gegen Hannover 96 mit 1:2. Schuld war damals unter anderem der legendäre Slapstickpatzer von Mitch Langerak. Wären die Verletzungssorgen nicht so groß, hätte Hannes Wolf eine knappes Jahr später am 13. Bundesligaspieltag fast die gleiche Formation aufs Feld schicken können. Nur Mitch Langerak und Kevin Großkreutz sind nicht mehr Verein. Dennoch hat sich viel verändert. Man kann es kaum glauben, aber: der VfB ist stabil geworden. Nach der oben angesprochenen Niederlage folgte damals mit dem 0:3 gegen den Auf- und späteren Absteiger Würzburger Kickers das letzte Freakspiel. In Berlin wurde sondiert, in Stuttgart hat Hannes Wolf konsolidiert. Und so wurde aus einer wackligen Defensive eine Dreierkette, um die uns die halbe Liga beneidet: Timo Baumgartl, U21-Nationalspieler. Benjamin Pavard, französischer A-Nationalspieler und dazu Holger “er ist so gut, wenn er fit ist” Badstuber. Da sieht man schnell drüber hinweg, dass unser Lieblings-Benschamä in den letzten beiden Partien zwei Elfmeter verursacht hat. Auch gegen Hannover halten sie den Laden hinten ziemlich dicht. Und was die Dreierkette durchlässt, fischt Ron-Robert …

Mehr als drei Punkte

Platz 11, 16 Punkte, 8 Zähler Abstand auf Tabellenrang 16, so gut wie alle spielten für den VfB, ein Spieltag zum Chillen. Aber vor allem ist der Sieg mehr als drei Punkte Wert. “Haben Sie eigentlich schon einmal so mannorientiert gespielt wie heute?”, wird Hannes Wolf im Anschluss an die Pressekonferenz im kleinen Kreis gefragt. Der VfB-Trainer überlegt. Er lächelt. “Nein”. Ganz leise fügt er hinzu: “In Fürth haben wir es mal versucht”. Wer sich nicht erinnert: Das war ein fürchterliches Spiel und ging 0:1 verloren. Dieses Mal ging sein Matchplan auf. Manndeckung, das schöne alte Wort aus den 70er und 80er Jahren, was hat das im modernen Spiel von heute zu suchen? Das fragte sich wohl auch Emiliano Insua, der in der ersten Halbzeit überhaupt nicht mit dieser Spielweise zurecht kam. Das lief im zweiten Durchgang besser (Wolf: „Wir haben Insua noch weiter vor geschoben auf Toljan“), durch die mannorientierte Spielweise verwickelte der VfB den BVB immer wieder in Zweikämpfe und ließ deutlich weniger Kombinationen zu als in Durchgang eins. Dazu kamen immer wieder …

Alles nur geklaut …

Red Bull Leipzig ist böse. Ganz böse. Die Fratze und die Ungerechtigkeit des Kapitalismus. Die können alles und jeden kaufen, wahrscheinlich auch Schiedsrichter und das ekelhafteste ist, dass sie auch noch attraktiven Fußball spielen. Regelrecht zum Kotzen ist, dass Red Bull gegen den VfB gewonnen hat und das mit angezogener Handbremse. Während wir uns noch freuen, Fan einer AG mit Vereinstradition zu sein, macht Red Bull die Kiste. 1:0. Trocken, humorlos, mit dem ersten Torschuss. Red Bull Leipzig ist wie die Chinesen. Sie klauen Know-how und verbessern es. Erst haben sie unsere gesamte Jugendabteilung abgeworben, uns dann Josua Kimmich weggenommen, um uns schließlich noch unser Wunderkind Timo Werner zu entreißen. Jetzt tun sie so, als ob sie Werner entdeckt hätten, dabei war das doch Bruno Labbadia. Unter ihm machte Werner sein erstes Bundesligaspiel. Alles nur geklaut also bei Red Bull. Ohne Brause-Millionen und VfB-Know-how wären die immer noch in der dritten Liga und müßten gegen den KSC spielen. Red Bull hat mit den Verkaufserlösen dieses bäbbigen Zeugs ein Nachwuchsleistungszentrum hingestellt, das wohl das Beste in …

Fanpost

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Gefühle, wo man schwer beschreiben kann

VfB-Präsident Dietrich hat ja bekanntlich große Pläne und träumt mittelfristig von der Champions League. Aber warum sollte er eigentlich der Einzige mit ehrgeizigen Zielen und großen Visionen sein? Wir machen auch mit! Nachdem dieser Blog nun endlich wieder erstklassig ist, wird es in dieser Saison einige Neuerungen geben. Die erste, die wir Euch heute vorstellen möchten, ist: Wir werden unsere Text zu den Spielen in Zukunft durch Inhalte von Emotionum ergänzen. Worum geht’s dabei? Das Start-up aus Hamburg erstellt für jeden Bundesligaspieler ein so genanntes Emotionum, das seine Soft Skills abbildet. Dabei geht es nicht (nur) um Zweikampfwerte und Passgenauigkeit, sondern um die Qualitäten, die man nur schwer quantitativ erfassen kann. In den vier großen Bereichen Technik, Taktik und Athletik gibt es nämlich auch die Abteilung Charakter. Der Clou bei der Sache: Das ganze funktioniert crowdbasiert. Genau: Ihr könnt die Spieler bewerten. Je mehr mitmachen, desto exakter wird das Emotionum des Spielers. Wir finden, dass das ein interessanter Ansatz ist. Für die Transparenz: Wir bekommen für die Einbindung nichts und zahlen auch nichts dafür. Aussehen …

Lehrgeld, wa?

Ich kann Hertha BSC Berlin nicht leiden. Ich mag St. Pauli. Kaiserslautern. Bochum. Ich mag Union Berlin. Nürnberg. Bielefeld. Aue. Aber Hertha BSC Berlin mag ich nicht. Das ist keine lang gewachsene Aversion, es gibt kein besonderes Ereignis oder einen Spieler, weshalb ich die Hertha nicht mag. Eigentlich sind mir die Berliner egal, wenn sie nicht gegen den VfB spielen. Berlin spielt herzlos, es ist eine blutleere Truppe, selbst Vedad Ibisevic wurde domestiziert. Die Hertha kann es sich sogar erlauben, einen Salomon Kalou aufzustellen und 90 Minuten lang zu ignorieren. Für mich ist die Spielweise der “alten Dame“ so unverdaulich wie die ungarische Kohlroulade Töltött Káposzta, denn Trainer Pal Dardai gibt seiner Elf schon in der vierten Saison das einfache Motto mit auf den Weg: “Wir machen nur das, was wir können. Das ist nicht viel, aber das machen wir gut.“ In Berlin gibt es also traditionell ungarische Hausmannskost. Doch dem VfB fehlt der nötige Biss und der entscheidende Erfolgshunger. Es ist besonders ärgerlich und unnötig gegen Berlin zu verlieren, es gibt nur zwei Gründe …

Der VfB rockt die Liga!

Endlich ist es soweit. Endlich wieder Fußball! Keine Verschwörungstheorien mehr rund um Jan Schindelmeiser, endlich ein bisschen Abwechslung in der unerquicklichen Diskussion um alte und junge Spieler, endlich Ablenkung von den nervigen Nachrichten um vermeintliche Neuzugänge. Der VfB ist nach einem Jahr #nurzuGast in der zweiten Liga wieder dorthin zurückgekehrt, wo er herkam: in den Abstiegskampf der ersten Liga. So denken jedenfalls viele. Wir als unverbesserliche Optimisten sehen das natürlich ganz anders. Aber lest selbst. Viel Spaß bei unserer mittlerweile schon traditionellen Hinrunden-Prognose. 1. Spieltag Michael Reschke frühstückt mit VfB-Präsident Wolfgang Dietrich im Berliner Hotel Adlon. Gesprächsthema Nr. 1: Kapitän Christian Gentner, der gegen Berlin nicht in der Startformation steht. Das Spiel endet 3:3, nachdem Hertha bereits 3:0 führte. Simon Terodde verwandelt in der 93. Minute den Elfmeter zum Ausgleich. „Der Mannschaft fehlt eindeutig die Erfahrung“, analysiert Reschke. Hannes Wolf hingegen lobt Mut, Geschwindigkeit und Kondition des Teams, er selbst legt am Spielfeldrand fünf Kilometer zurück. Und Wolfgang Dietrich? Der postet auf seiner Facebookseite ein Selfie mit Vedad Ibisevic. 2. Spieltag Die weiße Karawane vom …

Warum ich ein bisschen Angst um Hannes Wolf habe

Eins muss man sagen: Seit Wolfgang Dietrich beim VfB Präsident ist, geht es auf allen Ebenen deutlich professioneller zu. Alles ist durchdacht und bis ins letzte Detail durchchoreografiert. Beispiel Ausgliederung: Eine stufenweise Kommunikation, die clever aufeinander aufbaute, mit einer Kampagne, die einfache Botschaften als Vorteile wiederholte und die Club-Legenden wie Buchwald, Khedira und Hitzlsperger smart mit einband. Dasselbe jetzt bei der Demission von Jan Schindelmeiser: Klug wurden vermeintliche Fehlleistungen in der lokalen Presse lanciert, clubintern wurden Mehrheiten hergestellt und gleichzeitig ein hochkarätiger Nachfolger verpflichtet. Bevor man sich über den Rausschmiss von Slim Shindy ärgern konnte, “musste” man sich über die bayerische Supernase Michael Reschke freuen. Hut ab! Dabei liest sich die Transferbilanz von Schindelmeiser genau so gemischt wie die von Supernase Reschke und von Max Eberl und von Michael Zorc. Laut Dietrich geht es aber auch um die nicht getätigten Transfers. Und da müssen wir Schindelmeiser wirklich dankbar sein. Bei Jos Luhukay verweigerte er die Transfers von Ronny(!), Marko Marin und Alexander Baumjohann. Laut verschiedener Quellen hat Schindelmeiser bei den von Beratern angebotenen Rani Khedira, …