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So sehen Sieger aus!

Wir sollten in dieser schweren Stunde nach der unglücklichen Niederlage gegen Leverkusen nicht vergessen, was alles gut ist beim VfB Stuttgart.

Wir haben einen sympathischen Sport-Vorstand, der den VfB gut zu repräsentieren weiß und wir haben seit neuestem einen Kaderplaner von internationalem Ruf. Die wohl beste Kombination für die zweite Liga in der nächsten Saison.

Es wurden hervorragende Strukturen und Rahmenbedingungen nach der Ausgliederung geschaffen, die es möglich gemacht haben, dass Michael Reschke über 50 Millionen für Transfers und Gehälter ausgeben durfte, ohne dass ihn dabei jemand gebremst hätte.

Wir haben einen Präsidenten mit großer Sportkompetenz. „Einfach alle Heimspiele gewinnen, fertig“, so seine Zielsetzung für den Klassenerhalt. Ich frage mich, warum sich niemand daran hält. Macht ja sonst jeder, was er sagt.

Die Marketing-Abteilung glänzt mit kreativen Hashtags und motivierenden Kampagnen, die die Marke VfB mit gutaussehenden Hipstern mit Sick-of-it-all-Attitüde auflädt.

Wir haben einen konsequenten Trainer, der konsequent auf einen eindimensionalen Matchplan (Defensive) setzt und ebenso konsequent auf ein strukturiertes Offensivspiel verzichtet. Er ist also einer, der wenig Wert auf Spielsysteme aber umso mehr auf Disziplin legt, unbeirrt an bestimmten Spielern festhält und ihnen auch bei unübersehbaren Defiziten das Vertrauen ausspricht.

Wir haben erfahrene und durchaus sympathische Spieler, die demütig bereits mit sehr wenig zufrieden sind und deshalb ideal zum selbstzufriedenen VfB passen.

Wir haben junge, hoch veranlagte Spieler, die im Moment überhaupt nicht funktionieren (Ausnahme: Ozan Kabak), aber bei anderen Vereinen ganz sicher rocken werden.

Wir haben leidensfähige und leidenschaftliche Supporter, Fans und Mitglieder, um die uns ganz Deutschland beneidet.

Und wir spielen zwar die schlechteste Saison mit dem gruseligsten Fußball in der Vereinsgeschichte, aber es sieht so aus, als ob es wirklich noch schlechtere Vereine in der Bundesliga gibt.

Trainer und Mannschaft sind eine perfekte Allianz eingegangen, sie befinden sich gemeinsam in einer faszinierenden Abwärtsspirale, Fachleuten bekannt als „Kramny-Crash“. Der VfB steuert damit auf einen seiner größten Erfolge in seiner ruhmreichen Vereinsgeschichte zu: Der Relegation – man stelle sich das einmal vor und das mit diesem lächerlichen Kader, der Grundprinzipien des Fußballs wie Pass- und Laufwege, Pressingverhalten, Positions- und Zusammenspiel, Mut, Einsatz und Willen nicht zu kennen scheint.

Es ist also nicht alles schlecht. Und wer immer noch (ver)zweifelt, erinnere sich bitte an die Worte des VfB-Präsidenten: „Wir haben alle unsere Ziele erreicht“. Wir müssen uns also alle keine Sorgen machen.

Titelbild: imago images / DeFodi

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12 Kommentare

  1. Mozy sagt

    Jetzt mal ehrlich: Glaubt Ihr wirklich, dass dieser Sauhaufen es in die Relegation schafft?! Mit Weinzierl? Ohne Santi? Hannover geht mit uns wieder zusammen runter – und das ist gut so. Nur der Gang in die 2. wird uns hoffentlich diesen Präsidenten kosten!

  2. Pingback: So sehen Sieger aus! – es ist nicht alles schlecht beim VfB – ploggo

  3. Marc sagt

    Ich würde meinen, das ist mehr Hoffnung als alles andere. Es ist ja nicht so, dass die Relegation für uns gleichbedeutend mit dem Ligaverbleib wäre. Ich kann zumindest im Moment nichts erkennen, was dafür spräche, dass wir die Relegation für uns erfolgreich gestalten könnten. Also wenn schon runter, dann bitte direkt. Das halten meine Nerven (und mit Sicherheit die vieler anderer) einfach nicht aus. Aber ja, ich seh es genauso. Würde der VfB in der 1. Liga bleiben, würde uns das Dietrich als Erfolg verkaufen wollen und er würde sich selbst feiern. Aber das fatale wäre, dass dann mit Sicherheit ein „weiter so“ käme, weil man hat da den Ligaverbleib geschafft. Naja, man hat eher den Abstieg verhindert, würde ich mal sagen. Und das als Erfolg zu verzeichnen ist schon ein Schlag ins Gesicht eines jeden (treuen) VfB-Fans. Mit einem möglichen Abstieg wäre Dietrich dieses Argument genommen. Und wenn man gerade schon dabei ist, dann kann man sich auch gleich vom „Anti-Trainer“ Weinzierl trennen, der einen solchen „Anti-Fussball“ hat spielen lassen, dass es einem nur so die Nackenhaare zu Berge steigen lässt. Der in meinen Augen ganz große Nachteil an einem Abstieg wäre allerdings, dass wir dann – und da bin ich mir halt irgendwie sicher – in der 2. Liga auf unbestimmte Zeit sein werden. So schmerzlich das sein wird, desto heilender könnte es für den Verein sein. Vor wenigen Augenblicken kommt hier gerade der neueste Zwischenstand vom Spiel Frankfurt gg. Augsburg bei mir an. 3-1 für Augsburg und das kurz vor Schluss. Ich schätze damit ist die direkte Rettung zu 95% ausgeschlossen (nun beträgt der Abstand ans rettende Ufer ganze 6 Punkte)! Mich würde es nicht wundern, würde es jetzt bei den Verantwortlichen heißen, dass man sich jetzt voll und ganz auf Platz 16 konzentrieren müsse. Für einen Pessimisten wie mich heißt das übersetzt, man gibt Platz 15 vollends auf und ruht sich damit auf der Relegation aus, was ich bei der Einstellung aller Verantwortlichen für sehr gefährlich halte. Ausführungen dazu hatte ich bereits hier im Blog gemacht. In meinem unendlichen Frust und dem Flüchten in den Sarkasmus entfleucht mir doch die Äußerung, dass ich Nürnberg klammheimlich die Daumen drücke, dass sie uns doch noch einholen (3 Punkte sind schaff- und machbar) und damit würden die beiden Absteiger tatsächlich wieder Stuttgart und Hannover heißen. Schalke schafft das Wunder im negativen Sinne wohl nicht mehr. In diesem Sinne …

    • Bernd sagt

      Dietrich ist nicht das Problem sondern lediglich ein Symptom. Geht Dietrich folgt Porth oder irgendeine andere Wirtschaftsgröße mit zweifelhaftem Ruf, die den VfB als Spielwiese fürs Ego missbraucht. Solange sich da nix an den grundlegenden Vereinsstrukturen ändert, wird das immer so weitergehen. Und das hat auch nichts mit der Ausgliederung zu tun, die alte Satzung war genauso kaputt. Aufsichtsrat bestimmt Vorstand, Ehrenrat bestimmt Aufsichtsrat, Vorstand bestimmt Ehrenrat. Welch ein Zufall, dass dann total verfilzte Strukturen entstehen!

      Die einzige Hoffnung, die ich momentan sehe, ist dass Hitz es schafft, auf der Ebene unterhalb des Vorstands profesionelle Strukturen zu etablieren. Er ist immerhin der erste beim VfB, der sich den Grenzen seiner eigenen Fähigkeiten bewusst ist und scheint entsprechend zu handeln. Mislintat klingt ja schonmal nicht nach der schlechtesten Variante. Wenn jetzt noch ein vernünftiger Trainer kommt, dann sehe ich uns besser aufgestellt, als unter Schindelmeiser/Wolf. Deswegen wäre es auch ziemlich dämlich, nach einem kurzfristigen Ersatz wie Titz, Tedesco oder so zu greifen. Was wir brauchen, ist ein Trainer, der in der Lage ist junge Talente besser zu machen. Dann wird der in wenigen Jahren mehr Einnahmen generieren als aktuell durch einen Abstieg flöten gehen würden. Und das für den langfristigen Erfolg wichtiger als die Ligazugehörigkeit in der nächsten Saison.

      • Man kann sich nur an de Kopf fassen – es gibt Leute, die wollen hier den 2. Abstieg, damit man Dietrich los wird ! Welch verblendenden Groll muss man auf Dietrich hegen, um den ganzen Verein in die zweite Liga zu wünschen, bloß weil man (natürlich ohne belastbare Argumente) meint, Dietrich sei für alles verantwortlich ? Lieber Hunderte von Angestellten und Vereinsabhängigen und das Umfeld mit in die 2. Liga wünschen, damit das eigene emotionialisierte Fan-Mütchen gekühlt wird ? Was ist das für eine peinliche asoziale Einstellung ! Vor zwei Jahren hat man den gleichen Unfug, vom Abstieg als reinigendes Gewitter etc. gelesen und was hat der Abstieg gebracht ? In der Krise immer die gleich Fan-Parolen, ohne Sinn und Verstand. Unfassbar.

  4. Clemens sagt

    So sehr man sich selbst als VfB-Fan mittlerweile wünscht, dass es dieses Jahr verdientermaßen drei direkte Absteiger gibt, sollte man nicht außer Acht lassen, dass selbst im Falle eines Abstiegs W. Dietrich dem Verein erhalten bleiben möchte. Wir hätten also weiterhin Pest und Cholera (denselben Präsidenten und erneut 50 Mio EUR Verlust durch den Abstieg) und nichts gewonnen.

    Dann lieber über den 2. Bildungsweg den Klassenerhalt erstümpern und irgendwie die Klasse erhalten. Wie dies klappen könnte, erschließt sich mir zwar aktuell nicht, aber im Fußball geschehen so häufig die widersinnigsten Dinge. Weshalb also nicht den rettenden Treffer durch Gomez im Rückspiel in Stuttgart gegen den HSV. So haben am Ende sowohl der VfB, als auch der Mario ihr Happy-End.

  5. WannabeShady90 sagt

    Wie viele Jahre unerträglichen Fußballs und wie viele Dutzend Trainer braucht es noch, bis diese lachhaften Trainerdiskussionen aufhören?
    Bruno Labbadia: Äußerst erfolgreich, regelmäßig ins internationale Geschäft eingezogen, ins Pokalfinale eingezogen
    „Experten“: Labbadia lässt zu unattraktiv spielen
    Alexander Zorniger: Offensivspektakel, attraktiver Fußball, erfolglos
    „Experten“: Lässt viel zu offensiv spielen, nicht lernfähig
    Tayfun Korkut: Erfolgreiche Rückrunde, wird aktiv vom Präsidium und Management sabotiert, bekommt Gonzalo Castro und soll auf einmal „Offensivfußball“ spielen. Weigert sich.
    „Experten“: Tayfun Korkut ist ein Versager. Die Aufstellung muss offensiver sein.
    Markus Weinzierl: Stellt anfangs zwei Stürmer auf, die Offensive trifft trotzdem nicht. Sattdessen setzt es in jedem Spiel 3+ Gegentor. Lernt aus seinen Fehlern, stellt ebenso wie. Sein Vorgänger Tayfun Korkut extrem defensiv auf.
    „Experten“: Er muss viel offensiver spielen. Er ist nicht lernfähig.

    Und bevor jetzt noch ein „Experte“ mit unseren Superstars Donis (38 Spiele, 5 Tore), Akolo (36 Spiele, 5 Tore) oder Thommy (33 Spiele, 3 Tore) kommt: Lasst es stecken. Akzeptiert einfach, dass diese Mannschaft wirklich schlecht ist und absolut verdient dort steht, wo sie aktuell steht. Wir müssen hoffen und beten, dass Nürnberg nicht mehr viele Punkte holt. Das ist das wirklich einzige Ziel, das wir in dieser Saison noch haben. Hört endlich auf, euch einzubilden, es gäbe auch nur den Hauch einer Chance auf einen Nichtabstiegsplatz.

  6. peter gauer sagt

    Nach den Spielen gegen Nürnberg und Leverkusen kann ich kein Argument mehr finden warum wir überhaupt noch ein einziges Spiel dieser Saison gewinnen sollten. Die 2. Liga ist uns sicher. Ich freue mich schon darauf, dort wieder mal das Stadion als Sieger zu verlassen, die ersten Spiele noch als Favorit zu gelten und dann, wenn nach dem verpassten Wiederaufstieg dem Dietrich der Spaß am Hobby VfB vergeht vielleicht ein echter Neustart mit kompetentem Personal auch auf den Führungsebenen möglich wird.
    Also, durchhalten Jungs und Mädels!

  7. TomTom sagt

    1-Tabelle ansehen
    2-Augen reiben und nochmal Gukken
    3-Bitte endlich die Notbremse ziehen und weinzierl ziehen lassen.
    4-den Mann holen der die Mannschaft am besten kennt, tayfun korkut, eine andere Chance gibt es nicht, weinzierl wird auch in der Relegation keine Spielidee entwickeln und egal wer der Gegner ist, niemand hat noch Respekt oder gar Angst vor dem VfB .
    Vielleicht rafft sich die Mannschaft unter korkut nochmal auf, die letzte Rückrunde ist nicht so lange her. Jetzt braucht es mehr einen Psychologen als einen Fußballlehrer, weinzierl glaubt kein Spieler mehr der hat alles Pulver verschossen.

  8. oldfan1948 sagt

    Das war’s mit der Zugehörigkeit in Liga eins. Die Basis für ein eventuelles Wunder gibt es nicht. Ich habe mich damit abgefunden. Seither geht’s mir besser, nicht gut. Was mich an einem Abstieg in Liga 2 bedrückt, ist, dass uns doch einige (freilich wenige) tolle Fußballer abhanden kommen werden (Kabak, Kempf). Die anderen sind austauschbar, gegen besseres Personal. Das gilt übrigens auch für Herrn Dietrich. Sein Festhalten am Präsidenten-Amt hat schon psychopathologische Züge.

  9. drhuey sagt

    Habt ihr das Umschaltspiel der Augsburger gestern gesehen ? Da kannst Du holen wen Du willst. Mit unseren Stolperern und Spaziergängern ist das nicht möglich. Insofern immer nach einer Spielidee zu rufen geht am Kern des Problems vorbei. Ab dem Mittelfeld erleben wir diese Saison den harmlosesten VfB aller Zeiten. Und für diese Gurkentruppe gibt es keine andere Spielidee! Was muss das für ein Frust für Weinzierl sein. Gerechterweise müsste diese Mannschaft absteigen aufgrund fehlenden Bundesliganiveaus. Aber ich hoffe sehr, dass die mutigen Personalentscheidungen nächste Saison ihre Kraft in der 1. Liga entfalten können. Ich glaube an Hitzelsberger und Mislintat (nicht zu vergessen Widmeyer) und, dass, wenn wir bleiben können, wir einen komplett anderen VfB sehen werden nächste Saison mit hungrigen, fitten, leistungswilligen Fussballern.

  10. @abiszet sagt

    @Mozy und @Marc
    Yo, es ist zu befürchten, dass der VfB keinen Sieg mehr einfährt und damit der direkte Abstieg kommt. Abstieg bedeutet einen dramatischen Rückschlag in allen Bereichen. Solle der VfB es irgendwie schaffen, kommt genau das „weiter so“, ohne dass sich wirklich etwas ändert. Da weiss man nicht, was man sich wünschen soll …

    @Clemens
    In wieweit der Präsident bei welchem Szenario bleibt, werden wir sehen. Im Lichte seiner Verstrickungen in Quattrex-Firmen sollte da auch von anderer Stelle (DFL) mal genau hingeschaut werden.

    @Wannabe
    Stimmt, die Mannschaft steht völlig zurecht auf Platz 16. Nur: Ihre Leistungsfähigkeit liegt wohl schon ein bisschen über 21 Punkten …

    @oldfan
    Genau das Problem: Bei Abstieg gehen alle ambitionierten Spieler und womöglich bleiben die alten Herren um Gentner, Aogo und Beck. Von daher sollten wir uns nicht mit Liga 2 abfinden.

    @Herr Doktor
    Ist schon richtig. Der Kader ist eine einzige Katastrophe, an manchen Positionen gibt es für Weinzierl quasi keine Alternativen. Nur: So erbärmlich muss das Offensivspiel nicht sein. Und chancenlos auf Platz 16 mit 21 Punkten (!) muss der VfB mit diesem Kader auch nicht stehen.

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