Alle Artikel mit dem Schlagwort: Trainer

Fußball ist Mathematik!

Seit dem Trainerwechsel von Tim Walter zu Pellegrino Matarazzo wissen wir: Der VfB wird auf Jahre hinaus unschlagbar sein. Denn Ottmar Hitzfeld ist als Mathematik-Lehrer siebenfacher deutscher Meister und zweifacher Champions League-Sieger geworden, Matarazzo hat an der Columbia University in New York Mathematik studiert – was soll uns da noch passieren? Die Besetzung der Trainerposition durch den Italo-Amerikaner ist nur logisch, denn er hat die restlichen 16 Spiele der Rückrunde bereits vorausberechnet. Das Ergebnis präsentierte er bei seinem Vorstellungsgespräch: Aufstieg als Zweitliga-Meister. Ganz ehrlich, wie Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat hätte ich mich damit auch gegen Ludovic Magnin, Markus Anfang, Sandro Schwarz, Zsolt Löw und Bruno Labbadia entschieden. Lehnen wir uns also zurück und genießen die Rückrunde. Was erwartet uns also, abgesehen vom nachhaltigen Erfolg? Auch wenn ein Trainerwechsel beim VfB so etwas ähnliches ist wie die Periode in der Mathematik – ein Vorgang, der sich stets wiederholt – so beherrscht der neue Coach die Mengenlehre, er weiß, wo und wann Räume auf dem Spielfeld besetzt werden sollen. Das beinhaltet sowohl das Verhalten beim Pressing …

Captain Korks letzte Mission

Es kommt nicht unerwartet: Captain Kork ist nicht mehr Kommandant der VfB 1893 AG. Die Summe der personellen Fehlentscheidungen, die Ideenlosigkeit seiner Missionstaktik und die fehlende Entwicklung machten diesen Schritt unumgänglich. Michael „Schrotty“ Reschke wollte anscheinend noch eine Weile an seinem installierten Mann festhalten, doch Chef-Intendant Wolfgang Dietrich drängte offensichtlich auf eine sofortige Trennung und senkte den Daumen nach unten: Eingestellt. Abgesetzt! Er ist ungeduldig und es ist erstaunlich genug, dass er so lange gewartet hat. Schließlich macht es sich nicht gut, wenn man als Präsident des Tabellenletzten bei potenziellen Investoren durchklingelt. Beim Publikum war Captain Kork hingegen schon längst durchgefallen. Bereits bei seiner Verpflichtung brachte ein Großteil der Fans ihr Unverständnis – teils zu harsch und unter der Gürtellinie formuliert – gegenüber der Entscheidung zum Ausdruck, dass Korkut zum Nachfolger vom beliebten Commander Wolf wurde. Wohlgemerkt: Es war Kritik an der Entscheidung und nicht an Korkut selbst. Es war das Unbehagen, dass ein Mann, der bei allen anderen Kommandos früher oder später Schiffbruch erlitt, den VfB Stuttgart retten sollte. Was soll man sagen: Kork …

Sie werden ernten, was sie säen

In der Wirtschaftswissenschaft gibt es das sogenannte Peter-Prinzip, benannt nach Laurence J. Peter. Es besagt, dass Mitarbeiter so lange befördert werden – entweder innerhalb eines Unternehmens oder durch Job-Wechsel – bis das Maß der absoluten Unfähigkeit erreicht ist. Peter dazu wörtlich: „Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgabe zu erfüllen.“ Ich frage mich: War Michael Reschke als Kaderplaner im Hintergrund bei Bayern München und Bayer Leverkusen nicht am besten aufgehoben? Ist er mit seiner Rolle beim VfB nicht überfordert? Anders ist es nicht zu erklären, wie Reschke auf die Idee kommt, dass Tayfun Korkut der richtige Trainer für den VfB ist. Es kursierten jede Menge Namen als Wolf-Nachfolger. Da waren ganz interessante Namen dabei wie David Wagner (Huddersfield Town) oder Kenan Kocak (Sandhausen), aber auch ein paar völlig absurde wie Bernd Schuster, Krassimir Balakov, Markus Babbel und Mirko Slomka. Jeder wäre besser gewesen. Kein Wunder, dass jetzt ein Tayfun Sturm der Entrüstung durch Stuttgart weht. Geil!!! Korkut!!! Unfassbar, dass wir den bekommen haben. Bei aller Kritik …

(K)ein Interview mit Hannes Wolf

Der VfB-Trainer ist ein gern gesehener Gast. Letzte Woche noch bei Sport im Dritten, war er nun im aktuellen Sportstudio zu Besuch. Immer gut aussehend, locker und eloquent. Ein klasse Typ, unser Trainer. Nur die Fragen, die man ihm stellt, sind für uns herzlich uninteressant. Ob er jetzt ein Laptop-Trainer sei oder nicht? Dabei wissen wir dank Jürgen Klopp doch jetzt: “Was Mehmet Scholl sagt, ist nicht wichtig.” Aber selbst, wenn seine Interviewpartner die wirklich heißen Fragen stellen würden, könnte Hannes Wolf sie wohl kaum beantworten. Mit Recht, denn alles andere wäre völlig unprofessionell. Aber schön wäre es natürlich schon, mal die richtigen Fragen und die ehrlichen Antworten darauf zu hören. Deswegen haben wir uns ein Interview überlegt, dass es so nie gegeben hat und so vermutlich auch nie geben wird. Nur zur Sicherheit: Keine der folgenden Aussagen stammt von Hannes Wolf. “Guten Abend Hannes Wolf. Schön, dass sie da sind.” “Guten Abend.” “Herr Wolf, Hand auf’s Herz: Haben Sie die Niederlage in Mainz schon verdaut?” “Nein, auf keinen Fall. Dafür lief einfach zu viel …

Trainer oder Team: Wer ist schuld an der VfB-Krise. Teil II.

Nachdem wir uns gestern in Teil I die Verteidiger und die Doppelsechs angeguckt haben, gehen wir heute in die Offensive. Sind das Mittelfeld und der Angriff des VfB Stuttgart bundesligatauglich oder muss nachgebessert werden? Christian Gentner Zweimaliger Meister. Der Kapitän. Einer, der voran gehen sollte. Der andere mitziehen und motivieren sollte. Sollte. Was hatte der VfB für Kapitäne: Ohlicher, Allgöwer, Verlaat, Soldo, Meira. Respektspersonen, die wegen ihrer Leistung und Persönlichkeit im Team anerkannt waren. Ich mag Gentner sehr, aber er ist kein Spielführer. Das einzige, was an Ohlicher erinnert, ist Gentners Spielweise: Er ist überall auf dem Platz unterwegs, kaum auf eine Position festgelegt, vom zentralen Mittelfeld zieht er auf die Mittelstürmer-Position, weicht auch mal auf die Außenbahn aus. Eigentlich ein moderner Box-to-Box-Player, aber defensiv ist Gentner oft nicht da, wo er sein sollte. Ich denke, er wäre ohne Binde stabiler und für die Mannschaft wertvoller. Wobei eine Degradierung seinem Selbstvertrauen und seiner Stellung im Team schaden würde. Ein Teufelskreis. (abiszet) Zuverlässig, kopfballstark, mannschaftsdienlich. Gentner ist der Leim, der den Laden zusammenhält. Oder das zumindest tun sollte. Abgesehen …