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Vehlstart: Das Aus des #VfB in der Analyse

Romeu Fataler Fehler VfB

Armin Veh hat eine Euphorie in Stuttgart ausgelöst. Trotz sehr durchschnittlicher Mannschaft wird ihm zugetraut, eine erfolgreiche Saison zu bestreiten. Im ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal haben wir allerdings gesehen: Veh ist noch nicht in Form, er macht Fehler und das Aus trägt seine Handschrift.   

Ich wäre ja schon glücklich gewesen mit einem unansehnlichen Spiel, einem späten Tor, mit einem ungerechten, dreckigen Sieg. Unansehnlich wurde es, dreckig auch, aber am Ende stand das Ausscheiden in der ersten Runde des DFB-Pokals – das ist dem VfB seit 18 Jahren nicht mehr passiert. Wie kam es dazu? Hier das Spiel in der Analyse:

Die Fakten:
Der VfB schied chancenlos aus gegen einen Zweitligisten. Zugegeben, den Tabellenführer der zweiten Liga, der auch schon zwei Wochen Spielpraxis in den Beinen hat. Aber zweite Liga bleibt zweite Liga. Die Chance, das bisschen Euphorie vor der Saison mitzunehmen, ist dahin. Im Vergleich zur letzten Saison hat sich spielerisch nichts verändert, die strategische Ausrichtung unter Armin Veh war nicht einmal im Ansatz zu erkennen. Sogenannte Führungsspieler wie Schwaab, Gentner, Ibisevic, Harnik blieben erneut unsichtbar. Die StZ fragt zu Recht: „Wird die Krise zum Dauerzustand?“

Was fiel auf?
Der VfB spielte so, wie sich Armin Veh vor dem Spiel äußerte: „Wenn wir ausscheiden, ist das auch kein Beinbruch“. Achselzuckend nahm das Team das Aus hin, zeigte keinerlei Gegenwehr, kein Willen, das Spiel zu drehen. Carlos Ubina schrieb beim letzten Vorbereitungsspiel gegen Hull City „Hinten nichts, vorne nicht viel“ und daran hat sich kaum etwas verändert – gegen Bochum war es hinten, vorne und in der Mitte nichts. Gar nichts. Auch Veh war kein Vorbild für seine Spieler: Er saß achselzuckend auf der Bank. Man kann von Peter Neururer halten was man will, aber er lebt Fussball, er ist leidenschaftlich und in seinen besten Momenten mitreissend. Ein bisschen Neururer hätte Veh gut getan in der ersten Runde des DFB-Pokals.

Was muss man sich merken?
Den Mut Vehs: Obwohl Maxim und Gruezo in der Vorbereitung überzeugten, standen in der Anfangsformation mit Oriol Romeu und Filip Kostic zwei Spieler, die erst seit kurzem mit der Mannschaft trainieren. Kostic hatte gute zehn Anfangsminuten und ansonsten keinerlei Verbindung zu seinen Mitspielern. Romeu bereitete das 1:0 mit einem astreinen Paß auf Terodde vor, wirkte als Sechser behäbig, immer einen Schritt zu spät, Paßspiel und Zweikampfführung waren wacklig und unsicher.

Was war gut?
Die Unterstützung der mitgereisten VfB-Fans. Daniel Didavi war darüber hinaus willig, das Spiel zu ordnen, er wollte es an sich reißen. Aber die Mitspieler schauten nur zu und blieben seltsam teilnahmslos.

Was kann man getrost vergessen?
Die defensiven Außenpositionen. Sakai zeigte seine gewohnten Stellungsfehler und Schwächen im Zweikampf. Neuzugang Florian Klein macht im Slim-Shirt zwar eine hervorragende Figur, seine Technik ist allerdings alles andere als hervorragend. Wenn er sich überdies offensiv einschaltete, trabte er im Dauerlauf zurück.

Was muss sich ändern?
Alles. Die einzelnen Mannschaftsteile müssen miteinander spielen und nicht nebeneinander herlaufen. Nach vorne benötigt der VfB eine klare Struktur, definierte Laufwege und einstudierte Paßfolgen. Sven Ulreich sagte nach dem Spiel, die Spielidee von Veh müsse sich noch entwickeln. Leider war weder ein Spiel noch eine Idee beim VfB erkennbar.

Was hätte Niels Frevert dazu gesagt?
Das mit dem Glücklichsein ist relativ

VFL Bochum gegen den VfB. Bochum? Da war doch was …

Saison 2006/2007. Jeder spricht immer vom letzten Spiel gegen Cottbus, spricht vom Tor von Thomas Hitzlsperger und dem Kopfball von Sami Khedira zum 2:1. Aber die Entscheidung fiel eine Woche vorher. Vorletzter Spieltag der Saison 2006/2007. Schalke ist Erster mit 65 Punkten, dahinter der VfB mit 64 und Bremen mit 63 Zählern. Schalke muss in Dortmund ran, der VfB spielt beim VFL Bochum.

Es war ein mitreissendes Spiel: Der VfB lag zweimal zurück in Bochum, glich zweimal aus durch Thomas Hitzlsperger und Mario Gomez, dem nach eigner Aussage damals der Ball auf den Kopf fiel. Cacau machte das entscheidende 2:3 auf Vorlage von Sami Khedira, Timo Hildebrand zeigte die Parade seines Lebens. Gleichzeitig ging Schalke in Dortmund unter. Das war die Entscheidung in der Meisterschaft.

Bochum ist deshalb in meinem VfB-Gedächtnis für immer verankert. Ich weiss, dass ich das Spiel bei mir um die Ecke in der Kneipe „Heimspiel“ geschaut habe. Ich weiss, dass es viel zu eng war und die Sicht auf den Fernseher eingeschränkt. Ich weiss, dass ich zum Spiel fünf Hefe Hell und keinen Wurstsalat hatte. Ich weiss, wie ich beim 2:3 meinen Kumpel Bernd umarmt habe, dass ihm die Luft wegblieb. Ich weiss, dass ich bei der Parade Hildebrands meinem Vordermann gegen die Schulter boxte. Ich weiss, wie mein Freund Philip sich aus Berlin meldete, von einer kreischenden Sabine Töpperwien berichtete und zur Meisterschaft gratulierte.

Wenn ich daran denke, läuft mir wieder ein Schauer über den Rücken.

Diese Erinnerungen kommen wieder hoch, jetzt, da der VfB in der ersten Runde gegen Bochum aus dem Pokal geflogen ist. Kein Vergleich mit 2006/2007. Die einzige Konstante: Armin Veh.

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