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VertikalGIF #OSNVfB: VfB, VfB, WTF?

13. Spieltag und das fünfte Mal musste der VfB am Samstag Mittag zur Essenszeit ran. Das ändert aber nichts daran, dass sich viele Fans nach wie vor nicht an die Zweitliga-Anstoßzeiten gewöhnt haben. Ich zum Beispiel hatte mich um 12:00 noch gewundert, dass die Stuttgarter Aufstellung schon 90 Minuten vor Anpfiff verfügbar war. Um 12:58 Uhr stellte ich dann fest, dass der Anpfiff nicht um 13:30 erfolgt, sondern um 13:00 Uhr.

 

Doch aufgrund größter Anstrengungen und einen um vier Minuten verspäteten Anpfiff war ich tatsächlich pünktlich zum Anstoß dabei. Der Dank: das 1:0 der Osnabrücker nach nur vier Minuten.

 

Wenn man sich anguckt, wie das Tor entstand, muss man sich fragen, ob auch die VfB Spieler dachten, die Partie würde erst um 13:30 angepfiffen werden. Anders ist kaum zu erklären, wie frei der Osnabrücker Schmidt im Stuttgarter Strafraum angespielt werden konnte.

 

Also mal wieder ein frühes Tor. So langsam haben wir uns dran gewöhnt: Gegen Wehen Wiesbaden, den HSV und Dresden war es nicht anders. Jetzt eben mal wieder ins falsche Tor. Daran sollte man eventuell noch arbeiten. Aber alles kein Problem. Schließlich verblieben 86 Minuten, um das Spiel zu drehen. Für einen Bundesligaabsteiger im Spiel gegen einen Zweitligaaufsteiger eigentlich keine unlösbare Aufgabe, oder?

 

Doch es dauerte 29 Minuten bis die leider recht einfallslosen Stuttgarter Offensivbemühungen zu echten Chancen führten. Erst schoss Allzweckwaffe Ascacibar knapp über das Tor, dann tunnelte sich Gonzalez genial-unbeholfen selbst und stand plötzlich komplett frei vorm Osnabrücker Tor – und vergab. Trotzdem ein verdammt smoother Move vom Argentinier.

 

Die zweite Halbzeit ist leider schnell erzählt. Der VfB war überlegen, der VfB hatte Chancen, der VfB schoss kein Tor. Denn dafür fehlte nicht nur das nötige Glück im Abschluss, sondern schlichtweg auch die nötige Entschlossenheit.

 

Und so stand nach 90 Minuten ein glücklicher, aber nicht unverdienter Sieg des Underdogs auf der Anzeigetafel. „Glücklich, aber nicht unverdient“ scheint übrigens das Trademark der Siege gegen den VfB zu werden. Gegen Wehen Wiesbaden, Kiel und Osnabrück hatte das Walter-Team im Schnitt zwar 75% Ballbesitz, konnte aber nur ein einziges Tor erzielen und holte exakt null Punkte. Ein Rechnung, deren Ergebnis wohl kaum der direkte Aufstieg sein dürfte.

 

Jetzt gilt es herauszufinden, ob das Spiel gegen Dresden nur ein positiver Ausreißer war. Klar ist aber auch, dass es sicherlich angenehmere Ausgangssituationen für das anstehende Derby gibt als vier Niederlagen aus fünf Spielen. Vor allem, wenn der Trainer in Bruchsal zur Welt gekommen ist. Oder wie man die Situation auf Facebook analysiert:

Unseren Text zum Spiel findet ihr hier.

Und wer sich in noch erfolgreichere VfB-Zeiten flüchten möchte, dem sei unser „Vertikalbuch“ empfohlen!

Die Fußballfibel ist kürzlich erschienen und erzählt die Geschichte des VfB Stuttgart anhand des 19. Mai 2007. Alle Infos zum „Vertikalbuch“ findet ihr auch hier.

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2 Kommentare

  1. Anscheinend ist die Mannschaft genauso unbeeindruckt vom ‚Walterball‘, wie es die meisten der letzten Gegner sind und ich von Anfang an war. Es ist zwar schön, wenn Du Ballet kannst, aber in der Dorfdisko wird Pogo getanzt. Jetzt holt endlich einen Trainer her, der das Verstanden hat!

  2. drhuey sagt

    Fehlende Überraschungsmomente, fehlende Geschwindigkeit, fehlende Vertikalität…alles schon thematisiert, aber leider nicht verbessert. Während die vorgenannten Aspekte sehr offensichtlich sind, habe ich einen weiteren Verdacht, der nicht so einfach belegbar ist. Aber beim Betrachten des eierlose und uninspirierten Walter-Fussballs scheinen sich die Spieler in eine Art Trance zu spielen. Das Mantra lautet „Kontrolle … keine Ballverluste“ „Kontrolle…keine riskanten Vertikalpässe“ „Kontrolle…keine Läufe in die Schnittstellen“. Die Folge ist ein Spannungsabfall in Körper und Geist, während der Gegner anläuft, eng macht, Ball erobert und schnell nach vorne spielt. Insofern hat Walter recht, dass es keine Qualitätsfrage, sondern eine Kopfsache ist, aber er ist gleichzeitig auch der Mindfucker.

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