Monate: Juni 2019

Typisch VfB …

Alles prima in Stuttgart, findet Martin Schäfer, ehemaliger Vorsitzender des Aufisichtsrats beim VfB und Geschäftsführer Vertrieb bei Würth. Der VfB ist zwar zum zweiten Mal in drei Jahren in die zweite Liga abgestiegen, aber er steht viel besser da als 2016, sagt Schäfer. Ist das so? Die Profiabteilung wurde ausgegliedert, 11,75% der Anteile an den Nachbarn in der Mercedesstraße verkauft und das Geld durch Michael Reschke weitgehend ausgegeben. Vor allem durch Transfererlöse von rund 50 Millionen (Pavard und Kabak) – by the way mehr Geld als Daimler für die Anteile des VfB zahlte – ist der Club wirklich handlungsfähig. Zudem backen Hitzlsperger und Mislintat aktuell ohnehin eher kleine Transfer-Brötle. Während also Martin Schäfer gute Laune hat und bester Dinge ist, dass der VfB schon bald wieder bessere Zeiten erlebt, lässt sein Arbeitgeber Würth den exklusiven Sponsorenvertrag mit dem VfB auslaufen. Profaner Grund: Der Abstieg. Denn ein Engagement in der zweiten Liga sieht das Unternehmen aus Künzelsau schlichtweg nicht vor. 2016/2017 war dem Vernehmen nach nur eine große Ausnahme – u.a. wegen des Aufsichtsratsposten von Schäfer …

Der schlaue Herr Reschke

Es ist eigentlich keine große Sache, dass „Rookie of the year“ Ozan Kabak den VfB verlässt. Niedrige Ausstiegsklausel (15 Millionen), ambitionierter Spieler, große Karriere in Aussicht. So einer will nicht in der zweiten Liga spielen, verständlich. Dass seine Wahl auf den FC Schalke 04 fällt, überrascht dann doch etwas, nachdem ganz andere Hausnummern (Mailand, Bayern, England) im Raum standen. Womöglich haben nicht nur sportliche Gründe entschieden. Soll ja angeblich mal vorkommen im Profifußball. Dass es Schalke wird, schmerzt außerdem sehr. Schließlich ist dort der ehemalige VfB-Vorstand Michael Reschke nun tätig und angelt sich den Spieler, den er selbst im Winter zum VfB holte – obwohl der abstiegsbedrohte Club viel dringender einen Stürmer benötigt hätte. Besonders absurd ist, dass Reschke von seiner eigenen Unfähigkeit profitiert. Erst führt seine völlig misslungene Kaderplanung zum Abstieg des VfB und dann angelt er sich aus seinem Trümmerhaufen für derzeitige Marktverhältnisse äußerst günstig den einzigen wirklichen Volltreffer, den er nach Marc-Oliver Kempf in Stuttgart gelandet hat. Reschkes Kabak-Coup: Von langer Hand geplant!😉 pic.twitter.com/4GcmY45j1s — FussballTransfers (@FT_Redaktion) 27. Juni 2019 Das ist …

Die neuen Trikots: eine Stilkritik

Man kann sich über vieles aufregen, das ist schon klar: Zu viele Burger-Läden in der Stadt, zu warmes Bier, zu viele parkende G-Klasse auf dem Gehweg. Aber das neue VfB-Trikot ist traditionell ein Aufreger. Nicht, weil es nur ein (überteuertes) Stück Stoff ist, sondern weil es so etwas wie das Gesicht des Vereins ist, das die Supporter mit Stolz tragen wollen – und das mindestens eine Saison lang. Mit dem Fahrrad zukünftig ins Stadion! 😉 #VfB pic.twitter.com/Fv3dQ3xUIg — RoterBrustring (@Roter_Brustring) June 19, 2019 Albern und hässlich wie Gladbachs neues Trikot, das eine Art grüne Desigual-Kotze ziert, ist keines der beiden Heimtrikots geworden. Beide Heimtrikots? Ja, genau, denn das Motto der Saison heißt „Immer Heimspiel“. Ich dachte, das bezieht sich auf den Support, der so gut ist, dass sich auch ein Auswärtsspiel für die Spieler wie ein Heimspiel anfühlt. Aber im roten (Auswärts-)Trikot sollen sich Designelemente des Neckarstadions befinden, so dass die Spieler auswärts das eigene Stadion am Mann tragen. Schönes Konzept. Aber, ob die Spieler das auch wissen? Nun ja, mich erinnert das Trikot ohnehin …

No country for old men

Wir haben da so eine Vermutung: Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat hatten während der letzten Saison unseren Vertikalplatz mit einem Richtmikrofon im Visier. Denn direkt hinter uns schimpfte während der kompletten Spielzeit ein Fan auf einzelne Spieler. Immer lautstark und leidenschaftlich und oft noch unter dem spielerischen Niveau der Begegnungen. Bevorzugte Ziele seiner Tiraden: Andreas Beck („Kauf Dir ein Fahrrad!“), Christian Gentner („Du Blinder!“), Dennis Aogo („Du kansch nix!“) und Alexander Esswein („Du kannsch gar nix, Essi!“). Alle vier wird er in der nächsten Saison nicht mehr sehen. Andreas Beck ist der dritte Spieler, mit dem der Vertrag nicht verlängert wird. Thomas Hitzlsperger macht den Anti-Reschke: Verkündete der ehemalige Sportvorstand gleich nach dem 34. Spieltag der Saison 17/18 gleich fünf Neuzugänge in seiner legendären Pressekonferenz, so ist sein Nachfolger bemüht, einen Kader zu bauen, der möglichst schnell wieder aufsteigen soll. Dass weder Gentner, Aogo noch Beck dabei eine Rolle spielen sollen, verwundert. Zumindest bei einem der drei Routiniers hatte man insgeheim eine Vertragsverlängerung vermutet. Der Favorit: Andreas Beck. Bei Andreas Beck wusste man, was man …

Time to (Ao)go

Sorry, dass ich mich hier oute und es ist ein bisschen peinlich: Aber ich mag Ina Aogo. Sie ist die Queen aller Spielerfrauen, sie erfüllt einfach jedes Klischee. Mit ihrem Styling, mit ihrem Podcast und wenn sie völlig überzogen, gekünstelt und scheinbar hot für ihre Instagram-Bilder posiert. Sie entlarvt sich ständig selbst, ohne es zu merken. Sie ist das Sinnbild der ganzen Entrücktheit des Fußballs und der völligen Überschätzung der eigenen Person. Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich ihre Bilder im Bikini mag. Und unser Autor für Boulevard-Themen hat erst kürzlich gesagt: „Aktuell geht nix über Ina, sie killed alles“ Nächstes Outing: Ich mag auch Dennis Aogo. Es ist seine ruhige, reflektierte Art, seine klugen Statements zum Thema „Druck im Fußball“, sein soziales Engagement. Unter anderem spendet er ein Prozent seines Gehalts bei „Common Goal“. So offensiv und mutig sich Aogo kleidet, so hätte ich ihn gerne auch einmal auf dem Platz gesehen. Denn er hat eigentlich alles, was man im Fußball braucht: Technik, Spielverständnis, Athletik, eine gewisse Geschwindigkeit und ein Gespür für Räume. …

VfB Viererkette Live: Gruppentherapie im Fanprojekt

Vergangenen Donnerstag war es soweit: Die „VfB Viererkette“, quasi die Supergroup der nichtkommerziellen VfB-Blogs feierte ihre Reunion. Nachdem bereits das Debüt in der Winterpause Machern wie Hörern viel Spaß gemacht hatte, war eine Neuauflage eigentlich selbstverständlich. Aber über heikle Themen – und nichts anderes ist der VfB Stuttgart – redet man natürlich am besten von Angesicht zu Angesicht. Und wenn man das ohnehin schon organisiert, warum soll man nicht gleich ein paar Menschen einladen, die ebenfalls betroffen sind? Das Ergebnis war die „Viererkette Live“: Vier Podcasts, vier Themen, 2 x 60 Minuten … so war es jedenfalls geplant. Das tolle Fanprojekt Stuttgart stellte seine Räumlichkeiten in der Hauptstätter Straße zur Verfügung und genug Gesprächsbedarf war selbstverständlich vorhanden. Fehlten nur noch die Zuschauer. Und auch die kamen und füllten das Fanprojekt bis auf den letzten Platz. Danke! Nach den ersten beiden Themenblöcken ging es in die Pause. Und wie sich das für so ein Megaevent gehört natürlich mit fetter Halbzeitshow. Matze, bekannt von YouTube, Presse und FUMS, gab seinen Monster-Hit „Immer wieder dieser Scheiss VfB“ zum …

Das Ende von LeGente …

373 Pflichtspiele für den VfB, Meister 2007, Zweitligameister 2017, zwei Abstiege, unzählige Abstiegskämpfe: Manche sprechen bei Christian Gentner von einer Vereins-Ikone. Eine Ikone ist laut Definition ein Kult- oder Heiligenbild und beides trifft auf den langjährigen Kapitän eher nicht zu. Er ist weder Kultspieler und alles andere als ein Heiliger, viele sehen in ihm sogar das Gesicht des Stuttgarter Niedergangs. Seit er 2013 Kapitän wurde, ging es sportlich bergab. Es nur an ihm fest zu machen, ist allerdings unfair, unsachlich und wird ihm nicht gerecht. Gentner hat beim VfB Spuren hinterlassen. Er war eine Identifikationsfigur, einer, der sich mit dem VfB identifizierte und mit dem sich viele Fans identifizieren konnten. Aber auch einer, der Politik nach innen machte und der stets kritisch gesehen wurde, wenn es sportlich einmal nicht so lief. Kurz: Christian Gentners Rolle beim VfB war ambivalent. Er war einer, der stets seine Knochen (und sein Gesicht!) hingehalten hat. Er hat auch gespielt, als kurz zuvor sein Vater verstorben ist. Er war auf dem Feld stets ein Mannschaftspieler und alles andere als ein …