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Warum der VfB absteigen wird

Eigentlich spricht alles gegen den VfB: Obwohl der VfB unter Sebastian Hoeneß nur eine Niederlage in sechs Bundesligaspielen hinnehmen musste, ist der Flow verloren gegangen. Die letzten Wochen waren anstrengend, immer wieder mussten Rückschläge verkraftet werden, die Mannschaft ist mental müde und emotional entkräftet. Immer wieder abgewandelte Matchpläne verunsichern zudem das Team. In der Offensive sind Spieler wie Silas, Tiago Tomas und Chris Führich außer Form, Wataru Endo wirkt überspielt und die Abwehr im Verbund mit dem Torhüter macht in jedem Spiel mindestens einen verhängnisvollen Fehler. Der Nachteil: Am Sonntag nachlegen zu müssen, weil am Tag zuvor bereits die Konkurrenz gespielt hat. Mit dem Druck, ein bestimmtes Ergebnis erzielen zu müssen, wird die sowieso wacklige Mannschaft nicht zurecht kommen. Alles Sensibelchen, diese Spieler mit dem roten Brustring! Mainz will gegen den VfB nach drei Niederlagen in Folge im letzten Heimspiel der Saison an die positive Serie zuvor anknüpfen und sich gut vom eigenen Publikum verabschieden. Bo Svensson ist keiner, der abschenken will und der fuchsteufelswild wird, wenn seine Mannschaft auch nur ein bisschen nachlässt. Zur …

Druck? Tanguy ihn überhaupt nicht

Sorry für die Überschrift, aber irgendwie musste ich Tanguy Coulibaly feiern. Es ging uns doch allen so, als er zum Elfmeter antrat: „Bitte nicht“. Hatte nicht Chris Führich schon einen Elfmeter geschossen? Kann das nicht Wataru Endo machen, so wie er sowieso alles macht? Nee, wirklich, Tanguy tritt echt an. Ich hatte mit allem gerechnet: Mit einem Ball in den Oberrang, mit einem missglückten Panenka. Aber er verwandelt souverän vor der Cannstatter Kurve, vor der alles Wichtige passiert und das nachdem er lange am Elfmeterpunkt warten musste, bis schließlich Ko Itakura nach Intervention des Viodeoschiedsrichters endlich seine rote Karte bekam. Ich kann es ja sagen: Ich habe Coulibaly schon immer gemocht – trotz seiner Unzulänglichkeiten. In erster Linie für seine Energie und weil er wie eine Fackel brennt, selbst auf der Bank überzeugt er mit einer beeindruckenden Laufleistung. Natürlich hat er mich immer wahnsinnig gemacht mit seinem Spiel, das viel zu unangepasst und wild und fehlerhaft und meistens kopflos ist. Aber er bringt stets Spektakel und jetzt macht er den Unterschied. Gegen Borussia Dortmund der …

Der VfB macht mich fertig. Deshalb liebe ich ihn.

Verein für Herzinfarkt. Ich habe immer noch Puls. Und wahrscheinlich wird sich mein Herzschlag erst Mitte der Woche wieder normalisieren. Deshalb wurde Fußball erfunden, deshalb ist das Neckarstadion stets ausverkauft, deshalb bewegt Fußball die Menschen. Denn wie oft war das Spiel gegen Borussia Dortmund gelaufen? Beim 0:2 durch Donyell Malen? Bei der gelb-roten Karte von Dinos Mavropanos? Beim 2:3 von Giovanni Reyna in der Nachspielzeit? Der VfB mit einem surrelaen Comeback. Und mit noch einem in der 97. Minute, einem noch viel größerem. Das Spiel steht in einer Reihe der spektakulären Dortmund-Spiele mit dem 4:4 (2012) und dem 5:1 (2020) – und das in Unterzahl. Weil die Mannschaft an sich geglaubt hat und nicht uneins ist, wie uns viele Stimmen glauben machen wollen. Weil die Mannschaft nicht zum ersten Mal Kampfgeist zeigte, der ihr regelmäßig unter anderem vom kicker abgesprochen wird. Weil die Mannschaft nicht aufgegeben hat und besser ist als viele denken – unter anderem manche Entscheider in der Mercdesstraße. Dabei spielte sie lange so, wie man es ihr unterstellt: nett und naiv. Der …

Labbadias Scheitern ist Wehrles Scheitern

Der VfB mit einem ordentlichen Spiel gegen Union Berlin und trotzdem trennt man sich von Bruno Labbadia. Am Auftritt der Mannschaft (vor allem in der ersten Halbzeit) kann es nicht gelegen haben und „keiner kann behaupten, sie wäre nicht gut eingestellt gewesen“ (Labbadia). Wenn die Leistung gegen Union nicht unbedingt der Grund für die Trennung ist: Warum hat dann Alexander Wehrle nicht schon vor zwei Wochen reagiert? Ein unverantwortlicher Fehler, nicht schon früher gehandelt zu haben. Ebenso, überhaupt Labbadia unter großem Getöse und Weltuntergangsszenarien eingestellt und mit einem Vertrag bis 2025 ausgestattet zu haben. Im Grunde seit September, seit der Vorstellung von Sami Khedira, Philipp Lahm und Christian Gentner, geht es nur in eine Richtung: nach unten – sportlich, kommunikativ, atmosphärisch. Labbadias Scheitern ist ein Scheitern mit Ansage: Man musste kein Hellseher sein, um zu prognostizieren, dass der Trainer nicht zum Team passt. Sowohl was seine antiquierte Ansprache und seine Methoden angeht als auch was seine Spielweise betrifft. Vorstands-Boss Wehrle, dessen Personalie Labbadia ist, muss das wissen, denn Labbadia ist kein Unbekannter. Wer Labbadia einstellt, …

VertikalGIF #FCUVfB: Kipp-Punkt in Köpenick

Nach dem Offenbarungseid im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg hofften Fans und Verantwortliche darauf, dass ausgerechnet gegen Union Berlin die Trendwende passieren würde. Und wie gut sind die Erinnerungen des Stuttgarter Anhangs an die alte Försterei? Nachdem Borna Sosa nach seinem Länderspiel-Einsatz nicht spielfit war, baute Bruno Labbadia mal wieder um. Diesmal nicht nur mit Neu-Nationalspieler Vagnoman vor Waldemar Anton auf der rechten Seite, sondern auch tatsächlich mit Enzo Millot in der Startelf statt Atakan Karazor. Tatsächlich kam der VfB in neuer Formation gut rein in die Partie gegen den Tabellen-Dritten aus Berlin und hielt auch körperlich gut dagegen. Das gilt insbesondere für Enzo Millot, der in der 24. Minute versehentlich von Diego Leite ausgeknockt wurde, aber trotzdem weiterspielte. Und das mehr als ordentlich, denn seine Flanke von der rechten Stuttgarter Angriffsseite fand den Kopf von Dan-Axel Zagadou. Und wie der Abwehrspieler aus drei Metern den Ball über das Tor setzen konnte, weiß vermutlich nur er selbst. Zehn Minuten später ging der VfB dann in Führung – dachten wir zumindest. Ein schneller und präziser Abschlag …

VertikalGIF #VfBWOB: Somewhere over the rainbow

Es hätte so ein schöner Tag werden können: Leichter Rückenwind durch den Punktgewinn in Frankfurt, feinstes Frühlingswetter, ein Sondertrikot on fleek, ein volles Stadion und ein Gegner, gegen man sich drei Punkte erhoffte..   Gegen Wolfsburg setzte Bruno Labbadia auf seine bewährte Formation. Mittelstürmer musste diesmal wieder Silas spielen. Logisch, schließlich hatte er in Frankfurt als Einwechselspieler getroffen. Und wer ein Tor schießt, kommt in die Startelf. So will es das Gesetz!   Trotz der Haupttribünenbaustelle war die Kulisse beeindruckend. Das Stadion war schon vor Anpfiff der zwölfte Mann in einem wichtigen Spiel im Abstiegskampf. Und der ist spannend wie nie: Vor dem Spieltag lagen ganze drei Punkte zwischen dem Tabellenvierzehnten und der roten Laterne. Als hätten das die Spielplaner gewusst, traten alle Teams im Tabellenkeller parallel am Samstag um 15:30 Uhr an.   Wie schon in Frankfurt war die erste Halbzeit nahezu ereignislos. Die Wolfsburger wollten vermutlich nicht, die Stuttgarter konnten nicht. Einen Schock gab es allerdings in der 14. Minute, als Kaminski auf einmal frei vor Bredlow auftauchte, die neue Nummer 1 im …

Die Stimmung ist besser als die Lage

Sechs von 27 möglichen Punkten seit Amtsantritt von Bruno Labbadia sind die Bilanz eines Absteigers und von einem schnellen Wirken der Labbadia-Maßnahmen ist nichts zu sehen. Das hatte sich Alex Wehrle bei der Verpflichtung ganz anders vorgestellt, argumentierte er doch bei der Medienrunde, dass jetzt nur Ergebnisse zählen und ausschließlich ein Mann wie Labbadia diese liefern könne. Trotzdem ist die Stimmung gut: Beim Trainer, der auf viel Gutes hinweist und um Geduld bittet, als sei der Erfolg nur eine Frage der Zeit. Und als hätte der VfB genug Zeit. Beim Sport-Direktor, der meint, dass der VfB sich auf einem guten Weg befindet. Beim Vorstandsvorsitzenden, der gute Ansätze sieht und voll von seiner Entscheidung überzeugt ist. Bei der Mannschaft, die sich bestätigt fühlt nach den ordentlichen Auftritten gegen Bayern und Frankfurt. Bei den Fans, die wie wild Trikots kaufen (das ist aber auch schön) und für ausverkaufte Heimspiele sorgen und unbeirrt zu den Auswärtsspielen reisen, obwohl der VfB dort seit Ewigkeiten nicht mehr gewinnen konnte. Da ihr es vom Auswärtsfahrerfrust hattet: der letzte Auswärtssieg fand noch …

Warum Labbadia vor anderen Herausforderungen steht als bisher

Bruno Labbadia gilt als der Garant für den Klassenerhalt. In Stuttgart, Hamburg, Wolfsburg und Berlin hielt er stets die Klasse, wenn auch zwei Mal über den Umweg Relegation. Aber warum funktionieren er und sein System nicht so richtig bei seiner zweiten Amtszeit beim VfB? Auffällig bei allen erfolgreichen Rettungsmissionen von Labbadia: Stets waren es deutlich höher eingeschätzte Mannschaften, die eigentlich im Abstiegskampf nicht zu suchen hatten. Und denen der erfahrene Trainer mit klaren Maßnahmen Struktur und Stabilität verlieh und ihre wahre Leistungsfähigkeit weckte. Stuttgart, 2010 bis 2013: In seiner ersten VfB-Amtszeit arbeitete Labbadia unter anderem mit Matthieu Delpierre, Serdar Tasci, Christian Gentner, Zdravko Kuzmanovic und Cacau zusammen. Den Klassenerhalt darf man bei diesem Kader erwarten. Später kamen William Kvist, Vedad Ibisevic und Martin Harnik dazu. Unter Labbadia spielte der VfB in der Folge das letzte Mal international und erreichte zudem das Pokalfinale. Hamburger SV 2015 bis 2016: Sechs Spieltage vor Ende der Saison 2014/15 übernahm er den Dino auf dem letzten Tabellenplatz. Er holte zehn von 18 möglichen Punkten mit seinem Kapitän Raffael van der …

VertikalGIF #SGEVfB: Tour d’Abstiegskampf

455 Tage in der Ferne sieglos: Eine monumentale Serie, die sich der VfB unter mittlerweile drei Trainern “erarbeitet” hat. Trotzdem schlagen sich die Fans um Auswärtstickets – egal ob in Frankfurt, Augsburg oder Nürnberg. Völlig verrückt.   Da wundert es nicht mal, dass sich vier VfB-Fans (unter anderem der Autor) sogar mit dem Fahrrad auf den Weg nach Frankfurt machten, obwohl die Wetterprognose für den Freitag alles andere als gut aussah und diese Vohersage auch exakt so eintraf.   Tatsächlich fanden über 5.000 VfB-Fans per Zug, Auto und Rad ihren Weg in das Frankfurter Stadion. Und registrierten, dass Bruno Labbadia in der Offensive mal wieder etwas neues probierte: Perea sollte es an Stelle von Silas als Mittelstürmer besser machen. Und wie gut funktionierte das?   Das 100. Duell zwischen der Eintracht und dem VfB begann sehr gemächlich. Oder anders gesagt: Es passierte überhaupt nichts. Vermutlich eine gute Nachricht für die VfB-Defensive, die konzentriert zu Werke ging, und Kolo Muani & Co. gut im Griff hatte. Allerdings hatte man auch nicht unbedingt den Eindruck, als ob …

Nur ein Punkt gegen die Frankfurter “Trottel”

Eine Mannschaft spielt meistens so wie ihr Trainer ist. Unter Pellegrino Matarazzo agierte der VfB frisch, mutig, aber auch leichtsinnig, fehlerhaft und zweifelnd. Unter Bruno Labbadia spielt das Team immer strukturiert, risikolos und nett. Eben ordentlich. So ordentlich wie ihr Trainer ist. Wie fast immer unter Labbadia war auch in Frankfurt mehr drin als ein Punkt. Aber es reicht eben nicht, nur kompakt zu stehen und Dienst nach Vorschrift zu machen. Ich sehe es kommen, wie Labbadia am 34. Spieltag sagt, dass mehr drin gewesen wäre als der Abstieg, dass man eigentlich immer auf Augenhöhe mit jedem Gegner gewesen wäre. Eintracht-Trainer Oliver Glasner war nicht zufrieden mit seiner seltsam lethargischen Mannschaft. “Wir haben eine fantasische Hinrunde gespielt und stehen im Achtelfinale der Champions-League. Und trotzdem haben wir kein Selbstvertrauen. Wir sind Trottel“, so Glasner selbstkritisch auf der PK. Labbadias typischer „Ja, aber …“-Fußball Der VfB kann aus der Verzagtheit der Hessen keinen Vorteil ziehen. Die Mannschaft arbeitet Fußball mit einer 9-to-5 Mentalität, man kann ihr nicht viel vorwerfen. Sie macht wenig falsch, aber auch nicht …