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Sag's Zorniger

Sag’s Zorniger!

Der legendäre Stuttgarter Sportjournalist Hans Blickensdörfer hätte VfB-Trainer Alexander Zorniger einen “Maulhelden” genannt. Horst Schimanksi hätte gesagt “Noch keine Haare am Sack, aber im Puff nach vorne drängeln”. Zorni schlägt verbal um sich und bekommt seine Aussagen recht schnell wieder um die Ohren gehauen. Man möchte ihm zurufen “Du musch mehr Spiele g’winna – dann bisch’n Großer. Sonscht bisch halt an Zweitliga-Trainer.” Dass Probleme klar angesprochen werden, auch gerne mal mit einem Schuss Süffisanz, das ist man beim VfB offensichtlich nicht gewohnt. Trotz nun jahrelangem Abstiegskampf gibt es wohl immer noch Spieler, die sich schnell in der Komfortzone einrichten und auch das Management soll es sich dann und wann bequem im roten Haus in der Mercedesstraße machen. Da ist einer, der aufrüttelt durchaus gefragt. Nur: Hören will das keiner so Recht. “Der Ton macht die Musik”, hat meine Mutter immer gesagt. Denn es gibt keinen Grund, persönlich oder gar verletzend zu werden und dies auch öffentlich zu tun. Aber Blickensdörfer und Schimanski hätte die Sprache von Zorniger gefallen. Beide nahmen selten ein Blatt vor den …

Bussi Baby, Bussi Baby!

Es gibt nach dem 2:2 gegen Hoffenheim einiges aufzuarbeiten. Die unterirdische Torhüterleistung, die Unsichtbarkeit von Alexandru Maxim, die Berufung des abwanderungswilligen Martin Harnik zum Kapitän, die Unsicherheit von Neuzugang Toni Sunjic, die schlechte Performance von Lukas Rupp. Überhaupt, das erstaunlich blutleere Spiel des VfB. Und was macht Alexander Zorniger? Er lenkt alle Aufmerksamkeit auf sich, in dem er unnötig auf Ausgleichstorschütze Timo Werner schimpft, weil der die große Chance zum 2:3-Siegtreffer auslässt. Mit einer Kritik, die auf die Unreife des Spielers abzielt. Man kann darüber diskutieren, ob das guter Stil ist und ob das bei Werner und der Mannschaft gut ankommt, aber clever ist es. Es bedient den Boulevard, eröffnet Scheindiskussionen und die wirklich wichtigen Themen bleiben unter dem Radar. Zorniger: “Ich habe einen sehr, sehr guten Freund, der mich in Medienfragen berät – der aber in der Zwischenzeit aufgegeben hat.” #skybuli — Dein Sky Sport (@DeinSkySport) October 3, 2015 Was man auch sagen muss: Zorniger braucht erstmal dringend nen Maulkorb. War in letzter Zeit zu viel geschwätzt, für zu wenig Ausbeute. #VfB — Flo …

The show must go on

Die 60. Minute der Partie VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach: Das Jagd-Geschwader von Alexander Zorniger setzt den Champions League Teilnehmer vom Rhein derart unter Druck, dass sich die Gladbacher wiederholt nur befreien können, indem sie die Bälle möglichst weit aus dem eigenen 16er schlagen. Im zentralen Mittelfeld gewinnt Serey Dié tatsächlich jeden verdammten Zweikampf und auf dem linken Flügel läuft Filip Kostic mal wieder seinem Gegner davon und schlägt am Samstag Nachmittag gefühlt 60 Flanken aller Qualitätsstufen in den Sechzehnmeterraum. Hinten wird es eigentlich nur dann gefährlich, wenn die Innenverteidiger Sunjic und Baumgartl mit schlechten Pässen das Nervenkostüm ihres Keepers strapazieren, der mittlerweile aber bis auf wenige Ausnahmen auch einen recht soliden Eindruck macht. Selten hat es so viel Spaß gemacht, dem VfB zuzuschauen. Die Mannschaft erarbeitet sich nicht nur Chancen am Fließband, sondern sie ist vor allem eins: Gierig. Nahezu jeder Einwurf wird schnell ausgeführt, um dem Spiel und dem Gegner ja keine Gelegenheit zum Verschnaufen zu geben. Als der eingewechselte Alexandru Maxim zwanzig Meter vor dem Tor gefoult wird, signalisiert er noch auf …

Endlich! Der Bock ist umgestoßen!

Ich weiss nicht, ob Ihr es wusstet, ich bin ja Head of ausgelagerter Optimismusabteilung des VfB. Mich haut so schnell nix um, nicht mal 100 vergebene Torchancen, alberne Texte von Spiegel Online (siehe hier) oder fundamentalkritische Posts (siehe hier). Man darf mich aber nicht verwechseln mit dem Chief Executive Officer of Schönreden-Abteilung, dessen Ehrenpräsident Fredi Bobic ist. Aber nach dem Schalke-Spiel muss ich zugeben, ins Grübeln gekommen zu sein, denn der Erfolg ist schon ein saumäßig sturer Bock. Fünf Spiele hat er sich dem VfB verweigert. Bis endlich der Bock umgestoßen wurde in Hannover. Zur (etymologischen) Herleitung der Redewendung bitte ich bei Heinz Kamke nachzufragen. Genau deshalb muss der Mann bleiben !! Wir werden den Bock umstoßen mit AZ ! #VfB https://t.co/lwJry2b3jB — Kinimod (@DK187) September 21, 2015 Ebenso stur wie der Erfolgs-Bock ist Alexander Zorniger. Das werfen ihm manche vor, dass er als Bundesliga-Novize so geflasht auftritt, als hätte er sich schon im Champions League-Achtelfinale mit Jose Mourinho gebattlet. Andere finden das gut, weil er seine Emotion auf der Zunge trägt. Es gibt einen …

Die Null steht (Teil 4)

Null Siege. Null Punkte. Null Selbstvertrauen. Null Konsequenz. Null Mut. Null Bock auf eine weitere Saison im Abstiegskampf. Mich wundert, dass der Kick nicht ein Auswärtsspiel für die Hertha war, sollen doch so viele Schwaben die Hauptstadt unsicher machen. Aber im Stadion waren dann nur die mitgereisten Fans, die anderen Stuggi-Hipster saßen wohl bei Craft Beer und Chai Latte in irgendeinem hochangesagten Stadtteil und machten … ja was? Sie saßen und schwäbelten und treiben damit die Mietpreise nach oben, finden die Berliner, allein durch ihre Anwesenheit. Schon toll, wie das die Schwaben können, die ja bekanntlich alles können. Nur ein Bundesligaspiel gewinnen, das können sie nicht. Auch wenn das Auftaktprogramm mit Köln und Hertha zwei vermeintliche Angstgegner beinhaltete, und Frankfurt und Hamburg keine Kirmestruppen sind, null Punkte gegen diese biederen Teams sind recht überschaubar. Einige VfB-Fans bekamen letzte Woche Schnappatmung: „Ich war an Pizarro dran“, blubberte Bobic in irgendein Mikro, aber in der Bundesliga käme neben den Bayern nur Werder Bremen für den Stammgast im Münchener H’ugo’s in Frage. Es war jedenfalls kurz davor, dass …

Bauch rein, Brustring raus!

Nachdem Robin Dutt sich beharrlich einem Kostic-Transfer verweigerte, wandte sich Schalke 04 offensichtlich dem VfB-Finanzvorstand zu. Der müsse doch offene Ohren haben für ein 25+x Millionen-Angebot für den Serben. Horst Heldt sollte es ja wissen, lange genug musste er sich in Stuttgart mit dem Finanz-Klüngel rumschlagen. Aber fürs Geld ist nicht mehr Ulrich Ruf verantwortlich, sondern Stefan Heim. Und auch der blieb hart, durchgehend geschlossene Reihen also beim VfB (siehe Text hier in der Süddeutschen Zeitung), nicht nur ein durchgehender Brustring. Aber Heim trauert den entgangenen Millionen hinterher und fordert Kompensation. Wie, das sei egal. Wie wäre es mit ein bisschen Kreativität? Im aktuellen Vereinsblättle „Dunkelrot“ gibts so allerlei Merchandising, aber ausser dem “Polo Third” im Ausweichtrikot-Look haut mir so gar nichts mein Craft Beer aus der Hand. Wird Zeit, das ein bisschen aufzubohren. Was man so hört, ist die Mercedes Bank beim Sponsoring auch so a bissle knausrig und da bietet sich eigentlich eine Merchandising-Serie mit spendablen Stuttgarter Residents an. Credibile Institutionen, die mit eigenen Trikotserien die Kasse ein bisschen aufbessern, damit Robin Dutt …

Fußball ist keine Mathematik

Wenn einer weiß, wie der Hase läuft, dann Karl-Heinz Rummenigge. Das war schon 2007 so, als er dem ehemaligen Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld zu verstehen geben wollte, dass auf dem Rasen eben nicht alles planbar ist. Dass Fußball keine Mathematik ist, konnte man am Sonntag in der Mercedes-Benz-Arena sehen: Frankfurt macht mit einem Torschuss zwei Tore und am Ende stimmt für den VfB das Ergebnis nicht. Mal wieder. Fußball mag keine Mathematik sein, aber dennoch dreht sich leider alles um Zahlen. Und die sehen beim VfB nach drei Spielen verheerend aus: 10 Gegentore, 2 Platzverweise, 11 gelbe Karten, Platz 17. Fußball ist auch kein Marketing. Leider. Denn der VfB verkauft sich gut, keine Frage. Die Außendarstellung stimmt. Die von Alexander Zorniger verordnete Spielphilosophie sieht sexy aus und sorgt für blendende Stimmung auf den Rängen. Das Team attackiert bereits weit in der gegnerischen Hälfte, geht agressiv zu Werke, verteidigt hoch und doppelt auf den Flügeln. Das ist klasse, solange es funktioniert. Aber es dauert am Samstag nur wenige Minuten, bis auch die Eintracht zum ersten Konter genötigt …

Attacke! Auch auf dem Transfermarkt?

Zwei Spieltage und schon wieder am Tabellenende – hört das denn nicht mehr auf? Eine große MV-Gedächtnis-Woche in München liegt hinter mir: Nachdem das Wetter in der bayerischen Hauptstadt wieder schlechter war als in Stuttgart, liebäugelte ich damit, jede Menge Bräunungscreme aufzutragen, um wenigstens ein bisschen erholt auszusehen. Aber habe mich dann dagegen entschieden. Weiß is the new red. Viel Weißwein gabs auf MV und Schampus, ok ja, ein bisschen Prosecco und Augustiner war auch dabei. Aber ich habe versucht, Gerhard Mayer-Vorfelder in Ehren zu halten (toller Text: hier). Viel erzählt, viel getrunken habe ich, aufbrausend und väterlich und leutselig war ich, was gar nicht meine Art ist und vieles besser gewusst habe ich auch. In MVs Rolle als letzter großer Reaktionär habe ich allerdings nicht wirklich überzeugen können. Die Münchener hams mich alle ausg’lacht, die haben andere, die es besser können. Aber auch Antonio Rüdiger habe ich in München gefeiert: Seit seinem ersten Spiel gegen Gladbach 2012 hatte ich Rüdi adoptiert und als einen aus der VfB-Jugend angesehen, obwohl er aus der U19 von …

10 Fragen nach dem 1:3 gegen Köln

77. Minute im Spiel VfB Stuttgart gegen Köln: Gerade hat Simon Zoller das 0:2 für Köln erzielt. Kölns Trainer Peter Stöger steht in seiner Coaching-Zone mit ausdruckslosem Gesichtsausdruck, er lehnt Glückwünsche ab, es ist unklar, ob er überrascht oder peinlich berührt ist. Sein Team hat soeben das Spiel entschieden. Es war deutlich unterlegen, es hat lediglich auf die Fehler des VfB gewartet, der ein mitreissendes Spiel geliefert hat, aber seine Torchancen nicht nutzte. 1893 davon hatte der VfB, Köln vielleicht drei. Das passive Team, das gut organisierte, das taktisch reifere Team blieb cool und abgezockt und das reichte, um in Stuttgart drei Punkte mitzunehmen. Gegen den 1. FC Köln, den der VfB im eigenen Stadion zum letzten Mal mit Jogi Löw auf der Bank besiegt hat, sahen die Zuschauer ein Spiel, das teilweise von der Sitzen riß. Emotional war es, es läßt aber einige Fragen offen: Keiner kann's wie Jogi. #vfbkoe — Christian Prechtl (@ChrisPrech) August 16, 2015 Gibt es noch jemand, der Sorge hat, dass im neuen taktischen System von Alexander Zorniger ein Platz …

Danke VfB, für das langweilige Spiel!

Ich meine das echt so. Das schont meine Nerven, wegen mir kann die ganze Saison so werden. Selbst der Nachbar über mir, der immer jubelt oder flucht, weit bevor der Sky-Stream endlich an mich ausliefert, war ganz ruhig. Das ist so gar nicht seine Art, er ist immer voll dabei, eigentlich muss ich das Spiel gar nicht anschauen, er ist mein persönlicher Sky-Reporter, auch wenn sein Stil sehr emotional ist. Ok, eine ganze Saison Langweile wäre auch zu viel, so ein paar eingestreute funky 5:4, ein paar Aufholjagden, Trainer Zorniger jagt ja gerne, würde ich schon mitnehmen. Alexander Zorniger ist in den letzten Wochen ein bisschen ein Fussball-Hipster geworden. Das Spiel seiner Mannschaft gegen Holstein Kiel war aber nicht Glitzer-Glitzer, sondern eher bieder. So ist das, wenn man seine Philosophie vor sich her trägt und jedem Fragesteller geduldig erklärt. Man konnte meinen, der VfB-Trainer überlegt, ob er mit seinem Selbstbewusstsein an die Börse geht. Ein verhinderter Zweitligist konnte aber nun sein Spielsystem dechiffrieren. Einfach lange Bälle, die den Ball-Jägern über die Köpfe fliegen und schon …